Beiträge von nothor

    Lenbachstraße 9 - 17

    Die recht kurze Lenbachstraße steht vor tiefgreifenden gestalterischen Veränderungen. Seit kurzem sind die Gebäude Nummer 9 - 17 abgezäunt und es finden Beräumungsarbeiten im Innern statt. Sicherlich stehen sie auch komplett leer. Hier steht eine Sanierung von ungewöhnlichem Ausmaß an v.a. wenn man bedenkt dass das mindestens 1/4 der gesamten Straße betrifft.

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    Ich glaube dieser ganze Komplex ist ein Wohnheim.

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    Vermutlich in verschiedenen Bauabschnitten errichtet und erweitert ist es heute schon fast historisch und ein schönes Beispiel der Gestaltungskultur der 2. Hälfte des 20. Jahrhunderts. Diese zurück gesetzten Balkone werden bestimmt verschwinden. Wenn man sie schließt schafft man besser vermietbaren Wohnraum und eine energetisch leichter zu beherrschende Fassade.

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    Das Bauteil mit den trapezförmig ausgestellten Balkonen, die mit Holzlatten verkleidet sind, hat schon fast die Anmutung eine Strandbar. Gefällt mir sehr. Soetwas verschwindet immer mehr aus dem Stadtbild zugunsten von Blech und Kunststoffplatten.

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    Die Bäume davor wurden schon abgeholzt, damit das Gerüst aufgebaut werden kann.

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    Der kurzen Lenbachstraße steht damit eine große Baustelle bevor, nach der die Gebäude sicherlich nicht schöner sein werden. Insofern sind das hier die "Vorher-Fotos". Das Gebäude vorne an der Bayreuther Straße Nr. 10, vergleichbares Baujahr ist ebenfalls gegraut und geglättet worden, und schaut nun leider irgendwie abstoßend aus. So wird es auch in der Lenbachstraße kommen, jede Wette.

    Dabei ist die übrige Straße noch recht unberührt und sehr urban:

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    Mal wieder ein paar Eindrücke rund um die ehemalige OPD. Mittlerweile ist auch der Schriftzug "evangelischer Campus" hoch über den Dächern der Stadt montiert.

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    Die Vorhangfassade, und mehr als das ist es schließlich nicht, scheint ein kniffeliges Puzzlespiel zu sein. Ich komme da jeden Tag entlang und habe das Gefühl, dass da Teile montiert, wieder entfernt, wieder montiert usw. werden, scheinbar ist das alles nicht so easy.

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    Im direkten Vergleich mit der Umweltbank am Nordring gefällt mir die Evangelische Akademie schon viel besser, sowohl von der Farbe als auch der Textur insgesamt. Ich mag auch ehrlich gesagt die Variation der Fenster- und Flächengrößen.

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    Allerdings ist das alles tatsächlich sehr viel Glas, vor allem auf der Südseite. Setzt sich nicht gerade in Architekturkreisen die Erkenntnis durch, dass großflächige Glasfassaden in heißen Sommern kritisch sein können? Nun, das Haus wird Baujahr 2026 sein und sollte natürlich alle Erkenntnisse der Architekturgeschichte genutzt haben um solche Probleme zu beherrschen.

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    Im hinteren Bereich an der Stuckstraße auf der Nordseite des Komplexes wird dann schon viel weniger mit den Fensterformaten gespielt, dadurch ergibt sich ein langweiligeres Gesamtbild. Man erkennt auch hinter der Fassade die nackte Betonschale des Altbaus. Möglicherweise bleibt das sogar so. Ergibt von Innen gesehen sicher einen ungewöhnlichen Raumeindruck.

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    Neubau an der Großweidenmühlstraße Ecke Brückenstraße

    Nachdem nun der Obstbaumgarten dort verschwunden, der gefundene Pestfriedhof untersucht und dokumentiert wurde sind die Neubauten schon sehr weit gediehen. Zum Teil ist auch schon die Fassade abgerüstet und präsentiert sich. Von Fassadenbegründung ist zumindest straßenseitig nichts zu sehen:

    Von der Fassadengestaltung her bin ich ziemlich angetan, die wirkt außerordentlich hochwertig und hätte ich so nie erwartet. Das sollte auch Standard sein an wesentlich stadtbildprägenderen Standorten. Allerdings ist die Verwendung von rotem Sichtklinker allein auch keine Garantie für schöne Gestaltung, wie der Lidl, ich meine der Kirchenneubau am Augustinerhof zeigt.

