S21-Grundsatzdiskussion: A new hope

  • Liefere doch bitte endlich eine seriöse Quelle für deine Behauptung, dass man schon 2002 über eine größere Juchtenkäferpopulation Bescheid wusste.

  • Liefere doch bitte endlich eine seriöse Quelle für deine Behauptung, dass man schon 2002 über eine größere Juchtenkäferpopulation Bescheid wusste.

    Einen Planfeststellungsbeschluss (PfA 1.1 vom 28.1.2005) würde ich jetzt nicht gerade als unseriöse Quelle bezeichnen. Man muss ihn natürlich auch lesen, nicht komplett, aber nach Stichworten durchsuchen reicht schon.

  • Du hast Recht, dort wird der Juchtenkäfer mehrfach erwähnt.


    Im Mittleren Schlossgarten hingegen, dem direkt vorhabensbezogenen Eingriffsbereich, wurden trotz scheinbar geeigneter Höhlungen keine Vorkommen nachgewiesen. Hier ist eine Besiedlung der Mulmschichten durch den Juchtenkäfer durch die teils meterhohen Taubennester und Kotlagen in den Bäumen beinahe unmöglich. Die untersuchten Substrate haben sich auch nach Tiefenlotung und stichprobenhafter Probennahme aus den unteren Bereichen der Höhlungen als denkbar ungeeignet für Juchtenkäfer erwiesen, so dass ein aktuelles Vorkommen in diesem Bereich ausgeschlossen wird.


    oder hier:


    Die im Jahr 2002 durchgeführte Untersuchung hat ergeben, dass der Juchtenkäfer nicht nur im Rosensteinpark, sondern auch im Unteren Schlossgarten vorkommt. Dort wurden entlang der gesamten Salucci-Allee insgesamt fünf rezente (d.h. lebende Käfer) Vorkommen gefunden. Es ist somit davon auszugehen, dass der Juchtenkäfer im Bereich des Unteren Schlossgartens jüngst aktuelle Vorkommen unterhält bzw. auch neuere Biotope zu besiedeln scheint. Diese sind jedoch nach vorliegendem Befund durch die projektierten Eingriffsmaßnahmen im Mittleren Schlossgarten im Zuge der Neugestaltung und Verlagerung des Hauptbahnhofs aus gutachterlicher Sicht nicht gefährdet.

  • ^^
    Von dem Juchtenkäfer, von dem viele denken, die Parkschützer hätten ihn erst ausgegraben, wusste die Bahn schon 2002, dass sie nach ihm suchen musste. Der Beauftragte Biologe wurde dann auch fündig im Rosensteinpark und im unteren Schlossgarten. Während sein Bericht ausführte, warum es ihn im mittleren (neben den herausgepickten Bäumen, die er einer Prüfung unterzog) gar nicht geben könne, stellte sich hinterher heraus (welche ein Wunder), dass die genau dort auch waren. In einem späteren Gutachten vom August 2010, war der selbe Biologe zumindest bereit im mittleren Schlossgarten im Bereich des Ferdinand Leitner Stegs Juchtenkäfer-Vorkommen zu entdecken, offensichtlich da dies noch neben dem Trog liegt.

  • Scheint ja bald mehr Juchtenkäfer als Deutsche in so einem Großstadtzentrum zu geben.


    Und das ist gut so. Denn eine Diskussion wie die da oben gibt es auf der ganzen Welt und zu allen Zeiten nur in diesem ökosozialistischen Zahlmeisterregime, welches die wahren Probleme mit solchen Ökothemen erfolgreich verschleiert.


    Schlimm, Nationalsozialismus ist out, Kommunismus bzw. real existierender Sozialismus sind out, dann macht der deutsche Weltverbesserer zur Abwechslung eben mal auf Ökosozialist. Anders kanner scheinbar nicht, der Depp.


    Noch was: Juchtenkäfer raus aus unseren Innenstädten! Viva los Juchtenkäfers en la pampa!

