Beiträge von jered1993

    ^ 😉 Sie haben felsenfest behauptet, dass „das Volk“ dieses Gebäude annimmt und die Entscheidung, dieses Gebäude zu erhalten, damit absolut demokratisch legitimiert und vor allem clever durchdacht sei. Wir können ja einfach mal schauen, wie belebt der Ort sein wird und wieviele Menschen sich dort gern aufhalten werden. Sie werden überrascht sein.

    Aber klar, Hauptsache man hat ein Gebäude mit historischer Relevanz gesichert.

    Dekoratives Anführungszeichen

    Nein, das Volk nimmt dieses Gebäude genau so an, wie andere Gebäude auch und noch viel mehr.

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    Es geht nicht um irgendwelchen Fassadenschmuck, sondern es ist die gesamte Anmutung des Entwurfs für das Hotel die vorne und hinten nicht stimmt in dieser Umgebung, jedenfalls.

    Auch, dass der Entwurf vorne und hinten nicht in der Umgebung stimme, ist in diesem Fall nicht wirklich objektiv belegbar. Grundsätzlich hat sich die Tiergartenstraße in einen Dschungel aus zig verschiedenen Architekturstilen entwickelt, der Hotelbau würde da kaum eine Ausnahme darstellen. Zumal andere klassische Baustile in Form der italienischen Botschaft beispielsweise naheliegen.

    Persönlich bin ich bei Schwammkopf, der Hotelbau hätte der Gegend nicht nur Noblesse, sondern vor allem mal etwas mehr Leben eingehaucht. Und darum sollte es doch letztlich auch gehen.

    Der Interimsbau der Staatsbibliothek wird nur ein weiterer trister, technokratischer Bau, der auch in jedem abgelegenen Büroviertel stehen könnte.

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    ^Das Volk nimmt diese Gebäude nicht an? Was für eine steile Behauptung.

    Ihre Behauptung finde ich viel steiler: Um nämlich zu behaupten, dass „das Volk“ sich für den Erhalt des Gebäudes eingesetzt hätte, also eine echte demokratische Grundentscheidung zu implizieren, hätte eine Wahl zur Zukunft des Gebäudes zunächst einmal so kommuniziert werden müssen, dass mehr Menschen als eine vereinzelte Blase sich überhaupt im Stande gesehen hat, da mitzureden. Den allermeisten Bürgerinnen und Bürgern ist gar nicht bewusst, dass sie in irgendeiner Form solch eine Entscheidung beeinflussen könnten. Zudem wäre es doch Aufgabe der politischen Entscheidungsträger, diese Entscheidung volksnah zu treffen und mehr als eine Bürofläche zu verwirklichen, die so hässlich und trist ist, dass sie von allen, die nicht unbedingt vorbeigehen müssen, auch weiterhin vermieden werden wird. Und was meinen Satz betrifft, dass dieses Gebräues „vom Volk“ nicht angenommen wird: Mitten im Zentrum Berlins erwarte ich von einem solchen Grundstück mehr als ein paar hundert Büromitarbeiter oder vorbeifahrende Autos, die mit dem Gebäude in Berührung kommen und es „nutzen“. Die Fläche lädt durch den Erhalt des Gebäudes auch zukünftig nicht zum Verweilen oder flanieren ein.

    Ich habe das Gefühl, dass ein „bauhistorischer Erhalt“ und „Denkmalschutz“ mittlerweile als „god given“ gilt – also als etwas, das selbstverständlich so sein muss, weil es einfach das Logischste sei. Weil man es die letzten Jahrzehnte so gemacht hat. Dabei ist es nichts als eine Idee, der man beipflichten kann oder eben auch nicht. Zu sagen, dass etwas erhalten werden muss, weil es einen historischen Wert hat, ist das eine – genauso logisch wäre es aber zu sagen: Ja, es hat einen historischen Wert, vielleicht sogar einen sehr bedeutenden, aber es ist einfach so hässlich und unmenschlich konzipiert, dass jegliche historische Bedeutung in den Hintergrund rückt.

    Das Haus der Statistik ist für mich genau so ein Exemplar, bei welchem es auch absolut logisch wäre, die historische Bedeutung zu vernachlässigen, weil das Gebäude als solches nicht einladend ist, nicht vom Volk angenommen wird und weniger Lebensraum als Angstraum schafft.

    Der Erhalt dieses Gebäudes verbaut im wahrsten Sinne des Wortes die Chance auf städtebauliche Entwicklung an einem der begehrtesten Plätze im Zentrum Berlins. Denkmalschutz könnte hier auch in Fortschrittsschutz übersetzt werden.