    Die Kombination von Sandstein oder sandsteinfarbenen Kunststeinelementen mit dem Klinker gefällt mir außerordentlich gut und steht auch in Tradition mit der Nürnberger Baukunst. Auch die einzeln ausgestellten Ziegel vermitteln eine gewisse Gestaltungslust. Allein ist mir der Baukörper mit den standardisierten Fensterformaten etwas zu monolithisch, zu massiv. Die Bäume davon fangen das aber ein bisschen auf.

    Plattenbau in der Von der Tann Straße

    Der zuletzt von arc_bn hier gezeigte Baufortschritt aus dem Februar geht rasch voran. Plattenbau reloaded. Als ich ein paar Stunden zuvor dort war konnte man am Kran auch ein Betonfertigteil hängen sehen, ein Bild, das ich aus den historischen Aufnahmen der DDR-Wohnungsbauoffensive kenne, und die im Osten heute noch zahlreich auch im Originalzustand herumstehen.

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    Genau wie im Osten damals werden auch hier die Betonplatten nach dem Setzen verkittet, um sie Winddicht zu bekommen. Heutzutage kommt allerdings noch eine dicke Dämmung drauf, deshalb stehen auch die Fenster heraus.

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    Wenn man so will war der Plattenbau im Osten noch ein paar Stufen weiter, was Rationalisierung anbelangt: Die Teile kamen schon mit fertig eingebauten Fenstern und gestalteter Fassade. Und in einem Land mit billiger Energie war ja eine teure und wartungsintensive Dämmebene unsinnig. Ich bin mal auf die Rückseite gefahren um vielleicht von dort noch einen Blick auf die Betonfertigteile zu werfen, die ja irgendwo gelagert sein müssen:

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    Das Bauprojekt sprengt vor Ort absolut Maßstäbe. Die Ostseite hin zur Von-der-Tann-Straße ist sicher nicht die Schokoladenseite. Die Straße ist außerdem bekannt dafür die schmutzigste und schadstoffbelastetste der gesamten Stadt zu sein. Aber zur Westseite hin öffnet sich ja der riesige Westpark, eine sehr weitläufige Parkanlage mit Kleingartenanlagen, niedriger Bebauung und weiter Sicht. Da dürften sich den Bewohnern von den Balkonen schöne Sonnenuntergänge bieten. Aber sperrt der Riegel nicht die sog. "Kaltluftschneise" ab, auf die die Stadtklimaexperten immer soviel Wert legen?

    Aber einmal mit der Kamera vor Ort habe ich mich mal in Ruhe umgesehen. Den Blick in die Baugrube konnte ich am Besten von der Dottenheimer Straße werfen. Die gesamte, recht kurze Straße befindet sich in einem bemerkenswerten Prä-Transformationszustand. Hier ein paar Eindrücke:

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    Prägend sind riesige Grundstücke, die auf eine Bebauung warten. Wenn denn einst mit dem riesigen Wohnkomplex und über 200 Wohnungen der Pflock eingeschlagen ist, wird man bestimmt weitermachen. Die großen Grundstücke und die eigentlich attraktive Nähe zu einem der größten Parkflächen der Stadt bieten grundsätzlich Potenzial.

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    Auf diesem Grundstück hier verfällt ein Haus aus der Wirtschaftswunderzeit. Mit interessantem Sgraffito.

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    Diese Kratzputzbilder, die in der Wiederaufbauzeit ein beliebtes Gestaltungsmittel waren, haben oft eine Geschichte erzählt. Hier vermute ich Arbeiter an einer Blechstanze zu sehen, die Spielzeugautos herstellen. Vielleicht weiß jemand, was hier hergestellt wurde? Es erinnert mich an das große TRIX-Wandbild am ehemaligen Nordbahnhof, welches vor ein paar Jahren leider auch komplett verschwunden ist.

