Kostbarkeiten Hamburgs

  • Kostbarkeiten Hamburgs

    Neben unserem "Was ist hässlich wie Entlein Thread" soll es ab heute auch ein entsprechendes Pendant geben.
    Ähnlich dem Prinzip des "Kleinode Frankfurts" Threads soll nun auch für Hamburg eine nette kleine Serie von mehr oder weniger bekannten Schätzchen erstellt werden.
    Fange am Besten gleich an, um die letzten bestehenden Unklarheiten zu beheben.
    Beginnen tue ich mal mit einer prominenten Kostbarkeit.

    Liste aller gefundener Schätze:

    Dekoratives Anführungszeichen
    • Turm des ehemaliges Postamtes
    • Das Planetarium
    • Bismarckdenkmal
    • Der Sprinkenhof
    • Georgsplatz
    • Jenisch-Haus
    • Speicher
    • Japanischer Garten
    • Kaispeicher A
    • Hygieia-Brunnen
    • Nikolaiflett
    • Laeiszhalle
    • Krameramtsstuben
    • Lämmertwiete
    • Stella Haus
    • Hulbe Haus

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    Turm des ehemaliges Postamtes


    1847 wurde das Postamt im Stile eines italienischen Stadtschlosses an der nach ihm benannten Poststraße eingeweiht. Der "Campanile" steht fleetseitig an den Bleichen und bildet heute mit Rathaus und Heinrich-Hertz-Turm eine Sichtachse. 1968-71 wurde es dann zu einem edel Einkaufszentrum umgebaut und grundlegend saniert. Die historische Backsteinfassade blieb dabei unangetastet und sieht immer noch aus wie vor über 150 Jahren.


    Anmerkung: Mein Bild ist noch aus dem letzten Jahr, also vor dem Umbau der Straße

    Möchte übrigens nicht enden wie unser armer Chew-

    Der nächte bitte :)

  • Dann mach ich mal weiter:

    Ein weiterer Schatz Hamburgs: Das Planetarium

    1912-1915 unter der Regie des weltberühmten Baumeisters Fritz Schumacher als Wasserturm erbaut und mitten im ersten Weltkrieg in Betrieb genommen. Am 22.04.1930 dann die erste Aufführung als frisch umgebautes Planetarium. 1983 wurden eine neue Kuppel, eine Belüftungsanlage und schließlich der Modell-VI-Projektor angeschafft. Dieses bereits dritte Gerät arbeitete von 1983 bis 2002. Seit 2003 arbeitet ein leistungsstarker Argonlaser im Planetarium, welcher über Lichtfaserkabel drei Projektoren speist für ein neues Erlebnis in der Sternenkuppel. Weltweit erstmals und einmalig gegenüber herkömmlichen Projektionsarten aus der Kuppelmitte treten die Laserstrahlen nunmehr von der Peripherie in den weiten Kuppelraum. Neben computergesteuerten Shows erlaubt eine Art „Laserorgel“ auch den handbetriebenen Einsatz bei Live-Vorführungen.

    Quelle: Planetarium Hamburg


    Danke Samuel, für dein Bild!

  • Sehr schön, danke. Wäre auch einer meiner nächsten Kandidaten gewesen! Ein wahrlich herausragendes Gebäude. Vielleicht möchte Tobert noch etwas zu seinem persönlichen Schätzchen sagen oder er heiratet es gleich.

    Bismarckdenkmal
    Das Bismarck-Denkmal im Stadtteil St. Pauli ist eines der berühmtesten Bismarck-Denkmäler überhaupt. Die überlebensgroße Statue steht unweit der Landungsbrücken am Hamburger Hafen im Elbpark auf der Bastion Casparus der Hamburger Wallanlagen und ist das größte Denkmal Hamburgs. Das am 2. Juni 1906 nach dreijähriger Bauzeit feierlich eingeweihte Monument hat eine Gesamthöhe von 36 Metern und wiegt 625 Tonnen. Geplant und ausgeführt wurde es vom Architekten Emil Schaudt und vom Berliner Bildhauer und Jugendstilkünstler Hugo Lederer, der es in Form einer Rolandstatue geschaffen hat. Die für das Denkmal verwendeten Granitblöcke stammen aus dem Schwarzwald. Der auf ein Schwert gestützte Bismarck blickt seewärts; ihm zu Füßen versinnbildlichen Figuren die Deutschen Stämme.

