Domumgebung

  • Besonders gefreut hat mich auch die Ankündigung einer neuen Pflasterung. Was mir jedoch fehlt, sind konkrete Maßnahmen auf der Westseite:

    • die Betonpilze müssten weg
    • der Zugang über die Trankgasse mittels einer weiteren Treppe nach dem Abriss wäre toll
    • die grauenvolle Parkhauseinfahrt sollte verlegt werden - das könnte man doch alles über die Einfahrt „Am Domhof“ abwickeln?!
    • und das Nonplusultra wäre natürlich eine Absenkung auf das gleiche Niveau wie auf dem Roncalliplatz. So würde der Zugang zum Hauptportal wieder über eine Treppe erfolgen, es geht für meine Begriffe im Endeffekt nur um ca. 1,50 – 1,80 m. Da der Platz sowieso eine Neigung in Richtung Burgmauer hat, dürfte die Tiefgarage auch nicht beeinträchtigt werden.


    Und wurde mal jemals über eine neue Fassade des RGM nachgedacht? Schmuckvoller, leichte Andeutungen auf die inhaltliche Ausrichtung (ohne plakativ oder historisierend zu wirken, geht in Berlin auf er Museumsinsel ja auch), weniger dunkel im offenen Erdgeschoß, und auch eine bessere Präsentation der alten Römerstraße. Das ist ähnlich gravierend und dringend wie am Baptisterium.

  • http://ksta.de/html/artikel/1238966850045.shtml


    Es werde Licht...


    Der hintere Teil des Doms, genauer unten an der Strasse soll Heller und damit Schöner und Einladender werden. Dafür sollen u.A. ein Teil der Domplatte abgetragen werden, was mehr Licht in die "Kellerregion" lassen würde.


    Finanziert werden soll das 21 Mil. Projekt zu 14 Mil. vom Bund der 150 Millionen euro für Welterbestätten zur Verfügung stellt.


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    Es währe eine echte Bereicherung für den bereich finde ich, deshalb hoffe ich das der Bund dem zustimmt und eine entsprechende Förderung tätigt.

  • In meinen Augen ein klarer und sachlicher Entwurf, der der östlichen Domumgebung gut täte. Verbesserte Wegeführung von Museum Ludwig zu Dom und Hbf., Wegfall der schlecht einsehbaren Schmuddelecken sowie mehr Licht auf der unteren Straßenebene.


    Eine klare Verbesserung im Vergleich zur jetzigen Situation. Hoffentlich besteht eine Chance auf (zügige) Verwirklichung.


    P.S. Man beachte die m.E. selten dämlichen Kommentare im KStA


    Ein weiterer Artikel zur Umgestaltung der östlichen Domumgebung in der Kölnischen Rundschau:


    http://www.rundschau-online.de…tikel/1238775222832.shtml

  • Eine Straße soll Tageslicht bekommen, dafür aber auch stärker einsehbar werden und die Domumgebung mehr zerschneiden. Warum soll es dämlich sein, wenn die Kommentare vor Straßenlärm warnen und das Fehlen der Bäume kritisieren? Auch ich könnte mir eher Bäume als eine Straße als passend zur gotischen Kathedrale vorstellen und der Fußgängerfläche den Vorzug vor der natürlichen Beleuchtung einer Straße geben.


    Die Schaufenster neben der Straße - wer würde schon lieber unten neben Autos statt oben in Ruhe gehen?

  • Man darf in diesem Fall nie die topographisch-geschichtlichen Gegebenheiten außer acht lassen. Der Domhügel wurde durch die Domplatte völlig „verschluckt“, mit dem Resultat, dass man zwar oben flanieren kann, aber unten eine schmuddelige und unansehnliche „Parallelwelt“ entstand. Der Dionysoshof speziell wurde ganz im Stile der frühen 70er verwinkelt und mit verschiedenen Ebenen versehen, die schließlich als Pinkel-Ecke und Obdachlosen-Schlafstätte endete.
    Mit dem Entwurf wird der Dom wieder auf den ihm gebührenden Sockel gestellt. Die Idee mit den Bäumen finde ich gar nicht schlecht, da lt. Entwurf der Mittelstreifen ohnehin sehr breit wird.


