Hopfengarten

  • Hopfengarten

    Der Hopfengarten (Lage) am östlichen Ende der Augustinerstraße ist seit gut zehn Jahren im Fokus der Stadtplanung, aber passiert ist bisher nichts. Der als unschöner Parkplatz genutzte Platz wird durch die zum Teil übel heruntergekommenen Häuser, die ihn umgeben, optisch noch weiter heruntergezogen. Nun könnte sich endlich was tun, zumindest berichtet die Allgemeine Zeitung darüber. Der Stadt liegt ein Entwurf vor, nachdem (entsprechend früheren Planungen) eine geschlossene Häuserzeile den Hopfengarten optisch von der relativ stark befahrenen Holzhofstraße trennt und somit eine schönere Platzsituation schafft. Entstehen soll ein Wohn- und Geschäftsgebäude, möglicherweise mit Parkgelegenheiten im Erdgeschoss. Es würde aber ein öffentlicher, zwei Etagen hoher Durchgang zwischen Hopfengarten und Holzhofstraße geschaffen, wobei dessen Gestaltung, ebenso wie die Frage der Stellplätze im EG, noch ein Streitpunkt ist. Der Entwurf stammt vom Architekturbüro Hild und K aus München und wurde am 12.11. dem Planungs- und Gestaltungsbeirat vorgestellt (Tagesordnung). Fassadengestaltung und Lage des Durchgangs, sowie die Gestaltung des Platzes im Allgemeinen sind noch unklar. Sicher ist nur, dass der Hopfengarten später autofrei sein soll.


    Bekannt ist außerdem, dass am nordwestlichen Rand des Hopfengartens eine Kindertagesstätte mit vier Gruppen und 60 Plätzen errichtet werden soll. So wie ich das verstehe, wird sie im Zuge des Gesamtprojekts mitgebaut. Zu dem Thema gab vor knapp einem Jahr schonmal einen Streit um den im Blockinneren liegenenden, öffentlichen Spielplatz. Der sollte eigentlich zur Hälfte der geplanten Kita zugeschlagen werden, bleibt nach Protesten aber doch öffentlich (Pressemeldung). Dafür soll die Kita jetzt eingeschossig in den Platz hineinragen, wie auch immer das konkret aussehen soll. Ebenfalls bekannt ist, dass die Fußgängerbrücke über die Holzhofstraße abgerissen wird. Ein Foto davon und mehr Infos über das Gesamtprojekt bietet auch die Mainzer Rhein-Zeitung.


    Um Ortsfremden einen Eindruck von der Situation zu vermitteln habe ich mal einen kleinen Rundgang gemacht. Wer aus der schönen Augustinerstraße kommt, entdeckt rechterhand den wenig einladenden "Platz". Im Hintergrund die Holzhofstraße samt Fußgängerbrücke.



    Die Bebauung der Südostseite, Hopfengarten Nr. 6+8. Nicht wirklich spannend, aber auch nicht wirklich schlimm.



    Schlimm anzusehen ist hingegen die seit langem bestehende Baulücke an der Ecke zur Holzhofstraße. Was hier mal stand, kann man nur erahnen, aktuell sieht es einfach nur unmöglich aus.



    Seit Jahren verlassen und entsprechend hässlich sind Häuser Hopfengarten 15-19, sowie Holztorstr. 28 an der Nordwestseite, die für das Projekt abgerissen werden. Dahinter befindet sich der gut versteckte Spielplatz, den man mittlerweile durch die Einfahrt des rechts angrenzenden Hauses erreichen kann.



    Rechts daneben Hopfengarten 21 und Augustinerstraße 7, mit Sicherheit das schönste Haus am Platz.



    Weiter geht's mit der optisch durchwachsenen Seite Richtung Augustinerstraße, hier die Ecke Augustinerstraße/Weintorstraße…



    …und weiter östlich der Kreuzung Augustinerstraße/Holzstraße/Graben.



