Opernquartier

  • Wie der Baudezernent in einem Express-Interview äußert, hat ein, bei einem unabhängigen Bausachverständigen in Auftrag gegebenes Gutachten ergeben, dass die Ausführung der Pläne des Siegerentwufes mit ca. 273 Mio € 43 Mio € über dem vom Rat der Stadt Köln beschlossenen Kostendeckel von 230 Mio € liegen wird.
    "Wir werden schon bei der Planung Einschnitte vornehmen müssen." Weitere Kostensteigerungen schließe er nicht aus - vor allem im Hinblick auf die Sanierung des denkmalgeschützten Riphahn-Baus.


    http://www.express.de/nachrich…rtikel_1220435651400.html

  • Und auf dieser Veranstaltung kündigte Herr Jaspert (Büro JSWD) an, dass die Fassade des Schauspielhauses nochmal komplett überarbeitet wird, wie von dem Preisgericht gefordert.


    Außerdem wird die Gesamthöhe mindestens (in der Mitte) ca. 36 Meter betragen, dies ist dem Bühnenturm geschuldet.
    Die Kinderoper wird in den Gebäudeflügel südlich der Opernanlieferung einziehen und die Anlieferung womöglich in den nördlichen Teil.


    In die oberste Etage des Schauspielhauses soll ein Restaurant mit Dachterasse und Domblick kommen. Der auskragende Sall wird ca. 10 Meter über der Nord-Süd-Fahrt "schweben", deswegen befürchteten Anwohner analog zur Philharmonie Lärmprobleme, die es aber nicht geben werde, so Jaspert und Streitberger.


    Für eine mügliche Tieferlegung der Nord-Süd-Fahrt (Streitberger: In 25 Jahren) werden vorsorglich Maßnahmen getroffen.


    Kostenbudget: Womöglich wird bei der Fassade gespart, ursprünglich waren Keramikplatten gedacht, es könnte aber auch eine konventionelle Fassade errichtet werden (Jaspert).


    Viele Anwohner zeigten sich aufgebracht, dass in diesem Viertel "noch so ein schrecklicher, fensterloser Kasten/Kubus entsteht, der nicht mit seiner Umgebung korrespondiert, sondern ein Fremdkörper darstellt."

  • Salzufler Toll, dass du da warst und die Infos mitgebracht hast. Ich wollte eigentlich auch hin, habe es aber leider nicht geschafft.


    Mit der Höhe von 36 Metern überragt das Schauspielhaus dann wohl die Bühnentürme der Oper etwas (hab' die genauen Zahlen nicht nochmal nachgeschaut)? Finde ich gut, ich sah keinen Sinn darin, die Höhe so zu begrenzen, dass das Ganze keinesfalls höher als die Oper wird. Warum sollte das auch so sein? Aus ästhetischen Grunden wohl kaum.
    Mich wundern jetzt aber, warum die Kinderoper ausgelagert wird. Dieser Gedanke kam m.E. durch die ursprüngliche Höhendeckelung - und damit etwas geringeres Raumvolumen des neuen Schauspielhauses auf. Oder gibt es andere Gründe?


    Das das Gebäude 10 m über die Nord-Süd-Fahrt ragen soll erstaunt mich. Hätte - auch nach Ansicht der Visualisierungen - nicht gedacht, das es soviel ist.


    Der Wegfall der Keramikfassade ist wohl zu verschmerzen.


    Jaja - die Anwohner und ihre Lamentiererei. Was wollten sie denn? Sprossenfenster mit gerafften rosa Tüllgardinen? :nono:

  • Also die GEsamthöhe wird wohl so bleiben, auch wenn von Seiten der Stadt hier noch Nachbesserungen gefordert sind, damit wäre das Schauspielhaus höher als die Oper.


    Die Kinderoper ist aus dem Gebäude wohl deshalb herausgefallen, um es noch kompakter zu bekommen. Außerdem, so Jaspert, würde die Kinderoper zur Belebung des Operngartens und den dann dort ansässigen Gastronomiebetrieben führen (für die übrigends die Fassade der Oper verändert wird; mehr Glas).