    Ganz wichtig ist auch, dass der Deckel für das Museum Ludwig um ca. 1/3 verkürzt wird – damit hat der bereich eher Brücken- als Tunnelcharakter. Licht und Luft ist hier das wichtigste Stichwort.


    Mir gefällt das Rendering also auch sehr gut, ich würde mir aber wünschen, dass der Umweg um das Werkstattgebäude des Museums noch wegfallen würde (wie von Allmann, Sattler und Wappner 2002 auch angedacht), man könnte dort die künstliche Verbindung zwischen Museumssockel und Gleisanlagen/Hohenzollernbrücke noch bestimmt 50 m lang „aufreißen“, und damit für noch mehr Licht sorgen. Der Fußweg zu Gleis 1 ist mir in seiner Bedeutung sowieso schleierhaft.


    Hoffentlich ist das die Initialzündung für einen neuen Denkansatz zur Domplatte. Man könnte die Westseite und sicher auch den Deckel über die Trankgasse geringfügig tiefer legen (und die Betonpilze sprengen, ich drücke freiwillig den Knopf :) ), und hätte wieder eine Treppensituation zu den Portalen, wie an der Südfassade. Dort, auf dem Roncalliplatz, soll ja sowieso einiges passieren, neue Bodenplatten usw. Man könnte also noch viel tun.

  • Selbst auf die Gefahr einer Wiederholung hin - Licht und Luft für eine profane Straße können unmöglich schwerer wiegen als ruhige Umgebung der zum Weltkulturerbe gehörenden Kathedrale, die per se ein Ort der Ruhe und Besinnung sein sollte. Diese Ruhe sollte bereits einkehren, sobald man sich dem Dom bis auf wenige Schritte nähert. Zu den Gründen des Baus der breiten Treppe im Norden gehört bestimmt, dass die verkehrsreiche Straße unter dieser verschwand. Was dort gewonnen wurde, wird an einer anderen Stelle wieder kaputtgemacht.


    Mich wundert, dass UNESCO, die Hochhäuser selbst mehrere Kilometer weiter verbietet, eine viel befahrene Straße direkt am Dom dulden sollte. Vielleicht könnte man die verwinkelte Welt entzerren und sogar Platz für Bäume schaffen, ohne die Straße mehr als jetzt offenzulegen? Eher könnte man unwirtliche Stellen wie diesen Treppenhof mit Erde zuschütten und mit Bäumen bepflanzen.

  • Le-Wel Ich finde deine Sichtweise: oben=gut, unten=schlecht; Bäume=gut, keine Bäume=schlecht, etwas verkürzt.


    Fakt ist: Die jetzige Situation ist unbefriedigend, was die von RebellHai eingestellten Fotos eindrucksvoll unterstreichen. Soweit dürften wir uns wohl alle einig sein. Die Domplatte, einst als der große Wurf gefeiert, würde wohl von den meisten am liebsten komplett zurückgebaut werden. Dies ist aber wohl leider nicht realistisch.


    So muss man schauen, dass man rund um den Dom Stadtreparatur betreibt. Am Hauptbahnhof, mit der neuen Freitreppe ist dies m.M. nach recht gut gelungen. Schmuddelecken wurden beseitigt, das Ganze wirkt jetzt großzügiger, aufgeräumter und übersichtlicher.


    In diesem Stile sollte man fortfahren, und, wie ich finde, ist man mit dem Entwurf von Allmann, Sattler und Wappner auf dem richtigen Weg.
    Die grauenhaften und unansehnlichen Betonauskragungen inklusive diverser unübersichtlicher Treppen Auf- und Abgänge werden beseitigt und durch eine abgerundete Mauer ersetzt. Dies ergibt schonmal ein wesentlich ruhigeres und aufgeräumteres Stadtbild. Nicht nur für die Autofahrer - sonder auch und gerade eben für die Betrachter von oben. Die Wegeverbindungen werden m.E. geradliniger und übersichtlicher.