    Ebenfalls mein Bild aufgenommen von der Westseite des Parks, fast an der Straße hinunter zu den Landungsbrücken stehend, leider auch schon fast ein Jahr alt. Da ich ja im Moment eher die Baustellen ablichte und den Rest schon x-mal geknipst habe.

  • Ich denke mal das hat was mit der Straße zu tun, damit die Leute ihn besser sehen können oder es steht für seine Orientierung am Westen im Bezug auf Diplomatie, etc.
    Und das Schwert steht für Bismarck als General und Feldherr oder seinen starken Willen und Einfluss, schließlich hatte selbst Hitler Respekt vor ihm!
    Gebe aber keine Garantie für diese Aussagen! ;)

  • Toller thread, leider kann ich momentan noch nicht mit Fotos dienen. Ansonsten hätte ich auch ein paar Schätzchen gepostet.

    Handelskammer und Hamburger Börse
    Spätklassizistisches Gebäude von 1841 am Adolphsplatz.

    Oberlandesgericht am Sievekingsplatz

    Strafjustizgebäude ebenfalls Sievekingsplatz

    Hat jemand Fotos von den Gebäuden?

  • Nein, habe ich leider nicht Mucho. Vielleicht ja jemand anderes. Gehören hier aber auf jeden Fall rein. Bezweifle nämlich das jedem klar ist, um welche Gebäude es sich handelt

    Der Sprinkenhof
    ...ist wie das benachbarte Chilehaus eines der Gebäude des Kontorhausviertels. Selbiges gehört zu den eindrucksvollsten Bauensembles der 1920er Jahre. Unter dem Bebauungsplan Fritz Schumachers entstand eine geschlossene Bebauung, die durch riesige Baumassen und die expressionistischen Formen der Backsteinfassaden geprägt ist. Das größte Gebäude ist der 1927-31 durch Fritz Höger sowie Hans und Oskar Gerson errichtete Sprinkenhof. Dessen Fassade ist zum Teil durch ein netzartiges Backsteinmuster überzogen, in dem vergoldete Embleme Motive aus Wirtschaft und Verkehr zeigen.
    An dieser Stelle ein herzliches Danke an Stativision für die freundliche Erlaubnis sein Bild hier einzustellen. Möchte die Gelegenheit nutzen nocheinmal an seinen schönen Bilder Thread zu erinnern.

  • Dykie

    Ich denke, Bismarck guckt in Richtung Frankreich, wo er seinen größten politischen Sieg erringen konnte. Den "Erbfeind" zu besiegen hat sicher den größten Teil zu seiner späteren Glorifizierung (wie etwa dem Bau dieses Denkmals) beigetragen.
    Und dass Hitler wirklich Respekt vor ihm hatte, sei einmal dahingestellt, es war wohl eher so, dass er die Chance genutzt hat, Bismarck propagandistisch zu nutzen(s. gleichnamiges Kriegsschiff). Wilhelm II. hat ja auch Bismarcks Mythos für seine Politik genutzt, um eine Identifikationsperson des deutschen Reiches zu schaffen und ihm dieses Denkmal (und viele weitere) nach Bismarcks Tod gebaut, obwohl sich die beiden ja nicht gerade mochten und politisch überhaupt nicht auf einer Wellenlänge waren (Wilhelm hat Bismarck schließlich entlassen).

  • Bismarck

    <grins>vergesst nicht den historischen Kontext.

    Bismarck steht ziemlich hart an der damaligen Grenze zwischen dem Freien Hamburg und Preussen ... und da schaut er hin. </grins>

  • Stimmt, Altona wurde ja erst 30 Jahre später eingemeindet. Bis dahin war es ja, wie der Name schon sagt, nur "all to nah" zu Hamurg.
    Georgsplatz 16

    Das Haus gilt als typisches Beispiel für die nach dem Hamburger Brand auf den freigewordenen Flächen errichtete Bebauung ("Nachbrandarchitektur"). Viele Beispiele für diese Architektur sind nicht erhalten, daher erachte ich es als nennenswert. Es bekommt übrigens schon sehr bald weit aus weniger nennenswerte Nachbarschaft und zwar mit diesem Gebäude hier.

