Beiträge von nothor

    Die Stadtteilvereine sin ja schon teilweise Lokalpolitik. Ich finde sie haben oft zu viel Einfluss, gerade was die aktuelle Diskussion um die Pinselfabrik in den Hesperidengärten angeht, sind die ja voll auf der Linie der Stadt Nürnberg. Dabei könnte man das wesentlich differenzierter sehen. Auch hier kann ich nicht verstehen wieso man da die Höhe begrenzt. Wenig weiter steht m.E. die Blaupause am Ring, die eine entsprechende Höhe vorgeben könnte.

    Wir werden uns eines Tages noch ärgern, dass wir in den aktuellen Zeiten so niedrig gebaut haben.

    Ich bleibe dabei: Wenn ein Pendler aus dem westlichen Umland mit dem Auto angefahren kommt und man ihm erst in Röthenbach ein Angebot zum Umsteigen in den ÖPNV macht, dann müsste dieses Angebot eigentlich kostenlos sein, denn es ist ziemlich schlecht.

    Wir waren heute mit dem Auto in Bad Windsheim, auf dem Weg dorthin ging es durch viele Gemeinden, von denen ich weiß, dass sie der Wohnort vieler meiner Kollegen sind. Und die kommen alle mit dem PKW. Der Parkplatz am Dienstgebäude ist kostenlos.


    Warum sollten diese Leute erst in Röthenbach, kurz vor dem Ziel, in eine teure U-Bahn umsteigen, um dann wieder umzusteigen usw..?


    Die U-Bahn muss mindestens bis an den östlichen Stadtrand von Stein geführt werden, um dieses Nadelöhr einzukassieren. Denn hinter Röthenbach ist man schon quasi im Stadtgebiet, ein Umsteigen lohnt dann nicht mehr. Das Parkhaus halte ich daher für überflüssig, es ist eher als Stadtteilparkhaus interessant.

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    Danke für die Fotobeiträge, aber wenn ich das richtig sehe, sind doch die Fassaden auch an den abgerüsteten Stellen längst nicht fertig: Nackter Beton und die hervorstehenden Rollladenverkleidungen und die sichtbar eingeschäumten Fenster - fertig ist das keineswegs!

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    Ich verstehe deine Assoziation, die habe ich auch, einen gewissen postmodernen, osteuropäischen Eindruck macht diese Gestaltung schon. Ich verbuche das aber mal unter Internationalismus, und mir gefällt es. Ich finde dass man den Richtigen Vorschlag zu Platz 1 gekührt hat. Er hat in der Gestaltung etwas Ruhiges, Klassisches, Vertrautes. Platz 2 von Auer/Weber dagegen finde ich etwas irritierend. Diese Architektur kenne ich auch Sci-Fi-Serien der 1990'er Jahre, die hat etwas Bunkerartiges und Abweisendes.


    Kein einziger Beitrag liefert einen Entwurf, der klar Nürnberger Traditionen aufgreift. Gut, das muss man hier vielleicht auch nicht, selbst das wunderbare Albrecht-Dürer-Gymnasium ist ja schon um 1920 herum nicht in Nürnberger Lokalkolorit gestaltet worden. Aber bevor es sich in Nürnberg durchsetzt, die weiße Schuhschachtelarchitektur als Lokalen Baustil hinzunehmen, sind mir alle diese Entwürfe, und ganz besonders Platz 1 von AllesWirdGut Architektur sehr willkommen.

    Ich würde keinen eigenen Projektstrang aufsetzen, denn ich denke nicht dass es so rasant vorangehen wird, dass er dauerhaft vorne auf dem Dashboard bleibt. Sollte dieser Strang aber faktisch nicht reichen aufgrund der Fülle an Meldungen zum Pilatushaus, dann kann man das jederzeit nachholen.


    Ich persönlich freue mich auch über diese Meldung. Spontan finde ich 60 Jahre Erbpacht irgendwie wenig, aber das Ende dieses Vertrages erlebe ich nur, wenn ich über 100 Jahre als werde. Realistisch gesehen bleibt das Gebäude wohl Zeit meines Lebens bei den AF! Wir werden aber wohl auch sehen, dass die anstehende Sanierung für die kommenden 60 Jahre bestimmt nicht die Letzte sein wird. Das alles ist aber auch irgendwie egal, wenn man bedenkt was die AF hier vorhaben: Ein Büro im Dachgeschoss, von dem aus es ja schöne pittoreske Aussichten gibt und Gastronomie im Erdgeschoss, die das Bieramt bestimmt gut ergänzen wird. Und die Wohnetagen sollen wohl an Künstelr usw. gehen, also Nutzer, die kein Problem mit dem belebten Platz vor dem Fenster haben werden.