  • Ganz ehrlich, der Mensch hat schon hübschere Tierarten ausgerottet als die Juchtenkäfer und es wird auch nicht die letzte Tierart sein. Menschliches Leben bedeutet Verbrauch von natürlichen Ressourcen, ja selbst wenn man alle Wutbürger fachgerecht im Kompost entsorgt, reicht dies nicht weit.


    Vielleicht hätte man mal eine Volksabstimmung machen sollen, wer sich für diese komischen Kerfe überhaupt interessiert. Wenn es in Stuttgart knuddlige Babyrobben geben würde, ja dann...


  • Nun, der Ringverkehr erlaubt immer Alternativeinfahrten, wenn eine andere Einfahrt zu ist - beim Kopfbahnhof geht das nicht (Siehe Brand am Rosensteintunnel - alles Dicht aus Richtung Cannstatt).


    Interessant, was die Leute so glauben, was S21 alles kann....


    Sehe dir bitte den Gleisplan genau an, und sage dann, wie bei einer Sperrung des Fildertunnels vom Flughafen über den Ring in den Tiefbahnhof gefahren werden soll? Und wie von Feuerbach aus bei Tunnelsperrung über den Ring der Tiefbahnhof erreicht werden kann?


    Lediglich von Esslingen aus, gibt es alternative Einfahrten (von Canstatt schon wieder nicht! und von Remsbahn auch nur theoretisch, da mit massiven Fahrstraßenausschlüssen verbunden.).
    Der Ring wird eigentlich nur benötigt, daß ohne Kopfmachen der Wartungsbahnhof von allen Richtungen erreichbar ist, und daß Richtung ES ohne kopfmachen von den beiden anderen erreichbar ist.
    Ein nicht geneigter Tiefbahnhof, ohne die Einschränkungen beim Kopf-machen bräuchte den Ring nicht.


    Und ja: Anders als im Bahn-Notfallkonzept: S21 soll noch immer ohne Panoramabahn und ohne P-Option funktionieren.

  • Kurze Ergänzung - aus sicht des EBA stehen nur noch Umweltaspekte zur Klärung an. Kapazitätsfragen bei der Antragstrasse sind nach einer Presseveröffentlichung vor etwa 4 Monaten mit vorlage der entsprechenden Dokumente vom Tisch.


    Es steht noch ein komplettes PFA-Verfahren mit allen Punkten aus. Wenn da dann den Betroffenen erklärt wird: Nein, lassen wir jetzt weg, ersetzt durch eine Presseerklärung (Welche eigentlich?) bis auf Umweltaspekte ist alles schon besprochen.... so eine Rechtsbeugung, das wäre spannend ob inzwischen im Land selbst sowas durchgehen würde.

  • Ja, Verträge sind zu erfüllen.


    Aber wo steht bitte geschrieben, dass die Verträge zwischen den Projektpartnern (Bahn, Land, Stadt etc.) und die Verträge zwischen der Bahn und irgendwelchen Auftragnehmern gleich sind?


    Eben. Genau deshalb wäre interessant zu erfahren was genau da ab ging, wie mit dem Geld des Steuerzahlers umgegangen wurde. Was stand da in den Verträgen, und weshalb zahlt W&M keine Entschädigung?

  • Eben. Genau deshalb wäre interessant zu erfahren was genau da ab ging, wie mit dem Geld des Steuerzahlers umgegangen wurde. Was stand da in den Verträgen, und weshalb zahlt W&M keine Entschädigung?


    Ich glaube, dass da im Sinne einer Verschwörung/Vertuschung/whatever gar nichts abgelaufen ist. Da haben manche Gegner wohl zu viele Filme gesehen.


    Aber lassen wir doch die Verträge selbst sprechen. Auf der Website vom Ministerium für Verkehr und Infrastruktur gibt es nämlich hier den Finanzierungsvertrag zu S21. Ich gehe mal davon aus, dass das der echte Vertrag ist. Und hier ist ein Beispiel für ein Bauwerksvertrag von der erstbesten Seite eines Rechtsanwalts.


