Erweiterung Stadtmuseum (aufgegeben)

  • Nachdem sich herausgestellt hat, dass die Stifter sehr weitreichende Mitspracherechte für das Stadtmuseum forderten und sogar an der Museumskonzeption entscheidende Mitspracherechte haben wollten und mich der uninspirierte und langweilige Entwurf von Kottmayr ebenfalls nicht überzeugt hat, sollte man m. E. mit dem jetzigen Ergebnis leben können. Alle Beteiligten sollten jetzt nochmals in sich gehen und überlegen, ob ihr Vorgehen zur Erreichung des Ergebnisses, nämlich ein großes Geschenk "aus Liebe zu Köln" zu verwirklichen, richtig und angemessen war.

    Schade ist, dass es auf diesem Wege nicht zu der Erweiterung kommt, jedoch darf sich die Stadt im Hinblick auf eine Schenkung bzw. Stiftung nicht alle Regeln diktieren lassen. Das eine solche Stiftung weit in die Politik und die breite öffentliche Wahrnehmung hineinreicht, musste allen Beteiligten von Anfang an klar sein.

    Ich habe den Eindruck, dass letztlich - und leider - die Stifter die "Schraube überdreht" haben und mit ihrer Idee - trotz sicherlich guten Willens, bester Absicht und attraktiven Angebots - nicht überzeugen konnten. Man hätte z. B. daran denken können, das Gebäude - nicht aber gleich das ganze Museum - nach den Stiftern zu benennen. Man hätte z. B. daran denken können, gleich einen Architektenwettbewerb zu initiieren, anstatt sich vorab auf den eigenen Architekten ultimativ festzulegen - hier geht es immerhin um das Stadtbild und Stadtbaukunst (wäre vielleicht nicht ganz so schlimm gewesen, hätte Kottmayr hier einen architektonisches Meisterstück abgeliefert). Man hätte ein Angebot machen können, mit dem auch der "Beschenkte", also die Stadt und ihre Bürger, unter den gegebenen rechtlichen Rahmenbedingungen, leben können und diese nicht überfordert - das ist das Gegenteil von Kooperation "aus Liebe zu Köln".

    Eine Schenkung, wenn sie "aus Liebe zu Köln" erfolgen soll, sollte irgendwie insgesamt selbstloser und demütiger verfolgt werden, als sich jetzt aufdrängt.

  • @ ottcgn1 Volle Zustimmung

    Es ist schade für die Stadt und die Menschen, dass es nun vorerst zu keiner Erweiterung des Museums kommt und man die Gunst der Stunde in Form eines „Geschenks“ nicht nutzen konnte.
    In diesem Zusammenhang von einem „kulturellen Scherbenhaufen“ zu sprechen, wie heute bei einer einschlägigen Kölner Zeitung zu lesen, halte ich allerdings für reichlich übertrieben, um nicht zu sagen befremdlich. Wer sich mit der ganzen Geschichte mal näher befasst, dem müssen zumindest an paar Zweifel an der Art und Weise dieses Mäzenatentums kommen: Wenig Transparenz, dafür viele offene Fragen und viele gestellte Bedingungen. Diesem „Geschenk“ hätte fortwährend der Geruch des Klüngels angehaftet, ob nun berechtigt oder nicht. Dieser Eindruck darf aber gerade bei einem Stadtmuseum einfach nicht entstehen. Der BDA Köln bringt das in einer seiner Stellungnahmen ganz gut auf den Punkt http://www.koelnarchitektur.de/pages/de/home/aktuell/2066.htm
    So bedauerlich der Ausgang jetzt ist, auch für die Stifter selbst, vielleicht ist er für das Ansehen der Stadt zuträglicher.

    Eine Frage interessiert mich allerdings auch: Hätte sich der Bund Deutscher Architekten auch dann so vehement für einen Architektenwettbewerb stark gemacht, wenn die Stifter einen in jeder Hinsicht überzeugenden, gar überragenden Entwurf an der Hand gehabt hätten?