    Berlins Stadtkrankheit ist noch immer seine falsche Bescheidenheit. Die hat sich über die Jahre nach der Wende so eingestellt – als Metropole für die kleinen Leute sozusagen. Subkultur wurde gefördert, Luxus kleingehalten. Optik war nebensächlich. Das wurde auch Jahre lang gern so angenommen. Heute sieht die Welt in Berlin anders aus, der linke Einfluss hat seit 1990 graduell abgenommen und viele Bewohner – inklusive der neu Zugezogenen – wünschen sich wieder eine prächtige repräsentative Hauptstadt. Die Stadt ist auch verdammt teuer geworden, innerhalb von wenigen Jahren auf Platz 2 hinter München gerutscht. Es wird immer schwieriger, zu rechtfertigen, warum man in einer so teuren Stadt nicht auch Anspruch auf Glanz und Gloria hat. Auf Sauberkeit und gepflegte Parkanlagen. Auf prestigeträchtige Bauten. Berlin war historisch gesehen genau das, bis Krieg und DDR vieles genommen hat. Jetzt glaube ich, der Anfang einer neuen Bauphilosophie ist längst passiert, das alte preußische und Weimarer Berlin rückt wieder weiter in den Vordergrund. Das sieht man z.B. am Wiederaufbau des Berliner Schlosses als auch daran, dass der Um- und Hochbau des Alexanderplatzes endlich Fahrt aufnimmt. Aber solange der linke Einfluss hier noch stärker ist als in anderen Metropolen wie München oder Hamburg, wird man hier weiterhin stärker kämpfen müssen für jegliche Art von Prachtbau. Und damit eben auch dafür, dass Berlin an vielen Stellen nicht mehr so grau ist.

    ^ Und man könnte an der ÖPNV-Anbindung nicht etwas ändern? Für eine Oper? Doch, könnte man. Sogar ohne riesigen Aufwand.

    Und genau, eben weil die Oper nicht nur eine reine Oper sein soll, hätte ich den Medienhafen bevorzugt – gerade dort müsste mal etwas mehr (kulturelles) Leben neben After-Work Events und Mittagspausen einkehren. Und das Wasser und die Lage hätten doch per se schon einen Mehrwert für die Bürgerinnen und Bürger sowie Touristen gebracht – ganz im Gegenteil vom Werhahn. Alles andere ist doch Zynismus und Abgeklärtheit. Aber sei’s drum, es wird im Zweifel nicht mehr zu ändern sein. Es tut trotzdem noch immer weh.

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    Wie kommst du darauf, dass die Oper in einem Stadtteil liegen soll, der noch gar nicht gebaut ist?

    Der Stadtteil Baakenhöft ist noch nicht vollständig erschlossen und bebaut, ganz im Gegenteil zu dem

    Teil des Medienhafens, wo RKW die Oper vorgeschlagen hat. Hamburgs Oper liegt zudem

    weitaus entfernter vom Stadtzentrum als der besagte Standortvorschlag im Medienhafen.

    Düsseldorf ist relativ klein. Weil man von ein paar Punkten der Stadt aus dann 10 Minuten länger gebraucht hätte als zum Wehrhahn, kannst du die Entscheidung nachvollziehen? Das kannst du doch beim besten Willen nicht ernst meinen.

    Ich trauere noch immer dem Entwurf für den Medienhafen von RKW nach (hier zur Erinnerung: https://www.duesseldorfer-anzeiger.de/duesseldorf/de…au_aid-56876259).

    Gerade jetzt, wo der Entwurf für die Hamburger Oper in der Hafencity veröffentlicht wurde.

    Der RKW-Entwurf hätte ein echtes Wahrzeichen werden können! Eine echte „Oper für alle“. Und jetzt, egal ob HPP oder Snøhetta, wird das Ganze irgendwo im grauen Nirgendwo untergehen.

    Ich erinnere mich an damalige Begründung zur Ablehnung: Im Medienhafen sei die Oper nicht richtig angeschlossen. Die Hamburger Oper wird in einem Stadtteil liegen, der noch gar nicht gebaut ist.. Schon bemerkenswert, was in anderen Städten so möglich ist und wieviel vermeintlicher Idealismus in Düsseldorf wieder im Weg steht.

    Ganz zu schweigen von den Kosten: RKW hat die Kosten ihrer Oper am Medienhafen auf ca. 280 Million Euro geschätzt. Selbst, wenn dieser Betrag heute nochmal angestiegen wäre, sagen wir auf 500 Million, läge das noch weit unter dem Preis der Snøhetta-Oper. Aber gut, jetzt werden ca. 1 Milliarde Euro für einen mittelklassigen Entwurf ausgegeben – an einem Ort ohne jegliche Strahlkraft.