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    Gegenüber ebenfalls noch ein scheinbar leerstehendes Wohnhaus aus derselben Zeit, auch mit Sgraffito.

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    Insgesamt eine durchaus unwirtliche Gegend, die von Autoschiebern, Leerstand und sehr heterogener Bebauung und Nutzung geprägt ist. Gegenüber der großen Straßenkreuzung ist übrigens auch das Ankerzentrum fertig gestellt worden. Auch nichts, was den Wert der Immobilienlagen steigert:

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    Auf der Abfahrt von dort nochmal von der jansenbrücke aus einen Blick auf den FSW geworfen, an dieser Stelle soll ja der Ausbau beginnen, wenn ich das richtig im Kopf habe:

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    In mittlerer bis ferner Zukunft wird hier ein Städtebaulicher Fokus drauf liegen. Das Wohnungsbaupotenzial hier ist riesig, die Flächen vorhanden, die Unzufriedenheit mit der Situation vor Ort ist ebenfalls nicht von der Hand zu weisen.

    Eine Aufstockung und Modernisierung am Westfriedhof

    Die Stadt muss verdichtet werden, es werden dringend Wohnungen gebraucht. So das Credo eines jeden Bauverantwortlichen landauf landab. An der Straßenbahnwendeschleife am Westfriedhof stand, bzw. steht ja immernoch wenn man es genau nimmt, eine Straßenbahnersiedlung, wie sie vor gut 100 Jahren einige in Nürnberg entstanden waren.

    Leider habe ich davon keine Vorher-Fotos, in Streetview sieht man den Komplex auch nicht wirklich. Hier haben sich nun aber ein paar Ingenieure mächtig ausgetobt und noch zwei Etagen oben drauf gesetzt:

    Das verrückteste ist die neue Brücke, über die zwei ursprünglich solitär stehende Wohnhäuser nun in der Luft verbunden sind:

    Mit dem vor gut 10 Jahren fertig gestellten WBG-Komplex gegenüber, den ich schon damals recht gefällig gefunden hatte, ergibt das nun wenn man so will ein Ensemble. Eine Flachdachsymphonie:

    Ich finde es schon schade, dass in der Stadt fast alle Straßenbahnersiedlungen gestalterisch verschwinden. Die Siedlung Schillingstraße z.B. ist weg, die Siedlung am Nordring wurde vor Jahren schon Modernisierung, wobei schon Bauschmuck verloren ging. Sie sind leider allesamt zu schlicht, zu unschön, zu einfach, wie mir scheint.

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    Vermutlich das übliche: Der Kindergarten ist neu, das muss man auch ablesen können (ein Laie darf nicht glauben dass der schon immer dort war), deswegen muss er anders aussehen: Also billig, grau, hässlich.

    Wie gesagt, es hat auch Entwürfe gegeben die den Sandstein der Stadtmauer aufnehmen und den Kastenerker ebenfalls in Sandstein gestaltet hätte. Aber viele Denkmalschützer lehnen soetwas ab, weil man es für ein original halten könnte. Völlig absurd, so mit unserer Stadt umzugehen, finde ich.

    Also Dexter Populismus ist ja jetzt erstmal nichts negatives. Denn alles durch Detailverzweigungen endlos zu verkomplizieren, es dadurch nicht mehr diskutierbar zu machen um dann keine sinnvolle Lösung mehr zu finden, das ist nicht der richtige Weg. Denn:

    Dekoratives Anführungszeichen

    Und eine Maut für den FSW? Die gibt es längst für LKW ab 3,5 Tonnen. Außerdem gibt es ein striktes Durchfahrverbot für LKW über 7,5 Tonnen im Durchgangsverkehr. Wenn das missachtet wird, gibt es empfindliche Strafen.

    Das würde ich doch gerne mal erläutert haben. Ich bin nun wirklich mind. 1 x die Woche dort am FSW, und da fahren die - ich nenne es mal weil ich kein LKW-Experte bin "deutlich über 7,5 Tonner" in Kolonnen durch. Wegen denen bebt dort der Boden, wegen denen soll doch der Ausbau erst wirklich angegangen werden, oder habe ich dich falsch verstanden und du meinst mit dem Durchfahrtsverbot die Rothenburger Straße?