    Dem Gebäude wird wohl ein goldenes Zeitalter bevorstehen. Ich finds super!


    Übrigens, Kontonummern würde ich hier nicht posten, aber man kann die Seite der AF verlinken: Klick! Sicher wird man dort bald das Spendenkonto für das Pilatushaus finden können. Im Newsletter der AF stand ja, dass das bereits häufig erfragt wurde.

    Erhalt der Pinselfabrik in den Hesperidengärten


    Auf Facebook hat sich heute eine Initiative gegründet: "Kunstquartier in der alte Pinselfabrik", und bereits über 50 Mitstreiter:


    "Wir wollen aus der alten Fabrik ein Kunst- und Kulturquartier machen, mit Ateliers, Probenräumen und Platz für Veranstaltungen und Seminare, einen Begegnungsort für Jung und alt. Wir haben ein Konzept ausgearbeitet, diese Gruppe dient dazu, Unterstützer für unser Projekt zu gewinnen und Ideen zu sammeln, wie wir unser Vorhaben umsetzen können und die Stadt Nürnberg davon zu überzeugen."

    Quelle: Kunstquartier in der alten Pinselfabrik


    Ich fänd es wahnsinnig toll, wenn das gelänge. Ich glaube kaum, dass der Bedarf an weiteren Gartenflächen so groß ist, dass man dieses Potienzial unbedingt verschwenden muss, dass dieses Haus aktuell noch hat! Tretet bei, wenn ihr das unterstützen wollt.

    Die gibt es so nicht, aber unter den Hurra-Meldungen des Bürgervereins, der sich auf den Abriss und die Schaffung der Gartenerweiterung freut, summieren sich entsprechende Kommentare, die den Erhalt des Fabrikgebäude für kulturelle Nutzung anregen. Ich selbst habe das auf Facebook mehrfach gelesen und kommentiert.

    Sind die Künstler nicht gerade erst alle aus der Kongresshalle rausgekündigt worden?


    Leider stehen die Chancen darauf nicht gut, selbst im Vorstadtverein heisst es, dass man seit Jahren für eine Erweiterung der Hesperidengärten kämpfe. Also ich bin ja auch regelmäßig dort, aber dass die Gärten größer werden habe ich mir noch nie erträumt. Stattdessen regt das alte Gebäude meine Phantasie extrem an. Ende letzten Jahres sind wir mal an einem Tag der offenen Galerien durch Gostenhof gezogen und haben die Künstler dort aufgesucht, die ihre Ateliers und Werkstätten gezeigt haben. Man konnte richtig sehen, wie zufrieden die waren dass die eines der günstigen, verfallen Räume und Hinterhäuser ergattern konnten. In Zeiten, in denen jeder Quadratmeter zu dringend benötigten Eigentumswohnungen umgebaut wird, ist soetwas ja sehr selten geworden.


    Die alte Pinselfabrik könnte da ganz massiv zu einer Entspannung beitragen. Selbst wenns nur für ein paar Jahre der Zwischennutzung wäre.


    Die Gärten können m.E. warten.

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    Da hast du schon Recht. Wobei ich mal gelesen habe, dass die meisten Lokale aufgegeben und zu Wohnraum umgewandelt werden, weil die Nutzflächen und Grundrisse nicht passen. Zu klein, zu verwinkelt. Die alten Läden mit ihrer Verkaufsfläche von 20 qm, dahinter noch ein kleines Büro mit Lager, ein Klo und eine Küchenzeile ergeben halt ne durchschnittliche Zweizimmerwohnung, aber eben keine Gewerberäume wie man sie heute will.


    Wer ein Gewerbe betreibt, der will auch Lagerflächen, eine gewisse Größe, vielleicht noch gewerbliche Küchen mit allem was da dran hängt (Fettabscheider usw.) Bei einem Neubau ließe sich das aber realisieren, aber das macht für Schultheiss letztlich auch nur Arbeit, weil man 1. den Käufern der Eigentumswohnungen das vermitteln und 2. gleichzeitig noch ein dazu passendes Gewerbe suchen müsste Wozu, wenns niemand vorschreibt. Da wird man den einfachsten Weg gegangen sein.


    Für die Schwabacher Straße als Lebensader und Geschäftsstraße in St. Leonhard hätte ich mir das aber schon gewünscht. Und wenns eine der Bäckereiketten geworden wäre...

