Kaiserlei: Kaiserviertel statt KWU-Türmen (Rückbauphase)

  • Zum Kaiserviertel am Kaiserlei gibt es einen neuen Planungsstand:


    Während auf dem ehemaligen KWU-Areal inzwischen der Rückbau der alten Turmstrukturen läuft, wurde der überarbeitete Entwurf erneut im Offenbacher Gestaltungsbeirat vorgestellt.

    Die wichtigste Änderung ist aus meiner Sicht der deutliche Schrumpfkurs. Von den ursprünglich einmal genannten rund 2.000 Wohnungen ist man inzwischen bei 1.179 Wohnungen angekommen. Das bleibt natürlich ein großes Quartier, ist aber gegenüber den früheren Überlegungen eine spürbare Reduzierung.

    Auch die Architektur wurde städtebaulich vereinfacht. Die früheren baulichen Verbindungen zwischen den Blöcken wurden offenbar deutlich zurückgenommen. Stattdessen sind im Osten und Westen nun Torbauten vorgesehen, während andere Verbindungen entfallen sind. Dadurch soll das Quartier offener wirken. Der zentrale Freiraum zwischen den vier Blöcken bleibt weitgehend frei von Unterbauung, die Tiefgaragen sollen unter den jeweiligen Blöcken liegen und von außen erschlossen werden. Im Inneren ist also weiterhin ein autofreies Quartier vorgesehen.

    Ein großes Thema bleibt die Begrünung:

    Geplant sind eine grüne Mitte sowie gemeinschaftlich nutzbare Dachgärten. Interessant ist dabei, dass im Gestaltungsbeirat sogar die Frage aufkam, ob in der Mitte nicht zu viele Bäume vorgesehen seien. Das ist bei einem Projekt dieser Größe und Dichte schon eine bemerkenswerte Kritik.

    An der grundsätzlichen Nutzungsverteilung scheint sich wenig geändert zu haben. Hotel, Supermarkt und Gewerbe bleiben zur Strahlenbergerstraße orientiert. Bei den Wohnungen liegt der Schwerpunkt nun offenbar stärker auf größeren Einheiten mit drei und vier Zimmern. Zur lauteren Straßenseite hin sollen Wintergärten helfen, den Verkehrslärm abzufangen.

    Noch offen bleibt die architektonische Ausarbeitung der vier Blöcke. Aus dem Beirat kam der Wunsch, diese nicht zu gleichförmig werden zu lassen. Im Raum steht sogar die Idee, die einzelnen Blöcke von unterschiedlichen Architekturbüros bearbeiten zu lassen, um mehr Vielfalt zu erreichen. Die ABG will das wohl prüfen.

    Bemerkenswert ist außerdem, dass der Gestaltungsbeirat trotz der bereits dritten Befassung eine weitere Vorstellung wünscht. Eigentlich ist damit die übliche Grenze erreicht, wegen der Größe des Projekts soll aber offenbar noch einmal nachgelegt werden, vor allem mit Blick auf die Fassaden.

    Insgesamt wirkt der aktuelle Stand deutlich zurückhaltender als die ursprünglichen Planungen: Ob das am Ende reicht, um die grundsätzliche Kritik am Projekt zu beruhigen, bleibt aber abzuwarten.


    Quelle 

    Einmal editiert, zuletzt von Adama (5. Juli 2026 um 15:42)

  • Vielen Dank. Auch damit man sich unter den erwähnten Torbauten etwas vorstellen kann, das städtebauliche Konzept, das das Frankfurter Büro AS+P im Herbst des vergangenen Jahres vorlegte. In diesem Kontext dürften die Anmerkungen des Gestaltungsbeirats zu verstehen sein.

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    Plan: AS+P Albert Speer + Partner

    Anders als in Beitrag #155 sind hier Nutzungen, Geschosszahlen und Flächenangaben ersichtlich. Der nicht ausgearbeitete Block im Westen, auf dem Plan links, dürfte das zusätzlich geplante Studentenwohnheim darstellen. Das Land Hessen soll das Wohnheim bauen, nicht die ABG.

