Kö-Bogen 1. BA (Altthread bis 2008)

  • Meine ablehnende Haltung zum 1000füssler habe ich ja bereits sehr deutlich gemacht.
    Dennoch kann ich nicht umhin, noch ein Bonmot hinzuzufügen.

    Joachim Erwin, befragt zum Tausendfüssler in der gestrigen Ausgabe der "Bild" (17. Juli 2007):
    “Haben Sie sich da mal selbst drunter gestellt? Da ist doch nichts außer parkenden Autos. Es ist nicht damit getan, das Ding bunt anzustreichen oder nachts anzustrahlen.”

    Wie wahr, wie wahr...

    ...auch Illumination stösst auf Grenzen. ;)

  • Dem kann ich mich auch nur anschließen: Der Tausendfüssler stört wohl weniger, als eine ebenerdige Hauptverkehrsstraße, aber er schafft dennoch eine unnötige Zäsur und einen geringwertigen öffentlichen Raum unter sich.

  • ^^

    Das mit dem öffentlichen Raum, der geringwertig sei, kann ich nur bestätigen. Ich selber stehe lieber unter freiem Himmel. Und zudem wäre es ja schön dort rundum eine schöne Freifläsche zu haben - mit Ausblick zum Thyssen Haus.

  • Das was wir heute Jan-Wellem-Platz nennen sowie die Berliner Allee und der 1000füßler wurden unter dem Eindruck geschaffen, Ddf müsse sich nach dem Krieg für den Autoverkehr rüsten - was wohl nicht ganz von der Hand zu weisen war. Das erstklassige Straßennetz sehe ich weiterhin als Grundlage für die starke wirtschaftliche Entwicklung der Stadt. Die Gestaltung der öffentlichen Räume war allerdings nachrangig - und dementsprechend sieht das bis heute noch aus. Die schöne Düsseldorfer Innenstadt endet jäh mit der Achse Berliner Allee-Tausendfüßler. Ganz anders sieht das aus, wenn an seine Stelle eine Fußgängerallee tritt und auch die Berliner Allee/Hofgartenstraße auf einem wichtigen Teilstück unter die Erde verschwindet.

    Das ist übrigens nicht das einzige Relikt der 50er-70er-Jahre, auf das ich gut verzichten könnte...

    Falschabgebogen: Ein "Wunder"? Ein Wunder sehe ich eher darin, dass dieses Ding noch steht. Der 1000füßler mag technisch ein Meisterwerk gewesen sein, als er gebaut wurde, aber er hat den Charme eines Plattenbaus und er steht an einer Stelle, an die beim besten Willen keine Brücke gehört. Der überwältigen Mehrheit von 5,6% werde ich mich also nicht anschließen - in der Hoffnung, dass der wütende Mob mich nicht auf dem Marktplatz lyncht.

  • Die RP berichtet heute übner ein Interview mit den Grünen. Hier wird vorgeworfen, dass die Bürger nur scheinbar beteiligt wurden. Die Planung für den Kö-Bogen sei katastrophal.

    Das komplette Interview wird heute tagsüber mehrfach bei Antenne Düsseldorf (UKW 104,2) und um 20.15 Uhr bei Center.TV gesendet.

  • Hier kann man sich vlt eine kleine Inspiration für die neue Umgebung der Johanneskirche abholen - ein Bild von etwa 1900:


    Urheberrecht erloschen

    Für mich ist es übrigens eine der schönsten lutherisch-protestantischen Kirchen überhaupt.

  • Als ich gerade den neuen Artikel zu einer Stellungnahme der IHK las, musste ich doch laut lachen. Die Vorschläge sind so absurd, dass ich mich kaum traue sie wiederzugeben:
    IHK-Präsident Franzen (Einzelhändler an der Königsallee) schlägt allen Ernstes vor, neue Straßen an der Oberfläche anzulegen, wenn die Tunnel fertig sind. Konkret soll die Kö an die HHeine-Allee angebunden werden (die Straße würde dann zwischen Kö und Hofgarten verlaufen - ganz was Neues :lach: ) und die Immermannstraße (an der Johanneskirche vorbei :lach:) an das Parkhaus (!) der Schadowarkaden.

