Beiträge von nothor

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    Oh ja, Nürnberg und Fenster, sprich stilistisch passende Fenster, ein leidiges Thema. Anscheinend sind die Nürnberger auf dem Auge besonders blind. Ich vergleiche das in Gedanken auch gerne mit Gebrauchtwagen in Entwicklungsländern, die mit dem was da ist und was gerade passt zusammengeschweißt werden. Da ist an einem Toyota halt auch mal ein Honda-Außenspiegel dran, und ein Mercedes-Lenkrad.... wenns funktioniert... so gehen wir Nürnberger mit unseren historischen Gebäuden um, wenn sie nicht denkmalgeschützt sind und eine entsprechende Stilberatung obligatorisch ist. Wir sind architektonisch eigenlich ebenfalls ein Entwicklungsland, es fehlt eindeutig an geschmacklich-stilistischer Bildung.


    Zwar nicht Gostenhof, sondern die Äußere Sulzbacher Straße 22 (links im Bild), erstes OG, nagelneue Fenster. Die Gebäude sind immernoch attraktiv genug, dass sie unter Denkmalschutz stehen sollten, dann würde das nicht passieren. So macht aber jeder was grade im Angebot beim Fensterversand ist, und das ganze Quartier gerät optisch in Schieflage.


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    Zu deinen Beispielen aus der Fürther Straße: Da die Hausnummer 93 unter Denkmalschutz steht (link zum Geoportal Bayern), müssten hier bei einem Fenstertausch dann doch passende Modelle eingesetzt werden. Immerhin ist dafür ja nicht das Aufstellen eines Gerüsts notwendig, und so könnte das vielleicht doch demnächst noch passieren. Die Hausnummer 86 steht leider nicht unter Denkmalschutz, daher wird hier eine Aufwertung eher unwahrscheinlich. Ich schätze eher, dass da bald jemand daher kommt und noch zwei Etagen in Glas/Stahl oben drauf setzen will.


    Und das Gebäude Muggenhoferstraße 34 wurde schon 2014 so hergerichtet! Interessant ist hier, dass eine Fassadendämmung aufgebracht wurde, und die Jugendstil-Medaillons vorher abgenommen und auf die Dämmung wieder montiert worden sind. Hier hat jemand viel Aufwand betrieben um den Charakter des Hauses zu bewahren, obwohl es nicht denkmalgeschützt ist. Ein Glücksfall war das!

    Update Tafelhallengelände

    Gestern kamen wir auch an diesem Großprojekt des Wohnungsbaus vorbei, und ich hab viele Fotos mitgebracht. Wir haben hierüber ja schon ausgiebig diskutiert. Ein Fan des Areals werde ich wohl nicht werden, es hat durchaus gestalterische Qualitäten. Aber in der schieren Masse der Baukörper dort wirkt es einfach nicht mehr angenehm auf mich, sondern erdrückend bis dystopisch. Aber das kann jeder für sich entscheiden. Wenn man bedenkt dass dort vorher ein Quasi-Wald war...


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    Einige der Wohnungen sind bereits bezogen, die großen Einzugsaktionen werden sich demnächst häufen:


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    Einer der Höfe... oder Zufahrten oder wie man das bezeichnet. Aufenthaltsqualität hat der Bereich zwischen den Häusern an dieser Stelle ja eher nicht. Sollten bei solchen Neubaukomplexen nicht ausreichend Tiefgaragenstellplätze gebaut werden?


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    Der andere Hof, im Hintergrund der Riegel an der Dr. Gustav-Heinemann-Straße:


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    Wie nenntmichismael in seinem Beitrag vom 05. Mai 2021 schon schrieb, ist der Innenbereich viel eher gelungen. Hier entfaltet sich meiner Meinung nach auch die volle Qualität des Entwurfs. Die Fugen, die diese Plattenoptik erzeugt, wirkt hier viel wohltuender und hebt die Fassadengestaltung deutlich von den sonstigen Einheits-Schaumstoffweiß ab.


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    Vermutlich umgreifen die in den ersten Fotos oben gezeigten Blöcke ebenfalls solche keinen Höfe, die ich nur nicht zu sehen bekam.


    Hier im Hintergrund der noch im Bau befindliche Lärmschutzriegel zur Dr. Gustav-Heinemann-Stzraße, der praktischerweise Wohnungen enthalten wird:


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    Die Optik der Fassade zur Straße hin, an der bald täglich zigtausende Leute vorbei fahren, wurde ja schon besprochen:


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    Ein Teil davon ist schon abgerüstet. Davor das Werbeplakat mit dem Titelentwurf, der die Hausecke auf dem Ersten Fotos meines Beitrages zeigt.


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    Das ziemlich große und nicht unumstrittene Projekt ist damit bald fertig. Wenn man das Areal entlang streift dürften einem gemischte Gefühle befallen. Einerseits hat es was, andererseits davon irgendwie zu viel. Die Hanglage ist nicht einfach und lässt viele Wohnungen wie Souterrain-Wohnungen aussehen, bei einigen Balkonen hab ich auch eher das Gefühl, dass sich die Bewohner sie bald verglast wünschen würden. Zu einladend ist es, einfach etwas übers Geländer zu schmeißen. Privatsphäre Fehlanzeige. Und das Museum Industriekultur, dessen Erweiterungsfläche das ja eigentlich gewesen ist, ist nun eingezwängt und bis auf Weiteres beengt untergebracht. Platzprobleme sind ja ein Lieblingsthema der dortigen Museumsleitung. Wer weiß, ob das Museum auch langfristig dort bleiben wird.

    Neubaukomplex Thumenberger Weg

    Auf den Fotos im letzten Beitrag zum Branntwein-Areal ist mir ja die Rückseite des bestehenden Wohnblockes aufgefallen, den ich durch die kleinen Fensteröffnungen und die glatte Fassade für ein Industriegebäude hielt. Diese Gestaltung hat der Neubau am Thumenberger Weg übernommen, was ich vor Ort wirklich bemerkenswert fand, da ich noch nicht wusste dass es ein Wohnhaus ist. Denn der Neubaukomplex schaut fast genau so aus und wendet der Bahnlinie Nürnberg-Hof-Chemnitz ebenfalls seine verschlossene Rückseite zu:


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    Von Süden, der Straße aus gesehen schaut der noch unfertige Komplex allerdings viel viel besser aus:


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    Das Gebäude ist mehrfach gestaffelt, mit vielen Vor- und Rücksprüngen, einer Art Hof und zahlreichen Terrassen:


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    Das wird m.E. wohl eines der schönsten Neubauten der letzten Jahre, zumindest was die Baufigur anbelangt. In der Nähe sind ja noch weitere Gründstücke an der Bahnlinie frei, kann man gerne dort adaptieren.

    Branntwein-Areal


    Beim Branntwein-Areal hat man zwischenzeitlich mächtig viel Erdaushub verarbeitet. Der Industriebau in der Mitte steht nun da wie eine Wasserburg. Und es schaut deutlich danach aus, dass der gesamte Bereich vollständig mit Tiefgaragen unterbaut werden wird.


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    Man beachte auch die Wand des langen Gebäuderiegels im Hintergrund an der Bahnlinie. Ich habe es zunächst für einen Industriebau gehalten, aber es handelt sich tatsächlich um ein Wohnhaus (google maps).


    Der Bauzaun aus Bretterwänden ist mit verheißungsvollen Plakaten der WBG geschmückt. Sie weisen darauf hin, dass man sich des historischen Erbes bewusst sei und u.a. die Buchstaben des prägnanten Schriftzuges abmontiert habe.


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    Allerdings hat man hier wenig Weitsicht gezeigt, das "einlagern" ist ja nun eher keine echte Leistung. Messies tun sowas, Visionäre haben eine konkrete Wiederverwendungsabsicht, z.B. im Rahmen der Revitalisierung des Backsteinbaus in der Mitte als Kulturzentrum. Alles was eingelagert wird, ist doch letztlich verloren. Und wenn dann doch einer kommt und etwas ins Stadtbild zurückbringen möchte, wie es die Altstadtfreunde mit den Überbleibseln aus dem Denkmalstadel gerne mal vorschlagen, gibts überwiegend Kritik. Hier zeigt die lokale Architekturintelligenz eine bemerkenswerte Ambivalenz: Einlagern, damit es einem Neubau nicht mehr im Weg steht, aber bei der Wiederverwendung wird es oft als "Disneyland" verschmäht, da es ja aus dem Kontekt gerissen sei. Naja, ich schweife ab...

    Grundsätzlich finde ich das, was hier passiert, ja doch mehr erfreulich!

    Neubau Scharnhorststraße 24

    Eine Baulücke in einer Parallelstraße zur Rechenberganlage wurde mit einem eigenwilligen Neubau geschlossen:



    Ich weiß nicht genau ob mir der Bau gefällt oder nicht. Meine Assoziationen speisen sich aber eher aus der Popkultur, genauer einem alten, bekannten Endzeit-Videospiel, in der die außerirdischen Invasoren genau solche Festungsanlagen hatten. Wahrscheinlich war der Architekt dieses Hauses auch mal Zocker?

    Gostenhof wird immer schöner - Erlenstegen eher nicht


    Vor einer Woche war ich ganz angetan von der gestalterischen Qualität einzelner Sanierungen in Gostenhof. Und da dachte ich an das stattliche Ensemble aus Sandsteinhäusern in St. Jobst, bei dem einer der Kopfbauten nun saniert wird. Denn dieses Ensemble ist für stadteinwärts kommende wirklich stadtbildprägend und könnte ein echter Hingucker sein. Gegen Jahresende hat nun der in Renovierung befindliche Kopfbau Äußere Sulzbacher Straße 126 nagelneue Fenster bekommen:



    Kein Scherz, all diese merkwürdig und teilweise schief reingezimmerten Plastefenster sind neu:



    Was sich der Bauherr hier unter "stilvoll wohnen in historischen Mauern" gedacht hat, wie es in etwa im Rahmen der Vermarktung hieß, bleibt mir da ein Rätsel. Eigentlich ein Drama, wenn man sich das Ensemble vor Augen führt, wie das den Bach runter geht:



    Kein einziges der Gebäude hat die korrekten Fenster, bei der Hausnummer 132 ist seit Jahren der Dachausbau unvollendet und die mittlere Dachgaube unverkleidet, die Erdgeschosszone besteht aus bestenfalls unpassenden Einbauten. Und für mich persönlich schade ist dass das Café Jobst am Hauseck bei der letzten Renovierung seinen Charme verloren hat. Die gemütliche Gaststube im Obergeschoss, in der die Zeit stehengeblieben schien, ist nun eine Wohnung. Wenn man bedenkt wie heilsam-konstruktiv in vergleichbar großen Städten der Denkmalschutz wirkt und solche Ensembles herauszuputzen hilft ist das in Nürnberg ein Trauerspiel.

    Unsere Stadt soll grauer werden: Merkelsgasse 15

    Ein arg ramponiertes Gründerzeithaus ist erneut überformt worden. Schon die ca. 10 Jahre alte Ansicht aus Google Streetview (klick) zeigt es stark vereinfacht und mit Eternitplatten verkleidet. Ich bin das erste mal darauf aufmerksam geworden als die Platten abgenommen waren und sich eine Fassadensanierung ankündigte. Da konnte man gut sehen um was es sich bei der verkleideten Fassade eigentlich gehandelt hat:


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    Die gesamte Fassade ist offensichtlich im Rahmen eines Wiederaufbaus rasch hochgemauert worden und sollte von Anfang an keinerlei Details oder Schmuck erhalten, jedenfalls keinen, der mehr als ein paar Rillen im Putz oder so gewesen wären. Das Mauerwerk ist durchgehend als Läufer-Binder-Mauerwerksverband aus wiederverwendeten Ziegeln hochgezogen worden, das im Erdgeschoss direkt auf Reste des Sandsteins aufgesetzt wurde. Und darüber fallen nur die Fensterstürze auf, die damals auf Holzrahmen senkrecht gemauert wurden, sonst unterbricht nichts das regelmäßige Mauerwerk mit den unsauberen Fugen, das nicht als Sichtmauerwerk gedacht war:


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    Es war also irgendwie vorhersehbar, dass die neue Fassade auch keine Highlights haben würde, wenn nicht besonders fantasie- und liebevolle Bauherren am Werk sind. Und tatsächlich, heute im Feierabendlicht hab ich das Ergebnis vor die Knipse bekommen:


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    Zugegeben, es war auch vorher kein Highlight, aber dass diese Kombination aus Weiß und Dunkelgrau gerade dem baumarmen und asphaltreichen Stadtteil Wöhrd so gut steht, würde ich jetzt nicht sagen. Auch die Hausnummer 17 ist davon "infiziert" worden und hat alle Erdfarbenen Nuancen gegen Dunkelgrau eingebüßt.

    Abriss und Neubau Kolpinghaus

    Direkt hinter der Frauentormauer wird ein recht großvolumiges Geschäftshaus aus der Nachkriegszeit abgerissen:




    Eine Pressemitteilung des Kolpinghaus Nürnberg e.V.als pdf-Download feiert den Beginn der Abbrucharbeiten und auf deren Website lassen sich weitere Fotos ansehen. Informationen zur Getsaltung und damit der Städtebaulichen Wirkung des Neubaus in der Altstadt habe ich leider nirgends gefunden. Dabei zeigt mein Foto oben dass dessen Gestaltung für die Wirkung der Frauentormauer durchaus von erheblicher Bedeutung sein wird. Ich meine, dass der Neubau auch 2014 ff. im BKB besprochen worden ist, aber die Unterlagen sind mittlerweile nicht mehr einsehbar.

    Renovierung "Böhms Herrenkeller"

    Bei dem historischen Gebäude, das das Restaurant "Böhms Herrenkeller" beherbergt, handelt es sich auch um eine der letzten Kriegsruinen mit Notdach in Nürnbergs Altstadt. Anders als die Adlerstraße 36, bei dem das aktuelle Schicksal ungewiss zu sein scheint, ist die Theatergasse 21 keiner problematischen Zwischennutzung unterworfen. Zuletzt wurde das Gebäude renoviert, allerdings hat man keinerle Ambitionen gehabt es auch wieder aufzubauen. Das scheint weiterhin eine Option für künftige Generationen zu bleiben:



    Vielleicht bekomme ich ja mal eine Vorkriegsaufnahme davon in die Finger, um eine Ahnung zu bekommen was hier einmal stand. Denn denkbar wäre auch, dass der Denkmalschutz, den der Gebäudestumpf genießt, einen Wiederaufbau ziemlich kompliziert machen könnte.

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    Ja, das Haus hat einen sehr schwierigen Grundriss. Umso mehr bin ich erfreut und erstaunt darüber, dass es erhalten und aufgewertet wird. Damals im Rahmen des Verkaufsangebotes hat man auch Grundrisse ansehen können, und die zwei Wohnungen je Etage waren da sehr ungleich: Die Räume an der linken Hauskante sind alle spitzwinklig mit trapezförmigen Grundriss und entsprechend klein. Zum Hof hin haben diese Wohnungen ganz wenig Wand/Licht.

    Update "Auf AEG" und "Tramlofts" am Fuchsloch


    Mein letzter Beifang von unserer Sonntagstour durch das weihnachtlich-tiefschlafende Nürnberg aus Eberhardshof:


    1. Auf AEG

    Auf AEG wurde in Vorbereitung eines weiteren Großprojektes, das nenntmichismael in Beitrag Nr. 159 vorgestellt hat, mit Abrissarbeiten begonnen. Der markante Übergang endet nun im Nichts. Leider, ich finde solche Konstruktionen als Zeugnis industrieller Aktivität ja ziemlich faszinierend:


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    Vorher stand dort ein stattliches Industriegebäude, das zuletzt von Künstlern belegt war, wenn ich das richtig gesehen habe, fotografiert aus westlicher Perspektive von dem Parkplatz, der auch verschwinden wird zugunsten des neuen Quartiers.


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    2. Tramlofts

    Bei den Tramlofts wird nun auch mit den Bauarbeiten begonnen. Hier wird der hintere Bereich zwischen dem denkmalgeschützten Ensemble und der Pegnitzwiese mit recht dichter Wohnbebauung zugebaut.


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    Vor Ort finden sich an Info-Containern auch Visualisierungen. Das was dort entstehen wird wirkt auf mich anhand der Visualisierungen aber ein bisschen deplatziert, uninspiriert und aus der Zeit gefallen:


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    Die Idee, hier das industrielle nachzubilden und den Gebäuden eine Art Shed-Dach zu spendieren, finde ich wirklich gut. Aber wenn ich das damals im BKB richtig verfolgt habe ist das auf verhaltenes Echo gestoßen und wurde entsprechend geglättet. Das Ergebnis sind nun aber gesichtslose Wohnblöcke ohne Reiz. Überhaupt frage ich mich immer wieder wie städtebaulich solche Schieflagen entstehen können: Hier, an der Pegnitzwiese und hinter hochwertigstem, denkmalgeschützten Wohnraum entstehen dieses hochdichten Copy-Paste-Wohnsilos, und am Nordostbahnhof, wo ich recht häufig vorbei komme und man exzellente Verkehrsanbindung, ein Einkaufszentrum und Regionalbahnhof vor der Haustüre hat, sind Reihenhäuser hingebaut worden. Und wenn schon Flachdach, dann sollten sie doch mittlerweile mit Photovoltaik und/oder Begrünung versehen werden, oder?

