"Noris Venezia" (fertig)

  • Zitat

    auf dem lido


    Die Wurzelbauerstraße fühlt sich bestimmt geehrt, mit dem Lido gleichgesetzt zu werden. :lach: Schon allein damit dürfte sich für dieses triste Eck das Projekt gelohnt haben ...


    Übrigens: willkommen im Forum, let's fetz ...

  • hm!

    eine so verkürzte überlegung, wie sie der antwort zugrunde liegt, entspricht nicht meiner motivation, sich an dieser diskussion zu beteiligen.
    denn wie soll sich eine straße geehrt fühlen?
    lieber einfach und ehrlich trist...

  • ^


    Ich meine: die Wurzelbauerstraße könnte man eher mit irgendeiner abgelegenen Wohnstraße in Mestre vergleichen.
    Warum sollte man nicht einmal so ein Experiment dulden, wenn es nicht gerade am Hauptmarkt ist; es muß einem ja nicht gefallen.

  • rote nase und maske?
    die welt der beliebigkeiten ist unendlich! in diesem zusammenhang ist mestre = fürth!?
    es gibt keinen ort der derlei kapriolen rechtfertigen könnte!!
    experimente mit hirnschmalz - ja gerne.
    das vorliegende passt eher ins opernhaus zu "carneval in venice".
    denn wenn man die maskerate a la potemkin wegnimmt, steht auch hier wie bei dem in diesem forum verehrten hundertwasser ein obszöner und hingefetzter stahlbetonbau dahinter...demonstriert wird aufs vorzüglichste die macht populistischen marketings. in zwei jahren ist der putz dreckig grau und der hip auf hop.

  • Zitat von bluecher

    rote nase und maske?
    die welt der beliebigkeiten ist unendlich! in diesem zusammenhang ist mestre = fürth!?


    Dann müßte aber Mestre Nürnberg und Fürth Venedig sein! ;)


    Richtig ist, daß es sich um einen Bauträgerblock wie viele andere handelt, mit mehr oder weniger großen Wohnungen von mehr oder weniger guter Qualität. Hätte ein Bauherr das Ansinnen, sich wirklich von fremder Architektur inspirieren zu lassen, ohne sich einem Vermarktungszwang zu unterwerfen, würde auch etwas völlig anderes herauskommen (in der Architekturgeschichte sind die Einflüsse von außerhalb häufig und fruchtbar), als praktisch nur das Aussehen zu trimmen.


    Es ist, nüchtern gesehen, nicht notwendig, Rundbogenfenster zu bauen. (Allerdings ist Beton beliebig formbar, und daher sind auch keine rechteckigen Öffnungen naturgesetzlich vorgeschrieben.) Aber muß alles nüchtern sein? Natürlich besteht die Gefahr bei modischen Gestaltungen, daß sich etwas nach einiger Zeit abgreift. Solange nicht die ganze Nordstadt aus Noris Venezias besteht, ist das Risiko aber ganz gut erträglich. Das Projekt beansprucht ja auch nicht, ein Meilenstein in Sachen Architektur und eine neue Sehenswürdigkeit zu sein. Das wird auch nicht von schlichtweg jedem Neubauvorhaben gefordert. Ich finde trotzdem, daß Architektur auch Lebensfreude ausdrücken darf, und nicht nur Nüchternheit und freudlose Coolness. Das kann ja auch auf andere Weise geschehen als durch Palazzi.


    Aber was ich unabhängig davon frage, ist, ob es sich wirklich um eine Maskerade handelt oder um reine Fassadengestaltung, und ob Fassadengestaltung überhaupt oder in bestimmtem Maße "schlecht" ist. Wie viele ähnlich konzipierte Wohnanlagen gibt es, die äußerlich schlecht(er) gestaltet sind, aber nicht auffallen, weil man gegen das Mittelmaß abgestumpft ist.


    Ist ein Gebäude, dessen Anblick sich rein aus dem Konstruktiven ergibt, stets und zwangsweise aus sich heraus "schön"?


    Zitat

    ein obszöner und hingefetzter stahlbetonbau dahinter


    Liegt darin eine Kritik an heute üblichen bzw. industriellen Bauweisen?

  • zu den haltungsnoten:

    a) die qualität der wohnungen, also der hauptzweck dieses "produktes" spielt in der öffentlichen diskussion und in ihren beiträgen keine rolle,
    b) anregungen und einflüssen ist man permanent ausgesetzt. intelligenz zeigt sich dann in der verarbeitung, der reflexion - von beidem ist hier nichts zu erkennen. stattdessen abziehbilder und kopistentum,
    c) was hat ein rundbogenfenster mit nüchternheit zu tun? nichts! manierismus lässt sich nur mit manierismus rechtfertigen. und das ist eine sache der haltung zu den dingen die uns umgeben. diese haltung beklage ich an den befürwortern dieser architketurkomik. und
    d) wer behauptet beton sei beliebig formbar, braucht nachhilfe in betontechnologie,
    e) es gibt nüchterne, heitere sogar witzige architektur. die grundvoraussetzung ist stets architektur. eine diskussion darüber was architektur sein kann und soll führte hier zu weit, nur die haltung zu dem was architektur sein will ist zu beklagen,
    f) gestaltung sollte frei von moden sein. styling gehört in die frisörstube,
    g) eine schlechte grundhaltung ernsthaften problemen gegenüber ist stets unerträglich.
    h) in der architektur haben sich über die jahrtausende entwurfsprinzipien entwickelt, wo primär die flächen und zuordnungen geklärt werden (grundrisse), sekundär die räume und schichtungen, die sich im schnitt zeigen, und erst zuletzt die fassade als schlußpunkt des geduldspiels architektur. die festlegungen der einzelnen schritte bedingen und beeinflußen sich sehr.


    wer nun meint fassaden aus einer laune heraus entwerfen zu müssen, losgelöst von dem was dahinter passiert, befindet sich kulturell auf weiten abwegen. diese haltungen wurden in den gründerzeiten und den xx-ismus stilen erschöpfend ausgetestet! die ergebnisse sind nicht überzeugend.


    i) die frage, ob ein gebäude welches sich rein aus dem konstruktiven ergibt zwangsweise schön sei enlarvt deswegen, weil sie unverständnis offen zur schau stellt. LC und andere archis der 20er jahre des letzten jahrhunderts waren fasziniert von der konstruktion, der maschinenkonstruktion, der logik und schlüssigen umsetzung von konstruktion. die konstruktivisten erhoben dies zum credo. dagegen ist konstruktion nur ein aspekt von vielen.
    kann denn etwas schön sein, was schlecht konstruiert ist? was sogar keinen sinn macht?


    ###
    und nochmals: ihre haltung stört mich ungemein, baukunst-nbg! und das äußert sich auch bereits in dem gewählen pseudonym. denn ich vertrete die auffasung, dass es keine baukunst gibt und es auch keiner bedarf.
    dieses machtgetue unter dem deckmantel der kunst mancher architekten entspringt dem bedürfnis nach selbstdarstellung, und entwächst häufig einer psychogenen geltungssucht. wie wäre es mit bauhütte-nbg? passte auch besser zu nürnberg...und noch was, herr baukünstler: ich hege nicht den anspruch wahrheiten zu verbreiten...:-)

  • Ich darf euch beide darauf hinweisen, dass wir uns hier im Forum mit 'Du' anreden.


    bluecher : Ruhig Blut - in diesem Forum darf man durchaus gegensätzlicher Meinung sein, das ist aber kein Grund dem Gesprächspartner indirekt ein "Bedürfnis nach Selbstdarstellung" oder "Psychogene Geltungssucht" zu unterstellen. Denn was man hier nicht darf, das ist den anderen zu beleidigen... und die Bemerkungen in deinem letzten Beitrag sind da schon hart an der Grenze.

  • Die Häuser sind seit einiger Zeit fertig und bezogen, haben schon so etwas wie Patina angesetzt. Zeit sich ein Bild vom Ergebnis zu machen:
    (Photos alle von mir)







    und die Rückseite: