La Défense im Herbst 2022

  • Da ich mal wieder die Gelegenheit hatte ein paar Tage in Paris zu verbringen und schon immer fasziniert vom "anderen Gesicht" der Stadt war, hier ein kleiner Rundgang im Büroviertel La Défense.


    Der Name des Viertels, welche sich über die (Vor-) Städte Nanterre, Courbevoie und Puteaux erstreckt leitet sich von einem, dort aufgestellten Denkmal zu Ehren der Soldaten ab, die Paris im Deutsch-Französischen Krieg 1870 verteidigten (franz. défense für "Verteidigung").

    Bekannt ist es sicherlich durch "La Grande Arche", der auf Initiative von Francois Mitterand entstandene moderne Triumphbogen von 1989.

    Ab den 1960er Jahren wurde das Gebiet zum Banken- und Büroviertel entwickelt. 1965 eröffnete das erste Bürohaus. In den letzten 60 Jahren ist eine, für europäische Verhältnisse beachtliche Skyline entstanden. In dieser Zeit sind viele Hochhäuser entstanden, ersetzt oder saniert wurden.

    Der Tour First wurde sogar in den 2010er Jahren aufgestockt.

    Weitere Türme sind in den nächsten Jahren geplant. Viele der französischen Konzerne haben hier ihren Sitz bzw. Niederlassungen.


    Etwas bizarr wirkte auf mich immer die Mischung aus 70er Jahre Futurismus, auto- und businesstauglicher Planstadt, den Versuchen das Viertel zu beleben und in den letzten Jahren zu begrünen.


    Weitere umfangreiche Informationen über den Stadtteil und eine Liste der Hochhäuser finden sich u.a. auf den einschlägigen Wikipedia Seiten.


    Ich habe, für eine bessere Orientierung die (aktuellen) Namen der Türme (Tours) mit Höhe und Baujahr versehen.


    [Alle Bilder / Montagen von mir, aufgenommen am 12.11.2022, ohne Anspruch auf Vollständigkeit und nur für das DAF]


    Teil 1 von 2


    Blick vom Boulevard du Général Leclerc.

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    Blick Richtung Westen.

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    Sicht von der Passerelle d` Alsace.

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  • [Alle Bilder / Montagen von mir, aufgenommen am 12.11.2022, ohne Anspruch auf Vollständigkeit und nur für das DAF]

    Teil 2 von 2


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    La Défense de Paris, Bronzestatue 1883, Louis-Ernest Barrias

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    Blick auf La Grand Arche, im Vordergrund der Brunnen "Fontaine monumentale" von Yacoov Agam / 1976.

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    Das Rugbystadion "La Défense Arena".

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    Blick Richtung Osten, nahe der S-Bahnstation Nanterre Préfecture.

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  • Zum Verständnis dieses Stadtteils sollte man unbedingt die Beschreibung aus Peter Handkes Buch „ Als das Wünschen noch geholfen hat“ lesen. Suhrkamp Verlag. Darin beschreibt Handke, wie er am 22. Februar 1974 auf das Plateau von La Defense steigt, und erschüttert von der Ödnis der Bauten über eine Stunde bewegungslos verharrt. Das ist sicherlich eine der besten literarischen Architekturbeschreibungen, die man überhaupt finden kann. Handke hat selbst fotografiert, und diese Fotos wirken sogar noch stärker als der Text.

    Ich habe mehrere Jahre in Paris gelebt, und bin mit Freunden immer nur an nebeligen Herbsttagen dort hinaus gefahren, um die Beschreibung Handkes nacherlebar zu machen. Man sollte dazu die Metro nehmen, um den Kontrast zu Paris zu maximieren, denn eine Annäherung mit dem Auto ermöglicht es dem Betrachter, den Betonschock leichter zu verdauen.
    Es ist heute noch eine trostlose Betonwüste, der nach Büroschluss alles Leben abhanden kommt. Interessant sind die riesigen Straßenanlagen unterhalb der Hochhäuser, in denen man sich leicht verirren kann.
    Trotz aller Bemühungen deutscher Städtebauer in der Nachahmung dieser steinernen Tristesse ist es diesseits des Rheins nicht gelungen, eine ebenbürtige Depression des Städtebaus zu erzielen. Wir haben hier noch starken Nachholbedarf. Die Europacity in Berlin ließ bei mir die Hoffnung auf einen Durchbruch aufkommen, aber der Sprung endete leider nur in märkischen Rasterwürfeln.

    Einmal editiert, zuletzt von Gorki1968 ()