    Ja, mich reisst das auch nicht vom Hocker. Zwar bietet der Hof mehr als die durchweg öden Straßenfassaden, aber auch hier dominiert grau und einfachste Materialien und Gestaltung. Bei den Neupflanzungen über Tiefgaragen nimmt man doch meinst flachwurzelnde Bäume, soweit ich weiß. In heißen Sommern wiederum muss man die häufiger gießen damit sie es schaffen, sonst hat es sich mit dem Grün schnell erledigt. Die nahe Zukunft wird es zeigen.

    Danke für das Update!

    Ich bin auch recht erleichtert, dass es hier weitergeht und das Großprojekt nicht Opfer aktueller Umstände geworden ist.


    Die enorme Dichte des Viertels ist vielleicht kritikwürdig, ich finde sie jedoch verschmerzbar. Das westlich gelegene Gründerzeitviertel ist auch dicht bebaut und es handelt sich um ein klasse Grundstück in sehr guter, zentraler Wohnlage. Ich beobachte aber auch, dass Bauträger, die Projekte umsetzen bei denen Elemente unter Denkmalschutz stehen, den übrigen Teil der Projektfläche auch maximal ausnutzen. Das pauschal immer als unrentabel verschmähte Denkmal soll ja so irgendwie gegenfinanziert werden.


    Ich erinnere mich auch an hochwertige Visus, und ich hoffe das sie am Ende überzeugen. Die Materialität, die das Denkmal vorgibt, nämlich grau gestrichener Putz, Beton und einfache Fenster würden in den Neubauten zitiert ja eher wenig hergeben - ganz anders als am Schillerplatz, wo Gründerzeitarchitektur zitiert wurde.

    Wow, deine Bilder dokumentieren gut, was Flächenfraß bedeutet. Wobei das noch verhältnismäßig harmlose Beispiele sind im Vergleich zu den riesigen Gewerbeparks, die entlang Autobahnen und Landstraßen entstehen. Und wenn ich mir dieses "Seniorenzentrum" da anschaue, oh weh, wenn soetwas im Alter auf einen wartet, braucht man sich nicht wundern wieso so viele Angst vorm Alter haben. Mir jedenfalls geht es so, wenn ich mir vorstelle als alter mensch in so einer Einrichtung geparkt zu werden, am Waldrand, weit weg vom tosenden Stadtleben.

    im Prinzip fertig: Quartier Maximilian

    Zuletzt mit Fotos im April 2021 (Beitrag) hier gezeigt ist das nagelneue Quartier, ein kompletter Blockrand, nun fertig. Der markante Eckbau, der einen alsm erstes ins Auge fällt wenn man auf das Quartier zugeht, ist auch der gestalterisch gelungenste, wie ich finde:


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    Die Fassadenflucht entlang der Georg-Hennch-Straße fällt dagegen deutlich ab, hat aber dennoch eine erfreuliche Abwechslung aufgrund der Farbigkeit:


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    Der städtebauliche Bezug dürfte der gegenüber liegende Wohnblock sein, der dem Auge leider auf der gesamten Länge keinerlei Variation bietet:


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    Die südlichen Kopfbauten mit Blick auf die Bahnlinie, gut zu sehen ist die Staffelung, mit der die Häuser im Block immer höher werden Richtung Ringstraße. Das hätte durchaus noch etwas selbstbewusster sein können:


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    Vom Straßenniveau der Jansenbrücke, von dem aus die meisten Passanten einen Blick auf das Ensemble mitnehmen werden, wirkt das Quartier weit weniger ambitioniert. Das weiße-gelbe Eckgebäude ist auch das, was mir am wenigsten gefällt. Es ist plump und schlecht proportioniert: Der Erdgeschossbereich mit schlanken, stehenden Fenstern, darüber liegen die Fenster in einer Lochfassade quer, und wieder zwei Stockwerke höher dieselben Fenster spiegelverkehrt in einer anderen Reihung liegend. Architektur ist das nicht, sondern eher Zufall, oder Improvisation. Ein krasser Qualitätskontrast zum oben gezeigten Eckhaus. Beim selben Bauprojekt wohlgemerkt. Immerhin, wäre das weiß-gelbe Eckhaus ein richtiger Turm geworden noch zwei, drei Stockwerke mehr, dann würde aus er besser wirken.


