Transrapid Hbf.-Flughafen [gescheitert]

  • Dekoratives Anführungszeichen

    Das heisst, du musst die "minimale Zeit vor Abflug" dann nicht mehr am Flughafen, sondern am Hauptbahnhof sein.

    Das wäre aber dann doch nur mit dem Transrapid möglich, der ja als direktes, zuverlässiges und vor allem sehr schnelles "Shuttle-System" zum Abflugterminal funktioniert. Gepäck aufgeben ist ja ganz nett, aber dann wieder eine zeitintensive Fahrt mit der S-Bahn anzutreten ist nur der halbe Vorteilseffekt - ohne "echtes, endgültiges und vor allem maximal zeitnahes" Einchecken am Hbf.

  • Das mit dem Einchecken wird nichts. Man muss 75 Minuten vorher da sein für Terminal 1 und 85 Minuten für Terminal 2. Am Flughafen selbst muss man immer noch durch die Sicherheitskontrolle. Was bringt es also?? Ausserdem wird sicher nicht jede Fluggesellschaft einen neuen (teuren) Check-In Schalter am Bahnhof aufmachen. Glaubt denn jemand, Easyjet würde extra einen check-in Schalter am Bahnhof eröffnen? In Paddington am Heathrow Express gab es das auch. Ich war ganz begeistert, aber dann stellt sich heraus, dass man 2h vorher Gepäck aufgeben muss - ist also ziemlich sinnlos. Nach weniger als einem Jahr haben ALLE Check-in Schalter wieder zugemacht. Hoffe die Transrapidplaner werden die Gründe für dieses gescheiterte Beispiel analysieren.

    Es würde vielleicht funktionieren, wenn man direkt mit dem Transrapid in den Sicherheitsbereich fahren würde. Das geht aber natürlich nicht bzw. wäre nicht sinnvoll...sowas könnte ich mir eher in Frankfurt vorstellen für spezielle Züge von Köln und Rhein-Neckar in die nur Anschlusspassagiere hinein dürften, wäre überhaupt eine Idee.

    Ich finde man sollte die extra Millionen für den check-in einsparen. Wenn der Transrapid doch noch scheitert, wird es an den Kosten liegen, deswegen sollte man nachdenken, wie man das Ding günstiger machen könnte. Wieso am Bahnhof in Muenchen nicht überirdisch am Nordrand? Würde bestimmt 100 Mio einsparen. Vielleicht reicht auch nur eine Fahrbahn statt zwei und dann ein 20 Minutentakt und längere Züge? Das wäre immer noch schneller als eine Express S-Bahn und vielleicht gar nicht so viel teurer...

    Es wäre einfach jammerschade, wenn es mit dem Transrapid nicht klappen würde. Aber anstatt abstrakte Grundsatzsystemdiskussionen zu führen, sollte man Kosten optimieren, wo man nur kann.

    Nur meine 2 Cents.

  • vondraussen

    Du musst beim Terminal 1 und 2 nur wegen dem Check-IN so frueh schon da sein. Wenn der schon im Hauptbahnhof erledigt ist, faellt das natuerlich weg. Die Sicherheitskontrolle kann im uebrigen, wenn nicht ueberlastet, ja auch in 5 Minuten ohne Probleme erledigt werden. Ausserdem wird die Star-Allianz mit Sicherheit eincheckmoeglichkeiten anbieten. Und das ist in Muenchen nun mal das wichtigste. Die Billigflieger zB mit Easyjet benutzen den Transrapid wahrscheinlich eh weniger...

    Wegen der Frage, warum das nicht mit der S-Bahn + Extra Gleis am Hauptbahnhof funtkioniert:
    Die Gleise zum Flughafen sind zu ueberlastet. Um hier eine ausreichende Zuverlaessigkeit zu erreichen, braeuchte man wohl neue,eigene Gleise.

    Wegen des oberirdischen Einschwebens:
    Das war am Anfang ja immer so geplant! Musste aber dann gekippt werden. Soviel ich weis liegt es daran, dass nach dem Bahnhof der Transrapid zu schnell abtauchen muss, um in sein Tunnel zu kommen. Zu schnell um vernuenftig die komplizierte Weichen (sich dehnbare Transrapidschienen) zu legen. Im unterirdischen Fall kann man bei den Weichen auf den komplizierten Fall verzichten und baut sie hinter dem Bahnhof (wo oberirdisch kein Platz ist). Hier faehrt der Zug auf einen Gleisabschnitt und wenn er draufgefahren ist, dreht dieser auf einem kreis und der Zug kann auf das andere Gleis runterfahren.

  • Die Süddeutsche Zeitung meldet, die Kostenschätzung, die derzeit offiziell bei € 1.85 Milliarden angesetzt wird, sei auf der Grundlage von veralteten Daten berechnet worden. Ausserdem wirke es wenig realistisch, dass für die Münchner Strecke von Anfang an geringere Baukosten pro Kilometer veranschlagt wurden als bei der Strecke in Shanghai - obwohl bei der Strecke in China kein einziger Tunnel nötig war und viele der Kosten vor Ort (z.B. Löhne) deutlich niedriger sind...