    Auf die Idee bin ich noch nie gekommen, aber beim nächsten Mal mache ich mal vor Ort ein paar Belegfotos. Überwachungseinrichtungen, die das automatisch ahnden, sind mir auch nicht gegenwärtig.

    In meinem Beispiel hatte ich aber tatsächlich Nörgler auf Facebook im Kopf, die die Altstadtfreunde kritisierten wegen der Turmrekonstruktion am Volksbad, welchen Zweck der Turm denn hätte usw. Es ist einfach eine Frage des Mindset, ob man für etwas, das für die Sinne geschaffen wurde, auch extra zahlen würde oder wenigstens anderen gönnt, wenn die es selbst bezahlen, oder ob man es angreift und damit seinen Wunsch äußert, andere würden doch bitte ihr Geld anders ausgeben.

    Was mir in den Diskursen um solche Projekte immer zur kurz kommt sind die sog. weichen Faktoren. So ein rekonstruiertes Volksbad ist mehr als nur ein Zweckbau. Das darf auch mal mehr kosten. Deshalb haben ja Leute über 1 Mio für den Turm gespendet. Ich glaub niemand würde für den FSW-Ausbau privat spenden, deshalb gefällt mir der Gedanke von @Energie+Bad mit der Maut sehr gut. Denn anders als der FSW, der ein vielfaches des Volksbades kosten wird wird seine Benutzung sehr wahrscheinlich kostenlos sein, während das Volksbad Eintritt nehmen wird. Aber das Volksbad hat in seiner architektonisch gefälligen, ja wohltuenden Ausstrahlung eine heilendende Wirkung auf die Umgebung, die Betrachter und damit auf die gesamte Stadtgesellschaft. So wie Natur positiv auf die Seele wirkt, ein Waldspaziergang oder ein Nachmittag am Meer, so ist schöne Architektur im Stadtbild immens wichtig. Jeder, der mal im Urlaub in einer als schön empfundenen Stadt war, weiß das.

    Dass wir Deutschen oft reflexmäßig kommentieren "herrjeh was das wohl gekostet hat" oder "die Heizkosten will ich nicht haben" oder so, das ist letztlich eine Psychose, die uns irgendwie eingepflanzt wurde. Denn wenn man diesen Spargedanken zuende denkt, dann müssen wir eigentlich alle das selbe Auto fahren, denn das wäre dann ja billiger als die vielen individuellen Modelle, die wir aktuell auf den Straßen haben. Es gäbe eine Standardfrisur, leicht zu pflegen und kostet nicht viel, dasselbe mit Klamotten und Speisen usw. usf. "diversitas delectat" - Vielfalt erfreut, das wussten schon die alten Römer und entwickelten Ornamentik und aus BLW-Sicht überflüssige Säulen, Pilaster und all das, und bauten darauf eine Zivilisation auf, die bis heute Maßstäbe setzt. Wer immer nur spart und auf den Taler guckt, der entwickelt Vergabemechanismen die am Ende zu fehlerhaften Bauausführungen und zu Preisexplosionen führen. Und die gesamte Infrastruktur, unsere gebaute Umwelt degeneriert.

    Adolf Loos sagte "Ornament ist Verbrechen", und irrt damit fundamental. Richtig ist 'Ornament ist Medizin', Balsam für die Seele, eine Wohltat für das Auge. Die Touristenströme dieser Erde belegen das Milliardenfach. Und in diese humanistische Philosophie reiht sich das Volksbad ein.

    Wer also einen FSW-Ausbau befürwortet, das Volksbad aber ablehnt, muss mir beschreiben können wieso es wichtig ist mit einer leistungsfähigen Infrastruktur an einen unansehnlichen Ort reisen zu können. Wenn er dann sagt, dass der FSW die Wirtschaft ankurbelt und Wohlstand fördert, das Volksbad aber nicht, aber gleichzeitig nicht ausschließen kann dass der Wohlstand dazu da ist Urlaub an schönen Orten im Ausland machen zu können, der belügt uns alle und letztlich sich selbst.