    Es ist davon auszugehen, dass, wenn der Rat den Beschluss fasst, dieses Projekt umzusetzen - es nicht zu 100% genau so aussehen wird, wie auf der jetzigen Visualisierung.
    In der Tat könnte ich mit auch gut vorstellen, auf dem doch recht breit geratenen Mittelstreifen - aber auch auf dem sehr breiten Fußweg vor den "ausgeschnittenen" Schaufenstern einige Bäume zu pflanzen, wenn dies möglich ist.

  • Was mir persönlich dann noch ein Anliegen ist:


    Würde dann mit einem Wisch auch der Vordere Teil der Ecken gemacht? Also da wo da drunter die Bushalte Stelle ist... :confused:

  • @ RebellHai Wo ist denn der "vordere Teil der Ecken?" Falls das Richtung Bahnhofsvorplatz sein sollte, gehe ich davon aus, dass dies ein Teil der Umgestaltung sein wird.

  • Ja genau die Ecke meine ich... gegnüber Exelsior Hotels.


    Schrecklich, ich hoffe einfach mal das das dazugehört. Weil die ganze Zeit nur vom hinteren Teil geredet wird!

  • RebellHAI Also, ich glaube, das Areal gegenüber des Excelsior Hotels ist da nicht mit einbezogen. Sowie ich das sehe ist das der östliche Bereich vom Alten Wartesaal bis Museum Ludwig, anknüfend an die bereits getätigte Umgestaltung von Bahnhosvorplatz und Freitreppe.

  • Diese "Zickzack-Dinger", wie du sie nennst, werden meist 'Betonpilze' genannt, da weiß i.d.R. jeder, was gemeint ist. Und nein, dieser Bereich ist nicht Bestandteil der aktuellen Planung.


    Es ist aber zu hoffen, dass die jetzige Planung abgenickt und umgesetzt wird und man sich dann als nächstes der nordwestlichen Ecke der Domplatte widmet, inklusive "Betonpilzen", den direkt an den Dom gepappten Kiosken (Abriss) und einem evtl. Teilrückbau der Tiefgarage zur Komödienstr. hin um diesen Schluchtcharakter abzumilderen, evtl. durch eine großzügige Treppenanlage.

  • Nein... warst du mal am HBF im "Untergrund"? Müffelt nach Pisse und Schweiss ohne Ende da unten. Eine komplette Deckelung wäre verdammt Kontraproduktiv. Zumal du dann den Alten Wartesaal auch dicht machen kannst, was einer DER Adressen am Dom/HBF ist!

  • Wenn komplett überdeckeln, dann bis auf den Bereich vor dem Alten Wartesaal natürlich. Wenn öffnen, sollte die unter dem Museum führende Straße beruhigt werden - am besten, nur den Linienbussen und Taxis vorbehaltet bleiben. Links gibt es eine Abbiegung in einen Tunnel, der als... Autobahn ausgeschildert wird. Diese reicht als alternative Durchfahrt.


    Vor wenigen Stunden habe ich mir die Stelle angeschaut - auch den frühchristlichen Taufbecken, den ich durch die vergitterte Öffnung nur schlecht bewundern konnte, weil ich aufpassen musste, nicht in Urin zu treten. Etwas muss getan werden, keine Frage. Dies kann jedoch nicht dazu führen, dass in unmittelbarer Nähe des Doms eine deutlich wahrnehmbare, stark befahrene Straße führt. Solche Situation kenne ich aus keiner anderen Domstadt - ob Trier, Aachen, Essen, Münster oder Paderborn.


    Den neuen Eingang zum Südturm fand ich nicht ganz gelungen - er verdeckt zuviel vom Südturm. Dafür wurden auch einige Ausgrabungen freigelegt.