    Schon ein oberflächlicher Vergleich zeigt die gravierenden Unterschiede.


    Anhand des Beispielvertrags kann man auch fast schon deine Frage beanworten, warum W&M vermutlich keine Entschädigung zahlen musste. Ich bin mir zwar ziemlich sicher, dass der tatsächliche Vertrag zwischen Bahn und W&M deutlich umfangreicher war, aber ich gehe mal davon aus, dass die Vertragsstrafen im Wesentlichen gleich geblieben sind. Für mich als Laie ergibt sich anhand des Beispiels daher Folgendes: Da W&M vorzeitig der Auftrag entzogen worden ist und noch nichts gebaut worden ist, liegt auch keine Situation vor, die eine Vertragsstrafe rechtfertigen würde, da sich diese auf zeitliche Verzögerungen (und ich vermute mal auch Baumängel) bezogen hat. Man kann sich natürlich noch darum streiten, ob in der Klausel über das Entziehen des Auftrags noch irgendwelche Entschädigungsregelungen enthalten waren.

  • Ganz ehrlich, der Mensch hat schon hübschere Tierarten ausgerottet als die Juchtenkäfer und es wird auch nicht die letzte Tierart sein.


    und selbst die erbärmlichste Hackfresse trägt dazu bei, daß der Mensch nicht ausstirbt.


    Ich hoffe du bist dir der Dummheit deiner Aussage bewusst, ansonsten müssen wir unbedingt mehr Geld in Bildung investieren :)


    Menschliches Leben bedeutet Verbrauch von natürlichen Ressourcen, ja selbst wenn man alle Wutbürger fachgerecht im Kompost entsorgt, reicht dies nicht weit.


    OK, du kannst dich noch steigern,. Wir brauchen unbedingt noch unendlich viel mehr Geld für Bildung:nono:

  • ich seh die Sache mit dem Rückzug von W&M nicht so eng. Soweit ich weiß ist das 'Technikgebäude' für das GWM zuständig. Wenn das GWM plötzlich doppelt so viel Wasser umschlagen soll, als ursprünglich geplant, dann ändert sich der Auftrag nicht unwesentlich.


    Wenn es im Vertrag eine Option gibt bei einer solch massiven Änderung den Vertrag aufzulösen spricht das mM nach nicht zwingend für die Unfähigkeit einer der Vertragspartner.


    Wenn entweder die Bahn, oder die vom korrupten Föll herbeigeschafften W&M der Meinung sind, daß das 'Technikgebäude' zu den ausgehandelten Bedingungen nicht mehr zu bauen ist, ist es nur folgerichtig den Vertrag aufzulösen und neu auszuschreiben.


    Das es ausgerechnet W&M trifft freut mich natürlich. Erst haben sie den Föll bestochen und dann muß der Auftrag zurückgegeben werden. Ich hoffe für W&M, daß da am Ende keine schwarze Null auf dem Papier steht, sondern ein ordentlicher Verlust zu verzeichnen ist :)

  • Das es ausgerechnet W&M trifft freut mich natürlich. Erst haben sie den Föll bestochen und dann muß der Auftrag zurückgegeben werden. Ich hoffe für W&M, daß da am Ende keine schwarze Null auf dem Papier steht, sondern ein ordentlicher Verlust zu verzeichnen ist :)

    Dass Föll bestochen wurde, dafür gibt es keine Hinweise. Als Amtsträger hat er im Aufsichts- oder Beirat eines Unternehmens nur dann etwas zu suchen, wenn er dort städtische Anteile vertritt. Das war bei Wolff & Müller nicht der Fall. Freuen kann man sich über einen Verlust allerdings nicht, denn dann sind auch Arbeitsplätze gefährdet. Da bleibt das Elend nicht nur in der Geschäftsführung.


    Es ist aber schon bemerkenswert, dass ein Unternehmen, was sich auch durch weitere Beiratsbesetzungen für S21 so weit hinausgelehnt hat, auf einmal alles hinschmeißt. Die wirkliche Erklärung dazu dürfte höchster Geheimhaltungsstufe unterliegen.

