Umgestaltung Max-Joseph-Platz [Spekulationsthread]

  • Umgestaltung Max-Joseph-Platz [Spekulationsthread]

    Der Max-Joseph-Platz, umrahmt von Nationaloper/-theater, dem Königsbau der Residenz, der historischen Hauptpost und einer Reihe schöner, alter Bürgerhäuser dürfte wohl einer der bestgelegenen und architektonisch abwechslungsreichsten, historischen Plätze der Stadt München sein.


    Gleichzeitig wird aber aufgrund der totalen Asphaltierung mit Parkgaragenzufahrt und Bus-Wendeschleife das horrende Bild einer auf motorisierten, lärmenden Verkehr fixierten Stadt vermittelt. Jedem Touristen wird es im Herz wehtun zu sehen was man in Bayern aus so einem Ort macht.
    Man könnte soviel aus dieser hässlichen Asphaltwüste rausholen und das würde ich gerne hier in diesem Thema diskutieren.


    Es wäre sehr schade diesen zentral gelegenen, von tollen Gebäuden eingerahmten und durch die windgeschützte Lage für Sonnenanbeter äußerst attraktiven Platz weiterhin zu 95% dem Lärm und den Abgasen zu überlassen. Das ist nicht meine Vorstellung eines Münchens im 21sten Jahrhundert, sondern ein trauriges Überbleisel aus einer verirrten Zeit in die keiner jemals wieder zurück will.


    Ein Vorschlag von mir zur menschenfreundlichen Umgestaltung des Opernplatzes folgt in Kürze. Es ist klar, dass man auch weiterhin eine Zufahrt zu der TG (mit Platzreserven für die Spinner, die gerne dort Schlange stehen) sowie Plätze für Bus-Kurzparken benötigt - das soll bei der Umgestaltung berücksichtigt werden, keine Träume sondern ein umsetzbarer, bezahlbarer Vorschlag!

  • Scheint eine Art Gedankenübertragung zu sein. Hab mir vorgestern noch gedacht, als ich über den Platz ging : " Was ist eigentlich aus dem Vorhaben der Umgestaltung geworden, von dem vor etlichen Jahren zu lesen war ?
    Scheint mangels Geld im Sande verlaufen zu sein, obwohl es mehr als nötig wäre.


    http://www.richardquaas.de/wp-…es-max-joseph-platzes.pdf


    http://www.tz.de/muenchen/stad…ur-fotos-meta-919354.html ( Bild 35 von 35 )

  • Das hier wäre ein sehr konservativer Vorschlag, der Bussen, Taxifahrern und Autos sogar noch die direkte Zufahrt vor die Operntreppe gewährt:



    Weiß gestreift = die Fläche für uns Münchner
    Rot = neue Einfahrt für die TG, lange genug damit Rückstaus kein Problem darstellen
    Grün = Busparkplätze
    Blau = Zufahrt zur Operntreppe inklusive Wendeschleife


    Noch mehr weiß gestreifter Platz wäre natürlich wünschenswert, aber schon so wäre es ein riesiger Fortschritt und würde nicht ansatzweise die 4,5 Mio kosten von denen im TZ-Artikel die Rede ist. Wenn sogar schon der Harras aufwändig saniert wird für eine viel kleinere Verbesserung, dann ist es wirklich unverständlich dass hier nichts passiert.
    Von wegen das Geld wird immer nur in der Altstadt und Schwabing versenkt, das halte ich für eine Lüge wenn man sieht wieviel in die Verschönerung der Glasscherbenviertel gesteckt wurde (was aber auch in Ordnung ist, solange niemand das Gegenteil behauptet).

  • Diese Variante hat eben auch schon damals Gert Goergens , Kreisheimatpfleger vorgeschlagen :
    http://www.muenchner-forum.de/…r/standpunkte_2010_12.pdf


    Auf Seite 5 findet man ein ähnliches Konzept. von ihm. Ich finde es zwar schade, dass man die grässliche Tiefgarageneinfahrt nicht ganz verschwinden lassen kann, aber beim jetzigen Stand ist auch alles verbaut.
    So hätte ich mir vorstellen können eine Einfahrt in der Münzstrasse in das jetzige Palais an der Oper zu planen , so wie es ganz am Anfang mal angedacht war, EINE Tiefgarage für das Palais und Oper zu haben, nur wurde diese Idee schnell wieder verworfen, warum auch immer ?


    Somit wäre der komplette Platz geschlossen gewesen und es bräuchte nicht so einen Wurmfortsatz von Zufahrtsstrasse auf dem Platz.


    Mit dem neuen OB bin ich aber zuversichtlich, dass sich auch in diesem Bereich etwas ändern wird, ebenso mit der Radwegesituation dort.

  • Normalerweise dürfte so ein bedeutender Platz gar nicht mit Autos und Bussen verschandelt werden.
    Die TG-Einfahrt gehört in die Alfons-Goppel- bzw. Hofgartenstraße und Busparkplätze gibt es gar keine, auf den Karlsplatz oder vor die Frauenkirche fährt ja auch kein Bus.
    Mein Vorschlag ist das absolute Minimum, was in einer normalen, bürgernahen Stadt eigentlich seit Jahrzehnten schon umgesetzt sein müsste.

