Neugestaltung Planken

  • Neugestaltung Planken

    In Mannheim werden derzeit die Ergebnisse eines Architektenwettbewerbs zur Neugestaltung der Haupteinkaufsstraße Planken ausgestellt (Bunker der Kunsthalle, noch bis 9.11.). Der Wettbewerb war in einen Realisierungsteil (Planken östlich Paradeplatz) und einen Ideenteil für die Fortführung (Planken westlich Paradeplatz) aufgeteilt.


    Der Siegerentwurf stammt vom Würzburger Städtebau-Büro Hartmut Holl.


    Dieser Videobericht des Lokalsenders RNF stellt den Siegerentwurf kurz vor:
    http://www.rnf.de/videoportal/…t_fuer_mannheimer_planken



    Entwurf Paradeplatz; Quelle: Stadt Mannheim.


    Hauptsächlich handelt es sich um kosmetische Operationen. Highlights des Siegerentwurfs:

    • Neuordnung der Bepflanzung, insbesondere teilweise Abholzung und "Führung" von Passanten über Baumreihen und "Baumtore" in die Seitengassen
    • Ersatz des oft kritisierten hellen Straßenbelags durch Granitplatten im "Flanierbereich" auf beiden Seiten der Straße
    • Öffnung des Paradeplatz durch Abriß der Kioskbuden zur Haltestelle hin
    • Neugestaltung der Flächen Paradeplatz und Friedrichsplatz (Wasserturm)
    • Eine etwas ominöse Aussichtsplattform über dem östlichen Brückenkopf der Rheinbrücke, gedacht als Gegenpol zum Wasserturm - keine Details zu finden, ist auch nur der "Ideenteil" des Entwurfs.
    • Neumöblierung der drei Haltestellen (vier inkl. Rathaus)


    Konkret wurde auch seitens der Stadt gewünscht, hier quasi keine "modischen Experimente" durchzuführen, sondern eine solide Sanierung auf die Beine zu stellen. Die Planken werden im Siegerentwurf klarer in mehrere deutliche Abschnitte unterteilt, die Passantenführung zur Fressgasse und Kunststraße sowie den Kapuzinerplanken als "umliegende Bereiche" verbessert.


    Für die Sanierung sind vorerst maximal 11 Millionen Euro im Zeitraum 2010/2011 vorgesehen, also eine ähnliche Summe wie die 12 Millionen, die Frankfurt für die Zeil ausgeben will (wobei dort natürlich noch die Pavillons dazukommen).

  • Schöne Zusammenfassung, vielen Dank :)
    Nach den großen privaten Anrainer-Projekten der letzten Jahre war ein frisches, stimmiges Konzept auch für die Planken an sich wohl von Nöten.
    Wie hoch könnte die "ominöse Aussichtsplattform" werden? Ich kann´s mir nicht so recht vorstellen.

  • Notwendig ist vor allem ein Umbau der Haltestellen. Es ist einfach esentiell wichtig, dass diese zentralen Haltestellen endlich Hochbahnsteige bekommen. Ich hoffe, dass man auch die verlängerung der Breiten Straße am Rand des Paradeplatz neu gestalltet.

  • Die Aussichtsplattform sieht man in jeglichen Plänen nur angedeutet. Eine Verwirklichung halte ich da auch für ziemlich unwahrscheinlich :D


    Allerdings kann man an der Stelle davon ausgehen, daß diese mindestens in 20 Meter Höhe (über den Planken, d.h. 30m über dem Boden) liegen muß - schlicht aufgrund der Überlappung der Hochstraßeneinführungen an dieser Stelle.



    Hier sieht man diese Aussichtsplattform links angedeutet. Direkt östlich davon liegt die Haltestelle Rheinstraße, deren obere Ebene in etwa 7-8 m Höhe liegt (ca 2 m über Planken). Die darübergespannte Nord-Süd-Verbindung vom Luisenring liegt noch mal 6-7 m höher. Und da man die Plattform von den Planken her sehen soll, müßte die nochmal ein gutes Stück höher.


    MrAnderson: Der Paradeplatz - mitsamt des Verlaufs der Breiten Straße entlang diesem - gehört wohl durchaus mit zum Sanierungsprojekt.

