Hbf-Empfangsgebäude inkl. HH Arnulfstr. (69m) [in Bau]

  • Hbf-Empfangsgebäude inkl. HH Arnulfstr. (69m) [in Bau]

    Der Hauptbahnhof der Zukunft


    Drei sehr unterschiedliche Entwürfe hat jetzt das Preisgericht eines internationalen Architektenwettbewerbs in die engere Auswahl genommen. Spektakulär und interessant sind sie alle, aber direkt umsetzbar ist noch kein einziger. Bis Ende Februar haben die Büros nun Zeit zur Überarbeitung.


    Es ist wohl die schwierigste Bauaufgabe, die München zu bieten hat: Wie lässt sich der Hauptbahnhof – der zweitgrößte in Deutschland, in dem sich täglich 450.000 Menschen bewegen – in ein modernes Dienstleistungszentrum mit Büros, Geschäften, einem Hotel und einer großen Tiefgarage umbauen?


    Damit nicht genug. Wie passt das Mammutprojekt ins Bild der Altstadt, wie lassen sich weitere Verkehrssysteme – etwa der Transrapid, eine zusätzliche S-Bahn-Stammstrecke sowie eine durchgehende Fernzug-Verbindung zum Ostbahnhof – integrieren? Schließlich geht es darum, kurze und übersichtliche Wege zwischen den einzelnen Verkehrssystemen zu schaffen. Der neue Bahnhof soll nicht nur nach außen glänzen, sondern muss starke innere Qualitäten haben.


    120 Architektenteams hatten dazu Ideen geliefert. 12 kamen weiter und stellten dem Preisgericht ihre Projekte vor. In der Endrunde sind nun drei Büros: Benthem Crouwel, Amsterdam, Auer und Weber, München sowie Gewers, Kühn und Kühn aus Berlin. Ausgelobt hatten den Wettbewerb die Bahn, das bayerische Wirtschaftsministerium und die Stadt.


    Die Berliner erschließen den Bahnhof über eine Halle und einen zentralen Treppenhaus-Komplex, der über 12 Stockwerke in die Tiefe führt. Das ermögliche zwar eine klare Orientierung, aber die Ausformung des Gesamtprojekts sei „indifferent“, so das Preisgericht.


    Auer und Weber schufen ein weit ausladendes Dach hin zum Bahnhofs-Vorplatz. Ein großzügiges Gebäude empfängt die Reisenden. Allerdings, so die Jury, ist es ein bisschen zu groß und zu hoch im Vergleich zur Umgebung.


    Städtebaulich am interessantesten präsentiert sich der Entwurf der Niederländer – rund und geschwungen. Eine „hohe Ausstrahlung“ habe das Projekt, sagt Stadtbaurätin Christine Thalgott, aber noch funktionale Defizite. Außerdem bleibe zu wenig Raum für den Bahnhofs-Vorplatz.
    „Aus einem schwierigen Fuchsbau soll eine attraktive Löwenarena werden“, meint der Jury-Vorsitzende Carl Fingerhuth.


    Die Gewinnerentwürfe erfüllen diesen Anspruch noch nicht ganz und müssen überarbeitet werden. Wer am Ende Sieger wird, soll sich im Februar herausstellen. Der Chef der DB Station & Service AG, Bernhard H. Hansen, kann keine Auskunft über den konkreten Baubeginn und die Kosten des Projekts geben. Sicher ist bislang nur, dass man nicht den gesamten Bahnhof lahm legen darf, sondern Abschnitt für Abschnitt errichten muss.


    Im Jahr 2005 soll das Planfeststellungsverfahren für den zweiten S-Bahn-Tunnel durch die Innenstadt eingeleitet werden. Ob man in Kauf nehmen will, dass der Bahnhof genau zur Fußball-WM 2006 schon eine Großbaustelle ist – auch diese Frage ist offen.



    Die Entwürfe:


    1. Gewehrs Kühn und Kühn
    http://www.sueddeutsche.de/mue…/22885/image_zoom_0_0.jpg


    2. Auer und Weber
    http://www.sueddeutsche.de/mue…/22885/image_zoom_0_2.jpg


    3. Benthem Crouwel
    http://www.sueddeutsche.de/mue…/22885/image_zoom_0_3.jpg


    Quelle: Süddeutsche Zeitung

  • Zitat

    [i]Damit nicht genug. Wie passt das Mammutprojekt ins Bild der Altstadt[/i


    meiner meinung nach gar nicht.
    mir gefällt (wenn ich einen der o.g. wählen müsste) fände ich auch den ersten am besten. aber keiner der entwürfe überzeugt mich: alle langweilige glasfassaden, ohne bezug zur umgebung, "organische" architektur oder 08/15 kästen....
    hat jemand eine liste mit allen teilnehmern? btw: thx für die news
    Kai

  • Also ehrlich gesagt haut mich keiner der Entwuerfe vom Hocker.


    Nummer 2 gar nicht, Nummer 3 ist noch in Ordnung, und Nummer 1 geht auch.


