BB/Sindelfingen: Flugfeld (in Bau)

  • BB/Sindelfingen: Flugfeld (in Bau)

    Neben Stuttgart 21 und neuer Landesmesse steht nun ein drittes Mega-Projekt im Großraum Stuttgart an:


    Nach dem geplanten Bau der neuen Landesmesse und dem nach wie vor diskutierten Großprojekt Stuttgart 21 ist die Wirtschaftsregion Stuttgart um ein weiteres Bauvorhaben von überregionaler Bedeutung reicher: das Projekt "Flugfeld".


    Auf dem rund 80 Hektar großen Gelände des ehemaligen Landesflughafens Stuttgart-Böblingen soll bis 2020 ein hochwertiges Gewerbe- und Dienstleistungsareal entstehen, mit einer Mischnutzung aus stadtnaher Produktion, Dienstleistung, Forschung, Bildung, Wohnen und Grünflächen. Das Gelände wird aufgrund seiner besonderen Lage von vielen Experten als "Filetstück" bezeichnet.


    Die Städte Böblingen und Sindelfingen, die das Areal als interkommunales Projekt gemeinsam entwickeln, gehören schon seit Jahrzehnten zu gefragten Wirtschaftsstandorten renommierter Unternehmen. Unter anderem haben hier smart, IBM Deutschland, Hewlett-Packard, Agilent Technologies Deutschland und Philips Semiconductors ihren Hauptsitz. Weiterhin ansässig sind hier vor den Toren Stuttgarts das weltweit größte Produktionswerk von DaimlerChrysler und das Center of Excellence der Maybach-Manufaktur.


    Nach der Komplettsanierung des Geländes startet im zweiten Halbjahr 2005 die "heiße Phase" der Nutzer- und Investorenbewerbungen. Trotz nach wie vor angespannter Marktsituation sollen die Erfolgschancen aufgrund der 1A-Lage des Geländes nicht schlecht stehen. Jeweils nur eine Autoviertelstunde entfernt liegen der Flughafen Stuttgart, die Universität und die neue Landesmesse. "Kurze Wege" und die Aussichten auf einen intensiven Know-how-Transfer sind dann auch die Kernargumente, mit denen Olaf Scholz, Geschäftsführer des Zweckverbands Flugfeld, interessierte Unternehmen vor allem der Technologie- und Dienstleistungsbranchen auf den Geschmack bringen will. Damit würde die Region Stuttgart ihre Nummer 1-Position als High-Tech-Region in Europa, die ihr vom Europäischen Statistikamt Eurotas im vergangenen Jahr bestätigt wurde, weiter stärken.


    Zur Zeit läuft ein erster europaweiter Investoren-Wettbewerb für rund zehn Hektar zwischen dem Böblinger Bahnhof und alten Flughafen-Gebäuden, die als reaktivierte Denkmale auf dem Gelände verbleiben werden. Das Preisgericht tagt am 16. und 17. Juli dieses Jahres und wählt unter insgesamt sieben potenziellen Investoren aus.


    Zur Projekt-Homepage: www.flugfeld.info


    Man achte besonders auf die drei Tower.

  • Städtebaulich gut, Verkehr schlecht

    Städtebaulich finde ich das eine für sich eigentlich gute Lösung. Die Anpassung an das Umfeld ist etwas seltsam, vom Verkehr her eher mäßig.
    Man hat die Chance nicht genutzt durch das Gelände Straßen zu führen, die das "alte" Böblingen entlasten. Andererseits verlängert man die Autobahnausfahrt künstlich in das Gebiet hinein und holt sich so Lärm und Schmutz, der absolut nicht nötig wäre.
    Daß direkt am Gelände eine S-Bahn Station liegt wurde bei der Platzierung der Bebauungsschwerpunkte ziemlich übergangen.
    Es sieht ein wenig so aus, als sei ein fremder, lange fertiger (guter) Entwurf schnell über dieses Gebiet gelegt worden.

  • Danke für den Link - das Projekt ist allerdings schon seit Jahren bekannt und nicht gerade aktuell. Die Bürotürme sind leider nur eine kühne Vision mit Realisierungschancen die gegen null gehen (zumindest in den angestrebten Höhen).


    Es stimmt mich allerdings optimistisch dass man nach wie vor am Projekt festhält und weiter daran arbeitet.


    Nachtrag: Die Hochhäuser sind Teil von 'Phase 4' deren Realisierung für 2020 vorgesehen ist!
    na klar... :D

  • Zitat von Jai-C

    Tja... der Kreis Böblingen ist übrigens der wirtschaftsstärkste in ganz Baden-Württemberg.


    Kunststück beim konzernweit größten Daimlerwerk mit ca. 45.000 Beschäftigten in Böblingens Nachbarstadt Sindelfingen, riesigem IBM-Forschungslabor und HP-Hauptsitz. Das Sindelfinger MTC I erhält übrigens bald mit dem MTC II eine Erweiterung um ca. 2000 hochwertige Arbeitsplätze. Baubeginn könnte innerhalb eines Jahres sein.


