Beiträge von Gorki1968

    Hier zeigt sich, dass Helmut Kohl, der vielgeschmaehte Kanzler, Stil und Mut bewiesen hat, ein originelles und am Ende auch schoenes Konzept gewaehlt zu haben. Man erinnert sich vielleicht, dass im Wettbewerb die Nr 2 arg konventionell daher kam. Von allen Bundesbauten in Berlin ist das Band des Bundes noch am besten. Was dagegen Unter den Linden oder am Bendlerbau kommen soll, zeigt doch, dass jeglicher Sinn fuer anspruchsvolles Bauen abhanden gekommen ist. Kleingeisterei aller Orten. Helmut, auf das Kanzleramt ein Prosit mit einem Riesling!

    Mod: Aus dem Thread zum Sparda-Bank Tower hierher verschoben. Das erwähnte Bild ist in diesem Beitrag.


    Schoener Bau. Bei der breiten Allee auf Bild 1 sieht man recht gut, dass bei so breiten Strassen kein lebendiges Stadtleben aufkommen kann. Die Seiten sind einfach isoliert voneinander. Da haette sich mal in Seaport/Boston umschauen sollen, einem neuen Retortenstadtteil a la Hafencity/Europacity , mit einem total lebendigen, bunten und zu allen Zeiten belebten Strassenbild. Nur moderne Architektur, wirkt aber wie ein gewachsenes Viertel. Bars, Biotech, Hotels, Wohnungen - alles durcheinander. Die rationale Planung in Fra/Ber/HH scheint nicht gerade Lebendigkeit zu erzeugen. Schade. In Boston hat man ueberbreite Buergersteige mit tollen Gruenanlagen, dafuer aber engere Strassen.

    Der Vorplatz sieht trotz der Bäume wie eine Steinwüste aus. In Seaport, dem neuen Biotech Stadtteil von Boston, legt man grosse Grünstreifen entlang der Biotech Gebäude an, die wunderschön mit Gräsern und Stauden bepflanzt sind und wie "Natur" wirken (anstatt wie ein Friedhofsblumenbeet) . Wieso einem hier ausser Pflaster plus Baum nicht einzufallen scheint, ist doch traurig,

    Ich bin ja kein Freund der Rasterfassaden, aber dieses Ensemble wirkt dann doch extrem unruhig mit den vielen verschiedenen Fassadenelementen: versetzte Balkone in Kombination mit versetzten Fenstern in Kombination mit verschieden Fensterformaten in Kombination mit verschiedenen Fenster-Reihungen (1-2-3-4 Fenster nebeneinander). Nirgends eine Struktur zu erkennen.

    Um zu NYC up to date zu sein, kann man auf Yimby gehen. Da sind alle Projekte in jeder Stadt zu finden.

    NYC: https://newyorkyimby.com/

    Philadelphia: https://phillyyimby.com/

    Chicago: https://chicagoyimby.com/

    Hier mal ein interessanter modern-alt Zombie Neubau: https://newyorkyimby.com/2024/10/new-re…ch-village.html

    Oder auch: https://newyorkyimby.com/2024/10/new-re…-manhattan.html

    Und: https://newyorkyimby.com/2024/10/64-uni…-manhattan.html

    Bei geschätzten über 1600 Milliarden EUR Transfer-Kosten der Wiedervereinigung (also Geld von West nach Ost, dazu kommen noch die Kosten, die in Ostdeutschland erhoben wurden über Steuern) seit 1990 sind die 3.7 Mio EUR ja wohl auch noch drin. Das sind nur ca. 0.00001% der Wiedervereinigungskohle, also echt nichts.

    Man soll sich da in der Hauptstadt mal nicht so kleinlich anstellen, die Wippe steht da ja dann ewig lange rum. Die Bismarck Denkmäler gibt es ja auch schon seit über 100 Jahren.

    Mal wieder ein Beispiel aus den USA, was hier "guten" Wohnbau auszeichnet: 344 Wohnungen für 70 Mio USD Baukosten, das macht ca 180.000 EUR je Wohnung. Mit einer kompletten Holzkonstruktion. Dazu ein historisierender Nachbau (das Haus vorne mit dem Wasserbehälter auf dem Dach), damit das Haus auch eine Erkennungsmarke hat. Sieht klasse aus. Ich frage mich, wieso man in Deutschland nicht diese Backstein Industriebauten mit Sprossenfenstern baut,. Das sieht immer zeitlos aus, und kostet auch nicht mehr.

    https://phillyyimby.com/2024/09/constr…iladelphia.html

    Bei dem tristen Anblick kann man nur hoffen, dass dort überall große,stattliche Bäume wachsen werden, die dem ganzen wenigstens etwas an Anmutung geben werden. Man muss sich schon fragen, wieso man in Hamburg grosse Blöcke bauen kann (Sonninpark), und das in Berlin nicht gelingen will. Bezeichnend ist ja, dass auf diesen Photos nicht ein einziger Mensch zu sehen ist. Geht da niemand?

    Die versetzten Fenster und der dazugehörige asymmetrische Baustil ist der Toskanastil des deutschen Mehrfamilienwohnhauses ( in #965 Driesener 8a): was einmal als erfrischende Idee daher kam, ist inzwischen ein Testament der Einfallslosigkeit, für das sich die Bauherren heute schon rechtfertigen müssten. Es sieht schon jetzt aus der Zeit gefallen aus - oder vielleicht gerade andersherum : der Baustil der Konfusion, der gerade gut nach Berlin passt. Die Senefelder Strasse #966 wird dagegen Bestand haben, weil sie sich an nichts anbiedert.

    Neues „Flat Iron“ Wohnhaus in Philadelphia. Man beachte einmal die Baukosten dieses Holzrahmenbaus: 1330 EUR pro Quadratmeter. Mit dem Grundstück sind es dann ca 2500 EUR/qm. Dafür kann man in Deutschland keine unbeheizte Garage bauen. Die Miete ist dennoch hoch, weil die real estate tax auf den Mieter umgelegt wird (2% des Marktwerts pro Jahr), bei einer 400.000$ Wohnung sind das dann 670$ im Monat nur für die tax. Link:

    https://phillyyimby.com/2023/08/2401-0…kensington.html

    Herzog und deMeuron bauen in Philadelphia auf dem Franklin Parkway - gegenüber der Barnes Collection und dem Rodin Museum - ein Calder Museum. Baukosten 70 Mio USD Baukosten (alles gespendet von einem Bürger der Stadt) für 1600qm Fläche. Inklusive eines Piet Oudolf Gartens (der hat die High Line in NYC und den Lurie Garden in Chicago gestaltet).

    Das Berliner Museum hat die 10-fache Nutzfläche (16.000 qm) und kostet “nur” 450 Mio EUR/500 MIO USD. Das nimmt sich dagegen geradezu günstig aus aus dieser Perspektive. Das Philadelphia Museum sieht innen ganz ähnlich aus wie das Berliner Haus.

    https://caldergardens.org

    Zu dem Gebäude fallt mir das Zitat aus dem Architectural Digest Artikel “Bringing color and intelligent design to the white cube” ein:

    “There is a kind of inverse horror vacui at play (in Germany/Anmerkung) with too little decor seen as preferable to too much. This may be rooted in sound intentions and a grain of truth, but, evidently, timidity and rigidity leads to ossification. “