Ich zeige dieses Bauvorhaben in aller Ausführlichkeit, weil ich es ausgesprochen interessant finde.
Bei zeitgenössischen Entwürfen selbst in Gründerzeitquartieren noch nicht überall angekommen: Eckbetonung.

Manches Detail geht in Ordnung, hier die Dacheindeckung - kein Blech, wie visualisiert wurde. Auch ein Traufgesims gibt es:

Anderes scheint danebengegangen, hier der Versatz in der Fluchtlinie:

Umgebungsbebauung, vielleicht das "größte zusammenhängende Postmoderne-Quartier Leipzigs"?
Ich finde das Stadtbild hier überzeugend, was für die Epochen nach 1933 bei mir nicht sehr oft vorkommt. Natürlich ist das hier Stadtrand, die Lebendigkeit der Südvorstadt nicht zu erwarten. Das muss aber auch nicht überall sein.

Die "Paprikasiedlung" (Klinker-Spitzname) gegenüber im Feldhasenweg ist schon einzelgängerischer unterwegs:

Allein schon für die Mauer zum Hof gibt es von mir Punktabzug:

(eigene Bilder)
Dagegen knüpft der Neubau stark an den vermutlich etwas älteren Nachbarn an, was der Gegend sehr gut tut. Kritikpunkte hätte ich natürlich auch, aber die sind in der Gesamtschau sehr untergeordnet. Ich würde mir wünschen, dass sich alle Neubauten in Leipzig so harmonisch in ihre spezifische Umgebung einfügen. Ich habe leider nicht herausgefunden, von wem der Entwurf stammt und tippe auf jemanden mit Bauingenieurstudium. Für Architektur-Studierte ist es eigentlich zu gut.
Einst hatte ich vor, die gebauten Ergebnisse dieser Wohnanlage mit jener des "Urbanums" zu vergleichen. Beide sollten mal zeitgleich fertig werden. Beim Urbanum wurde hier im Forum ja die Materialität gelobhudelt. Ich bin ziemlich sicher, dass sie sich kaum vom Stadtrandhaus unterschieden hätte. Von Dingen wir Eckbetonung und Dachlandschaft will ich gar nicht erst anfangen. Hoffentlich bleibt dieser Klumpen Leipzig dauerhaft erspart. Am Stadtrand wär's ok.

(c) Unnewehr Packbauer Architekten https://unnewehr-packbauer.com/bauten-projekt…erplatz-leipzig