Ist denke ich beides richtig.
Dass die Hafencity in erster Linie für die dort lebenden Menschen geplant wird, ist natürlich gut. Dass dabei der Verkehr auf ein Minimum reduziert wird, finde ich ebenfalls richtig. Denn ganz vereinfacht ausgedrückt: Je größer die Straße umso mehr Menschen werden sie potentiell auch nutzen (Bsp: Hätte Hamburg 4-6-spurige, schnurgerade Ausfallstraßen der Marke Berlin, wäre die Stadt sicherlich weniger lebenswert in den Augen der Mehrheit, als mit den aktuellen kurvigen Variante.).
Fakt ist doch aber, dass es sich beim Kaiserkai eben nicht um eine reine Anliegerstraße handelt. "Wenn erstmal alles fertig ist" wird die Verkehrssituation nicht besser werden, sondern regelmäßig komplett versagen. Immer dann nämlich, wenn in der Elbphilharmonie Konzerte oder andere Veranstaltungen stattfinden. Die insgesamt nur 1-spurige (In Worten: einspurige) Straße kann und wird diese Automassen nicht vernünftig abfertigen können. Schon gar nicht, wenn einer der Anlieger vor einem Konzert rückwärts in das Auto eines Philharmoniebesuchers setzt.
Das zu diesem Einzelfall, alle anderen Straßen scheinen sehr gut proportioniert zu sein. Sowohl die großen Tangenten: Am Sandtorkai, Brooktor, Shanghaiallee etc. Wie auch die kleinen Erschließungsstraßen und Fußgängerzonen.
Auch hier klaustrophobische Enge
Was ist denn deiner Meinung nach eine gelungene Alternative? Soviel -zumindest mal gebaute- Urbanität gibt es selten in Deutschland. Regelmäßig feierst du die Megametropolen der Welt (Singapur, Hongkong, Shanghai, Rio- um nur einige zu nennen). Jetzt möchtest du hier Abstände, wie es sie zuhauf in der Stadt gibt.
Normal-urbane Platzverhältnisse dagegen Am Sandtorkai
Sicherlich, aber wenn du diese urbanen Platzverhältnisse am Kaiserkai realisiert hättet, gebe es dort keine großzügigen Promenaden mehr.
Da du bereits früher geschrieben hast, dass die Gebäude ohnehin zu klein sind am Kaiserkai, hier eine steingewordene Utopie, die wohl weniger nachhaltig vielleicht aber mehr nach deinem Geschmack ist. Die autogerechte Stadt, die das Land "into vast urban areas" umformt, hatten wir bereits mal.