    Da Nummer 3 von keinem deutschen Architektenteam kommt, faellt der natuerlich auch weg.


    Fairerweise muss man bedenken dass wir bis jetzt nur ein einziges Bild von jedem Entwurf gesehen haben, ich hoffe die Teile haben WESENTLICH mehr zu bieten als das was wir hier zu sehen kriegen.


    Und desto laenger ich die Entwuerfe anguck, desto weniger gefallen sie mir. ... Deswegen hoer ich jetzt auf sie anzusehen.

  • Also mir gefallen eigentlich alle drei Entwürfe ganz gut... wer den momentanen Zustand kennt, muss aber eigentlich ohnehin über jeden Neubau - egal wie er aussieht - erfreut sein.


    Kaiser - Ich kann deine Ablehnung nicht nachvollziehen, es gibt doch schließlich nichts besseres als Vollglas :zunge:

  • Also mir persönlich gefällt auch die Nummer drei am besten. Ansonsten geb ich Jay recht......der HBF hats bitter nötig, dass was gemacht wird.


    Im Gespräch war doch auch, ihn wieder in etwa so aufzubauen (nur grösser) wie er vorm Krieg war. Weiss jemand, ob das jetzt vom Tisch ist......


    Zitat

    Wie passt das Mammutprojekt ins Bild der Altstadt


    Also a biserl übertreiben tut der Artikel schoa...viel übrig ist dort von der Altstadt nimmer.....um dem Bahnhof herum herrscht so ein architektonischer Verhau, dass es eigentlich primär darauf ankommt wie das Gebäude selber wirkt und nicht wie es in die Umgebung passt.

  • Zitat

    Original geschrieben von nuelle
    nummer 3! der sieht wenigsten spacig aus........sonst nummer 2 und die 1 ist langweilig....


    Da kann ich Jai-C nur beipflichten. Eigentlich ist es egal was von den drei Entwürfen verwirklicht wird. Hauptsache der Ist Zustand wird aufgehoben. Ist einfach nicht wirklich mehr schön was sich da München Hauptbahnhof schimpft. Mein Favorit ist Version 3 aber 1 is auch ok.

  • Löwen-Arena statt Fuchsbau

    Drei Entwürfe für den neuen Hauptbahnhof im Finale
    VON EBERHARD GEIGER Im Wettbewerb um die architektonische Neugestaltung des Hauptbahnhofs sind drei Entwürfe in der engeren Auswahl. Das Preisgericht war jedoch von keinem restlos überzeugt: Es lässt den Architekten-Büros bis Februar Zeit, die Schwächen auszubügeln. Der Schweizer Jury-Vorsitzende Carl Fingerhut umschrieb das Gesamt-Vorhaben so: "Aus diesem alten Fuchsbau soll eine attraktive Löwen-Arena entstehen."


    Der internationale Wettbewerb hatte 120 Vorschläge hervorgebracht, von denen zunächst zwölf ausgewählt worden waren. Gestern wurden jene drei Entwürfe präsentiert, die dem Preisgericht am besten gefallen haben. Doch jedem haftet nach Auffassung der Jury ein Makel an: Der Vorschlag von Gewers, Kühn+Kühn (Berlin) sei "zu banal" für einen Großstadt-Bahnhof. Die Arbeit von Auer+Weber (München) verschlinge zu viel Geld. Der Entwurf von Benthem Crouwel (Amsterdam) nehme zusätzlich den halben Bahnhofsvorplatz in Anspruch.


    DB-Stations-Vorstand Bernhard H. Hansen ließ sich auch durch eindringliche Befragung nicht erweichen, eine Präferenz für einen der drei Arbeiten preiszugeben. Alle hätten noch das Zeug, im Februar nächsten Jahres zum Sieger gekürt zu werden.


    Das Thema Hauptbahnhof kam jetzt vor allem auch deshalb auf die Tagesordnung, weil eine Station für die zweite S-Bahn-Röhre fixiert werden muss. Der bayerische Verkehrsminister Otto Wiesheu (CSU) drängt, weil er 2010 die Entlastungs-Strecke fertig haben will. Aber auch die Bahn hat eine Hängepartie, was den Um- und Neubau des Nachkriegs-Hauptbahnhofs angeht.


    Die S-Bahn in 42 Meter Tieflage bestimmt auch den späteren Charakter des ganzen Komplexes: Es wird ein zwölfgeschossiges Bauwerk in den Untergrund getrieben, in das auf halber Tiefe später einmal der Fernbahn-Verkehr abgewickelt werden soll (dieser Teil des Konzepts ruht gegenwärtig und heißt "München 21"). Und über diesem Keller der Superlative soll sich der eigentliche Bahnhofsbau erheben.


    Aber auch ohne dieses zusätzliche Modul ist der neue Hauptbahnhof ein Milliarden-Projekt. Die Verantwortlichen vermieden es hartnäckig, eine annähernd realistische Summe zu nennen: Erst müsse das Vorhaben seine endgültige Form haben, ehe man die Kosten zusammenrechnen könne.


