Leipzig: Sonstige Projekte außerhalb der Innenstadt

  • Ich denke, man hat das an der Stelle genau richtig gemacht. Das schließe ich mich Tomlpz13 an: Im Sichtbereicht und am Blockrand und bei Lückenschluss sind Schrägdacher einfach wesentlich ästhetischer und mit dem Bestand besser vereinbar. Man kann sogar Schrägdach und Gründach /PV vereinen, wie hier recht gut dargestellt https://www.immobilien-aktuell-magazin.de/topics/lwb-neu…viertel-wohnen/

    Bleibt zu hoffen, dass das Projekt auch so umgesetzt wird und nicht wieder völlig entgleist.

  • Soweit ich weiß, ist hier die Besonderheit, dass die LWB die Häuser (oder einen Teil davon?) von einem Bauträger bauen lässt und dann schlüsselfertig übernimmt. Das hab ich mal irgendwo aufgeschnappt. Würde auch zu dieser Meldung passen, wo von einem LWB-Projekt in der Schönefelder Straße geschrieben wird: https://www.leipziginfo.de/aktuelles/arti…ohnungsbau-ein/

    Passen würde es ja, schließlich gehört die 20er-Jahre-Anlage Thaerstraße gleich gegenüber seit jeher zum LWB-Bestand.

  • ^^ Der Neubau ist jetzt nicht die Offenbarung, da geh ich mit, ist aber zehnmal besser, als diese modernen Kisten die heutzutage Usus sind! Und mal ehrlich, besser als so ne 0815- Aldi-Halle!

    Hier wurde endlich mal mitgedacht und eine Mischnutzung geplant! Das sollte finde ich auch Standard werden in Deutschland. Dann wars das endlich mit diesen toten Einkaufsflächen, wo nach Ladenschluss die Geister rumspuken oder irgendwelche Assis sich betrinken.

    Und Bäume wird es auf dem Parkplatz geben, also entspann dich!

  • Dekoratives Anführungszeichen

    aber zehnmal besser, als diese modernen Kisten die heutzutage Usus sind! Und mal ehrlich, besser als so ne 0815- Aldi-Halle!

    sorry, aber was an dieser öden Investoren-KI-Visualisierung ist 10x besser als die "modernen Kisten, die Usus sind"? Die bodentiefen Fenster, die pfiffig dunkelgrau auf Hellgrau abgesetzten Flächen oder die Dachrandabschlüsse in anthrazit?

    Die sog. "Mischnutzung", in dem Fall micro-Apartments, die natürlich nur der maximalen Quadratmeter-Rendite dienen, ist beileibe nicht das, was die Gegend bräuchte.

    Und der alte Baumbestand ist genau dort, wo straßenseitig der Klotz hin soll. Da bleibt nichts davon übrig, wenn das so realisiert wird.

  • Dekoratives Anführungszeichen

    sorry, aber was an dieser öden Investoren-KI-Visualisierung ist 10x besser als die "modernen Kisten, die Usus sind"?

    Also wenn man sich so die gängigen Kritiken hier im Forum vergegenwärtigt, wären das:

    • Gewerbenutzung statt toter Erdgeschosszone
    • keine assymetrischen Fensterachsen
    • Eckbetonung
    • Schrägdachandeutung
    • Sanierung des Bahnhofsgebäudes und Potenziell des Güterschuppens

    "Zehnfach besser" finde ich es nun auch nicht, das ist eine der üblichen Hyperbeln des Nutzers, aber die Kritik wirkt doch etwas gewollt, wenn schon mal wieder bodentiefe Fenster und KI (wie glaubst du, wurden vor 10 Jahren Visualisierungen erstellt?) als Argumente herhalten müssen. Auch das mit dem Baumbestand ist ziemlich wohlfeil, zum Einen, weil man es völlig random zur Verhinderung der Bebauung auf so ziemlich sämtlichen Brachflächen in Leipzig verwenden könnte und zum Anderen, weil an der Wolfgang-Heinze-Straße der Leopoldpark überbaut wurde, es sich hier nicht mal um eine begehbare Grünfläche handelt und es sowohl auf der anderen Straßen- als auch der anderen Bahnseite viel weiteren Baumbestand gibt, der nicht angetastet wird. Selbst zur Verlängerung der Fußgängerbrücke wurde "Baumbestand vernichtet", anders geht das auf solchen Grundstücken tendenziell nicht.