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    Geht man die Maximilianstraße hinab kommt man an der Fassadenreihe entlang, die sich der tosenden Ringstraße zuwendet und die im Sommer hinter den nun laubfreien Bäumen verschwindet. Erstaunlich, dass sich hier wiederum höherwertigere Gestaltung findet:


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    Bis man an dem Nordende des Quartiers ankommt, an dem sich tatsächlich Wohntürme befinden:


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    Der verklinkerte Eckturm wirkt tatsächlich gestalterisch wertig, gar elegant. Und er ist ein Stockwerk höher als dar weiß-gelbe Klotz an der Bahnlinie, obwohl hier viel mehr Licht vorhanden ist. Vermutlich sollte er den Hof nicht verschatten und musste deswegen so niedrig bleiben, wer weiß. Der Bezug, der die Höhe gerechtfertigt hat dürfte dieser, dem Betonbrutalismus zuzurechnende Wohnblock sein, ebenfalls 8 Etagen:


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    Nochmal in die Georg-Hennch-Straße, zum Wendehammer. Wie wir ja nun Dank Dexter wissen, handelt es sich bei dem zu einer Villa transformierten Gebäude um das alte Bahnhofsgebäude "Neusündersbühl". Hier ist noch ein Anbau dazu gekommen, vermutlich wartet der Eigentümer auf die Lieferung des Marmors aus dem Mittelmeerraum.


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    Ein schönes kleines Schmuckstück!

    In Gostenhof werden zunehmend die Historismusfassaden wieder hergerichtet. Ein besonders schmuckes Beispiel ist die Ecke Untere Kanalstraße/Obere Seitenstraße:


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    Die Sandsteinelemente der Hybridfassade aus Sichtklinker und Naturstein wurden vor kurzem restauriert. Noch im Sommer waren sie im arg verwittertem Zustand zu sehen. Vorzustand:


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    Auf Google Streetview kann man sehr gut die fast vollständig verwitterte Eckbossierung sehen, nun ist sie wieder da. Beim Haus daneben, Untere Kanalstraße 3a kann man sogar ganz besondere Altbaufenster sehen:


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    Die Eigentümer haben hier Kastendoppelfenster eingesetzt, die aussehen als wären sie neu. Womöglich sind es die aufgearbeiteten Originalfenster, in jedem Falle aber extrem selten in Nünberg zu sehen. Häufig ist dann doch eher das Austauschen gegen optisch ähnliche Kunststofffenster:


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    Und Beifang in der Austraße, Nummer 116 mit neuen Holzsprossenfenstern, in Hellblau sind sie eine schöne Farbkombination mit der roten Fassade:


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    Vorzustand


    Gostenhof wird immer schöner!

    Die "Amöbe" ist wieder eingerüstet, und im Hof steht Stapelweise Dämmstoff bereit:



    Der Kubus soll doch dann auch noch saniert werden, oder irr ich mich? Leider verschwinden bei diesen Sanierungen ja zunehmend die Wappen und andere Hoheitszeichen von staatlichen Einrichtungen, z.B. aktuell an der Polizeihauptwache am Jacobsplatz. Hier würde das bestimmt auch passieren.



    Nicht befriedigen kann der Eingangsbereich. Wie hier schon erwähnt passt er gestalterisch überhaupt nicht zum eleganten Neubau. Das ist einfach plattgewalzte Spachtelmasse, ohne jegliche Fassung und Struktur. Das entwertet den Neubau dann doch ziemlich.


    Wiederaufbau Tuchergartenstraße 11

    Ein Freund von mir hatte mir vor rd. einem Jahr erzählt, dass der Gründerzeitstumpf in der Tuchergartenstraße 11 gekauft worden sei, von wohlhabenden Leuten und man einen gelungenden Wiederaufbau wird erwarten können.