    Vertane Chancen sind leider nicht selten im Stadtbau, aber das hier ist wirklich das härteste Beispiel, das mir in Erinnerung ist.

    Oh, ich fasse es nicht, es gibt also wirklich Hoffnung! Hat die (zu recht) zerreißende Kritik die Stadt nochmal dazu bewegt, das Ergebnis offen zu halten?

    Es ist sicher nicht der absolut stärkste Entwurf, den ich je gesehen habe, aber um Meilen besser als der von Snøhetta! Der HPP-Entwurf würde die Gegend dort richtig aufwerten, aufhellen und modernisieren. Die riesige Blatt-Fassade finde ich sogar echt originell – hat Wiedererkennungswert. Einzig das Interior des Snøhetta-Entwurfs finde ich ansprechender und besonderer. Alles, was der Wehrhahn nicht braucht, ist ein weiterer grauer Klotz, der sich der tristen brutalistischen Gegend anpasst und null Akzent setzt. Auch, wenn der Entwurf von einem angesagten Star-Architekten stammt.

    Bitte lass die Stadt vernünftig sein!

    ^Die Frontansicht ist sowieso bereits "verbaut" bzw. gibt es keinen Punkt an der Frontansicht, von dem aus man den Schwung des Gebäudes einhellig erkennen kann.

    Der Denkmalschutz spricht sich außerdem vor allem gegen Höhen von 240 Meter aus, weil solche Gebäude die Form und die Sicht bzw. das Gefühl von "Freiheit" blockieren würden - ein Gefühl, für das der Flughafen samt Luftbrücken-Geschichte wohl steht. Deshalb sind BISHER nur Gebäude mit maximalen Überhöhungspunkten von 22-30m erlaubt.


    Diese Argumentation entwertet sich meiner Meinung nach aber selbst: Wenn es dem Denkmalschutz um den Erhalt der Form und der Sicht geht, dann müssten sie entweder gegen jedwede neue Bebauung sein, oder aber Wolkenkratzer klar favorisieren. Denn gerade Hochhäuser könnten tatsächlich als klarer Kontrast wirken und das Flughafengebäude (mit seiner niedrigen, horizontalen Form) betonen, statt es zu "verschlucken". Niedrige Bauten bergen dagegen die Gefahr einer optischen Verschmelzung.

    Was ein Wahnsinns Entwurf! Berlin muss sich das trauen. Es wird Zeit, dass das Tempelhofer Feld endlich eine echte Nutzung bekommt und wir in einer rasant wachsenden Stadt, die von Wohnungsnot geprägt ist, endlich unsere Brachflächen füllen. Dieser Entwurf ist nicht nur spektakulär und würde neue Wahrzeichen schaffen, sondern schafft einen spannenden Kompromiss zwischen Befürwortern und Gegnern der Bebauung des Felds. Endlich etwas Futurismus in unserer Hauptstadt. Großer Fan.

    ^Nur ist Berlin eben keine mittelgroße Provinzstadt mehr, sondern Metropole und Hauptstadt :D

    Wieso kann man im Zentrum dann nicht auch so bauen, dass man dem gerecht wird? Wieso muss alles immer so dröge und langweilig sein?

    Mir ist die Historie ziemlich egal, wenn es heute nicht mehr in die Gegend passt. Und wenn schon historisch, dann doch bitte auch mindestens die gleiche Bauqualität und Optik wie damals und nicht irgendein heruntergeschraubter Zwischen-Stil, der am Ende womöglich kaum Eindruck macht.

    Hätte man den modernen Architekten aus den 50ern und 60ern gesagt, dass DAS heute ein Neubauviertel wird, hätten die sich kaputt gelacht. Unsere Städte werden sich nie nach vollem Potential entwickeln können, wenn man da nicht langsam aber sicher mal eine Kehrtwende einlegt. Man könnte doch so viel interessantere und imposantere und zukunftsträchtigere Gebäude bauen. Stattdessen baut man wie in jeder mittelgroßen Stadt – weil man sich zwar an der Historie orientieren will, aber dennoch nicht ganz historisch bauen möchte. Und was ganz modernes schonmal gar nicht. Nichts halbes und nichts ganzes. Für mich echt bescheuert und einfach eine weitere vertane Chance.

    ^ Stimme zu, etwas kleinteiliges, historisierendes würde da nicht hinpassen. Mir wären aber spontan noch zig andere Ideen einfallen, was man anstelle dieses für mich wirklich unzumutbaren Baus dorthinzustellen (ja, ich bin wahrlich kein Fan..).