    Einmal editiert, zuletzt von DaseBLN (27. April 2026 um 11:20)

  • ^
    Zustimmung. Dort stehen ein paar jämmerliche Bäumchen, sonst halt Unkraut wie auf jeder Brache. Der aktuelle Zustand ist urbanes Wasteland, an einer Stelle, die perfekter nicht an den ÖPNV angebunden sein könnte. Dort NICHT so zu bauen, dass der Platz bestmöglich für Wohnen (insbesondere auch für Studis) und Nahversorgung genutzt wird, wäre verantwortungslos. Urbane Verdichtung ist generell so ziemlich das Nachhaltigste, was klimawandelgerechte Stadtplanung leisten kann. Jede Wohnung in der Stadt, wirkt urban sprawl tendenziell entgegen. Bäume oder Grünstreifen gehören dorthin, wo heute stehendes Blech Platz unter hochsubventionierten Bedingungen wegnimmt (und so Entsiegelung verhindert und zur Erwärmung der Stadt beiträgt). Wer sich (wie weiter oben im Thread) über Baumverlust auf Brachflächen echauffiert, gewinnt zwar Punkte auf der nach unten offenen NIMBY-Skala, trägt sonst aber eher wenig Konstruktives zur Debatte bei.

  • KSN368 Klimaschutz und eine Neuaufteilung des Verkehrsraums kompromisslos zu pushen, andererseits Biotop- und Artenschutz lächerlich zu machen und jede Kritik an Neubauten prinzipiell als "NIMBY" abzutun, passt nicht zusammen.

    Das Nachhaltigste ist sicher nicht, in der Stadt überall zu bauen, wo es nur geht. Bisher versiegelte und unternutzte Flächen mit guter infrastruktureller Anbindung baulich zu verdichten, kann nachhaltig und sinnvoll sein. Bevor hier von "urban sprawl" geschrieben wird, lohnt aber ein Blick in das reale Leipziger Umland, dessen Neubelebung man sich tatsächlich nur wünschen kann, aus ökologischen, kulturellen, politischen Gründen. Es ist wahrlich noch genug Platz in Leipzig und seinem Umland und nicht einzusehen, warum auf eine doppelte Innenentwicklung verzichtet werden sollte. Und dazu gehört eben auch der Erhalt und die Qualifizierung bestehender, auch ungeplant gewachsener Grünräume. Es kann nicht der richtige Weg sein, die Großstadt auf eine Art zu verdichten wie man das im späten 20. Jahrhundert gemacht hätte. Das würde auch nicht mehr den internationalen und nationalen Verpflichtungen Deutschlands entsprechen. Ich zitiere mal aus der Ratsvorlage: "Das bedeutet für Städte, dass bis Ende 2030 keine Nettoverluste an der nationalen Gesamtfläche der städtischen Grünflächen und Baumüberschirmung im Vergleich zum Bezugsjahr 2024 entstehen dürfen."

    Nun zu diesem konkreten Bauvorhaben. Die aufgeworfene Frage, ob eine Bebauung hier das Interesse des Grünerhalts aufwiegt, lässt sich nicht mit einem schnellen Blick auf das "Unkraut" beantworten. Ergiebiger dürften die Karten des Biotopverbundkonzepts sein.

    Ausschnitt Verbundkarte (halb-)offene, trockene bis frische Biotope. Der blaue Pfeil markiert das Grundstück:

    is2dlgce.jpg

    Das Grundstück liegt im Bereich eines weitgehend intakten Verbundkorridors in Süd-Nord-Richtung, der überdies an dieser Stelle sehr schmal ist.

    Ausschnitt Verbundkarte Wald, waldartige Baumbestände und Gehölze. Der blaue Pfeil markiert das Grundstück:

    kzpkbxk9.jpg

    Kernflächenkomplex und Gehölze sind im Bereich rund um die Bahnstrecke und die Bahnhofsgebäude markiert. Dort wird laut den Visualisierungen ein Parkplatz realisiert. Ob die gezeigte Begrünung eine Funktion im Biotopverbund übernehmen kann, kann man anzweifeln. Auch hier ist ein schmaler Korridor erkennbar, diesmal in Südwest-Nordost-Richtung.

    Die Verbundflächen im Bereich der Feuchtbiotope und Gewässer sind nicht betroffen.

    Fazit: Es ist durchaus ein sensibles Gebiet. Dort werden große Verbundflächen in Nord-Süd-Richtung und in Ost-West-Richtung miteinander verbunden. Dennoch scheint es möglich, die städtebaulich so wichtige Ecke baulich zu fassen. Größtes Optimierungspotenzial im Entwurf hat wahrscheinlich die große Parkplatzfläche, die in dieser Form keine stadtverträgliche Nutzung darstellt.

    Die architektonische Gestaltung der Hochbauten gefällt mir gut, gerade, weil sie so unaufgeregt ist und traditionelle Merkmale des Leipziger Blockrands aufnimmt, wie DaseBLN ja ausgeführt hat. Auch die Mischnutzung sehe ich positiv. Denn auch in Mikroapartments wohnen Menschen. Lieber Mikro- als Makrowohnen. Und klar, der Bauherr ALDI will Geld verdienen. Wir hatten gerade erst das Beispiel REWE, die in viel zentralere Lage einen Flachbau pflanzen... Da ist mir diese Variante hier enorm lieber.