    Für die Bewohner des EG gibt es aber zumindest die Vorzüge eines Hochparterres.

    Das Konzept des Hochparterre ist in meinen Augen leider arg unterschätzt. In Nürnberg ist das merkwürdiger Weise sehr selten, dabei wertet es das Erdgeschoss massiv auf. Ich habe es nie verstanden, wieso die Erdgeschosse hier tatächlich meist auf Straßenniveau sind, schon seit der Gründerzeit, und man vom Gehsteig den Leuten innen auf den Frühstücksteller gucken kann. Unattraktiver gehts doch garnicht.

    Schaut schön modern aus, aber für meine Begriffe auch etwas zu verschwenderisch. Zu flach, zuviel Versiegelung, und zu viele geradlinige Fluchten, auf den Fotos wirkt es auf mich sehr abweisend. Wenn ich das mal mit den Maßstäben vergleiche, die der Schulprachtbau Bismarckschule aufbietet, wo man je näher man rangeht immer mehr Details findet, ist die BBS genau das Gegenteil. Man verliert sich darin wie auf einem Großparkplatz.

    Pinselfabrik in den Hesperidengärten

    Der Stadt Nürnberg ist es jüngst gelungen, ein Privatgrundstück neben den Hesperidengärten zu kaufen. Dabei handelt es sich um das Gelände der Pinselfabrik "Leonhardy VP" in der Johannisstraße 41. Dort habe ich auch schon eingekauft.

    Der Plan der Stadt war, die Heperidengärten zu erweitern, und bereits vor über 100 Jahren verlorene Barockgärten zu rekonstruieren, um die gesamtgartenfläche zu erhöhen.


    By the Way: Rekonstruktionen werden von der Stadt Nürnberg in anderen Fällen ja strikt abgelehnt.


    Um die Erweiterung der Gärten zu realiseren muss ein Fabrikgebäude aus der Jugenstilzeit abgerissen werden.


    Nun trendet aber durch die Sozialen Medien der Wunsch, das Gebäude zu erhalten und es Künstlern zur Verfügung zu stellen. Die Idee: Die Gärten drumherum zu entwickeln und das Gebäude als Künstlerhaus inmitten der Gärten zu erhalten und zu betreiben. So würden die Gärten sowohl erweitert werden können, als auch ein Nukleus der Kunst geschaffen werden. Das Gebäude wurde bis vor wenigen Jahren industriell-handwerklich genutzt, und hat sicherlich einen gewissen Sanierungsstau. Was haltet ihr davon?


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    Schöner Fund! Der Wegfall des Einzelhandels bedeutet auch, dass hier eine tote Erdgeschosszone entsteht, die die Schwabacher Straße zu einer Durchfahrtsstraße macht. Wenn ein Laden verschwindet gehts denen links und rechts daneben auch schlechter. Hier wäre ein Gewerbe, gerne auch ein Kaffee oder Imbiss, sicher die städtebaulich beste Lösung.

    Da Schultheiß aber vorrangig Eigentumswohnungen verkauft macht sich ein Gewerbe oder Imbiss im Exposè vielleicht nicht so gut? Oder liegts an städtischen Vorgaben? Das kann ich mir schwer vorstellen.

    Soweit ich weiß soll doch das Parkhaus baufällig gewesen und schon zu "Lebzeiten" des Kaufhofs nicht mehr benutzt worden sein. Oder täusche ich mich hier? Denn ich hatte mich auch gewundert, einerseits schwadroniert man von "Quartiersparkhäusern", die man nun dort baut wo es keinen Parkdruck gibt - das am Gaswerk in Sandreuth finde ich da so bemerkenswert - und andererseits vernichtet man hunderte Parkplätze, die man gut hätte vermarkten und den Bürgern "verkaufen" können, augenscheinlich grundlos. Das Argument der Baufälligkeit war da für mich die Antwort.

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    "Hässlichkeit erfreut durch Dauer" titelte vor ein paar Jahren die NZ über Architektur in Nürnberg. Chefredakteur Dr. Fischer illustrierte darin u.a. dass gerade Zwischennutzungen, Provisorien aber auch einfach nur hässliche Zweckbauten besonders lange Nürnbergs Stadtbild prägen. Während dessen ringt man bei den Gebäuden, die herausragend sind (damals das Volksbad, Die Hauptpost und diverse abgerissene Perlen wir den Milchhof usw.. heute z.B. das Opernhaus) um Sanierung und Erhalt. Für mich z.B. sind Bauten wie das Volksbad und das Opernhaus steinerner Beleg dafür, dass Nürnberg eine Kulturstadt ist, die bereits vor 100 Jahren in oberen Ligen mitspielte, und eben nicht noch vor 30 Jahren ein unbedeutendes Fischerdorf im im nahen Osten oder Central-China war, das erst jetzt mit Staatsmilliarden Themen wie Kultur, Geschichte, Grandezza aufzubauen versucht. Denn mit diesen Orten können wir in Nürnberg ohnehin nicht mithalten.