  • Sicher wäre in der Hofgartenstrasse /Marstall genug Platz , nur müsste man mit der Einfahrt unter der Untermaschinerie von Oper und Residenztheater durch, oder daneben vorbei, was technisch praktisch unmöglich ist.
    Anders verhielte es sich, die Max-Joseph-Garage aufzugeben und dafür den Marstallplatz zu unterkellern, oder gleich aus dem Marstall ein Parkhaus machen.( Eher abwegig)

  • Habe letzten einen Entwurf aus Leipzig für den Wilhelm Leschner Platz gesehn.
    So ähnlich würde ich mir den Umbau des Max josephs Pl. vorstellen. Ein ganz heller Steinbelag. Die TG zufährt würde ich aber auf der Seite der Oper entlangführen. Sonst hat man wieder den Mix aus Tram PKW/Bus und Fussgänger. Das ist ja genau das was man ändern mag.



    Hier mal der Entwurf.
    So in die Richtung würde ich planen. Dazu ein paar Grüneflächen. Bzw eine zentraleGrünfläche mit Brunnen.


    http://www.lvz-online.de/leipz…tadtteile-a-277566-0.html

  • Zunächst ist es mir völlig schleierhaft, warum die Tiefgarageneinfahrt nicht am Marstall hinten gebaut wurde, sondern so, dass sämtlicher IV quer über den ganzen Platz fahren muss. Fast könnte man meinen, dass ja jeder die Luxusschlitten der dort parkenden Gesellschaft bewundern kann.
    Die Busse könnten genauso gut hinter der Oper halten. Den Taxistand kann man durchgehen lassen, sofern sich die Taxen ausschließlich auf den für die Tram vorgesehenen Spuren bewegen.


    In München gibt es kaum einen anderen Platz der so ein großes Potential hat und es gleichzeitig so verschwendet.

  • Ich sehe das ähnlich wie MiaSanMia: Busse und Taxis könnten genauso gut neben der Oper an der Maximilianstraße halten, ohne den schönen Platz zu verschandeln und den freien Blick auf die historischen Gebäude zu beeinträchtigen. Am besten wäre es, die hässliche Tiefgarageneinfahrt in die südwestliche Ecke zu verbannen und die überbreite Fahrbahn um den Wendekreis auf einen Streifen zu verschmälern. Der dadurch gewonnene Raum sollte den Fußgängern zurückgegeben werden.

  • Mein oben gemachter Vorschlag war ja ein Kompromiss, mit dem alle leben könnten.
    Ideal fände ich persönlich natürlich einen Platz, der vollständig den Menschen zu Gute kommt und absolut frei von Abgasen ist.
    Das würde aber eine teure, aufwändige Verlegung der TG-Einfahrt bedeuten, was wahrscheinlich innerhalb so einer sensiblen Gegend aufgrund der zu erwartenden Kosten nicht sinnvoll ist, wenn auch wünschenswert.


    Daher mein Vorschlag:
    - TG-Einfahrt wie im ersten Beitrag dargestellt (rot)
    - die grüne Fläche entfällt, nur die Taxistellplätze bleiben, Busse dürfen nur hinter der Oper "entladen"
    - die blaue Fläche als Zufahrt zur Oper fällt weg und wird Teil des Platzes


    Der rot markierte Bereich muss so klein wie irgend möglich sein, zudem klar getrennt von dort dringend benötigten Fahrradwegen.


    Außerdem muss die Technik der Tiefgarage so optimiert werden, dass keine Staus mehr entstehen und bei einer Vollbelegung der Garage dies bereits an der Kreuzung zum Altstadtring für jeden klar ersichtlich ist.
    Je nach Auslastung der TG sind auch deutlich höhere Gebühren zu erheben, damit zukünftig nicht jeder Hanswurst zum Shoppen mit seinem Auto bis dorthin fährt, was momentan leider der Fall ist.


  • Das Hauptproblem was die Stadt wohl angehen will ist das Durcheinander von Tram, Passanten und PKWs bzw. Bussen. Das ist auch verständlich. Deswegen sehe ich den Vorschlag mit der Verlegung der TG Einfahrt eher als nicht so den Hit an. Entweder Entwinden, oder PKWs und LKWs aus dem gesamten Ecke raushalten.

  • Wie bereits erwähnt haben Studierende der TU München Entwürfe gezeichnet.


    http://www.sueddeutsche.de/mue…-verkehrshoelle-1.2390458


    1:1 umsetzen lässt sich kein Einziger der Studien, aber so ist es auch nicht gedacht. Eher als Anstoss , sich mit der Thematik überhaupt mal zu beschäftigen.
    Was bei jedem Entwurf fehlt, sind die grossen Kandelaber rund um das Denkmal. Kann mir nicht vorstellen, dass man die entfernen würde. Am ehesten umsetzbar sind die Treppenstufen als Ersatz zur TG-Einfahrt und die Wasserspiele und Fontänen.