    Ich fürchte die Stadt Nürnberg versemmelt die Architektur des Kindergartens am Fürther Tor:

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    Diese graue, öde Fassade wirkt schon ziemlich final, und so wie ich die Stadt Nürnberg einschätze, die das Stadtbild gerne mit beweglichem Krimskrams zurümpelt, aber bei den Gebäuden leider stets am wichtigsten spart, der Altstadtverträglichkeit, schwant mir übles. Zwar ist die Stadtmauer doch eigentlich das TOP Denkmal der Stadt, aber das hindert fürchte ich die Verantwortlichen nicht daran, hier ne graue fade Dämmstoffbox hinzudübeln.

    Dabei gab es Entwürfe, dass insbesondere der Erker Sandsteinoptik bekommen sollte. Noch wäre das ja auch machbar, aber ich fürchte die Stadt wird das nicht tun, sie hat einfach keine Lust auf ein schönes Nürnberg, es soll auf ewig kriegszerstört aussehen.

    Dem Kugellagerwerk "Georg Müller Nürnberg - GMN" an der äußeren Bayreuther Straße geht es anscheinend recht gut. Man gönnt sich eine neue Fabrik für Hochpräzisions-Kugellager:

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    Die Halle wird gegenüber des Parkplatzeingangs des OBIs, in der Pirnaer Straße entstehen. Überhaupt finde ich die Industriearchitektur an dieser Stelle des GMN recht interessant, das scheint weitgehend noch aus der Wirtschaftswunderzeit und von davor zu stammen:

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    Die Altstadtfreunde haben das gerüstfreie Volksbad bereits in Social Media gefeiert. Zufällig bin ich dort heute auch entlang gekommen:

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    Wie gesagt, die Türen und Fenster oben am Turm fallen mir vor Ort nicht negativ auf, wohltuend allerdings fallen die Geländer aus, die definitiv dem Original nachempfunden sein müssen, denn die sind nicht modernistisch.

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    Fertig ist die Fassade allerdings noch nicht. Es fehlen m.M.n. noch Fenster und Verputz an verschiedenen Stellen. Und natürlich der Vorplatz ist noch zu gestalten.

    Ich bitte euch abermals darum, sachlich und aufs Thema fokussiert zu diskutieren.

    1. Das Urheberrecht verbietet nicht Bilder zu zeigen, die man nicht selbst gemacht hat, aber das Urheberrecht erzwingt hier die schriftliche Angabe des Urhebers, wenn man es nicht selbst ist!

    2. Ihr könnt euch gerne - sachlich und freundlich - off-topic - über Makroökonomie und Gesellschaftsarchitektur unterhalten, aber bitte in der Lounge. Und stehts freundlich, wertschätzend und sachlich. Dass die Leute heutzutage sehr schnell an die Decke gehen und sich gegenseitig runtermachen, wenn man mit Argumenten nicht weiterkommt, das soll dieses Forum hier nicht auch infizieren.

    Zuletzt steht alles unter dem Vorbehalt der Forenhygiene: Was für Architekturinteressierte uninteressant ist oder sogar stört, kann gelöscht werden. Das hier schau ich mir heute Abend nochmal genauer an.

    Kühnhoferstraße 24

    Der Dämmwahnsinn hat nun das nach meinem Dafürhalten schönste Gebäude der Nachkriegszeit in Wöhrd erwischt:

    Die Architektur ist flacher und grauer geworden. Wöhrd ist ja ohnehin architektonisch eins der hässlichsten Stadtteile mit nur sehr wenig, was dem Auge gefallen kann. Und dieses Gebäude war auf meiner Liste der interessantesten Nachkriegshäuser ganz weit oben. Nun ist aber viel Dämmstoff drauf, ein paar Schablonenmalereien anstatt Sgrafitto, grauer Reibeputz anstatt Klinker, halt einfach hässlich und billig. Die nächste Renovierungsstufe, die bei Dämmfassaden meist binnen 10 Jahren kommt, wird für die Eigentümer überraschend, frustrierend und teuer sein, daher wird dann weiter eingespart und alles nur noch flächig übermalt werden. Dann nochmal zwei, drei Runden und die Hütte wird abgerissen: Im Innern nach wie vor alt, und außen einfach sehr unterhaltsintensiv rechnet sich das auf Dauer nicht. Und in den Trümmern wird man dann feststellen, was das einst doch für ein schickes Haus gewesen ist. Zum heulen ist es, dieser ganze Dämmwahn. Macht einfach alles kaputt.