    Einziges Bild meiner Phototouren, leider bei miesem Wetter entstanden. Hat jemand ein besseres?

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    Jenisch Haus
    Das Jenisch-Haus ist ein klassizistisches Landhaus in Othmarschen, das über einen Park hinweg einen weiten Blick über die Elbe bei Teufelsbrück zulässt. Es wurde 1831–1834 im Auftrag von Martin Johann Jenisch (* 1793; † 1857) durch den Architekten Franz Gustav Forsmann gebaut.
    Die ursprünglichen Entwürfe Forsmanns, der ein Angestellter der Baudeputation war, legte Jenisch dem Architekten Karl Friedrich Schinkel vor, der ein ganz neues, für Jenisch überdimensioniertes Landhaus entwarf. Forsmann überarbeitete daraufhin seinen Entwurf und übernahm einige Anregungen Schinkels. Die Entwürfe sind heute im Haus ausgestellt.
    wikipedia.de
    Bild fehlt
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    Und ein unbekanntes Schätzchen in der Speicherstadt, komme da ja oft dran vorbei, aber habe leider keine Ahnung worum es sich handelt. Vielleicht weiß ja jemand von euch Näheres?!
    Habe aber etliche Photos dieses Schätchens gemacht. Eigentlich eine miese Aufnahme gewesen, Photoshop sei Dank, habe ich aber noch etwas rausholen können.
    Speicher

  • Der Japanische Garten

    ...wurde von Yoshikuni Araki gestaltet und ist der größte seiner Art in Europa. Der japanische Garten prägt einen zentralen Bereich von "Planten un Blomen".
    Obwohl sich die Gestaltung streng an den Gestaltungsrichtlinien der klassischen japanischen Gärten orientiert, fügt er sich dennoch gut in das Gesamtbild des Parks ein.
    Im Mittelpunkt des japanischen Gartens befindet sich ein See und an dessen Ufer steht ein rustikales, original japanisches Teehaus. Hier werden in den Monaten Mai bis September klassische Teezeremonien zelebriert und man kann verschiedene Teesorten probieren.
    habe noch ein Bild von einer Tour mit unserem Biokurs aus dem letzten Jahr

  • Kaispeicher A

    Der Kaiserspeicher wurde im 1876 im Zuge des Errichtung der Speicherstadt am Kaiserhöft erbaut. Auf seinem markanten Turm war eine Zeitballanlage errichtet, die von der Sternwarte am Millerntor ausgelöst wurde. Der Ball hatte einen Durchmesser von einem Meter und wurde exakt Mittags um 12.00 Uhr weit sichtbar fallen gelassen - bis 1934 wurde diese Uhr genutzt.
    Im Krieg teilweise zerstört, wurde der Kaiserspeicher abgerissen und 1963-1966 durch ein nicht ganz so schönes Gebäude von Werner Kallmorgen ersetzt, das jetzt unter Denkmalschutz steht.
    Der frühere Glanz des Gebäudes war also dahin, wird aber durch die Elbphilharmonie, welche dieses Gebäude krönen wird, hoffentlich neu entstehen.

    Der ehemalige Kaispeicher A

    Quellen HafenCity.de

  • Hm, da scheiden sich natürlich die Geister. Als Kostbarkeit empfinde ich es nicht, aber es könnte in der Tat zu einer solchen werden, wenn es restauriert wurde und als Sockel für die Elbphilharmonie dient, da gebe ich dir recht.
    Vielleicht mal ein paar ältere Gebäude? Aktuell stecken wir ja im Sumpf des 19 und 20. Jarhunderts fest.

  • Hygieia-Brunnen

    Viel kann ich euch leider nicht darüber erzählen. Der Brunnen steht im Innenhof des Rathauses. Die weibliche Bronzefigur, die Hygieia, eine Allegorie für Gesundheit, tritt auf einen Drachen, der symbolisch für die Choleraepidemie von 1892 steht.
    wikipedia.de
    Ein Bild von mir:

    Nikolaifleet

    Das Nikolaifleet ist einer der ältesten Teile des Hamburger Hafengebietes. Die Fleete, wie die kanalisierten Arme der Alster und der Elbe genannt werden, dienten früher zur Beförderung von Menschen und Waren innerhalb der Stadt. Das Nikolaifleet war eines der ersten dieser Transportwege und einer der ältesten Bezirke der Stadt. Die traditionellen kleinen Häuser sind detailgetreue Nachbauten der Originalgebäude, von denen die meisten bei dem großen Feuer von 1842 bis auf die Grundmauern abbrannten. Heute befinden sich entlang des Nikolaifleets zahlreiche pittoreske Restaurants, romantische Cafes und kleine Läden, die jedes Jahr zahlreiche Touristen und Locals in ihren Bann ziehen. Bereits im 13.Jahrhundert existierte hier eine Brücke. Sie bildete die physische Verbindung zwischen den nicht gerade befreundeten Teilen Hamburg - Altstadt und Hamburg - Neustadt.


