Diverse Brückenneubauten

  • Heute wurde in einer Pressekonferenz die Machbarkeitsstudie zum Neubau der Rheinstraßenbrücke vorgestellt (Pressemitteilung und Präsentation des Ergebnisses).

    Die Machbarkeitsstudie wurde in sechs Monaten erstellt.

    Aus meiner Sicht das wichtigste:

    - Die ursprüngliche Planung für den dreifeldrigen Neubau kann aufgegeben werden;

    - Der Neubau wird stützenfrei und 50 cm höher gebaut (kein Eingriff mehr in die Oberleitungen);

    - als Stahlbogenkonstruktion in vier Bauwerken ausgeführt (möglicherweise als Stahlfachwerk) welche per (Längs-)Verschub über die Gleise positioniert werden.

    - Die Vorgaben aus dem Planfeststellungsbeschluss werden eingehalten, lediglich ein Änderung ist notwendig.

    - Die denkmalgeschützten Widerlager beidseits der Gleise bleiben erhalten und bedürfen der Ertüchtigung (vorhandenen Pfeiler im Gleisfeld werden zurückgebaut).

    - Dank weniger Schnittstellen mit der 'DB' sind weniger und kürzere Sperrpausen möglich was die Bauzeit verkürzt;

    - statt 2031 könnte nun also schon 2030 die Nutzungsfreigabe erfolgen.

  • Auch die FAZ berichtet darüber - .faz.net/aktuell/rhein-main/die-rheinstrassenbruecke-in-darmstadt-wird-zwei-jahre-frueher-fertig ( sogar bisher ohne Paywall).

    Danach soll dieser Entwurf nicht nur 2 Jahre früher fertig sein als die bisherige Planung, sondern auch noch 10% billiger sein.

    Fragt sich der Laie, wo ist der Haken ? Oder hat man schlicht erst jetzt jemanden von Donges gefragt ?

    Nach der Skizze in diesem Faz-Artikel (und auch in der Präsentation) hätten die alten Widerlager allerdings keine Funktion mehr - die ständen nur noch neben den Bahngleisen herum. Die neue Brücke müsste dann doch auch breiter sein - nach dem Faz-Artikel

    Dekoratives Anführungszeichen

    Getragen wird sie nach Angaben der Stadt von vier Bögen, die mit Stahlfachwerk verstärkt sind. Diese Bögen trennen die Verkehrsflächen der Straßenbahnen, der Autos sowie der Fußgänger und Radfahrer voneinander.

    Nimmt etwas Platz in der Breite weg - und ist natürlich für ggf. künftige Änderungen der Verkehrsflächen weniger flexibel.

    Wobei - rein optisch würde dies an die nördlich vom Bahnhof liegende Brücke der Bismarkstrasse anknüpfen.

  • Die geplante Inbetriebnahme der neuen Brücke wurde jetzt auf 2031 verschoben. Aus dem oben zitierten "2 Jahre früher" wird also nichts. Die Arbeiten sollen zum Jahreswechsel 2030/2031 abgeschlossen werden. Grund dafür ist, dass der Abriss nach 2027 verschoben wird. Und dafür ist wiederum der Grund, dass 2027 die Generalsanierung der Main-Neckar-Bahn geplant ist, die dann - wie im letzten Jahr die Riedbahnstrecke - für einige Monate komplett gesperrt sein dürfte. Der Neubau der Rheinstraßenbrücke soll ja dann ohne Stützen im Gleisbett erfolgen und damit unabhängig(er) von den Belangen der Bahn sein.

    -> Hessenschau

    -> Frankfurter Rundschau

  • Neubau Rheinstraßenbrücke

    Zeit für wenigstens eine kurze Meldung zu den aktuellen Entwicklungen.

    Nach den ursprünglichen (konkreten) Plänen sollte die Brücke ja mal im Jahr 2025 fertiggestellt und in Betrieb genommen worden sein. Das ist inzwischen schon Vergangenheit. Über die diversen Terminverschiebungen und Gründe dafür kann man sich ausgiebig in früheren Beiträgen in diesem Strang informieren. Letzter Stand war, dass die Sanierung der Main-Neckar-Bahn (Strecke zwischen Frankfurt und Heidelberg) während einer Vollsperrung im Jahr 2027 stattfinden soll und diese zugfreie Zeit dann für den Abbruch der Rheinstraßenbrücke genutzt werden kann. Denn außer Baugrund- und Kampfmittelsondierungen hat sich vor Ort tatsächlich seit Monaten sichtbar absolut nichts getan. Die neuen Streitigkeiten über die Gestaltung der Brücke sind ja eher unsichtbar.

    Nun hat aber die Bahn bekannt gegeben, dass die o.g. Streckensanierung um 3 Jahre nach 2030 verschoben wird.

    Und was bedeutet das jetzt für die Rheinstraßenbrücke? Auch weitere 3 Jahre Verschiebung?

    Nach Angaben der Stadt wird sich die derzeit geplante Fertigstellung im Jahr 2030 nicht weiter verzögern. Es sei vorsorglich eine weitere Sperrpause im ersten Quartal 2028 beantragt worden. Deren Genehmigung steht noch aus, wird aber erwartet. Das Ganze reduziere zwar die Pufferzeiten, gefährde aber nicht den geplanten Fertigstellungstermin.

    Als vorgezogener Termin für die Inbetriebnahme der Straßenbahn wird 2029 genannt.

    Rheinstraßenbrücke Darmstadt bleibt im Zeitplan

    Dann bleibt zu hoffen, dass von Seiten der Bahn keine neuen Überraschungen auftauchen, dass man nach der erneuten Ausschreibung auch bezahlbare (bzw. überhaupt) Angebote bekommt und dass am Ende des Jahrzehnts tatsächlich eine neue Brücke zu bestaunen ist (über die endgültige Fertigstellung und Inbetriebnahme will ich mal nicht spekulieren - bleiben wir positiv). :daumen: