Janz Balin fast ohne Wolke: Ick hab viel jeseh'n (II). Gebautes & Lebendige Viertel

  • Janz Balin fast ohne Wolke: Ick hab viel jeseh'n (II). Gebautes & Lebendige Viertel

    Potsdamer Platz, Mitte, City West


    Kreuzberg




    Tiergarten


    Friedrichshain


    Prenzlauer Berg


    Lehrter Bahnhof

  • Zitat von Wagahai

    ^
    02. bis 04.09.
    Was hältst Du vom Merkel-Plakat "Aber Arbeits ist Scheiße & Terör" (Kreuzberg) ;)


    hast du den aufkleber auf dem plakat van angela gesehen??? :D

  • *schnüff*


    Jetzt bin ich ganz sentimental und hab Heimweh nach Friedrichshain. Direkt um die Ecke vom "Intimes" hab ich ein halbes Jahr gearbeitet.

  • Zitat von Wagahai

    ^
    Ist "Intimes" ein Sexkino?


    :lach: Nein, aber der Name könnte das nahe legen, stimmt! ;)


    Ist ein ganz schnuckeliges, gemütliches kleines Kino, in dem nicht gerade die neuesten Blockbuster laufen, aber immer interessante Filme. Und das angeschlossene Café hat auch ganz leckere Sachen! :daumen:

  • Finde ich z. B. gar nicht. (habe selbst ein paar Jahre in Fh gelebt)


    Es gibt in Fh eine ganze Menge ziemlich öder Ecken, das ist im PB nicht so ausgeprägt. M. E. gibt's in Fh auch wesentlich mehr "Gestalten" (sorry). Der Baubestand aus der Zeit vor dem ersten Weltkrieg ( seit mittlerweile 50 Jahren gemeinhin als "Altbau" bezeichnet :nono: ) ist innerhalb Berlins auch einer der Ödesten. Prunkvolle Häuser aus der ersten Welle der Gründerzeit - wie es sie vor allem in Kreuzberg und z. T. auch im Prenzlauer Berg gibt - findet man in Fh überhaupt nicht. Und die zweite Welle hat - bis auf an zwei Händen abzählbare Exemplare - nur die billigen "Arbeiter-Versionen" hinterlassen. Noch mehr als an den Fassaden ist das an den Grundrissen und Geschosshöhen erkennbar.


    Aber gut, Fh ist als letzter Bezirk von der "Szene" annektiert worden und besitzt so das jüngste Publikum und derzeit den größten Hip-Faktor.



    Gruss
    AeG

  • Zitat von AeG

    Der Baubestand aus der Zeit vor dem ersten Weltkrieg ( seit mittlerweile 50 Jahren gemeinhin als "Altbau" bezeichnet :nono: ) ist innerhalb Berlins auch einer der Ödesten. Prunkvolle Häuser aus der ersten Welle der Gründerzeit - wie es sie vor allem in Kreuzberg und z. T. auch im Prenzlauer Berg gibt - findet man in Fh überhaupt nicht.



    Dafür stehen dort drei wirklich schöne Wohnanlagen (insb. Messel) aus der Zeit vor dem 1. Weltkrieg. Stralau hat auch etwas Charme und die alten Industriebauten Richtung Spree sowieso. Außerdem ist der Volkspark sehr schön. Auch ohne "Szene" ein interessanter Bezirk mit eigener Schönheit. Die DDR(und überhaupt 60er/70er)-Bausünden finde ich hier auch nicht ganz so schlimm.
    Die "öden Ecken" halten sich hier und im Prenzlberg in etwa die Waage, letzterer hat davon vor allen Dingen im nördlichen Teil und im östlichen Teil mehr als genug.

  • aeg ..



    Zitat von AeG

    Finde ich z. B. gar nicht. (habe selbst ein paar Jahre in Fh gelebt)


    dein fokus liegt denk ich woanders als bei waghai bzw. gfs ...


    die gegend um die simon-dach-strasse, boxhagener etc. wirkt sehr wohl gemuetlich, mit den ueblichen baumreihen, mit den cafestrassen, kleinen laeden, clubs, kleinen kinos, projekten, mischung aus alternativer szene und szene zweiter generation. letztere wuerde ich als mischung zwischen mallorcafeeling, durch die aus dem ferneren osten kommenden mitbuerger, die das als partymeile anfaehrt sowie einer hiphopszene, die als gegenstueck zur xberger fungiert, bezeichnen ...


    natuerlich haben andere bereiche von friedrichshain andere gesichter ...


    du siehst das also zu hm, ... wissenschaftlich ;)


    da wir aber schon dabei sind... kennste die "victoriastadt" in lichtenberg? ein auch eher heimeliger kiez, naehe ostkreuz ...


    vielleicht bekannt, weil: neben gruenderzeit sollen dort u.a. auch die ersten industriell gefertigten wohnhaeuser (betonguss) sein ...


    ich zitier mal: "(...) Zwischen der heutigen Nöldnerstraße, ehemals Prinz-Albert-Straße, und dem Kuhraben, der damaligen Gemarkungsgrenze zu Lichtenberg, erstellte die Berliner Cementbau AG Bebauungs- und Parzellierungspläne und errichtete bis 1875 "Gussbetonhäuser" als zwei- und dreigeschossige Doppel- und Reihenhäuser. Das Verfahren war in Deutschland neu und einzigartig. Vor Ort wurden aus einem Gemisch aus Zement, Sand und Schlacken in einem Gussverfahren Häuser erstellt. (...)"
    source: http://www.stadtentwicklung.be…erung/de/kapitel_05.shtml



    galerien, fotos vom kiez:
    kiezGalerie 1: http://www.victoriastadt.de/docs/kie_leb_kiez1.htm
    kiezGalerie 2: http://www.victoriastadt.de/docs/kie_leb_kiez2.htm
    kiezGalerie 3: http://www.victoriastadt.de/docs/kie_leb_fest.htm


    waghai ...


    schoene bilder, in beiden threads ... :daumen:

  • stativision,


    okay, das ist natürlich eine Frage der individuellen Wertung :). Ich bin schließlich auch aus Fh weg direkt an den Treptower Park gezogen - würde vielleicht auch nicht jeder machen (gilt ja gemein hin schon als j.w.d. ;), auch wenn's real Blödsinn ist). Friedrichshain ist m. E. ein Bezirk mit besonders großen Schwankungen (Publikum, wie Bausubstanz). Interessante (Reform-)Wohnanlagen gibt's auch woandes (wenn auch nicht unbedingt von Messel: Riemers Hofgarten, Amalienpark, Haeselerstraße, Grabbeallee, Munizipalviertel, div. Gartenstädte etc. ;). Es gibt auch eine Reihe von ehem. Ostberliner Bezirken, die deutlich weniger DDR-typische Platten-Areale aufweisen, als die teils großen zusammenhängenden Gebiete in Friedrichshain, dass sich immerhin bis zur Lichtenberger Straße im Norden erstreckt (Prenzlauer Berg, Pankow bis auf Heinersdorf, Treptow bis auf Altglienicke, Weißensee nachdem Hohenschönhausen eigenständig wurde, Köpenick bis auf das Allende-Viertel; gibt natürlich immer ein paar kleinere Ausnahmen)





    trance-x,


    Du als Insider aus alten DWF-Tagen weißt natürlich, an welcher prominenten Stelle in Friedrichshain ich bis vor kurzem gewohnt habe :). Aber glaube mir, meine Einschätzung sollte sich schon auf den gesamten Bezirk beziehen (s. o.).



    Das Viertel in Lichtenberg kenne ich. Da ist die Bausubstanz wirklich gut erhalten gewesen. Man findet dort sogar noch Kreuzungen, an denen alle vier Eckhäuser die aufwändig stukkatierten Original-Fassaden besitzen (alles heute saniert). Das hat in Berlin wirklich Seltenheitswert. So weit mir bekannt, ist die Gegend aber leider ein Sammelhort für ultrarechte Gestalten. Hat dort nicht auch irgend eine Neonazi-Partei ihren Sitz?


    Von der Betonguss-Geschichte hatte ich schon mal was gehört. Aber man sieht's den Bauten m. E. nirgends an (genau so wenig wie dem Ostflügel von Block C-Nord in der Karl-Marx-Allee, dass er als einziger Bau dieser Straße aus Beton gefertigt wurde).


    Aber die Wiege des industriellen Bauens aus Beton-Fertigteilen steht nicht viel weiter auswärts im gleichen Bezirk. Die Splanemannsiedlung, nahe der Sedanstraße gelegen, wurde Ende der 20er von Martin Wagner errichtet. Die Bauweise wurde auch nach aussen hin sichtbar gestaltet. Ich weiß nicht, ob es inzwischen saniert wurde. bei meinem letzten Besuch sah die Siedlung sehr heruntergekommen aus. Warst Du schon mal dort? Ist aber auf alle Fälle einen Blick wert.