  • Als Ergänzung zu der hier bereits von Schmittchen eingestellten ersten AS+P-Grafik habe ich einmal selbst versucht, die im Artikel beschriebenen möglichen Änderungen schematisch nachzuvollziehen.

    Grundlage ist also der ältere bekannte Planungsstand von AS+P. Die Überarbeitungen in den beiden folgenden Grafiken stammen von mir und sind rein als Annäherung auf Basis der bislang bekannten Informationen zu verstehen, also ausdrücklich ohne Gewähr und keine offizielle Darstellung.

    Ich wollte damit vor allem sichtbar machen, wie sich die beschriebenen Änderungen möglicherweise im Lageplan niederschlagen könnten. Insbesondere wären das aus meiner Sicht:

    • die deutliche Öffnung des Quartiers
    • der Entfall einzelner früherer Verbindungen
    • Torbauten nur noch im Osten und Westen
    • eine stärker betonte grüne Mitte
    • sowie ein weitgehend freier zentraler Wegebereich zwischen den vier Blöcken.

    Vielleicht hilft das ein wenig dabei, die im Artikel genannten Anpassungen räumlich besser einzuordnen.


    Möglichkeit 1:

    KWU-Option-1.jpg


    Möglichkeit 2:


    KWU-Option-2.jpg


    Bild: Grundgrafik: Architekturbüro Albert Speer und Partner, Bearbeitung Adama, ohne Gewähr, keine offizielle Darstellung

  • Im Frankfurter Stadtteil Oberrad werden traditionell die Kräuter für die "Grie Soß" angebaut. Von hier aus hat man auch eine gute Sicht auf das Projekt "Kaiserviertel" am Kaiserlei. Der Rückbau der Bestandsgebäude läuft und deutlich sichtbar hat eines der drei Hochhäuser bereits an Höhe verloren.

    Seht selbst:

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    Fotos: Beggi

  • Rückbau KWU-Türme

    Beggi zeigte und erwähnte es im Vorbeitrag - der angekündigte Rückbau dessen, was von den KWU-Türmen verblieben ist, läuft. Aufgrund der gewählten Vorgehensweise (siehe auch hier) verläuft der Abbruch langsam, aber auch sehr geräuscharm, auch wegen der Einhausung, siehe Fotos.

    Einzelne Betonteile werden aktuell mit Unterstützung von Robotern aus den Skeletten geschnitten und gehämmert, mit den vorhandenen Kränen zu Boden gelassen und dort direkt zerkleinert und für die Wiederverwendung vorbereitet.

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    Alle Fotos selbstgemacht.

  • Der Rückbau des westlichsten Hochhauses ist inzwischen so weit voran gekommen, dass man fast nicht mehr von einem Hochhaus sprechen kann. Ein Bagger fertigt sich bereits ein Plateau an, von dem aus die weiteren Arbeiten mit einer Abbruchzange fortgesetzt werden können.

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    Fotos: Beggi

  • Eindrücke von heut': Die Arbeiten gehen weiter, es wird wohl erst das nächste HH "abgebaut" bzw. zurückgebaut.

    Einen aufgerüsteten LF konnte ich im vorbeifahren nicht sehen!

  • Der Longfront-Bagger kommt schon noch, keine Sorge! Momentan hat der noch eine andere Baustelle.

    Uns der Einsatz muss sich ja auch rechnen, wenn dann erst wieder länger Stillstand ist, bis der nächste Turm so weit ist, dann steht der Bagger auf der Baustelle und kostet den Unternehmer eine Menge Geld. Fast nichts ist für den Unternehmer teurer als stehendes Personal und stehende Maschinen.

  • ^ Ein Longfont-Bagger ist bereits vor Ort. Anscheinend sollen vor seinem Einsatz die mit Netzen verhangenen Hochhäuser noch auf eine "handliche" Höhe reduziert werden. Das rechte Hochhaus wurde bis auf 10 Etagen rückgebaut, diese Höhe dürfte hier auch bald erreicht sein.

    Bilder vom vergangenen Wochenende:

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    Auch das "Best Western" wird fallen und soll an anderer Stelle des Areals neu aufgebaut werden.

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    © 2026 Beggi