    Sollte der ehrgeizige Plan gelingen, die "S-Bahn II" bis 2010 zu verwirklichen, dann werde damit der erste von drei Bauabschnitten des neuen Hauptbahnhofs fertig sein. Diese schrittweise Verwirklichung sei unumgänglich, wenn der Betrieb auch während der Bauphasen weitergehen solle.



    www.merkur-online.de

  • ....Nr.3 is am besten finde ich, schon allein weil es irgendwie so organisch wirkt und mir dieser style irgendwie total gefällt.


    Mein Vorschlag: Nur noch organisch in München bauen....!

  • Ich find auch Nummer 1 oder 3 am besten. In der heutigen Münchner Abendzeitung wären noch mal 3 Bilder von den Entwürfen. Beim dritten soll das Gebäude selber wie eine Brezel aussehen, was ich für München ja recht nett finden würde.

  • Jau, und dann noch einen Weißwürstel-Tower.


    3 gefällt mir am Besten. Wenn schon Glas, dann bittschön etwas besonderes.


    Hat jemand Bilder vom prä-2.WK-Zustand? Schade, dass nicht ein weiteres Rekonstruktions-Projekt dazu kommt.

  • Zitat

    Original geschrieben von TowerCat
    Bleibt der zweite Vorschlag von Auer + Weber, der ist Tekkno, zeitgemäß und zeigt wo in der Technologie-Metropole München der Hammer hängt - bajuwarische Folklore lasst man den Städtchen im Umland.
    München braucht endlich seiner Stellung gemäße fortschrittliche Architektur.


    Hoert sich aber anhand Deines Nebensatzes "Bajuwarische Folklore laesst man den Staedtchen im Umland" nicht so an als ob Du die fortschrittliche Architektur in Muenchens Stadtbild integrieren, sondern die Tradition/Geschichte/Kultur der Stadt damit austauschen moechtest.


    Dann kriegen wir halt noch eine langweilige 0815 Stadt, Touristen kommen dann natuerlich nicht aber was soll's. Deutschland ist im Moment in so einer hervorragenden wirtschaftlichen Situation, da pfeifen wir doch auf die paar zig Millionen Touristen in Muenchen.


    Bin gespannt auf genauere Bilder, besonders des 3. Entwurfs. Hauptbahnhof in Form einer Brezel, das ist doch eine gute Idee, das ist Verbindung von oertlicher Kultur und Moderne.

  • Wie soll man den alten Bahnhof wieder herstellen?
    Ist doch 1. viel zu teuer, und 2. viel zu klein für die heutigen Bedürfnisse.
    Manchmal gehen die Rekonstruktionswünsche einfach zu weit.


    Ein Urteil über die 3 modernen Entwürfe kann ich mir noch nicht erlauben da ich leider noch keine weiteren Renderings gesehen habe.( gesamtvisualisierung etc. )
    Leider gefällt mir keines der bisherigen Bilder...

  • "Bleibt der zweite Vorschlag von Auer + Weber, der ist Tekkno, zeitgemäß und zeigt wo in der Technologie-Metropole München der Hammer hängt - bajuwarische Folklore lasst man den Städtchen im Umland.
    München braucht endlich seiner Stellung gemäße fortschrittliche Architektur."


    Gestatte mir höflichst daß ich da mal wieder VÖLLIG anderer Meinung bin TowerCat :) Fortschritt drückt sich nicht in "techno" look aus. Und das Gegenteil muß auch nicht "Folklore" sein. Das ist allenfalls deine ganz persönliche Wahrnehmungswelt.


    "Lasst Euren Ex-OB da ruhig in seinen urtümelnden Stadtbild-Vorstellungen verharren."


    Diese Vorstellungen sind keinesfalls urtümelnd, sondern weise und vorausschauend. :)

  • Zitat

    Original geschrieben von Coach
    Wie soll man den alten Bahnhof wieder herstellen?
    Ist doch 1. viel zu teuer, und 2. viel zu klein für die heutigen Bedürfnisse.
    Manchmal gehen die Rekonstruktionswünsche einfach zu weit.


    Da hast du recht. Der größte Teil des Umbaus betrifft die Verwaltungsbauten der Bahn, die sich links und rechts neben der Haupteingangshalle befinden. Diese Bürofläche würde bei einer Rekonstruktion komplett verloren gehen und in der Umgebung gibt es keine brachliegende Fläche, die man dafür nutzen könnte. Dazu kommt, dass eine Rekonstruktion mit der Haupthalle überhaupt nicht harmonieren würde - der alte Teil würde durch die riesige Halle geradezu erdrückt werden. Für ein harmonisches Gesamtbild, müßte also auch die Haupthalle abgerissen und rekonstruiert werden... und das im laufenden Betrieb - eine Kostenexplosion wäre die Folge.


    Das Thema des Wiederaufbaus wurde auch bereits vom Stadtrat diskutiert. Das Ergebnis war, dass ein Wiederaufbau des alten Bahnhofes zu vertretbaren Konditionen einfach nicht machbar ist.