  • Der Wettbewerb war in zwei Bereiche gegliedert: einen Ideenteil und einen Realisierungsteil. Dieser erstreckt sich vom Plankeneingang bis zum Paradeplatz, darauf hat die Jury das größte Augenmerk gelegt. Der Brückenknoten am Verbindungskanal liegt im Ideenteil und wird in dieser Form sicher nicht realisiert. Die entscheidende Aussage des Siegerentwurfs und der weiteren Preisträger ist übrigens die, daß die Planken im Gegensatz zur Breiten Strasse keine Achse sind, sondern eine historisch gewachsene Reihung unterschiedlicher Stadträume die es herauszuarbeiten gilt.

  • Drunter? Wo will man denn da hin? Also mal abgesehen von der mangelnden Aussicht...


    Unter der Brücke liegt die Drehbrücke über den Verbindungskanal zum Handelshafen. Unterm Brückenkopf die Kreuzung davon mit der Querspange vom Luisenring und der Straße ausm Jungbusch, daneben ein Parkplatz, und östlich dann die Haltestelle (A- und B-Ebene, Eingang Dalbergtunnel).
    Zwischen dem unteren Level und der Brücke ist mit Sicherheit kein Platz.


    Eine Ebene höher? Das wäre dann schräg direkt auf die Oberleitung gelegt? Wie gesagt, sehr ominöses Konzept.


    Mal schauen, vielleicht hab ich sogar ein Bild von dort unterm Brückenkopf... gefunden.


    Drei Bilder:

    Alle Bilder selbst geschossen.
    1. Perspektive: Aus Richtung Handelshafen
    2. Perspektive: Mittlere Höhe, aus Richtung Südost
    3. Perspektive: Von Haltestelle Rheinstraße, untere Ebene



    Es ist einfach esentiell wichtig, dass diese zentralen Haltestellen endlich Hochbahnsteige bekommen.


    Statistik aus der letzten Fahrgasterfassung:

    • Paradeplatz - 37.000 / Tag (#1 in MA)
    • Wasserturm - 12.400 / Tag (#6 in MA)
    • Strohmarkt - 7.400 / Tag (#9 in MA)


    Zahlen, auf die so manche U-Bahn-Station in anderen Städten stolz wäre ;)
    Wobei es meiner Meinung nach weniger auf den Hochbahnsteig selbst ankommt (der ist ja schon da!), sondern darauf, diesen auf jeweils mindestens 80m zu verlängern - Paradeplatz 100m? - um Staus in den Planken zu vermeiden.
    Und natürlich beim Umbau eventuell die Bahnsteige besser ins Umfeld integrieren.

  • Klar, die Länge ist ein Problem, aber nicht nur. Die "Hochbahnsteige" auf den Planken und am Paradeplatz haben nämlich nicht die Fahrzeughöhe und somit bleibt eine Stufe die für Rollstuhlfahrer mit der Rampe in den Fahrzeugen überbrückt werden muss. Das kostet aber wertvolle Zeit, die man in der Innenstadt nicht hat.
    Eine Bahnsteiglänge über 80 Meter halte ich für nicht sinnvoll. Wenn mehr als zwei Bahnen gleichzeitig halten wird es doch sehr unübersichtlich an den Haltestellen. 80 Meter (oder ein paar Meter mehr) reichen für zwei RNV 8 oder MGT8N, mehr ist wirklich nicht nötig. Wichtig ist nur, dass man die Bahnsteighöhe über die gesammte Länge der Haltestelle beibehält und nicht nur ein kurzes Stück hochsetz wie in der Breiten Straße.
    Was das mit der Aussichtsplatform soll verstehe ich absolut nicht. Die Stelle ist dochtotal unatraktiv und könnte nur durch einen Rheintunnel mit dazugehörigen unterirdischen Zufahrten wirklich wieder atraktiv werden. Das wird natürlich niemals passieren. Das Geld was man dafür ausgeben würde ließe sich wesentlich sinnvoller an der Kurpfalzbrücke investieren.

  • Am Paradeplatz muß man allerdings an beiden Haltestellen durchaus eventuell länger stehende Doppeltraktionen mit einrechnen - in den Planken in Zukunft die 4 mit 2x MGT6N = 60m, in der Breiten Straße die 5 mit 2x RNV6ZR = 60m.
    Vor allem für den Taktknoten abends, wo die ja wirklich auch mal einige Minuten da stehen können, wäre es nützlich je drei Bahnen an den Paradeplatz stellen zu können.


    Heidelberg HBf oder Bismarckplatz oder auch Berliner Platz sind ja aus ähnlichen Gründen auch bei ~100-120m Länge.