    Vollständiger Beitrag in der SZ vom 22.08.07: http://www.sueddeutsche.de/muenchen/artikel/484/129266/

  • Immerhin mal Umfragewerte von einem eigtl serioesem Institut:

    http://www.n-tv.de/842858.html

    Laut Forsaumfrage finden in Dtld
    48% das Transrapidprojekt in Muenchen sinnvoll
    40% sind dagegen.

    In Bayern ist das Meinungsbild hingegen so:
    60% dagegen, 25% dafuer.

    Aufgeschluesselt auf die Parteianhaengerschaft (Anscheinend auf Bundesebene):
    - CDU/CSU: 49% dafuer
    - FDP 58% dafuer
    - SPD ? Steht nicht da...
    - Gruene 60% dagegen


    Ergo ist auf Bundesebene eine Mehrheit dafuer, in Bayern allerdings dagegen.

  • wird Zeit das seine Cheffin wieder aus China zurückkommt, und dem kleinen Tiefi mal auf die Finger haut.....

    glaubt wohl, er hätte freie Schussbahn, jetzt wo alle weg sind...

  • Habe die Sendung gesehen. Monatzeder und Mergner hatten ja wirklich keine sinnvollen Argumente.
    "Technologie aus dem vorletzten Jahrhundert" - sind Flugzeug, Auto, Bahn etc. auch
    "Projekt wird vielleicht teurer werden" - dann kann man ja nichts mehr bauen denn alles wird teurer

  • Argumente gab es auf beiden Seiten keine neuen. Bereits seit der Planfeststellung dreht man sich da im Kreis. Die Argumente der Gegener wurden dort in den unzähligen Masseneinwendungen durchgekaut (Mustertexte leicht über Suchdienste im Internet zu finden), der politische Standpunkt war auch klar...

  • Du meinst wohl in der Anhoerung vom Planfeststellungsverfahren. Die Planfeststellung ist ja noch nicht abgeschlossen, also gab es die Planfeststellung auch noch nicht.

    Aber ja, die Argumente sind eingefahren, nichts neues. Aber es waere ja auch wirklich ueberraschend, wenn da noch etwas neues ausgegraben wird.

  • wenn ich mal als völlig unbeteiligter was dazu sagen darf:
    geschenkt würde das ding wohl fast jeder nehmen. also geht es vor allem ums geld.
    und da ist sind sätze wie "wird zeit, dass dem tiefi seine cheffin mal auf die finger haut" infantiler quatsch. weder er noch seine cheffin drucken ja das geld. so wie es vollkommen klar ist, dass bayern seinen anteil möglichst gering halten will, so ist es doch auch aufgabe des bundes, seinen finanzierungsanteil möglichst gering zu halten. letztens wurde auch beim projekt "stuttgart 21" gewettert, dass tiefensee den bundesanteil derart nach unten drückte. dabei reicht doch eine mathe-fünf aus, um sich zu überlegen, dass bei einem höheren bundesanteil für das stuttgarter projekt in der bundeskasse überhaupt kein geld mehr für den münchner transrapid übrig geblieben wäre.
    letztlich laufen die verhandlungen darauf hinaus, mit bundesgeldern, die nicht mal für ein projekt reichen würden, gleich zwei grossprojekte in die spur zu schicken.
    egal, ob dies gelingt - ich glaube nicht, dass das einer hier besser könnte.
    etwas weniger arroganz wäre da schon angebracht.

  • geschenkt würde das ding wohl fast jeder nehmen.

    Falsch. Der Oberbuergermeister der Stadt Muenchen Ude ist ja dagegen und die Stadt muss ja nichts dafuer zahlen (was sie im uebrigen bei der von ihr favourisierten Express-S-Bahn machen muesste).

  • Ist nicht laut der bestehenden Koalitionsvereinbarung von Union und SPD die Realisierung einer Transrapidstrecke in Deutschland fest vereinbart und hatte nicht zudem schon die rot-grüne Bundesregierung 2,3 Milliarden Euro an Sondermitteln für die Realisierung von bis zu fünf Transrapidstrecken in Deutschland vorgesehen?

    Erwin Huber behauptet das jedenfalls in einer Pressemitteilung und schlußfolgert, dass daraus der 50%-Bundesanteil für das Münchner Projekt finanziert werden kann, ohne dass andere Infrastrukturvorhaben in Bayern und Deutschland gekürzt werden müssten.

    Bayern wäre doch so gesehen schön blöd, wenn es statt den Transrapid mit 300 bis 600 Millionen zu bezuschussen im Alleingang eine Express-S-Bahn mit eigener Streckenführung für über 1 Milliarde finanzieren wollte...

  • Dekoratives Anführungszeichen

    Du meinst wohl in der Anhoerung vom Planfeststellungsverfahren.


    Ich habe das etwas abgekürzt. War sicher klar was gemeint ist ;)
    Wobei man natürlich sagen muß: Während des Anhörungsverfahrens konnte auch nichts neues kommen, das hat ja keinen interessiert (Stichwort 70 Teilnehmer über viele Wochen). Ich hatte noch das Vergnügen im Vorfeld zur Anhörung berufsbedingt einige Hundert der Einwendungen zu bearbeiten. Daher konnte ich die Argumente der Herren Monatzeder und Mergner fast schon auswendig.. :D
    Die nächsten Wochen bleiben hinsichtlich der Realisierung (Finanzierung) sicher noch spannend.
    Vielleicht kann man zur Transrapidtagung ende September in Dresden schon mehr sagen...