  • Als gebürtiger Rheinländer beginne ich meinen ersten Eintrag im Forum mit einem Beitrag zu Köln. Ich war aus beruflichen Gründen den letzten Monat in der Stadt und sie hat mich wieder mal fasziniert und zugleich abgeschreckt. Fasziniert weil sie so vielfältig und - wenn man sich ein bisschen auskennt - voller großartiger Gebäude ist. Abgeschreckt, weil sie wie kaum eine andere Großstadt in Deutschland (oder auch Europa) hinter ihren Möglichkeiten bleibt. Vielleicht nicht einmal den ernsthaften Versuch unternimmt, die Möglichkeiten zu erkennen. Die unmittelbare Domgegend ist da nur ein herzzerreißendes Beispiel.


    Köln ist nicht gewillt, ein wirklichen Schnitt zu wagen. Eine Lösung wie die Domplatte, welche die Turmseite begünstigt und die Ostfassade so stiefmütterlich behandelt, kann keine Lösung sein, denn es gibt keine qualitative Hierarchie zwischen den Gebäudeteilen. Der Dom muss freigestellt werden, in seiner Gänze als außergewöhnliches und allseitig stadtprägendes Bauwerk sichtbar und zugänglich werden. Und um dies zu erreichen, muss die Domplatte verschwinden. Meiner Ansicht nach komplett; das wiederum muss nicht bedeuten, dass an die Stelle der Fußgängerflächen Straßen treten müssen.


    Als Neu-Berliner und jemand der in Hamburg und London gelebt hat, frage mich, wieso großartige städtebauliche Entwürfe in Köln so schwer durchsetzbar sind. In Hamburg zum Beispiel werden Häfen verlegt und umgewidmet, in Köln ist dies kaum mit einem Busbahnhof wie am Breslauer Platz möglich. Und wird die Schließung einer relativ unbedeutenden Stichstrasse am wichtigsten Bauwerk der Stadt nicht mal diskutiert.


    Auf den ersten Blick wird deutlich, dass die Verkehrssituation das zentrale städtebauliche Problem in Köln ist: Zerschneidung der Innenstadt, schlechter Anschluss der östlichen Stadtteile an das Zentrum, geringe Aufenthaltsqualität auf Straßen und Plätzen sowie die unbefriedigende Situation am Dom. Man kann hier nicht beides haben: Kreuzungsfreien Verkehr sowie optimale Freistellung und ungehinderten Zugang zur Kirche. Köln muss sich entscheiden. Ich meine die Entscheidung sollte für die Kirche ausfallen, denn kreuzungsfreier Verkehr ist kein Wert an sich.


    Vielleicht können die Stadtverwaltung und voran die Bürger darüber nachdenken, ob auf die Untertunnelung des Museum Ludwig ganz verzichtet werden kann? Dann entstünde mit dem Rückbau der Untertunnelung auch kein Lärmproblem. Ist diese Straße unbedingt notwendig?


    Stellen wir uns einmal vor: Die Straße zwischen Bahnhof und Dom verschwindet, mitsamt den grotesk Mitleid erregenden Betonpilzen und Zementkiosken, ebenso die Tiefgarage zu Füßen der Türme und auch der Tunnel unter dem Museum. Der Raum des Tunnels könnte dem Museum Ludwig zugeschlagen werden. Mit einem neuen oder erweiterten Empfangsgebäude bräuchten die Museumsbesucher auch nicht mehr in den Keller zu gehen, um die großartige Sammlung zu sehen.


    Die Lösung des Problems am Dom muss einhergehen mit einer kritischen Analyse der Verkehrssituation in Köln. Dem Überwinden des kölschen Klein-Kleins. Einem großen städteplanerischen Entwurf, der meines Erachtens der industriefinanzierte Speersche 'Masterplan' keineswegs ist. Vielleicht wird dann eine nachhaltig positive Entwicklung der Kölner Innenstadt endlich möglich.