    An der Stelle mit der Auskragung habe ich mich etwas undeutlich ausgedrückt, der Saal wird in 10 Metern Höhe über der Straße sei, wie weit dierer Raum herausragt wurde nicht gesagt. Zur Zeit sei ein 2 Meter breiter Füßweg in den Plänen, den die Stadt so nicht will. Hier solle ein Weg mit einer repräsentativen Breite hin, damit die Beziehung zur Schildergassse sichtbar wird.

  • Die Planungen für das Opernquartier wurden überraschend gestoppt. :mad:


    Die Kosten für den Neubau des Schauspielhauses und die Sanierung des Opernhauses sind nach Umplanungen auf 364 Mio. € gestiegen. Der Stadtrat hatte aber ein Budget von 230 Mio. € vorgegeben.


    Oberbürgermeister Fritz Schramma dazu: „Ich bin entsetzt darüber, dass wir innerhalb von zwölf Monaten mit einer Kostensteigerung von cirka 60 Prozent konfrontiert werden, die angesichts der Finanzlage der Stadt Köln das gesamte Neubauprojekt gefährdet. Für diese Planungsqualität fehlt mit jegliches Verständnis.“


    Da sich die Preise wohl nicht mehr dem ursprünglichen Budget annähern lassen, soll als Alternative jetzt auch wieder die Bestandssanierung der Häuser bzw. der Neubau an anderer Stelle erörtert werden.


    Presse:
    http://www.ksta.de/html/artikel/1246883636117.shtml
    http://www.rundschau-online.de…tikel/1246895306773.shtml
    http://www.report-k.de/content/view/20153/135/
    http://www.koeln.de/koeln/kost…70_mio_kosten_188919.html

    Einmal editiert, zuletzt von ottcgn1 () aus folgendem Grund: Rechtschreibung

  • Die Pläne zum Umbau des Dionysoshofes sind wegen Abstimmungsproblemen gescheitert. Die Nord-Süd-U-Bahn kommt wegen Bau- und Planungsmängeln der Stadt nicht aus den Schlagzeilen. Die Verquickung von Archäologischer Zone mit dem Jüdischen Museum durch den Rat der Stadt führ(t)en zu noch ungelösten Planungs- und Finanzierungsproblemen. Die Planungen zur MesseCity Deutz und zum Deutzer Hafen kommen nicht voran oder werden blockiert. Neben dem neuen Wissenschaftsmuseum Odysseum lässt die Stadtverwaltung einen Baumarkt zu. Nun scheitert auch das Vorzeigeprojekt Opernquartier.


    Man kann hier vernünftigerweise nur noch von einem amateurhaftes Desaster für die Kölner Stadtverwaltung und insbesondere einem völligen Versagen der Politik in Sachen Stadtplanung sprechen. Schön reden kann man hier nichts mehr. Und offenbar fühlt sich niemand der Stadtoberen für diese ungenügende Interessen- und Standortvertretung verantwortlich.


    Sic transit gloria mundi. Ich bin traurig und kann nur den Kopf schütteln. :nono:

  • Ich bin fassungslos.



    @ ottcgn1 Sei froh, dass die Überbringer schlechter Nachrichten nicht mehr geköpft werden. Dachte zuerst an einen (sehr) schlechten Scherz. Das kann doch langsam alles nicht mehr wahr sein. :nono:


    Für mich als sehr häufigen Nutzer von Oper und Schauspiel eine der schlimmsten Nachrichten seit langen. Auf dieses Projekt hatte ich mich richtig gefreut.


    Allein schon die zu lesenden Kommentare zeugen von völliger Sachunkenntnis. Neubau an anderer Stelle? Was soll das? Sowohl die geplanten Werkstätten, als auch div. andere Einrichtungen sollten von Oper und Schauspiel gemeinsam genutzt werden. Wird es billiger, wenn man jetzt alles doppelt baut?
    Reine Bestandssanierung? Die Oper ist heute wegen unzureichender Räumlichkeiten - abgesehen vom völlig maroden Zustand - kaum arbeitsfähig, da viele Räumlichkeiten der Oper wegen Platzmangel des Schauspielhauses vom Schauspielhaus genutzt werden. Wie soll dieses Problem gelöst werden?


    Neue Planungskoisten fallen keine an?