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    2 Mal editiert, zuletzt von Robbi () aus folgendem Grund: Ergänzung

  • Zum Hopfengarten gab es einmal eine Initiative, von der ich nicht weiß, wie aktiv sie noch ist. Dort sind auch historische Zusammenhänge und Visionen für die Gestaltung dargestellt. Die Initiative geht auf den Werkbund zurück.

  • Da hatte sich ein Fehler eingeschlichen, danke für den Hinweis Robbi ;)


    ...


    Das sich in den nächsten 2 Jahren evtl etwas tun könnte, lässt die aktuelle Haushaltsrede zum Doppelhaushalt 2013/14 erhoffen.
    Hier ist der Hopfengarten neben anderen Maßnahmen; Zitat:" städtebauliche Maßnahmen, Rheinufergestaltung, Gestaltung
    Bahnhofstraße/Münsterplatz, Hopfengarten, barrierefreie
    Haltestellen, aber auch Maschinen und Fahrzeuge
    " zumindest namentlich erwähnt, auch wenn für alle diese Maßnahmen gerade einmal 11,2 Mio. € zur Verfügung stehen.


    Zu finden auf S.15 unter: Haushaltsrede vom 5.9.12

  • Jetzt geht doch alles überraschend schnell. Schon im Dezember waren plötzlich Bagger am Rande des Hopfengartens zu sehen und buddelten auf dem Abbruchgrundstück an der Ecke zur Holztorstraße (Foto vom Herbst). Jetzt ist auch bei den Abbruchhäusern Hopfengarten 15-19 und Holztorstraße 28 unübersehbar die Arbeit im Gange. Der Grund für die Eile ist, wenig überraschend, ein finanzieller. Bis zum 30.06.2013 müssen Häuser und Brücke abgerissen, Altlasten beseitigt und die Baugrube ausgehoben worden sein. Nur dann stehen der Stadt 1,4mio€ Fördermittel für das insgesamt etwa 10mio€ teure Projekt zur Verfügung. Mehr dazu in der Allgemeinen Zeitung hier und da.


    Bis Ende 2014 sollen die vierstöckigen Neubauten stehen, der diskutierte Durchgang soll jetzt zweigeschossig ausfallen. Im Erdgeschoss entstehen neben zwölf Stellplätzen Ladenlokale, ab dem 1. OG 34 Wohnungen zwischen 30 und 160m². Und natürlich der Kindergarten, dem für seine vier Gruppen 780m² zur Verfügung stehen. Die MAG bietet auf ihrer Seite schon einen kleine Überblick mit einem groben, aber grundsätzlich ansprechenden Modell der neuen Häuser, die T-förmig Holzhofstraße und Hopfengarten voneinander trennen werden: klick! Man hat sich dabei für das in #1 erwähnte Architekturbüro Hild und K aus München entschieden.


    So charmant kann die Mainzer Altstadt sein. Aber zum Glück sind bald sowohl Häuser als auch Brücke verschwunden. Auch zwei Platanen auf Parkplatz werden leider dran glauben müssen.



    Die Aushubarbeiten an besagter Brache. Hier wurde irgendein Tank zutage befördert, der wohl zu der Tankstelle gehörte, die sich laut AZ mal an dieser Stelle befand.



    Die abzureißenden Häuser sind schon alle fensterlos und erlauben ungewohnte Durchblicke. Am Montag soll mit dem Abriss begonnen werden. Bevor gebaut werden kann, werden aber noch Archäologen bis in 3m Tiefe das Erdreich nach interessanten geschichtlichen Spuren durchforsten.



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  • Ich war auch überrascht zu sehen, wie schnell es nun doch geht.


    Aber dass man die Brücke ersatzlos streicht, finde ich sehr schade. Über sie kam man immer sehr schnell und einfach von der Zitadelle zur Augustinergasse. Dieser Weg wird dann doch sehr erschwert.


    Dennoch ist es sehr schön, dass diese "Schmuddelecke" endlich mal wegkommt.

