Beiträge von tel33

    Dekoratives Anführungszeichen


    Tempelhof war eigentlich der Berliner Flughafen.
    Dessen Schließung kann ich nicht wirklich nachvollziehen.

    Das ist doch wohl ein schlechter Scherz? Ein Terminal aus den Vierzigern mit entsprechender Aufnahmekapazität, ein nicht ausbaufähiges Flugfeld für entsprechende Maschinen jener Tage, Einflugschneise quer über die Stadt - Tempelhof war aus gutem Grund schon seit 50 Jahren nicht mehr 'der Berliner Flughafen'. Und hätte es auch nie wieder werden können.

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    Aber auch diesmal wird vermutlich wieder niemand zur Rechenschaft gezogen, man kauft vermutlich einfach die nächste Expertenrunde ein, die wieder millionen verdient, die sich wieder ein Jahr einarbeiten muss und am Ende entsteht wieder eine Pleite.

    Ich habe sowieso schon seit längerem den Eindruck, dass es nur noch darum geht, möglichst lukrative Posten zu erschaffen, die die Probleme verwalten anstatt lösen sollen. Ein wie auch immer geartetes Interesse an einer Fertigstellung ist von keiner Seite zu erkennen, im Gegenteil. Sobald es auch nur ansatzweise in Richtung Fertigstellung geht, wird prompt die nächste Posse aus dem Hut gezaubert. Der BER ist eine Arbeitsbeschaffungsmaßnahme für ausrangierte Manager aller Art. Fachkompetenz ist da eher hinderlich.

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    Wenn diese hässlichen Riegel doch nur weg wären könnte man die Gegend sehr schön gestalten.

    Wer ist denn 'man'? Derzeit werden an allen möglichen Ecken in der Innenstadt Freiflächen durch Abriss geschaffen, ohne dass es auch nur den Anflug eines baulichen Konzepts gäbe. Im Regelfall wird es dann eine weitere Parkraumbewirtschaftungszone. Zumal es sich hier um Wohngebäude handelt, die weder leer stehen, noch in einem entsprechenden Zustand sind. Es gibt schlicht NULL Chance, dass sich hier in den nächsten 20 Jahren irgendetwas ändert.

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    Das sehe ich aber anders. Die Plattenbauriegel sowie die Rathauspassagen sind genau die Gebäude die diese Gegend sehr hässlich machen.

    Richtig. Aber sie stehen leider nicht zur Disposition und beeinträchtigen auch nicht eine künftige Gestaltung des Heiliggeistviertels. Tatsächlich umfassen sie nur das Areal um den Fernsehturm und da wird vermutlich so bald nichts verändert. Im Gegenteil, es kommen ja noch weitere Hochbunker hinzu (Alea, Motel One).

    ^vorausgesetzt, das Ganze wird überhaupt jemals über die bunte Designstudie hinausgehen. Für ein Holzhochhaus müsste wohl zunächst mal das Baurecht geändert werden. Ansonsten bleibt es halt die zu erwartende Ansammlung gängiger Etablissements zur Bespaßung der Katerklientel. Wie war das nochmal mit dem 'Spreeufer für Alle'?

    ^naja, ich denke es ist wohl offensichtlich, dass der Gebäuderiegel der Rathauspassagen die ursprünglichen Straßenführungen blockiert und damit gemeinsam mit der Grunerstraße wesentliche Teile der Innenstadt voneinander isoliert. Dass er gnädigerweise entlang der Königstraße errichtet wurde (noch dazu 20m rückversetzt), ändert daran auch nicht viel.

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    Ansonsten könnte man mit der selben Begründung, mit der hier einige den Abriss des Wohnblockes am Staudenhof fordern auch den Abriss der Rathauspassagen in Berlin fordern. Die überbauen auch den alten Stadtgrundriss, dennoch kommt niemand auf die Idee, diese Häuser abzureißen.

    Das ist völlig richtig. Auch diese Bauten gehören eigentlich entfernt, genau wie die Riegel auf der anderen Seite an der KLS. Das wurde hier auch schon vielfach thematisiert. Es gibt nur leider für Berlin kein politisches Bekenntnis zur Wiederherstellung der historischen Mitte und so gut wie keine entsprechend verwurzelten Verantwortlichen. Zudem handelt es sich bei den genannten Gebäuden um Wohngebäude in Nutzung, was einen möglichen Rückbau ungleich schwieriger gestaltet.

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    Nun davor gab es glaube ich noch ein Ereigniss .

    JA. Und der einzig stadthistorisch verantwortungsvolle Umgang mit diesem Ereignis wäre der Wiederaufbau gewesen. Stattdessen wurde entschieden, die Gehirnwäsche und Geschichtsamnäsie auch mit städtebaulichen Mitteln durchzuziehen. Erst dadurch wurde die Auslöschung auf lange Zeit manifestiert.
    Dass heutzutage eine kleine Handvoll Ulbricht-Apologeten es tatsächlich schaffen, diesen steingewordenen Irrsinn vergangenener Tage als 'zeitgemäß und zukunftsfähig' zu verkaufen, ist der eigentliche Skandal hier.

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    Auslöschen von Geschichte = Verantwortungsvoll?


    Die Geschichte dieses Ortes wurde bereits durch die planmäßige Errichtung belangloser Funktionsklötze quer zum historisch gewachsenen Stadtgrundriss ausgelöscht. Es ist in der Tat eine Frage der Verantwortung diese Fehler zu korrigieren.
    Die hier zu Disposition stehenden Gebäude haben allesamt die stadthistorische Relevanz einer beliebigen HO-Kaufhalle. Ein Erhalt wäre vollkommen widersinnig.

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    Keineswegs.
    Die Wiederannäherung an das historische Stadtbild hat nichts mit der Wiederherstellung des historischen Stadtbildes zu tun.
    Ausserdem gab es da noch behutsam und von Verantwortung getragen

    Richtig. Genau das geschieht dort. Das dabei besonders monströse, das gewachsene Stadtbild verunstaltende Hinterlassenschaften der Genossen Weltverbesserer weichen müssen, ist natürlich Voraussetzung für jede noch so behutsame Wiederannäherung.

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    Solange du nicht neben dem Flughafen Schönefeld wohnst oder dein Reiseziel hast wird die Reisekette für dich natürlich kürzer und nicht länger, wenn du im Stadtzentrum abgefertigt wirst.

    Wenn es ein Terminal im Stadtzentrum gäbe, dann hättest du evtl. Recht. Nun plant der gute Mann aber das Ganze im ICC anzusiedeln und das ist nun mal für die allermeisten Berliner nicht minder JWD und alles andere als 'zentral'.

    Der Tagesspiegel berichtet über lustige Ideen des pensionierten Architekten Gisbert Dreyer zum Thema BER. So könnte bspw. das ICC zum Terminalgebäude umgebaut werden. Dazu müsse man nur eine unterirdische Schnellbahntrasse nach Schönefeld schaffen - prognostizierte Bauzeit 2 Jahre, Kosten nur 1.5 Milliarden...;)
    Im Anschluss daran können auch noch Sperenberg als BER II aktiviert werden. Mit natürlich nicht weniger als 4 Startbahnen...

    http://www.tagesspiegel.de/berlin/zweiter…s/12023460.html