    Weiß jemand, ob smart inzwischen BB zum Hauptsitz hat ?


    Übrigens ist BB dennoch nicht der Kreis mit der niedrigsten Arbeitslosigkeit. Das ist m.E. derzeit Ludwigsburg und früher war es längere Zeit Nagold ! - wenn ich nicht irre.

  • Zitat von sebastian c

    Wie fies, dass es noch Städte gibt, die solche riesigen Gewerbegebiete einrichten können. ;)
    Interessantes Projekt!


    Allerdings geht man in diesen Zeiten auch von ca. 20 Jahren aus, bis das Areal gebaut ist - und mancher wird selbst dies als optimistisch ansehen.

  • Auch wenn es ein interkommunales Projekt ist:
    Gehört das Gelände zu Böblingen, Sindelfingen oder welcher Stadt zu welchem Teil ?

  • Wem?

    Das Gelände ist der Länge nach geteilt, oben Sindelfingen, unten Böblingen. Alles nördlich vom See, aber ohne die Hochhäuser, das ist etwa der Sindelfinger Teil.

  • Zitat von Max BGF

    Kunststück beim konzernweit größten Daimlerwerk mit ca. 45.000 Beschäftigten in Böblingens Nachbarstadt Sindelfingen, riesigem IBM-Forschungslabor und HP-Hauptsitz. Das Sindelfinger MTC I erhält übrigens bald mit dem MTC II eine Erweiterung um ca. 2000 hochwertige Arbeitsplätze. Baubeginn könnte innerhalb eines Jahres sein.


    Weiß jemand, ob smart inzwischen BB zum Hauptsitz hat ?


    Übrigens ist BB dennoch nicht der Kreis mit der niedrigsten Arbeitslosigkeit. Das ist m.E. derzeit Ludwigsburg und früher war es längere Zeit Nagold ! - wenn ich nicht irre.


    Das Kunststück war es wohl eher diese ganzen Firmen erst mal anzusiedeln ;)


    Einen Kreis Nagold gibt es nicht - wenn ich mich recht erinnere, ist das nur ein Teilbereich vom Kreis Calw der in der Statistik so gut abschneidet.

  • Jai, Du hast recht mit Nagold, kannst Dich aber offenbar auch an die Nennung von Nagold erinnern ?


    Das Mercedes-Montage-Werk wurde nach dem Krieg von Untertürkheim nach Sindelfingen verlagert. Habe einmal ein Luftbild vom Werksgelände mit Cannstatter Wasen nach den Bombenangriffen gesehen...
    Der Umzug war langfristig ohnehin nötig, denn heute platzen die sechs Werkteile von Untertürkheim allein mit Motoren-, Getriebe-, Achsen- usw -Produktion scho aus allen Nähten.


    Zu HP:

    (...)Standortvorteil Fleiß
    Diese Kritik hören die Wirtschaftsexperten der Region natürlich nicht gerne. Die schwäbische Mentalität ist nun einmal nicht zu ändern. Und in der Vergangenheit wurden der Fleiß und die Akribie der Einheimischen sogar als Standortvorteil gesehen: So entschied sich Hewlett-Packard 1959 beispielsweise bei der Suche nach einem geeigneten Ort für seine erste Produktionsstätte außerhalb der USA für Böblingen. Die Münchner, ebenfalls in der engeren Wahl, schossen dabei ein Eigentor, als sie Bill Hewlett fragten, was er denn bei den Schwaben wolle. Die könnten doch nichts anderes außer "schaffen". Damit war die Entscheidung gefallen.

    (Quelle: http://www.cw-youngprofessiona…73&type=detail&category=0)


    IBM Liegt der IBM-Hauptsitz nicht in Stuttgart ?
    Übrigens soll das IBM-Forschungslabor Böblingen das innovativste im gesamten Konzern sein und auch die US-amerikanischen Entwickler abhängen.

  • Die Zeit vergeht wie auf dem Flugfeld

    Laut städtebaulichem Rahmenplan sind 3 Bürohochhäuser mit 180m möglich. Der vorgesehene Platz soll als letzter in etwa 15 Jahren bebaut werden.

  • Wer sollte dort 180m hoch bauen? Das sind 50 Stockwerke und ein solcher Bau kostet mindestens 300 - 400 Mio. €.


    Wenn dort Hochhäuser entstehen werden sie wohl höchstens 60 _ 70m hoch. In Böblingen muß man mit 15€ Miete zufrieden sein.

  • Wer?

    Wenn wir schon bei der Logik sind, die ja ansonsten bei der Planung von Hochhäusern aussetzt:
    Böblingen ist auch nicht schlimmer als der Pragsattel. Das Böblinger Flugfeld liegt verkehrsgünstiger zu Bahnhof, Autobahn und Flughafen.
    Der Wahn ein Hochhaus als Ausweis der Modernität zu brauchen wird sich hoffentlich bald legen, so wie auch der Hallenbadwahn sich gelegt hat, als die Leute wieder anfangen mußten zu rechnen.