    Vorzustand:


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    heute:


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    Hm, also ich habe mir von der Ankündigung mehr erwartet. Das ist ja doch eher einfachst gestaltet, billige Fenster, billige Fassadenhaut, billige Farbe, kein Dach... Aber immerhin hat man die Spiegelbildlichkeit der Haustüre zu ihrem Nachbarn, der Hausnummer 9, beibehalten. Ich weiß nicht, hätte man die Fenster in einer Farbe passend zur Türe gewählt, vielleicht noch eine gescheite Teilung der Fenster dazu, dann wäre dasselbe Haus doch wesentlich attraktiver. Und ich persönlich hätte mir einen Dachaufbau gewünscht, gerne mit riesigem mittig plaziertem Panoramafenster, wie man sie öfters bei ausgebautem Dachgeschoss sieht, z.B. hier. So wie die Tuchergartenstraße 11 jetzt aussieht wirkt sie weiterhin provisorisch.

    Werderstraße 24

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    Erfreuliche Vorzeichen einer lang angekündigten Sanierung sind in der Werderstraße sichtbar. Die Hausnummer 24 am Ende der Straße - für mich stets von Osten kommend ist es das erste Haus in der Straße - hat nun neue Fenster bekommen. Und ich könnte hüpfen vor Freude: Es sind passende Sprossenfenster, die in so eine Sandstein-Historismusfassade gehören:


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    Das Gebäude aus 1888 sollte bereits 2015 saniert werden, dann kam wohl irgendwas dazwischen, und im Rahmen der Flüchtlingskrise wurde das Gebäude als Flüchtlingsunterkuft zwischengenutzt und dabei sicherlich nochmal ordentlich abgewohnt. Damals kam auch die historische Haustüre weg und wurde durch ein Baumarktangebot ersetzt. Ich hoffe mal dass diese Blause Plastiktüre nun wieder durch etwas passenderes ersetzt werden wird. Immerhin: Der Stuck bleibt sicherlich dran, am Erdgeschoss wird sich noch einiges tun, denn die neuen Fenster sind flächenbündig zur Fassadenhaut eingeschäumt. Entweder hier kommt nur eine Dämmschicht drauf, oder etwas besseres wie z.B. in dem von arc_bn aus Maxfeld gezeigtem Beispiel. Das wäre aber schon der Oberhammer!

    Fertig: Irrerstraße 13, das "Buchbinderhaus"

    Mit dem Gebäude Irrerstraße 13 wurde dieser Thread ja 2012 eröffnet, damals stand das Gebäude zum Verkauf. Lange tat sich nichts, erst in den letzten Jahren hat man dort Bautätigkeit wahrnehmen können. Nun ist es wohl fertig und wir können ein paar Vorher-Nachher-Aufnahmen genießen. Denn ich finde dass es durchaus gelungen ist. Vom Platz aus steht der symmetrische Bau nun wieder komplett da, und man hat darauf verzichtet den Wiederaufbau als "schmerzhaften Kontrast" ins Stadtbild zu implantieren, sondern hat das Haus harmonisch wieder aufgebaut und so das Stadtbild geheilt:


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    2012:


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    An der Hausecke fehlt noch die Hausmadonna in der Nische unter dem Baldachin. Sicherlich überwintert sie in einer Holzbildhauerwerkstatt:


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    Die schwer einsehbare Hofansicht dürfte dabei den wesentlichen Fortschritt beinhalten, die die Sanierung den Nutzern gebracht hat. Nicht nur dass Fenster wieder geöffnet wurden, auch die Holzgalerien sind wieder angebaut worden. Hier ist der Qualitätssprung an deutlichsten sichtbar geworden:


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    2012:


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    Und weil ich so versöhnt-begeistert vor Ort war fiel mein Blick auf die Anwesen am westlichen Rand des namenlosen Platzes Irrerstraße Ecke Geiersberg (wieso man nicht mit diesem Platz jemanden ehrt anstatt mit Rasenstücken auf denen Telekom-Verteilerkästen stehen ist wohl ein Geheimnis der Nürnberger Stadtverwaltung). Die Häuser fürfen sich so selbstverständlich qualitätvoll in die historische Umgebung ein, dass man sich hier auch nichts anderes, besseres mehr vorstellen kann. Die beiden Häuser dürften aus den 1980'er Jahren sein:


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    Alles richtig gemacht!