    In was für einem ökologisch wichtigen Gebiet ALDI baut, ist dem Bauherrn wahrscheinlich gar nicht bewusst. Manche User hier im Forum werden davon auch wider besseren Wissens nichts wissen wollen. Die Fachleute im Bauamt sollten aber kooperativ darauf hinwirken, dass die Planung derart überarbeitet wird, dass sie sich mit dem Verbundkonzept verträgt.

  • Dekoratives Anführungszeichen

    [...] Größtes Optimierungspotenzial im Entwurf hat wahrscheinlich die große Parkplatzfläche, die in dieser Form keine stadtverträgliche Nutzung darstellt.
    [...]

    Sehe ich auch so. Aber soll das nicht ein P&R werden?

    Konsequent wäre zumindest eine Vielfalt an Mobilitätsvarianten um den finalen Weg in die Stadt zu machen und die Fläche nicht monofunktional zu nutzen. Also nicht nur Zugang zu S-Bahn sowie Tram und Bus. Sondern auch eine feste Station mit Leihrädern und Car-Sharing. Vor allem ersteres bekommt die Stadt nicht auf Kette und die Installierung von festen Leihrad-Stationen ist seit vielen Jahren überfällig. Obwohl einer der größten europäische Bike-sharing Anbieter aus dieser Stadt kommt.

  • Schönefelder Straße 6

    Das Wohn- und Gewerbeprojekt Schönefelder Straße 6 in Eutritzsch hat eine neue Webseite bekommen.

    Neu ist auch die Ansicht des Innenhofbereichs:

    lz9gd9qh.jpg

    Quelle: sf6-leipzig

    Das Projekt kurz zusammengefasst:

    • 6 Gebäude
    • 86 Wohnungen
    • 16 Gewerbeeinheiten
    • Fertigstellung: Ende 2027/Anfang 2028
  • ^ hier muss man ganz klar sagen, das ist eine Nachverdichtung aus dem Bilderbuch. Anpassung der Volumina an den Blockrand, angepasste Hofbebauung mit (verpflichtenden) Grünbereichen, neben Wohnungen auch Gewerbeeinheiten. Wenn so umgesetzt wie in der Visu dargestellt, dann ist das wirklich ein sehr positives Beispiel.

  • In dem Hof steht ja jetzt ein Gewerbebau, der für die beiden freistehenden Wohnhäuser offenbar abgerissen wird. Insofern wird der Hof nicht versiegelt, mit der neuen Bebauung sogar besser genutzt. Dennoch scheint mir die Freifläche im Hof für die vielen umliegenden Bewohner zu eng. Da hat man in früheren Zeiten großzügigere grüne Höfe geplant, was eine Wohltat war und ist.

  • Für mich ist das eher eine Nachverdichtung aus dem Horrorbuch. Gerade bei immer extremeren Hitzewellen im Sommer sollte im Innenhof auch genügend Platz für Grünflächen mit entsprechenden Baumgruppen vorhanden sein. Wenn wir so extrem weiterbauen wird die Hitze in den Städten immer unerträglicher.

  • ^Das sehe ich ganz genauso. Die Leipziger Verwaltung hat es immer noch nicht verstanden und macht im Kleinen das, was Berlin im Großen vorlebt. Da möchte man einen ganzen Wald mitten im Auwald für einen Rummel/Fußballclub abholzen, da wird ein Park für eine Schwimmhalle bebaut, eine Turnhalle in einen bestehenden Park gebaut (Lene-Voigt), einem Entsiegelungsplan nicht zugestimmt. Es werden weder die vor zig Jahren einmal geplanten zusätzlichen(!) 5000 Bäume gepflanzt, neu Gepflanzte unzureichend angegossen, sodass sie im Folgesommer eingehen. Und das Schlimmste: Man lässt zu, dass die kühlenden Innenhöfe bebaut werden (Glanzbeispiel: Lützner Str./Demmeringstr./Lützner Plan/Credèstr). Vielleicht braucht es einfach noch längere und häufigere Hitzeperioden wie jene von vor zwei Wochen - bis es mal ankommt. Dachgeschosswohnungen sind zunehmend unbewohnbar - ungünstig bei Wohnungsnot. Eins ist sicher - es wird immer heißer, ob wir uns die Augen zu halten oder nicht.

  • Gegen diese extreme Hitze und heiße Dachgeschosse helfen auch keine 3 Bäume im Innenhof. Da braucht es Klimatisierung.

    Diese Nachverdichtung hier ist doch völlig in Ordnung. Irgendwo müssen die Leute ja wohnen.