  • ^ Stimmt, da hast du recht. Die Brücke ist praktisch, um ohne Hindernisse von der Zitadelle in die Stadt zu kommen. Zumal man ja eh den Höhenunterschied überwinden muss, also nicht "sinnlos" die Treppe vorne rauf- und hinten wieder runterläuft. Statt der Brücke soll übrigens eine Ampel gebaut werden. Nur rein optisch find ich das Ding ziemlich unschön. Nicht nur den Betonteil über der Straße, sondern mehr noch den Abstieg dahinter, eine mittlerweile ziemlich gammelige Kombi aus Stahlgerüst und Holz-/Blechverkleidung. Wenn ich mal bei mehr Tageslicht hinkomme, bevor die Brücke abgerissen ist, kann ich ja mal Fotos aus anderen Perspekiven machen.



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  • Und nun ist auch die Brücke weg, war eine Sache von wenigen Stunden.
    (Bilder in annehmbarer Quali hab ich leider keine)


    Und der Abriss der Gebäude hat ja auch schon begonnen. Ich denke in max. 2 Wochen, vllt sogar schon vor Fastnacht, wird dort nichts mehr stehen.

  • Tatsache, das ging ja schnell! Am Donnerstag begann der eigentliche Abriss der Häuser, für den, wie DaDude richtig geschätzt hat, zwei Wochen angesetzt sind, am Samstag folgte der Abriss der Brücke. Für Interessierte: Ein paar Bilder der Brücke bietet Weingeist aus dem APH-Forum an (Grüße unbekannterweise). Ganz interessante Funde zeigen sich an der südöstlichen Seite, nämlich eine recht massive Kellertreppe und die Reste von Gewölbekellern, die laut AZ mittelalterlich sind. Entgegen anderslautender Ankündigungen wird man wohl nur die mittelalterlichen Spuren archäologisch untersuchen, mehr ist in Anbetracht des strammen Zeitplans nicht möglich. Mögliche römische Spuren, die vermutlich darunter zu finden sind, will man späteren Generationen zur Erforschung überlassen, die ja zudem dann vermutlich eh bessere Arbeitsmittel haben würden. Wie auch immer, hier ein paar Aufnahmen von heute Nachmittag:







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  • Geht sehr schnell zur Zeit. Die neue Ampel an der Stelle der Brücke steht ja auch schon.
    (Obs schon die finale oder nur eine Interimslösung ist, konnte ich aus der Ferne nicht sehen).


    Ich denke man möchte die ganze Ecke schon recht ordentlich haben, bevor der Rosenmontagszug und all die Leute vorbeikommen.


    Bin gespannt, ob es in dem Tempo weiter geht. Wenn die Temperaturen mitspielen, könnten im März schon die ersten Fundamente fertig sein.
    Hat da jmd einen groben Terminplan für die Ausführung der Neubauten?


    EDIT: Die stuz schreibt von einem "3 Tonnen schweren Ungeheuer"? Wären wohl eher 30 :)

  • Der abgerissenen Fußgängerbrücke weint vermutlich fast kein Mainzer eine Träne nach. Die Brücke wurde nach meinen Beobachtungen kaum benutzt. Die entstandene Freifläche lässt die angrenzenden Häuser besser zur Wirkung kommen.


    Vorher:



    Nachher (ohne Brücke):



    Und noch eine Übersicht des Abrisskomplexes:


  • Nicht schnell, aber originell

    Dafür, dass sich mehrere schwere Baumaschinen auf dem Gelände drängeln, geht der Abriss wirklich nicht schnell. Stahlbeton ist nur an sehr wenigen Stellen vorhanden, alle Wände sind gemauert.


    Aber die Arbeiter haben sich die originellste und stabilste Abdeckung für einen Verteilerkasten auf dem Gehweg ausgedacht, die es bisher in Deutschland gegeben hat. Hier können mehrere Wände gleichzeitig umkippen, der Verteilerkasten bleibt unbeschädigt!


