Sonstige Bauprojekte

  • Es wäre ein Segen, wenn die Vorderseite zum Paradeplatz hin schnellstens verschwinden würde. Am schlimmsten sind für mich die zwei „Dachaufbauten“. Der eine macht auf klassizistischen Tempel und der andere auf modernen Rundbogen. Vielleicht verstehe ich die überragende Symbolik darin nicht, aber was ich verstehe, sind die absolut negativen Auswirkungen dieser Aufbauten auf die Symmetrie des Hauses.


    Ich muss sagen, die Idee einer Rekonstruktion des alten Stadthauses gefällt mir. Die Chancen einer solchen schätze ich aber nahe null ein. Das die Stadt investiert, ist aufgrund der knappen Kassen äußerst unwahrscheinlich und ich kenne keinen privaten Investor, der einen dreigeschossigen Barockbau mit nutzlosem Turm finanzieren würde. Bleibt eigentlich nur die Möglichkeit einer großzügigen Spende irgendeiner Organisation oder Person. Dafür ist das Gebäude aber kulturell zu unbedeutend.


    Nichtsdestotrotz ist die Entwicklung auf dem Paradeplatz zu begrüßen. Durch den Wegfall der heruntergekommenen Glasanbauten am Postgebäude im Zuge dessen Sanierung, durch den geplanten Neubau der Sparkasse (falls das noch aktuell ist) und durch den immer wahrscheinlicher werdenden Abriss des Stadthauses könnte der Platz architektonisch ein neues Gesicht bekommen. Der Trinkertreff auf dem Platz könnte durch das Café Anker einen neuen Ort bekommen und der geplante Verkehrsversuch könnte den Durchgangsverkehr substanziell verringern. Beide Projekte haben das Potenzial, die Qualität des Platzes erheblich zu erhöhen.

  • Meines Erachtens endlich die Chance den Willen der Mannheimerinnen und Mannheimer zu erfüllen. Das alte Kaufhaus sollte zumindest in Teilen wieder aufgebaut werden.

    Man könnte mit dem Gebäude viele verschiedene Nutzungsmöglichkeiten ins Spiel bringen. Es würde sich die Möglichkeit einer Markthalle bieten, sowie auch eines Biergartens, was in der Innenstadt endlich eine Bereicherung gegensätzlich zum eintönigen Dönertum wäre.

    Viele städtische Einrichtungen könnten in dem Gebäude untergebracht werden und andernorts könnten schließlich andere städtische Gebäude saniert oder abgerissen werden um Platz für Wohnraum zu schaffen. Es wird jedenfalls Zeit, dass man auch in Mannheim endlich umdenkt und nicht wieder den Fehler macht und einen 0.8.15-Tempel dahin stellt.

  • ^ Ich möchte erstens anmerken, dass trotz der Ballung von Dönerbuden und Grillrestaurants in "Klein-Istanbul" nicht von einer eintönigen Gastronomie in der Innenstadt gesprochen werden kann. Es ist eher gegenteilig. Mannheim hat eine sehr diverse Gastroszene mit Küchen aus aller Welt und auch aus Deutschland. Geschmacklich und preislich sollte da für jeden was dabei sein.

    Zweitens, eine Markthalle ist schon für das Ex-Kaufhof-Gebäude in N7 im Gespräch. Hinsichtlich der Nähe zu Engelhorn (aufgrund der gleichen Zielgruppen, wahrscheinlich ein wesentlicher Initiator einer solchen), ist die Wahrscheinlichkeit der Errichtung dort wesentlich höher als in N1.


    Ob der Bürgerentscheid von 1986 noch als Legitimation für die Stadt fungieren kann, viel Geld in ein Gebäude mit schlechtem Kosten-Nutzen Verhältnis zu investieren, darf meiner Meinung nach angezweifelt werden. Ich bin gespannt wie groß die Diskussionen werden, wenn Entscheidungen hinsichtlich der Zukunft des Gebäudes anstehen.