    Gruss
    AeG


    Jo-King will ja unbedingt noch irgendwas fotografieren. Wir könnten ihn doch einfach mit 'ner Tour durch weniger gängige Gegenden beauftragen, wie z. B. Lichtenberg ;). Oder magst Du nur Neubau-Projekte, Jo?

  • @ aeg:


    kommt drauf an...eigentlich liegt mein Fokus eher darauf...
    jedenfalls unter der Woche. Am WE werd ich aber manchmal zum Genussmensch und dann hat auch altes seinen Charme... ;)

  • ^
    Interessante Diskussion der Berlin-Insider :)
    Ich habe natürlich nicht ganz Friedrichshain gesehen, sondern nur das Viereck Frankfurter Tor, Frankfurter Allee, Warschauer Str., Ostkreuz.


    AeG
    Prunkvolle Häuser aus der ersten Welle der Gründerzeit - wie es sie vor allem in Kreuzberg und z. T. auch im Prenzlauer Berg gibt - findet man in Fh überhaupt nicht.
    Dieses "Kleinteiligere" macht Friedrichshain für mich charmant auf seine Weise.

  • Zitat von AeG

    stativision,


    Ich bin schließlich auch aus Fh weg direkt an den Treptower Park gezogen - würde vielleicht auch nicht jeder machen


    Treptower Park und manches in der Umgebung find ich auch toll. Würde ich auch hinziehen, wenn es noch nah an der S-Bahn ist.



    Zitat von AeG

    Friedrichshain ist m. E. ein Bezirk mit besonders großen Schwankungen (Publikum, wie Bausubstanz).


    Auf jeden Fall. Punks neben Rechtsradikalen, Szene-In-Typen neben Brandenburger Dorftussen und Neureiche neben Pennern sieht man woanders nicht so oft. Nur Ausländer trauen sich hier kaum hin...
    Imo ähnlich bunt sind aber auch Prenzlberg (nur nicht so dicht) und Kreuzberg. Was Bausubstanz und Publikum angeht. Aber gerade das macht die Bezirke ja auch interessant - und für so manchen auch zu verwirrend oder unangenehm, was ich auch nachvollziehen kann (bin in FH auch schon von Punks angepöbelt worden).


    Zitat von AeG

    Interessante (Reform-)Wohnanlagen gibt's auch woandes


    Sicher, aber meines Wissens nicht in dieser Dichte, zumindest nicht so zentral. Hier in Wilmersdorf gibt es da auch zwei interessante Anlagen und im Prenzlberg gibt es auch zwei nette, wenn ich mich richtig erinnere. Riehmers Hofgarten ist ja da auch der Prototyp und einer der schönsten, dafür ist die Lage an der Hauptstraße heute vielleicht nicht so optimal


    Zitat von AeG

    Es gibt auch eine Reihe von ehem. Ostberliner Bezirken, die deutlich weniger DDR-typische Platten-Areale aufweisen


    Ja, aber (warum auch immer, vielleicht sind sie auch einfach besser renoviert oder so) finde ich die in FH heute nicht mehr so schlimm. Von ein paar Exemplaren an der Ringbahn abgesehen. Und im Prenzlberg gibt es im Nordosten auch ein paar sehr schlimme Exemplare.


    Ich persönlich finde die Gegend um das Ostkreuz und um die Oberbaumcity (habe sowieso eine Schwäche für ehemalige Industrieviertel) besonders faszinierend.

  • Sehr schöne Fotos, Wagahai. Besonders gut finde ich, dass Du auch mal abseits der üblichen Architekturfotolocations fotografiert hast.

  • Ja klar, wenn ich Zeit bekomm, geh ich sowieso mal Denkmäler besichtigen, auch wenn ich das Programm dieses Jahr nicht ganz so toll finde.

  • Das Tier
    Besonders gut finde ich, dass Du auch mal abseits der üblichen Architekturfotolocations fotografiert hast.
    Danke, der Kurztripp stand auch unter dem Motto "Berlin für Fortgeschrittene" ;)
    Die klassischen Touri-Pfade sind (außer unter dem Gesichtspunkt Bauentwicklung/ Belebung) für mich nicht mehr so interessant. Und in Berlin gibt es darüber hinaus einfach eine Menge zu entdecken :)