    Sehr aufmerksam!

    Mich persönlich stören die Ähnlichkeiten nicht wirklich. Die Gründerzeitviertel in Berlin, Magdeburg und Leipzig sehen sich auch zum verwechseln ähnlich, aber daran stört sich niemand. Auch in der Gründerzeit haben die Architekturbüros viele Entwürfe mehrfach verwendet, nur gering abgewandelt und in Wettbewerbe eingebracht. Entscheidender ist doch, wenn ich so meiner Sehschule folge, dass jedes hinzugefügte Element sich an den vorhandenen orientiert und so zu einer harmonischen, zufriedenstellenden Weiterentwicklung beiträgt. Bei Wohnungseinrichtungen oder Kleidungsstilen würde niemand das anders sehen, aber in der Architektur wird oft bewusst der Kontrast, der Fehler in der Harmonie angestrebt.


    Bei den jüngst hier vorgestellten Projekten reibe ich mir z.B. auch häufig die Augen: Das Projekt an der Zerzabelshofstraße, das anscheinend tatsächlich aus Sandstein sein wird, müsste es dort m.E. nicht sein, da es weit und breit kein Sandstein gibt. Stattdessen hat es ein Flachdach, die Umgebung aber überwiegend geneigte Dächer. Eigentlich ein bewusster Bruch ohne Grund dafür. Die etwas verschwurbelt formulierte Bewertung des BKB geht darauf auch mit keinem Wort ein, sondern spricht lediglich von "Körnung" der Strukturen usw.


    Demgegenüber ist z.B. der umstrittene Schultheiss-Neubau im Inneren Kleinreuther Weg, zuletzt hier erwähnt, als Flachdachneubau ohne Sandsteinelemente inmitten eines hochwertigen Wohnquartiers aus Sandsteinhäusern mit Schrägdächern entstanden. Und immer war der BKB beteiligt.


    Was schließe ich nun daraus?

    - wir haben uns an zerklüftete, unharmonische Ortsbilder gewöhnt und stören uns an anlasslosen Kontrasten nicht mehr,

    - die Leitbilder des Städtebaus haben ganz andere Ziele als "Harmonie" und zusammenhängende Gestaltungsqualität.


    Vielleicht kommenden deshalb so viele in meinen Augen wie gewürfelte Ergebnisse heraus.

    (Vielleicht ist es nur Zufall, aber zuletzt hatte ich den Eindruck, dass inzwischen auch die Bauträger, die bisher eher für Einfallslosigkeit standen, wie Schultheiß oder Bauhaus Liebe und Partner, inzwischen mehr auf Qualität und Gestaltung achten.)

    Ja schön wärs, aber ich glaube erst daran wenn ich es sehe. Dass gerade einer dieser lokalen Bauträger, die durch regelmäßiges Unterbieten der gestalterischen Mindesterwartungen auffallen, hier plötzlich die Eigenarten lokaler Gestaltungstraditionen für sich entdecken, wäre echt ein kleines Wunder. Ich sehe da nämlich nichtmal Sandstein, sondern nur ein farbig angestrichenen Schießschartenbau. Und die werden ja gerne nochmal von der Visualisierung abweichend zusammengespart. Aber vielleicht täusche ich mich ja.

    Der östliche Teil der Großreuther Straße ist ja der eher gewerblich geprägte, um nicht zu sagen hässliche Teil der Straße. Da passt der große Kasten von Schultheiss auch gut hin, den Ausblick auf den Hinterhof des Autohauses können die Bewohner ja gut genießen.

    Im Westlichen teil der Straße dagegen besteht Ensembleschutz, hier ist es wirklich sehr idyllisch. Und um den mittleren Teil kann es einem Bange sein, dort wechseln sich jüngere Gebäude mit mittelalterlichen Höfen ab, die leider auch nicht denkmalgeschützt sind. Hier könnte es auch bald so aussehen wie am westlichen Ende: Schaumstoffkisten und Blechfassaden, das wäre wirklich tragisch.