  • Nachdem die Stadt die Stifter für die Sanierung und Erweiterung des Stadtmuseums erfolgreich verprellt und vor den Kopf gestoßen hat, hat nun der neue Direktor des Museums - Dr. Mario Kramp - auf einer Veranstaltung des Fördervereins ein eigenes Konzept zur Sanierung und Erweiterung vorgestellt.

    So soll nach seinen Vorstellungen das Zeughaus nach "unten" erweitert werden, die "Alte Wache" soll zum neuen Eingangsfoyer werden, ein Erweiterungsbau auf dem RP-Parkplatz soll Flächen für Wechselausstellungen bieten - die Haustechnik unter dem Dach des zeughauses untergebracht werden.

    http://www.rundschau-online.de/html/artikel/1296684696450.shtml

    Ich frage mich: Was ist an diesen Konzept neu? Nun ja, vermutlich die Frage, wer dies denn nun finanzieren soll! Denn das gleiche in grün hätte die Schenkung auch geboten. Nur war diese schon wesentlich konkreter, als diese, Konzept genannte,m 'vage Wunschliste' des Herrn Kramp. Nichts gegen ihn ... er muss halt trommeln und sich für sein Haus einsetzen...

  • Im Ratsinformationssystem findet sich eine Studie wie das Stadtmuseum umgestaltet werden könnte.

    Ratsinformationssystem der Stadt Köln

    Nach erster Draufsicht finde ich das Konzept gut, vor allem das die Austellngsfläche deutlich vergrößert werden soll und die Daueraustellung umfangreicher und genauer geordnet wird. Auch den modularen Aufbau des Konzeptes halte ich für sehr gelungen.

    Allerdings bin ich skeptisch was die Kosten für den Umbau angeht...

    p.s. vllt ist der Threadtitel jetzt nicht mehr ganz passend...

    Solange es sich um eine Studie handelt und kein konkret geplantes Projekt, finde ich den Titel noch passend. Gruß rec

  • Stadtmuseum und Wallraf-Richartz-Museum: Erweiterung bis 2019?

    Zunächst ein Gruss ans Forum.

    Obwohl einige Projekte etwas stagnieren (A. Zone, Stadtarchiv), scheint Bewegung in zwei Projekte zu kommen, die aufgrund ihrer Lage für die Stadtentwicklung, in meiner Betrachtung, spektakulär sein können:

    Anbau/Sanierung des Stadtmuseums und Erweiterung des Wallraf-Richartz-Museums (zu letzterem habe ich keinen Threadt gefunden, wer sich berufen fühlt...)

    Ad 1:
    Als Datum für das Stadtmuseum wird wohl "2015 (Beginn) bis 2019" anvisiert. http://www.ksta.de/koeln/herrenes…0,22357228.html (Quelle: KStA, Stand: 24.04.2013)

    Es handelt sich hier um ein einmaliges historisches Ensemble mit dem Stadtmuseum, dem Wachgebäude und einem klassistischen Bau plus Stadtmauer. Hier werkelt man am Herzen der gerne beworbenden "2000 Jahre alten Römerstadt"! Wie eine Ensemble-Wirkung zerstört werden kann, sieht man an den "Dominikanern" nach dem Abriss der historischen Hauptpost.

    Ad 2:
    Für den Erweiterungsbau des WRM kursiert die (persönl. Anm.: optimistische) Zahl 2017(Start)-2019: http://www.koeln-nachrichten.de/kultur/kulturp…gestalt-an.html (Quelle: Köln-Nachrichten, Stand: 24.04.2013)

    Was für Chancen für die Stadtverschönerung. Wäre zu begrüssen, wenn die Zeitungen die Architektur kritisch begleiten würden und wir nicht hinterher den Kommentar "Chance vertan" lesen müssen (aber ich will mich nicht prophylaktisch ärgern). :lach:

    PS: Der Wallraf-Richartz-Bau könnte sich in einer modernen Variante z.B. an das historische Gebäude anlehnen. Wär doch mal was...