  • Ganz ehrlich, der Mensch hat schon hübschere Tierarten ausgerottet als die Juchtenkäfer ...

    Glücklicherweise orientiert sich Artenschutz nicht an der Bestückungspraxis für Streichelzoos, sondern an der Notwendigkeit das Gleichgewicht in der Natur aufrecht zu erhalten.

  • ...und hier nochmal ein Knaller


    - mit dem Ausheben der Baugrube für den Tiefbahnhof soll erst Anfang 2013 begonnen werden. Warum musste dann der Park jetzt schon gerodet werden? :nono:


    http://www.stuttgarter-nachrichten.de

    http://www.fluegel.tv/webcam
    Flügel TV beantwortet dir mittlerweile deine Frage. Und wir haben noch Sommer 2012 ;)


    Wir sind keine Linksammlung. Der Link kann morgen schon flöten gehen. Worum geht es da?


    Und ich bin auch sehr zuversichtlich, dass bis Anfang 2013 noch viel mehr im MSG passiert.

  • zu *1055


    Wenn ich ganz naiv fragen darf:


    Wie trägt denn der Juchtenkäfer genau zu diesem "natürlichen Gleichgewicht" bei? Was ist das überhaupt?


    Wieviele Juchtenkäfer muss es auf einen Stuttgarter geben?


    Sind die Dinos eigentlich nicht ganz ohne Zutun der Menschen ausgestorben?


    Lieben Dank.

  • Ich glaube, dass da im Sinne einer Verschwörung/Vertuschung/whatever gar nichts abgelaufen ist. Da haben manche Gegner wohl zu viele Filme gesehen.


    Aber lassen wir doch die Verträge selbst sprechen. Auf der Website vom Ministerium für Verkehr und Infrastruktur gibt es nämlich hier den Finanzierungsvertrag zu S21. Ich gehe mal davon aus, dass das der echte Vertrag ist. Und hier ist ein Beispiel für ein Bauwerksvertrag von der erstbesten Seite eines Rechtsanwalts.


    Nachdem ich geschrieben habe, daß ich gerne wissen will, war wirklich passierte, also richtige Fakten, sollte wohl klar sein, daß ich Fakten statt Verschwörungstheorien fordere.


    Erstaunlich ist schon, wenn über paar Demonstranten berichtet wird, die 1/4-Stunde den Zugang zu einer Baustelle blokieren, befleissigt sich der Pressesprecher der Bahn zu betonen wie teuer Verzögerungen den Steuerzahler kommen.


    Und jetzt hat übt sich ein Unternehmen in fast einem Jahr Nichts zu tun, obwohl es einen Auftrag hat.... das verursacht doch Verzögerungen, da müssen doch Kosten auflaufen!... da erwarte ich schon, daß da eine Entschädigung erfolgt.


    ... oder sind die Verträge etwa so zu ungusten des Steuerzahlers?? Daß alle Beteiligten bemüßigt sind, das zu vertuschen?
    wie sagte Brecht:
    "Ein Betrug gelingt immer, vorausgesetzt der Staat ist der Betrogene"


    Nun, die von dir verlinkten Verträge: Das ist ja nichtmal ein Mustervertrag der Bahn. Mein Tip: An diesen "erstbesten Rechtsanwalt" lieber nicht wenden. Denn im Bereich Vertragsstrafen gibt es den Passus: "...Wenn der AuftragNEHMER nicht zahlt...."

  • Das wäre eine gute Frage z.B. an Juniorberater von Roland Berger und McKinzey. Die würden aus Kostengründen alles streichen, was man nicht melken, oder essen kann. Damit wäre die Kuh wichtiger, als der MIstkäfer. Irgendwann würde die Kuh aber kein Gras mehr finden, weil die Weide nur noch aus Misthaufen besteht, die ein Mistkäfer nicht mehr abgebaut hat.