  • Was die Diversität der Küche in den Mannheimer Quadraten betrifft muss ich dir definitiv widersprechen. Unabhängig vom Marktplatz und den Quadraten drum herum gibt es vom Gesamtangebot her viel zu wenig mitteleuropäische Küche. Extrem viel, gefühlt 60 Prozent der gesamten Gastronomie besteht aus türkischer Küche, gefolgt von Asia-Imbissen und Sushi-Läden. Dann kommen ein paar Pizzarien und andere italienische Gastronomie, wenig griechisch und ganz selten deutsche Küche. Wenn überhaupt Richtung Ring, dann aber meist eher Kneipen, ohne Kulinarik.

    Wenn man das umlegt auf die Einwohnerschaft, dann fehlt eindeutig in den Quadraten ein gutbürgerliches Wirtshaus, am besten ein paar davon. Das Andechser war noch so ein Laden, der mir da einfällt. Bin eh mal gespannt, ob die Umkehr weg von der deutschen Küche jetzt zu Corona-Zeiten verstärkt wird.

  • Ich will gar nicht wegdiskutieren, dass es in der Innenstadt weniger Restaurants mit europäischer Küche als beispielsweise mit türkischer gibt, aber vorhanden sind sie trotzdem. Für deutsches Essen kann man zum schwarzen Adler, zu Henningers Gutsschänke oder in Kellers Weinrestaurant, für Französisches ins Le Corange (falls man zu viel Geld auf dem Konto hat) oder zur Baguetterie Le Toulonnais, für Spanisches zum Restaurante Andalucia, für Italienisches ins von mir wärmstens empfohlene Casa della Pasta und für Griechisches ins Ellin gehen.

    Amerikanische Küche kann man in allen Qualitätsstufen bekommen und für Mexikanische hat man mehrere Restaurants zur Auswahl.

    Die asiatische Küche kann man in all ihren Ausprägungen erleben. Das geht von afghanischer Küche im Safran, über libanesischer im Café Beirut, über indochinesischer im Mémoires d'Indochine, über japanischer im Osaka, über chinesischer im Yu Xiang Yuan, über Koreanischer im Soban bis zu Indischer im Naan & Curry.


    Alles Läden, die mir gerade so eingefallen sind. Es gibt eine große Auswahl abseits von türkischen Restaurants und Restaurants mit undefinierter Fusionsküche. Das einzige, was in der Innenstadt komplett fehlt, sind Restaurants mit südamerikanischer und afrikanischer Küche (für Äthiopische gibt es zumindest das YEnat).


    Objektiv gesehen kann von Eintönigkeit nicht die Rede sein. Ich kann aber nichtsdestotrotz absolut nachvollziehen, dass, wenn du gerne in richtige Wirtshäuser gehst, du von der Auswahl in der Innenstadt nicht überzeugt bist.

  • Anfang April geht es mit dem Umbau des Willy-Brandt-Platzes am Hbf los. Die Stadt Mannheim hat eine entsprechende Pressemeldung inkl. Plan zu den Bauabschnitten veröffentlicht:

    https://www.mannheim.de/de/nac…ng-des-bahnhofsvorplatzes


    Neu ist, dass die ehemalige Borelli Grote unter der Bismarkstraße in diesem Zug nun doch komplett verfüllt werden soll und nicht nur die Eingänge zugeschüttet werden sollen.

  • Der Neubau auf R7 ist meiner Meinung nach ausgesprochen gut gelungen. Der Spar+Bauverein Mannheim und Stefan Forster Architekten können von mir aus gerne noch weitere Projekte in Angriff nehmen. Verantwortlich sind sie bis dato für ein weiteres Gebäude auf R7 und für den Schwarzwaldblock (beide Links führen auf Baunetz.de).


    Ich hab mal ein Bild gemacht, entschuldigt die miserable Qualität.


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    Auf L3 möchte das Studierendenwerk Mannheim einen Neubau errichten. Dafür gab es einen Wettbewerb, der von Blocher Partners gewonnen wurde. Hier finden sich die Ergebnisse auf Competitionline. Meiner Meinung nach hat der beste Entwurf gewonnen. Er fügt sich gut ein, ohne dabei belanglos zu sein.