  • Studentenentwürfe für den Max-Joseph-Platz

    Pressemitteilung der TU München: http://www.tum.de/die-tum/aktu…ungen/kurz/article/32285/
    Schauraum des Lehrstuhls für Landschaftsarchitektur und öffentlichen Raum: http://lao.wzw.tum.de/index.php?id=194


    Franziska Cußmann:


    Tobias Drexl:


    Katharina Gebhart:


    Felix Gutmann:


    Franziska Hepp:


    Ines Hoffmann:


    Theresia Loy:


    Sara Schnelle:


    Benjamin Schwab:


    Alle Rechte bei den Urhebern.

  • Einige Entwürfe gefallen sehr. Einige weniger. Aber fast alle haben das gleiche Problem gemein. Das zentrale Areal würde von einer Art Kreisverkehr und auf der anderen Seite der Tram umzingelt sein. Das kann nicht Münchens Antwort auf eine geplante innerstädtliche Oase sein.

  • ^^


    Ich sehe nur zwei Entwürfe mit Kreisverkehr.
    Busse, Taxen und PKW werden sich -realistisch gesehen- wohl leider nicht so schnell vom Max-Joseph-Platz entfernen, daher wird es eine ähnliche Kompromisslösung geben wie im Tal. Immerhin rührt sich etwas, mal schauen wie lange die neuerliche "Aufbruchstimmung" anhält und wann das Thema wieder in der Versenkung landet. Bitte nicht!

  • Um mal direkt die Entwürfe zu kommentieren:


    1. / 9. Franziska Cußmann, Benjamin Schwab (erster und letzter Entwurf)
    Aus meiner Sicht indiskutabel, ändert nichts an der Verkehrssituation und somit auch nicht an der Attraktivität des Platzes für Menschen.


    2. Tobias Drexl
    Schwacher Entwurf, die TG-Einfahrt endet im Nichts und an der Oberfläche nur ein paar Bäumchen? Soll wohl nur mit der Nachtoptik etwas blenden, die aber nix bringt da dieser Platz von den Menschen tagsüber genutzt wird.


    3. Katharina Gebhart
    Kommt noch am ehesten an das ran was sich der OB vorstellt, an eine "Piazza"... nur wo sollen die Autos in die TG einfahren?


    4. Felix Gutmann
    Architektonisch von der Gestaltung durchaus ansprechend, aber wenn die TG-Einfahrt eh nicht mehr befahrbar ist, wozu dann aufrechterhalten?


    5./ 6. Franziska Hepp / Ines Hoffmann
    Auch hier vermisse ich eine Lösung der TG-Einfahrt und finde auch, dass so eine strenge Linienführung dem Platz nicht gut tut.


    7. Theresia Loy
    Interessanter Ansatz, aber hier wird der Platz völlig verschwendet, da überhaupt keine neue Aufenthaltsmöglichkeit geschaffen wird.


    8. Sara Schnelle
    Gefällt mir ganz gut, aber auch hier würde ich mir etwas mehr Nutzung des vorhandenen Platzes wünschen. Das Ziel des Projekts ist doch die Aufenthaltsqualität an diesem sonnigen Platz zu verbessern und nicht die Optik.


    Ich finde es sehr schade, dass ausnahmslos alle Entwürfe entweder die TG-Einfahrt völlig ignoriert haben oder den Platz mit Fahrbahnumzingelung zu einem zweiten Sendlinger Tor Platz bzw. einem alten Harras umgestaltet haben, der so nicht funktionieren kann.
    Realistisch gesehen sehe ich keine Alternative zu einer Verlegung der TG-Einfahrt an der Westseite des Platzes und für Busse sollte es an der Südseite nur noch die Möglichkeit geben kurze Zeit (5-10min) zum Ein-/Ausladen zu halten, d.h. ein bis zwei Stellplätze.
    Wenn man daran festhält den Busverkehr bis vor die Treppe der Oper zu leiten, dann kann man sich das Projekt auch sparen!

  • hiTCH-HiKER :


    Warum nicht die Einfahrt hinter die Oper verlegen oder sogar gänzlich aus der Altstadt verbannen und am Thomas-Wimmer-Ring unterbringen?


    Eine höhere Aufenthaltsqualität kann nur auch durch eine bessere Optik des Platzes erreicht werden. Finde ich zumindest. Dazu gehört primär mehr Grün, Entfernen der Fahrräder und überflüssigen Verkehrsschilder sowie der unterschiedlichsten Bodenbeläge.

  • MiaSanMia :
    Das wäre natürlich optimal, würde die Kosten allerdings enorm in die Höhe treiben. Was auf keinen Fall passieren darf ist ein fauler Kompromis wie im Tal oder in der Sendlinger Straße, wo 50% der Fläche noch von Kraftfahrzeugen eingenommen werden, obwohl dies nicht unbedingt nötig wäre.


    Ich wundere mich eh ob irgendwo eine unbekannte Geldquelle geöffnet wurde, nachdem neben wichtigen Investitionen wie den Ring-Tunnels oder dem Schulausbau nun auch Luxusprojekte wie der Konzertsaal, die E-Garten-Optimierung und vieles andere, was durchaus einige Jahre vernachlässigt wurde, nun unerwartet ein grünes Licht bekommt.