    Was ist mit den Ersatzspielstätten (Palladium, Expo-Hallen)? Diese wurden bereits langfristig angemietet. Das Geld hierfür schreibt man dann auch einfach ab.


    Das ist alles so unausgegoren, dass es einfach weh tut. Ich kann nur hoffen, dass Schramma/Streitberger bewusst diese Hiobsmeldung in der Presse lanciert haben um Druck in Bezug auf Kostenreduzierung aufzubauen.

  • Völlige Zustimmung Ottcgn. Und die Liste ließe sich noch weiterführen: Die gescheiterte Ansiedlung des DfB-Museums, das peinliche Gezerre um die U-Bahn-Querung der Rheinuferstraße, die mögliche Verstümmelung des Rheinboulevards (Wegen, na? Richtig, 50 % höheren Kosten), etc.


    Was Städtebau angeht waren die letzten 6 Monate für Köln eine mittlere Katastrophe. Und obwohl ich es echt nicht mag nach Sündenböcken zu suchen: Die Art und Weise wie die Verantwortlichen in der Stadtverwaltung jetzt offenbar wieder mit großen Augen und schulterzuckend vor dem Scherbenhaufen stehen ist inzwischen nur noch schwer erträglich. Die Kostenexplosionen sind zur Normalität geworden. Und die Argumente sind irgendwie immer die Gleichen, "Das konnten wir nicht wissen, weil..." Wofür werden Kostenschätzungen denn dann überhaupt noch abgegeben? Geht man da stets vom "Best-Case"-Szenario" aus? Wäre es denn nicht vielleicht cleverer, es würden sich erstmal kompetente Realisten im stillen Kämmerlein zusammensetzen und solide Kosten rechnen, bevor man der Welt seine blitzenden Opernquartier-Entwürfe präsentiert?


    Bin gerade nur noch tief desillusioniert und muss das erstmal sacken lassen....

  • wirklich enttäuschend, wenn man die Zusammenfassung gescheiterter Projekte in der letzten Zeit sieht. Auch wenn mich der Entwurf der Oper nie 100%ig überzeugt hat, hatte ich mich doch auf eine positive Veränderung in der zentralen Innenstadt gefreut.


    Ich sehe vor allem Kölns positive Entwicklung als Architekturmetropole in Gefahr: nach jahrzentelanger Durststrecke hatte sich Köln durch das Weltstadthaus, den Rheinauhafen, Kolumba und viele andere Projekte auf den Weg zur möglicherweise interessantesten (wenn auch nicht schönsten) Architekturstadt in Deutschland gemacht. Was die Stadt an Planungsqualität und Kulturinvestitionen zu wünschen übrig lies, wurde durch erstaunlich hochwertige Projekte der Privatwirtschaft und der Kirche mehr als ausgeglichen. Wo andernorts lähmende Debatten um die kritische Rekonstruktion oder Backsteinpflicht geführt wurden, hatten in Köln Bauherren freie Hand.
    In den nächsten 2-3 Jahren dürfte es weit weniger fertiggestellte herrrausragende Projekte zu bestaunen geben.


    Allerdings sollte man bedenken, dass hochwertige und teure Projekte insbesondere der Kultur in allen Städten Deutschlands Schwierigkeiten haben, nicht erst seit der Finanzkrise. Zermürbende Diskussionen über Architektur, Rekonstruktion, Erhalt von Denkmälern oder Finanzierbarkeit sind ein Merkmal vieler Metropolen. (Rekonstruktion Frankfurter Altstadt und Frauenkirche Dresden, Elbphilharmonie, Hafencity, Topographie des Terrors, Stadtschloss Berlin). Viele dieser Projekte standen mehrfach vor dem Scheitern, Debatten wurden jahrelang geführt. In Köln neigt man dazu, jede Schwierigkeit dem Klüngel oder der politischen Unfähigkeit zuzuschreiben.
    Letztendlich wird sich aber alles daran messen müssen, ob langfristig doch noch eine Lösung gefunden wird. Für die Oper sehe ich da gute Chancen, da die aktuellen Defizite des Hauses eine Lösung erzwingen. Auf eine archäologische Zone samt Jüd. Museum kann man theoretisch zwar verzichten. Ich glaube allerdings nicht, dass man die Ausgrabungen zuschütten wird. Das Zelt wird einfach etwas länger dort stehen. Vielleicht muss man einfach jetzt die Wahl des Oberbürgermeisters abwarten.

