Bad Wimpfen / Württemberg

  • Bad Wimpfen / Württemberg

    Hallo,

    ich war heute in Bad Wimpfen, einer ehemaligen Kaiserpfalz, 10 km vor Heilbronn. Das Städtchen war bis etwa 1630 eine recht bedeutende Stadt, wurde dann aber im 30-jährigen Krieg derart hart verheert, daß es sich nie wieder davon erholte. Es schrumpfte imzuge des Krieges von etwa 4500 Einwohner auf 180 1648 und erreichte den alten Bevölkerungsstand erst wieder nach dem II. Weltkrieg.

    I. Die staufische Kaiserpfalz

    Die Pfalz wurde zirca 1200 errichtet und ist nahezu authentisch erhalten. Leider besteht ausgerechnet das wichtigste Gebäude, die Kaiserpfalz nicht mehr (bis auf einen Arkadengang). Die restlichen Gebäude haben aber die vergangenen 800 Jahre überdauert.

    Der Blaue Turm:

    Einer der drei Pfalztürme, die gotische Spitze wurde dem Turm später aufgesetzt.

    Closeup:

    Das Steinhaus, der gotische Giebel wurde ihm im 15. Jhdt. hinzugefügt.

    Die beiden Bauten im Kontext. Im Spätmittelalter bauten die Bürger Wimpfens Bürgerhäuser inmitten der Kaiserpfalz:

    Die Arkaden links sind das letzte Überbleibsel der eigentlichen kaiserlichen Pfalz. Rechts steht die erhaltene Pfalzkapelle:

    Blick von der Pfalz auf das Neckartal:

    Das (ebenfalls romanische) Tor der Pfalz Wimpfen.

    Im 15. Jhdt. wurde der Bereich der Pfalz derart eng, daß man die Häuser mit dem Rücken an die Stadtmauer stellte und in diese Fenster setzte.

    Auf diesem Bild ist links ein romanischer Profanbau zu sehen:


    II. Sonstige Impressionen

    Abgesehen von der Kaiserpfalz dominiert Fachwerk das Städtchen, hier einige Impressionen:

    Der Marktplatz:

    Der Renaissancebrunnen im Vordergrund ist besonders schön.

    Ein weiterer Brunnen aus dem 15. Jhdt.:


    III. Die Hauptkirche Wimpfens

    Die spätgotische Hauptkirche Wimpfens von aussen:

    Eine Impression des Kircheninneren. Eigentlich ist die Kirche für Besucher geschlossen, ich hatte aber das Glück, dem Pastor zu begegnen und ihn zu einem kurzen Einlass zu übereden.

    Die Haube der Kanzel fand ich sehr interessant. Grundsätzlich stammt das ganze Langschiff aus der Spätgotik, aber diese Haube ist wohl ein Werk des Manierismus, des Stiles, der den Übergang von der Renaissance zum Barock dokumentiert.

    Vor der Kirche befindet sich diese ungewöhnliche Loggia der Renaissance mit einer spätgotischen Gogathaszene:

    Eine Seitenansicht der Loggia:

    Bad Wimpfen hat mir persönlich sehr gut gefallen. Im Württembergischen gibt es nur wenige derartig geschichtsträchtige Städtchen.

  • Das ganze von außen, was einen Eindruck vom Umfang der Pfalz vermittelt:

    und noch etwas Werbung:

    Marktplatz

    Mehr


    Der Ort besitzt dazu einen gar märchenhaft anmutenden neugotischen Bahnhof


    @Jin, schöner Thread, aber die Bilder sind sehr groß. Kleiner wäre besser, da weniger Ladezeit und weniger Gescrolle.

    Weißt Du was zum "Bad" im Namen, gibt es dort z.B. Kuranlagen?

  • Ja, die Bilder sind leider etwas groß geraten. Ich kann sie mit meiner Kamera aber nur auf das Maß 640 x 460 reduzieren und das wäre für meinen Geschmack zu klein.