    Es sei aber eine große städtebauliche Chance (alte Straßen durch neue zu ersetzen? :lol: ).
    Aber das Beste kommt noch: Abschließend erklärt man seitens der IHK, dass man das Verkehrskonzept der Verwaltung für überzeugend halte. :lach:

  • Laut NRZ könnte der Schandfleck länger bleiben, als uns liebt ist. Einem Urteil des Oberlandesgerichts (OLG) Düsseldorf vom Juli zufolge mußte die Stadt Köln Konsequenzen ziehen. Man stoppte sämtliche Verkäufe von kommunalem Land an private Investoren und schreibt sie demnächst europaweit aus. Das OLG verlangt europaweite Ausschreibung bei Grundstücksverkäufen. Der Städtetag empfiehlt Prüfung des Einzelfalls.

  • Laut NRZ bereitet sich Düsseldorf darauf vor, den Verkauf städtischer Grundstücke mit einem Wert oberhalb von 5,9 Millionen Euro ab sofort europaweit auszuschreiben. Die Stadt reagierte damit gestern auf das Urteil des Oberlandesgerichts. Erwin habe die Weisung erteilt, "damit angestrebte Zeitpläne zu keiner Zeit gefährdet werden."

    ---------

    Laut NRZ luden Gegner zur Diskussion ein. Thema: "Stadtraum"

    So machte Geowissenschaftler Heiner Monheim die Zuhörer mit dem Vorschlag baff, den Tausendfüßler in Fragmenten stehen zu lassen "und zum verglasten Hochstraßen-Verkehrsmuseum" umzufunktionieren. Es wurde auch gewarnt, das der Boden voll von Resten der einstigen Stadtbastion sein würde.

    Hier noch zur Ergänzung der Artikel der RP "Kö-Bogen nicht mit Lupe planen"

  • Der Kö-Bogen soll die verschiedenen Interessen der Bürger stärker wiedergeben. Das ist die Forderung die das "Forum Kö-Bogen" auf einer Podiumsdiskussion zu dem Bauprojekt laut Antenne Düsseldorf nochmals bekräftigt hat. Die Iniative könnte sich als Alternative einen sogenannten Kultur-Bogen vorstellen. Man hat offensichtlich Problem damit das sich "Trinkaus und Burkhardt" in dem Gebäuekomplex allein ansiedelt. Das "Forum Kö-Bogen" fordert nun eine internationale Ausschreibung.

  • Laut RP wird nun für ein Bürgerbegehren mobil gemacht. Das Projekt soll damit erst einmal gestoppt werden. Der Unterstützerkreis spätestens am kommenden Freitag während einer öffentlichen Versammlung gegründet werden.

  • Ungeachtet aller - oft aus prinzipieller Blockadehaltung, oft auf Entwicklungsfeindlichkeit beruhenden - Buergerbegehren gegen dies und jenes und gegen den Koe-Bogen sowieso...

    ...die Stadt hat auf ihrer website die Dokumentation zum Fassadenwettbewerb zum download gestellt.
    Moeglicherweise interessant fuer alle, die im Juni nicht vor Ort sein konnten.
    Als kompakte, illustrierte und erklaerende Zusammenfassung des derzeitigen Standes taugt es allemal.

  • ^^ Sehr gut. Es ist schon beeindruckend, wie leidenschaftlich die Architekten gearbeitet haben und mit welchem Aufwand die Stadt den Entscheidungsprozess transparent macht. Zu Letzterem kann man höchstens fragen: Warum nicht gleich so?

    Das Wettbewerbsergebnis kann sich weiterhin sehr gut sehen lassen. Vom Kö-Bogen verspreche ich mir übrigens auch wichtige Impulse für die Immermannstraße, die in meinen Augen ein sehr großes Potential besitzt und den Schlüssel zum ganzen Viertel darstellt - siehe auch #189.

  • ^^ Leider wird sie durch den Kö-Bogen auf dem Teilstück von der Oststraße bis zu den Tunneln zusätzlich mit Verkehr belastet, weil die Schadowstraße dann ja nicht mehr vollwertig zur Verfügung steht. Aber das Stück von der Oststraße bis zur Charlottenstraße schätze ich schon heute sehr.