    Wie sieht es denn für die Nordseite (Brachland / Baustelle) aus - ist da ein Hochhaus oder Ähnliches geplant, das etwas von dieser Abscheulichkeit ablenken wird? ;)

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    Wie kommst du darauf, dass das Nikolaiviertel unscheinbar sei?

    Das Nikolaiviertel wirkt für mich wie ein völlig fehlplatzierter Marktplatz eines kleinen Provinzstädtchens - gepaart mit merkwürdigen DDR-Modernismus-Elementen. Bevor sich hier jemand verletzt fühlt, ich rede hier von MEINEM Geschmack ;) Ich persönlich würde mir daher wünschen, dass sich der neue Molkenmarkt entweder ganz an dem historischen Original orientiert oder eben eher an den Monumentalbauten Rotes Rathaus, Alexanderplatz und co. Aber nochmal: Vielleicht werde ich auch eines besseren belehrt :)

    Ich bin mir mittlerweile immer unschlüssiger, ob es Berlin an der Stelle nicht besser stehen würde, den Hochhausplan auf den Molkenmarkt zu erweitern und noch mehr in die Skyline zu investieren.

    Neben so monumentalen Gebäuden wie dem

    Roten Rathaus, dem Fernsehturm, dem Alexanderplatz mit seinen neuen Hochhäusern, etc. könnten diese sechs-geschössigen Wohnhäuser fast schon fehl am Platz wirken oder wie eine Erweiterung des unscheinbaren Nikolaiviertels.

    Ich bin sehr gespannt, wie sich das Viertel jetzt entwickelt, vielleicht (hoffentlich!) sind meine Gedanken letztlich auch unbegründet, aber ich habe die Befürchtung, dass dieses historisch-Kleinteilige – ohne wahrlich historischen Wiederaufbau – am Ende nichts Halbes und nichts Ganzes wird.

    Sprich: Wenn man dort schon nicht das alte herrschaftliche Berlin wiederherstellt, dann doch vielleicht richtig in die Zukunft / Höhe bauen?

    Gut, wie dem auch sei, der Bebauungsplan sieht ja nunmal aufs erste keine Hochbauten vor.

    Weiß denn jemand, ob sich daran grundsätzlich noch etwas ändern könnte bzw. ob es innerhalb des Plans auch Abweichungen Richtung moderner Hochbauten geben könnte? (Selbst, wenn es keine 150 Meter plus sind).

    ^ Und das wäre auch gar nicht schlecht! Berlin braucht nicht noch eine zusätzliche große Einkaufsstraße, einige Geschäfte wirken schon lang sehr fehlplatziert dort. Wenn sich die Friedrichstraße noch mehr zum Geschäfts-Zentrum für Kanzleien, Banken, Ministerien, Medien, etc entwickelt, in den Erdgeschossen noch mehr Restaurants und Bars einkehren, die Gehwege vergrößert und die Straße endlich begrünt wird, dann könnte dort ein ganz neues Ausgehviertel entstehen. Eine Flaniermeile mit Außengastro.

    Das könnte dort schneller funktionieren als Unter den Linden, wo ja bereits einige Erdgeschoss-Umbauten zwecks Gastro stattfinden. Vielleicht ein Blick in die Zukunft: In 10 Jahren gehen die Touristen Unter den Linden essen und trinken, die Berliner in der Friedrichstraße ;) Ähnlich wie zu Weimarer Zeiten.

    Ich finde das Wort „schockiert“ passt hier gut. Mich schockiert die Tatsache, dass weder Architekten noch Bauherren Fortschritte bei der Stadtplanung und den Entwürfen machen – alles sieht aus wie immer, seit gut 20 Jahren derselbe belanglose, kreativlose Brei. Ich wäre persönlich auch für einen Erweiterungsbau gewesen, der sich dem Stil des historischen Bestandsgebäudes anpasst. Wenn man sich aber für modern entscheidet, dann doch bitte auch mal etwas mutiges, etwas mit Strahlkraft, das heraussticht. Die Siegerentwürfe sehen aus wie jede x-beliebige Schule, Klinik, Forschungszentrum, … you name it.

    Was mich ebenfalls schockiert, ist wie so oft mein allzeit beliebtes Thema des Denkmalschutzes: Wie kann man den Bürgern noch erklären, dass jeder beliebige noch so hässliche Blödsinn unter Denmalschutz gestellt wird, auf die Bebauung jedes Blickwinkels geachtet wird, weil Neubauten historisch-wertvolle Stadtbilder nicht zerstören sollen. Während man beim Bendlerblock sagt: „Los, ballert einfach irgendeinen gar nicht zum Rest passenden Beton-Glaskasten daneben, Hauptsache hell und modern das Ganze!“ ??? WANN wird das Konzept des Denkmalschutzes politisch endlich überarbeitet!?