  • Das stimmt nur bedingt. Berliner platz ist 90 Meter lang, aber mehr als zwei Bahnen halten dort sicher nicht gleichzeitig. Bismarkplatz ist noch kürzer. Hauptbahnhof ist tatsächlich über 100 Meter lang, wird aber nur zur Hälfte von den Zügen genutzt, die andere Hälfte dient in der Regel als Bushaltestelle.
    Ich denke es wird einfach unübersichtlich wenn zu viele Bahnen paralell halten. Wenn dann nämlich die Züge halten geht das Gerenne los. Das ist ja jetzt schon so wenn zwei Bahnen hintereinander halten und würde sich extrem verstärken. Oder die Leute würden es nicht verstehen und davon ausgehen, dass die Bahnen noch vorfahren. Dazu kommt noch, dass die Bahnsteige ein Hinderniss beim Queren der Straße darstellen, was nicht für jeden zu überwinden ist. WEnn sie jetzt tatsächlich 120 Meter lang wären würde das schon stören.

  • Hoffen wir das die Neugestaltung besser wird als die der Breiten Straße. Der helle Granit der dort verlegt wurde ist fleckig und die Bänke stellenweise zu nahe an der Stadtbahn gesetzt. (es wurden schon einige entfernt da eine Gefahr für sitzende Passanten bestand)


    Der Platz vor dem Wasserturm sowie der Eingangsbereich in die Planken soll laut Zeitungsartikel noch einmal überholt werden. Ich bin gespannt wie sie den Paradeplatz umgestalten.


    Alles in allem wird es aber endlich Zeit diesen 70ger Jahre look zu erneuern.

  • Das mit den Haltestellen... naja.


    Fahrgastzahlen 2007 für die Halte, die die Innenstadt direkt andienen mit Rang unter allen Haltestellen in Mannheim:


    1. Paradeplatz 36.000 (Planken)
    2. Neckartor 17.500 (Breite Straße)
    (3. Hauptbahnhof 15.000)
    4. Marktplatz 12.800 (Breite Straße)
    (5. Alte Feuerwache 12.500)
    6. Wasserturm 12.400 (Planken)
    7. Schloß 7.500 (Breite Straße, Universität)
    (8. Tattersall 7.400)
    9. Strohmarkt 7.400 (Planken)


    11. Kunsthalle 5.500 (Ring Nähe Wasserturm)
    32. Rathaus 3.000 (Westliche Planken)
    36. Rosengarten 2.500 (Ring Nähe Wasserturm)


    Würden sich die 7.400 vom Strohmarkt (um den gehts ja, als mittlere Haltestelle) wirklich auf beide anderen verteilen, wärs nicht wirklich so sehr ein Verlust - nur im Komfort. Paradeplatz muss bleiben wo er ist, Wasserturm ist auch Umsteigehaltestelle zu 4 Stadtbuslinien.

  • Also ich gehe auch davon aus das es sich um die Haltestelle Strohmarkt handelt.


    7400 Personen - muss ich ehrlich sagen überrascht mich etwas, dachte es sind weniger. Am wichtigsten sind ja nun mal Paradeplatz und Wasserturm für die Planken.


    Strohmarkt nutze ich persönlich nie.

  • Ja ich weiss, nur nutze ich es eben so nie, wenn dann laufe ich das Stück ;)


    Gehe aber nicht davon aus das sie die Haltestelle weglassen - da wird denke ich Engelhorn ein Veto einlegen.

  • Im Grunde könnten sie ohne Strohmarkt die Planken genausogut untertunneln und in ne reine Fußgängerzone verwandeln.
    Aber darauf zielt das ja ab ;)

  • Laut RNZ gibt es mittlerweile einen groben Zeitplan: Danach soll der Umbau zwischen der Eishockey-WM (Mai 2010, in Mannheim, Köln und Gelsenkirchen) und dem 98. Katholikentag (Mai 2012, in Mannheim) stattfinden.
    Damit soll auch auf den möglichen Abfluß durch die im Herbst 2010 eröffnende Rheingalerie in LU zeitnah reagiert werden.

  • Der Umbau der Planken wurde nun hinter den Katholikentag verschoben. Und gleich noch hinter das Deutsche Turnfest - womit mit einem Baubeginn frühestens Mitte 2013 zu rechnen ist.


    Grund ist wohl auch die voraussichtliche Eröffnung von Q6/Q7 irgendwann 2012, der man nicht durch gleichzeitige Bauarbeiten in den Planken die Kunden vergraulen will.