  • Diverse Stimmen in der Kölner Politik sprechen davon, auch einen Neubau von Oper und Schauspiel an anderer Stelle jetzt wieder mit diskutieren zu wollen.


    Ich möchte hierzu anregen, als Alternative auch den Bau auf dem jetzigen Offenbachplatz, also vor der Oper, in Betracht zu ziehen, die Oper also quasi zu drehen. An der Stelle, wo heute die Oper steht, würde dann der neue Offenbachplatz entstehen. Hierdurch könnte, by the way, auch ein Nebenthema, nämlich die mangelnde Einbindung in die angrenzenden Quartiere, gelöst werden. Neubau und Abriss könnten parallell erfolgen.


    Das ist nur so ein Gedanke - keine Ahnung ob diese Idee als solche realisierbar wäre, schon aus Termingründen, von Kosten erst gar nicht zu reden.

  • Entschuldigt, wenn ich mir anmaße, mich als Nicht-Kundiger und Nicht-Kölner hier einzumischen, aber diese Planung für den Offenbach-Platz ist auf den ersten Blick schrecklich und erinnert an einen Hochbunker!

  • die Wirkung hängt sicher von der Qualität der Fassade ab.


    Sicherlich ein neuer Solitär im Kölner Architekturzoo. Der Ort ist aber relativ rauh und verträgt einen derartigen Bau

  • Berolina


    Der Einwand, das Gebäude gleiche einem Hochbunker, ist nicht von der Hand zu weisen. Aus Anwohnerkreisen ist gleichlautend zu hören, dass "noch so ein schrecklicher, fensterloser Kasten/Kubus entsteht, der nicht mit seiner Umgebung korrespondiert, sondern ein Fremdkörper darstellt."


    Das geplante Gebäude ist in der Tat nicht gerade begeisternd, spektakulär oder einfach nur "schön" - aber wohl praktisch, womit wir in Köln unter den derzeit obwaltenden Umständen leider immer häufiger zufrieden sein müssen.


    Die kompakte Bauart ist der besonderen Konzeption der ausgewählten Architekten und dem engen Bauplatz geschuldet. Das Thema Fassade spielt bei einem solchen Entwurf natürlich eine Hauptrolle, ist aber durch die Architekten und die Stadtplanung aus Kostengründen offenbar bereits als nachrangig abgehakt worden.


    Die anderen Entwürfe, aus meiner Sicht vielleicht mit Ausnahme von HPP Hentrich-Petschnigg und Partner GmbH + Co. KG, Köln, waren aber auch nicht viel besser, da die Ausschreibung zwingend den erhalt der 50er-Jahre-Oper vorschrieb und damit nur wenig "Spielraum" ließ. Siehe hier:
    http://www.neubau-buehnen-koel…isse/ergebnisseindex.html

  • @ Citysurfer
    Bei der Anmerkung zu dem "fensterlosen Kasten" handelte es sich um ein Zitat aus der Presse und einem früheren Post. Nicht meine Meinung. Natürlich hast Du Recht, denn die Fassade soll(te) großflächig verglast und ursprünglich mit dem Ornamentfries veredelt werden.



    Die Wahrnehmung der Kubatur des Gebäudes, ob weitgehend verglast oder nicht, ist m. E. maßgeblich bestimmt durch die Art der Fassadengestaltung, gerade der Flächen, die nicht verglast werden. Es ist schon ein Unterschied, ob einfacher Kunststoff, Keramikkacheln oder edler Stein verwandt wird. Vielleicht resultiert aus dieser Unwägbarkeit und der Art der Visualisierung der gelegentlich vorgetragene Vorwurf des "Hochbunkers".


    Da jetzt nur noch von Kosten die Rede ist, hege ich die Befürchtung, dass auch in dieser wichtige Frage alleine Kostengesichtspunkte eine Rolle spielen und nicht mehr die Anmutung des Ensembles.


    Wie konkret und wirklichkeitsgetreu die neue Visualisierung die Verkleidung der Fassade wiedergibt, lässt sich aus meiner Sicht nur schwer sagen, zumal die Materialien nicht benannt sind.