  • ^ Gewusst wie! Eine pragmatische und naheliegende Lösung :)


    Dieses Wochenende konnte man dann doch einen gewissen Fortschritt sehen. Die in #8 zu sehenden Gewölbereste sind mehr oder weniger weggebaggert worden und von den alten Wohnhäusern steht fast nichts mehr.



    Für einen Zoom bitte auf das Bild klicken.



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  • Nach der Pause seit den letzten Fotos ist es wenig überraschend, dass der Abriss vollendet ist, zumindest oberirdisch. Nun ist der Durchgang auch für Fußgänger gesperrt, ein Bagger hat angefangen, die Baugrube auszuheben. Der Verteilerkasten hat, wie man sieht, den Abbruch überstanden ;)



    Die zwischenzeitlich zugeschütteten Gewölbe an der Südostecke wurden jetzt wieder freigelegt.



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  • Wobei es ja doch recht lange gedauert hat, bis auch die letzte Ecke der Gebäude abgerissen war. Hatte mich ein wenig gewundert.


    War das Gewölbe zwischenzeitlich zugeschüttet worden? Hatte es die letzten Wochen immer offen gesehen, scheinbar wurden dort auch recht genaue Ausgrabungen durchgeführt (anders kann ich mir das relativ ordentlich freigelegte Mauerwerk nicht vorstellen).
    Mal sehen ob es dort nun zügig voran geht oder der Denkmalschutz mal wieder das Vorhaben aufhält. Der Durchgang scheint auf jeden Fall fürs erste Geschichte zu sein. Unpraktisch für alle, die an die Bushaltestelle davor wollen.

  • Seit einer Weile ist am Hopfengarten für Fußgänger kein Durchkommen mehr, es wird stattdessen kräftig gebuddelt. Über die Ergebnisse der Grabungen berichtete vor einem Monat die AZ, so fand man u.a. Teile der mittelalterlichen Stadtmauer, die auch römische Spolien enthielt. Heute zwei Distanzaufnahmen von dort, wo früher mal die Fußgängerbrücke begann. Momentan gibt es zwei Baugruben, die durch eine Art Damm voneinander getrennt werden.



    Hier links besser zu sehen. Ebenfalls im Bild die jetzt fest installierte Ampelanlage, welche die Brücke ersetzt. Hinter der Bushaltestelle kann man ein Pfahlbohrgerät erahnen.



    Die MAG hat jetzt eine eigene Seite für das Projekt gestaltet, wo unter anderem ein Baumassenmodell zu sehen ist, wie man es auch auf dem Bauschild vor Ort finden kann.


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  • Als Nachtrag noch ein paar Bilder von der anderen Seite aus. Es sind noch alte Mauerreste zu sehen. Wer entdeckt den Teddy? ;)



    Hier hat schon die Pfahlbohrmaschine gearbeitet.



    Die Grube anstelle der kürzlich abgerissenen Wohnhäuser.




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  • Mittlerweile sind die alten Gewölbe alle abgebrochen worden und die beiden Baugruben sehen jetzt recht aufgeräumt aus. Hier die größere, südöstliche Grube (Lage)...




    ...und die kleinere, nordwestliche.



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  • Hallo,


    in der AZ wurde heute die Planung für den Hopfengarten vorgestellt.
    Hier gibt es Beschreibungen der Fassadengestaltung und eine Simulation. Ich kann mir das noch nicht wirklich vorstellen und hoffe/warte auf Entwürfe in Farbe und evtl. Details. Mir gefallen prinzipiell die Strukturen/Gliederungselemente der Fassade. Modern aber "geschmückt". Zum Glück kein weiterer Wiedergänger der aktuell so modernen Schlichtheit.
    Die große Frage ist, wie es in der Realität wirken wird.
    Die Bilder älterer Projekte auf der Homepage der Architekten lassen hoffen. Häufig interessante und teils sogar richtig schöne Fassaden.


    Freue mich schon auf diesen Neubau. Grüße von frodo on tour