    Dieses Bild basiert auf dem Bild Hamburg-Nikolaifleetaus der freien Enzyklopädie Wikipedia und steht unter der Bildlizenz GNU-FDL. Der Urheber des Bildes ist (selbst photogarphiert).

  • Meiner Meinung nach sind es in der Deichstraße noch Häuser (teilweise) aus dem 17. Jhdt., die das Feuer überstanden haben und keine Nachbauten?! Oder nicht.

  • Richtig Maegis, meine auch irgendwo mal Bilder aus den frühen 70ger Jahren gesehen zu haben, wo die alten Gebäude völlig runtergekommen waren. Würde ja dafür sprechen, dass sie nich erst im 20 Jahrhundert rekonstruiert worden sind, dann wären sich sicher nicht in solch desolatem Zustand gewesen.

    Danke Dykie.

    Die Laeiszhalle
    ... wurde vor 100 Jahren am Johannes-Brahms-Platz in Hamburg erbaut und am 4. Juni 1908 eingeweiht. Heute ist sie Aufführungsstätte für nationale und internationale musikalische Darbietungen aus einer Vielzahl von Sparten, darunter Orchester- und Chorkonzerte, Kammermusik, Recitals, konzertante Opern, zeitgenössische Musik, aber auch Jazz, Rock und Pop.
    Der Hamburger Reeder Carl Laeisz schenkte der Stadt testamentarisch eine große Summe zum Bau eines "Hauses für die edle Musik", welche von seiner Frau Sophie nachträglich noch aufgestockt wurde. So entstand zwischen 1904 und 1908 unter der Leitung der Architekten Martin Haller und Emil Meerwein eine Musikhalle im Herzen Hamburgs. Der dem damaligen Zeitgeschmack entsprechende neobarocke Stil mit Kupferdach findet sich am ebenfalls vom Krieg verschont gebliebenen Rathaus - erbaut von den selben Architekten - sowie am Michel wieder.

    Hamburg_Musikhalle_01 aus der freien Enzyklopädie Wikipedia und steht unter der Bildlizenz GNU-FDL. Der Urheber des Bildes ist KMJ.

  • http://img183.imageshack.us/img183/7324/speicher5ad.jpg

    Ich habe noch eine Aufnahme aus den 70er Jahren, da hängt noch ein Transport-Windenhaken aus dem Dach heraus. Insofern vermute ich, war es ein reines Lagerhaus.
    Das Haus steht am Brooktor und ist heute wild und grün überwachsen.
    Eine Plakette mit Aufklärung hab ich auch nicht gefunden.

    Maegis - "Brandanfang" ein Restaurant in der Deichstraße ist wohl tatsächlich noch erhalten. Aber es ist schon tüchtig restauriert worden. Das alte Fachwerk mit Stahlbandstützen zwischen den Häusern zwecks Anti-kipp-und Sturz gesichert worden. In den 70er Jahren sah es dort aber auch noch ziemlich runter aus.

  • Dekoratives Anführungszeichen
    Zitat von maegis

    Meiner Meinung nach sind es in der Deichstraße noch Häuser (teilweise) aus dem 17. Jhdt., die das Feuer überstanden haben und keine Nachbauten?! Oder nicht.

    Ca. 15-20 Häuser sind noch Orginal und wurde von einem Bürgerverein (ich glaub Mitte der 80er) erworben, saniert und erhalten. Die Zeile zum Nikolaifleet (Foto) ist auf jeden Fall Orginal (bis auf ein paar Baulücken, die später geschlsosen wurden).

    Übrigens ist meiner Kenntnis nach keines der Häuser "Retro", dass heisst im letzten Jahrhundert historisierend wieder aufgebaut worden.