Vielen Dank für die Nachfrage. Vor Ort ist aus baulicher Sicht im Prinzip noch nichts konkretes passiert. Ein Blick in die Fenster des Altbauteils des Bernhard-Lichtenberg-Hauses verrät jedoch, dass dieses wohl aktuell geräumt wird. Es scheint also Bewegung in das Projekt gekommen zu sein.
Im Jahr 2016 gab einen Wettbewerb für das Bernhard-Lichtenberg-Haus. Der Altbauteil sollte saniert, unterirdisch erweitert und um einen Neubauteil ergänzt werden. Hierzu wollte man den aus den 70er Jahren stammenden Gebäudeflügel abbrechen. Zwei Entwürfe wurden damals im Forum gezeigt, die jedoch beide bezüglich ihrer Fassadengestaltung noch sehr schemenhaft daherkamen.
[mod]Zitat gekürzt. [/mod]
Mit dem Gerichtsverfahren hat man sich am Ende einen Bärendienst erwiesen. Eine Veränderung des Entwurfs von Schwippert war aus urheberrechtlichen Gründen nicht möglich, also muss er insgesamt zerstört werden, um den Umbau rechtlich zu ermöglichen. Es wird nichts vom Schwippertschen Entwurf übrig bleiben, selbst die Fenster werden neu gestaltet.
Das Ausmaß der Zerstörung ergibt sich aus dem auf der Homepage des Bistums einsehbaren Antrag auf denkmalrechtliche Genehmigung. Auch der aus DDR-Zeiten stammende Teil des Berhnhard-Lichtenberg-Hauses wird abgerissen.
https://www.erzbistumberlin.de/wir-sind/erzbi…he-genehmigung/
Der zitierte Artikel der kirchlichen Wochenzeitung verharmlost den bevorstehenden Abriss.
Erhalten bleibt lediglich die Silhouette der Kuppel. Eine Laterne wird es nicht geben, diese hatte Schwippert in moderner Form sogar vorgesehen und als 1:1-Model seinerzeit auf die neue Kuppel setzen lassen. Den DDR-Behörden war diese jedoch ein Dorn im Auge, das christliche Symbol des Kreuze wäre dadurch zu "auftrumpfend" am Bebelplatz erschienen. Die Kirche musste sich also möglichst in das Platzgefüge ducken, eine eigene Höhendominante sollte unbedingt vermieden werden.
https://kirchenbauforschung.info/2016/09/01/fot…dwig-um-1953_1/
Welch Ironie, dass ausgerechnet diese "bauliche Duckmäuserei" als einziges Zeugnis der DDR-Zeit erhalten bleiben soll, wo man doch angeblich dem Bau als zentralem katholischen Bau in der Hauptstadt, mit Strahlkraft in die ganze Republik, zu einer würdigen, bedeutungsvolleren Ausstrahlung verhelfen wollte. Dies wiegt besonders schwer, da mit dem Bühnenturm der Staatsoper, der von 1926-1928 errichtet wurde, die Proportionen des Bebelplatzes aus den Fugen gerieten. Der einst in der den Bebelplatz bestimmende Kirchenbau wurde optisch endgültig in die zweite Reihe gesetzt.
Einer verpasste Gelegenheit, diesen historischen Fehler zu korrigieren.