  • Die meisten Hochhäuser sind Renditeobjekte, die sich auch rechnen. In Frankfurt zum Beispiel rechnet sich der Bau eines derartigen Gebäudes, da man dort 40€ Miete bekommt.


    Alternativ kann ein Hochhaus auch ein Prestigebau sein, der eigengenutzt wird.


    Für Böblingen kommt nur die zweite Option in Betracht. Aber wer investiert 300 - 400 Mio. € in eine Zentrale in Böblingen?

  • Zitat von JinStuttgart

    Die meisten Hochhäuser sind Renditeobjekte, die sich auch rechnen. In Frankfurt zum Beispiel rechnet sich der Bau eines derartigen Gebäudes, da man dort 40€ Miete bekommt.


    Für wen rechnen sich 40 €:
    - Für Holzmann
    - Für Metallgesellschaft
    - oder für die Dresdner Bank ? :D:D:D


    Das mit dem "sich rechnen" ist so eine Sache in Zeiten der internen Kostenverrechnung oder wenn man im letzten Börsenhype an die Börse ging oder wenn Rücklagen bestehen. Schau Dir mal die Rendite einiger Frankfurter Banken an.


    Zitat von JinStuttgart

    Alternativ kann ein Hochhaus auch ein Prestigebau sein, der eigengenutzt wird.

    Schon eher.



    Zitat von JinStuttgart

    Für Böblingen kommt nur die zweite Option in Betracht. Aber wer investiert 300 - 400 Mio. € in eine Zentrale in Böblingen?


    300-400Mio € für 50 Stockwerke ? Das geht billiger !

  • Zitat von Max BGF

    Für wen rechnen sich 40 €:
    - Für Holzmann
    - Für Metallgesellschaft
    - oder für die Dresdner Bank ? :D:D:D


    Viele Frankfurter Hochhäuser werfen hohe Renditen ab. Messeturm und Trianon wurden beide, wenige Jahre nach Fertigstellung für etwa 1 Mrd. DM weiterverkauft.



    300-400Mio € für 50 Stockwerke ? Das geht billiger !


    Ich stufe den Preis als realistisch ein.

  • Zitat von JinStuttgart

    Viele Frankfurter Hochhäuser werfen hohe Renditen ab. Messeturm und Trianon wurden beide, wenige Jahre nach Fertigstellung für etwa 1 Mrd. DM weiterverkauft.

    Für den Vermieter bzw. Projektentwickler mag das stimmen. Und wenn z.B. im Boomjahr 2000 ein langfristiger Mietvertrag abgeschlossen wurde, ist das bestens nachvollziehbar. "Nachhaltig" wären die Preise jedoch nur, wenn dabei auch die Mieter konkurrenzfähig verdienen können. Dies wird bei 40€ / qm kaum gelingen.


    Ich stelle mir laienhaft einmal vor, daß in so einem Hochhaus hauptsächlich Sachbearbeiter, ein paar High-Potential-Stäbe :cool: , inzwischen etliche Externe :D und wenige Führungskräfte sitzen. Wie das halt so ist in größeren Bürobauten. Bei 2x5 m Bürofläche müßte der Sachbearbeiter also schon allein 400€ Miete hereinwirtschaften. Schwierig, schwierig.
    Ich als Kunde in Stuttgart habe natürlich gar nichts davon, daß der Sachbearbeiter in Frankfurt und nicht in Eschborn ;) oder Offenbach :lach: sitzt. Und selbst wenn, dann wüßte ich es nicht. Vielleicht werden meine Fälle ja in Irland oder Bangalore bearbeitet :confused: . Diese Arbeit ist ziemlich ortsunabhängig. Und so vernetzt, daß sich Kompetenzteams der Frankfurter Bankenwelt zum gemeinsamen Diskussionszirkel bei Tische treffen, ist die Branche ebenfalls nicht.


    Zurück zu mir: Da ich nichts davon habe, wie weit der Blick meines Sachbearbeiters schweifen kann, wähle ich langweilig nach den klassischen Preis-Leistungs-Kriterien. Und dann mindern die 40€ entweder Produktabsatz oder Firmenrendite.


    Die (immaterielle) Argumentation über das Prestige des imposanten Firmensitzes scheint mir schlagender.


    Zitat von JinStuttgart

    Ich stufe den Preis als realistisch ein.

    Ich dachte der Trump-Tower wäre bei etwa gleicher Höhe nur auf ca. 200-250 Mio gekommen.

  • Mag sein. Ein Gegenbeispiel ist allerdings das oben bereits erwähnte Trianon, das damals, 1993 600 Mio. DM kostete.


    Wie erklärst du dir denn die Tatsache, daß viele Hochhäuser von Projektentwicklern gebaut und dann vermietet werden? Den Messeturm in Frankfurt hat damals Tishman Speyer gebaut.


    Das Hochhaus ist eine teure Bauform, rechnet sich aber in einigen Städten. Und um auf das Ursprungsthema zurückzukommen: Böblingen gehört nicht dazu.