    Vorzustand:

    Die kleine SUPOL-Tankstelle in der Schanzäckerstraße ist verschwunden:

    Damit sind in den letzten paar Jahren 3 Tankstellen aus der Innenstadt verschwunden, wenn ich das richtig überblicke. Die ESSO-Tanke in der Sulzbacher Straße, wo die Caritas ein Beratungszentrum oder so baut, die AVIA an der Essenweinstraße und nun diese hier. Es hieß ja mal, dass hier noch ein weiteres, größeres Hotelprojekt oder Boardinghouse entstehen soll, von dem ist aktuell aber noch nichts zu sehen.

    Der Schultheiß-Neubau in der Schwabacher Straße kommt so langsam aus der Erde. Die Baugeschwindigkeit ist jetzt nicht die schnellste, aber das kann ja vielleicht auch auf Qualität hindeuten.

    Visualisierung: Schultheiß

    Die Vermarktung läuft auf Hochtouren. Aber wie wir ja wissen stellt sich die Gruppe neu auf, und erschließt sich auch den Mietmarkt, auf dem die Nachfrage weiterhin hoch und die Preise stabil sind.

    Und an der Fassade der SÖR-Zentrale wird noch immer gebastelt:

    Der Neubau zwischen Holbeinstraße, Kreuzsteinstraße und Schweinauer Hauptstraße ist nun fast fertig. Der Blockrand ist geschlossen:

    Der Block gegenüber ist ja schon etwas länger fertig:

    Die "Fassade" hin zur Bahnstrecke ist aber nicht wirklich einladend. Eins Symphonie in Beton

    Ein Blick in den nun entstanden Block-Innenhof:

    Wenn man bedenkt, was hier an Gewerbeimmobilien in den letzten Jahren verschwunden ist, und man überlegt wo nun all die Arbeitsplätze wohl sind. Und dann schaut, wer denn alles in diesen neuen Wohnungen wohnen soll. Aber es gibt ja Wohnungsnot, während es die letzten 20 Jahre ja keinen Arbeitsplatzmangel gab. Klassische urbane Expansionsphase, die Nürnberg und ganz besonders St. Leonhard und Schweinau hier durchgemacht haben. Bei Google Streetview kann man aktuell immernoch rund um den Block fahren und sich die alte Bebauung anschauen.

    Und direkt gegenüber ist auch das neue Studentenwohnheim in der Geisssseestraße im Rohbau fertig. Die Verdichtung wird dadurch besonders augenscheinlich.

    Pirckheimer Gymnasium

    Vor 7 Jahren (Beitrag) bekam das ehrwürdige Gebäude des Pirckheimer Gymnasiums in der Gibitzenhofstraße seinem verlorenen Giebel zurück. Und zuletzt stand in der Presse, dass natürlich weitere Sanierungs- und Modernisierungsarbeiten notwendig seien, u.a. auch die Fenster, die man energetisch aufwerten wolle, wobei man den Denkmalcharakter berücksichtigen würde, sodass das neue Fenster zum Gebäude passen solle. Ich dachte mir als ich das las "oh je oh je, was wird das nun wieder...."

    Nun sind aber die ersten neuen Fenster im EG des Risaliten eingebaut:

    Die alten Kunststofffenster sind jetzt nicht die allerschlimmsten. Da haben einige vergleichbaren Schulen in Nürnberger noch deutlich unpassendere Modelle. Aber nachdem die neuen Modelle eingebaut sind ist klar, wie wenig die alten der Fassade schmeichelten:

    Ich freue mich darüber sehr, das wirkt wirklich hochwertig und stilvoll! Top!