    Zu deiner Frage: Ja, Wimpfen ist Kurstadt.

    Diese Kirche ist sehr interessant:

    Leider liegt sie im Ortsteil Wimpfen im Tal, so dass ich sie erst auf der Fahrt aus der Stadt bemerkte. Die zwei westlichen romanischen Türme datieren aus der 1. Hälfte des 10. Jahrhunderts und sind somit das älteste erhaltene Bauwerk der Stadt.

  • Sehr hübsch sind diese zwei Rokokotüren des städtischen Spitals:

    Dieses Fachwerkhaus hat mir besonders gut gefallen, es ist eines der wenigen, das aus der Vorkriegszeit erhalten ist.

  • Oh Ja, wunderschönes Fachwerk.

    Interessant ist dann, daß die Kirche im Tal vor der Stauferzeit entstanden ist, somit mit der Pfalz gar nichts zu tun haben kann.

    Du sagst, Wimpfen sei Kurstadt. Gibt es dort ein entsprechendes Bad?


    Jin, wenn Du Windows XP hast, dann kriegst Du im Windows Explorer Kontextmenü (rechte Maus) bei Bilddateien "Resize Pictures" angeboten. Das geht extrem einfach. Aus Sicherheitsgründen unter "Advanced" "Resize the original pictures" nicht markieren, damit die Originaldatei nicht ersetzt wird.

  • Dekoratives Anführungszeichen
    Zitat von Max BGF

    Oh Ja, wunderschönes Fachwerk.

    Interessant ist dann, daß die Kirche im Tal vor der Stauferzeit entstanden ist, somit mit der Pfalz gar nichts zu tun haben kann.

    Du sagst, Wimpfen sei Kurstadt. Gibt es dort ein entsprechendes Bad?


    Jin, wenn Du Windows XP hast, dann kriegst Du im Windows Explorer Kontextmenü (rechte Maus) bei Bilddateien "Resize Pictures" angeboten. Das geht extrem einfach. Aus Sicherheitsgründen unter "Advanced" "Resize the original pictures" nicht markieren, damit die Originaldatei nicht ersetzt wird.

    Der Vorgängerbau der Kirche im Tal wurde bereits im 6. Jahrhundert errichtet, 905 aber von den Hunnen zerstört.

    Die Kuranlagen sind aus den 50er Jahren und unansehnlich, es gibt sie aber.

    Ich habe bereits versucht, die Bilder zu verkleinern, kann sie aber nur beschneiden. Ich hatte meine Kamera in Wimpfen irrtümlicherweise auf 3 Mio. Pixel eingestellt. Via Kamera kann ich sie nur auf 480x640 Pixel verkleinern, was dann von einem Extrem zum anderen bedeuten würde.

    Tut mir leid, daß die Fotos derart 18-Zollfeindliche Formate haben.

  • Schnuckeliges Städtchen, sehr süß.

    Dekoratives Anführungszeichen

    Ich habe bereits versucht, die Bilder zu verkleinern, kann sie aber nur beschneiden. Ich hatte meine Kamera in Wimpfen irrtümlicherweise auf 3 Mio. Pixel eingestellt. Via Kamera kann ich sie nur auf 480x640 Pixel verkleinern, was dann von einem Extrem zum anderen bedeuten würde.

    Warum benutzt du nicht das Programm Irfanview? Damit kannst du die Bilder ganz leicht in jedes Format ändern.

  • @seb, schade schon, aber es ist halt eine Kleinstadt im wahrsten Sine des Wortes. Selbst 100.000-200.000 Ew-Städte haben in D eigentlich keine Bedeutung. Wie sollte dann eine 10.000-20.000 Ew-Stadt Bedeutung haben?

    Die Frage ist, wieso haben sich ehemals relativ große Städte nicht weiterentwickelt?
    Jins Hinweis auf die Verluste im 30jährigen Krieg liefern wohl den entscheidenden Hinweis.