Beiträge von joerg

    Dieses Bild wollte ich schon lange mal rendern. Aber als ich es zum letzten Mal vor ca. anderthalb Jahren versucht hab, ist mir mein Rechner abgestürzt. Seit Weihnachten bin ich nun jedoch stolzer Besitzer eines neuen Computers. Und der ist - im Gegensatz zu seinem Vorgänger - nicht von der Stange, sondern eine Spezialanfertigung, die sich gut zum Rendern eignet. Das Originalbild, das noch wesentlich schärfer ist, dauerte in der Produktion 52 Minuten und 21 Sekunden. Es hat aber auch als JPEG 3,2 MB und konnte daher nicht direkt bei Imageshack hochgeladen werden (maximale Größe Pro Bild 1,53 MB). Wie man sieht, gibt es bei der Beleuchtung einige Probleme, da die Texturen auf dem neuen Rechner zu hell erscheinen. Und das, obwohl ich an den Einstellungen beim Umzug des Modells gar nichts verändert hab. Da muss ich wohl etwas nach unten korrigieren, dann stimmt´s wieder. Ansonsten wäre ich dankbar, wenn ein Ortskundiger unter euch mal beschreiben würde, was man auf dem Bild alles sehen kann. Den Dom kennt ja eigentlich jeder, aber wie sieht´s mit den Ensembles außenrum aus? Wäre doch ein schönes Ratespiel ;)

    Vor einigen Tagen habe ich die Einladung für das nächste Alstadtforum erhalten. Wie bekannt handelt es sich dabei um einer Veranstaltung der Anhänger eines traditionellen Wiederaufbaus. Eingeladen ist aber natürlich trotzdem jeder, auch diejenigen, die andere Ansichten vertreten. Ich stelle die Einladung als wörtliches Zitat ein.

    Normalerweise lese ich das DAF nicht regelmäßig, aber hierauf muss ich doch mal reagieren.

    @ King John: Ich habe letztes Jahr zusammen mit dem Architekten Peter Westrup (Mitglied des BDA) ein Ensemble entworfen, das die Vorkriegsbebauung mit der Nutzung als Historisches Museum verbindet. Dieser Entwurf nahm nicht am Wettbewerb teil, sondern wurde auf einem Altstadtforum (letztes Jahr, Ende Oktober) vorgestellt. Die Visualisierungen, die hier ab und zu auftauchen, stammen da her. Heute bin ich der Ansicht, dass ich dem Entwuf über Westrup hätte einreichen sollen, damit jedem klar wird, dass dieser und der Entwurf von Prof. Rang zwei verschiedene Entwürfe sind. Außerdem hat es auch Spaß gemacht, sowas zusammen mit einem Architekten zu entwerfen :lach: An so ein Gefühl kann man sich glatt gewöhnen.

    @ alle: Die Sache mit dem Historischen Museum ist im Moment nicht so einfach. Wir (also die Befürworter eines weitgehend historischen Wiederaufbaus) lehnen den Siegerentwurf aus optischen Gründen ab. Es ist nicht so, dass wir in Abrede stellen würden, dass das geplante Gebäude funktioniert; es erfüllt sicher problemlos sämtliche Anforderungen, die ein Museum heutzutage stellt. Aber es wirkt an dieser Stelle unpassend. Es ist also meines Erachtens auch und vor allem eine Geschmacksfrage. Wir hätten auch mit einer kleinteiligen, zeitgenössisch aussehenden Variante leben können (also ich zumindest, aber auch viele andere aus dem inneren Zirkel der Rekobewegung, zu denen ich ja einen recht guten Draht habe), aber das stand ja von Anfang an gar nicht zur Debatte, da alle Teilnehmer am Wettbewerb, die eine kleinteilige Lösung entworfen haben, früh aussortiert wurden.

    Ich möchte aus meiner Sicht jetzt mal schildern, wie es mir in Anbetracht der aktuellen Entwicklung geht. Vielleicht ist das ja für den einen oder anderen von Interesse. Ich habe sowas in der Art kommen sehen. Diese ganze blöde, verfahrene Situation, die wir jetzt haben. Und das nur, weil einige wenige ihren sturen Betonkopf als Reaktion auf die geplante Bebauung am Krönungsweg durchsetzen wollen. Der Siegerentwurf wird in der Bevölkerung deutlich abgelehnt. Die Stadt hat aber schon Leistungen ausgeschrieben und ist finanzielle Verpflichtungen eingegangen, die auf die Realisierung abzielen. Wenn der Lederer-Entwurf dann aus irgendeinem Grund doch nicht gebaut wird, bleibt die Stadt auf diesen Kosten sitzen. Aber scheinbar hat man´s ja. Besser wäre es gewesen, wenn sich von Anfang an die Behörden, der Chef des Historischen Museums und die Anhänger der Rekobewegung zusammen gesetzt hätten und das Problem gelöst hätten ("Ihr kriegt das und wir kriegen dafür das"). Aber mit uns hat von diesen Leuten von Anfang an niemand geredet. Schade, dass man aus der Debatte um das Technische Rathaus so wenig gelernt hat. :Nieder:

    @ beku bus, sukram79, RobertKWF, RMA 2000, LeFay, joe910, mik, vondraussen:

    Danke für die Komplimente. Positive Resonanz ist eine gute Motivation um weiterzumachen :daumen:

    @ sukram79: Du hast gefragt, wieviel Zeit man pro Gebäude investieren muss. Das ist nicht so leicht zu beantworten. Es gibt ja einfache und komplexe Gebäude. Ein klassizistisches Haus mit einer 6m langen Straßenfassade ist nicht zu vergleichen mit einem Haus wie der Alten Börse, die fünfmal so lang ist und an drei Seiten frei steht (ich gestalte nur die Seiten zur Straße; Hinterhöfe sind bei mir in der Regel "leer"). Kirchen sind noch komplizierter, und bei diesen muss ich mich auch jedesmal wieder überwinden, mit dem Bau überhaupt anzufangen. Außerdem - das wird oft vergessen - gibt es ja auch noch die Straßen mit Gehsteigen und Bordsteinen. Diese folgen einem Relief, was besonders kompliziert nachzuempfinden ist. Demzufolge ist die komplexeste Datei in meinem Modell nicht z.B. der Dom oder der Römer oder irgendein anderes Gebäude, sondern diese Straßendatei. Um mal eine grobe Richtung vorzugeben: Das bislang einfachste Haus hat mich etwa 3 Stunden gekostet, an der Straßendatei arbeite ich seit Jahren. Aber es macht ja Spaß ;)

    @ RobertKWF: Bezüglich der Farbgestaltung hab ich mal in einem anderen Forum, dessen Namen hier nicht gerne gelesen wird, einen längeren Text (vom 5.12.2006) geschrieben, den ich einfach mal für dich reinkopiere:

    Dekoratives Anführungszeichen

    Über das Farbproblem habe ich mir am Anfang des Modellbaus und auch zwischendurch immer wieder intensiv Gedanken gemacht. Die Materie ist recht kompliziert. Es gibt flächenhafte Hausbeschreibungen der Gebrüder Treuner, in denen u.a. auch die Farbe des Anstriches vermerkt ist. Dort findet sich bspw. der Hinweis „Erdgeschoss: rotbraun“. Das ist auf den ersten Blick aufschlussreich, nützt einem aber bei näherer Betrachtung nur bedingt. Das Problem: Man weiß nicht, welchen Farbton genau die Treuners unter „rotbraun“ verstanden haben. Und man weiß auch nicht, wo der Unterschied zu ähnlichen, ebenfalls in den Beschreibungen auftauchenden Farbtönen liegt, z.B. „braunrot“ oder „rötlich braun“ oder „rotbraun, alt“ oder „rotbraun, etwas heller“, von den ganzen Ockertönen, bei denen die Treuners sage und schreibe über 30 Abwandlungen kennen, ganz zu schweigen. Aufschluss hierüber gibt der Blick auf das Treuner-Modell, jedoch nur am Rand, denn die im Inneren liegenden Gassen sind leider nur sehr schwer einsehbar, insb. die Erdgeschosse, die von den darüber liegenden Auskragungen verdeckt werden. Und dann gibt es noch das Problem, dass das Treuner-Modell auch schon 60-70 Jahre auf dem Buckel hat und sich in dieser Zeit die Farbgebung u.U. verändert haben kann (Verblassen). Dies gilt in ähnlicher Weise auch für Farbfotos bzw. farbige Filmaufnahmen aus der Altstadt. Viele Farbfotos wirken z.B. ausgebleicht. Wie man es also dreht und wendet, die genaue Farbgebung der Gebäude bleibt im Dunkeln. Man kommt um eine eigene Entscheidung nicht herum. Und die habe ich folgendermaßen getroffen: Sämtliche von den Treuners angegebenen Farben wurden aufgeschrieben und dann in Gruppen eingeteilt. Jeder dieser Gruppen wurde dann eine bestimmte Farbe zugewiesen, es gibt also in meinem Modell bspw. keinen Unterschied mehr zwischen „rotbraun“, „rotbraun, alt“ und „rotbraun, etwas heller“. Meistens habe ich einen intensiveren Ton gewählt, da ja in der Altstadt Ende der 30er Jahre gerade umfangreiche Sanierungs- und Aufwertungsmaßnahmen liefen und ich so die frische Farbe darstellen wollte. Ich komme übrigens nur mit etwa 40 verschiedenen Hausfarben aus. Die meisten sind Rot-, Braun-, Gelb-, Grau- und Ockertöne. Aber durch die Tatsache, dass die Häuser unterschiedlich zusammenstehen und durch direktes bzw. indirektes Licht, sowie Schattenwürfe entstehen beim Rendern viel, viel mehr Farben.

    @ joe910: Schön, dass dir das Modell gefällt. Ich lasse dir auch deine Meinung bzgl. Rekonstruktionen, auch wenn sie sich nicht mit meiner eigenen deckt. Aber darum geht es ja in diesem Strang nicht, wie bereits mehrfach angemerkt wurde. Ob Rekonstruktionen eine Weiterentwicklung oder einen Rückgriff im Städtebau und der Architektur darstellen, kann in anderen Threads diskutiert werden.

    @ mik: Nun, ich sehe im Vorkriegs-Paulsplatz kein konzeptloses Chaos. Es gab diese eine Ecke im Nordwesten, die von den Lichtverhältnissen in den Fachwerkhäusern verbesserungsbedürftig war, aber der Rest war durchaus großzügig angelegt und entsprechend bebaut. Die Alte Börse halte ich übrigens für sehr gelungen, das hab ich im Text auch schon geschrieben. Man darf ja auch nicht vergessen, dass der Architekt (Stüler) nicht irgendwer war, sondern ein echter Meister seines Faches. Bauwerke von Stüler, einem Schüler von Schinkel, findet man v.a. in Berlin, so gesehen war es schon etwas besonderes, ihn für dieses Projekt nach Frankfurt holen zu können. Die Alte Börse sollte meines Erachtens unbedingt rekonstruiert werden, zumal der Bauplatz ja frei ist.

    @ RMA 2000: Gut, dass es Leute gibt, die Vergleichsbilder einstellen. Daran sieht man, wo man selber Dinge nicht korrekt beschrieben hat, so z.B. bei der Dachlandschaft von Braubachstraße 18-22, die heute völlig verunstaltet ist und auch der Giebel von Braubachstraße 26 ist nicht völlig verschwunden, sondern hat nur seine Form geändert.

    Bevor ich mich dazu äußere, was ihr geschrieben habt, will ich erst mal meine Galerie hier fortsetzen.

    BRAUBACHSTRAßE

    Dieser Straßenzug wurde Anfang des 20. Jhdts. in der Altstadt angelegt. An dieser Stelle befand sich vorher keine Straße. Für die Braubachstraße wurden über 100 ältere Gebäude abgerissen, Privatstraßen wie der Nürnberger Hof zerschnitten und Gassen in ihrer Lage verändert (v.a. die Mörsergasse). Mit dieser Maßnahme wollte die Stadt die weitere Verelendung der südlichen Altstadt verhindern und das Gebiet an das Straßenbahnsystem anschließen. Bis heute führt die einzige Straßenbahnlinie in der Altstadt durch die Braubachstraße. Der wirtschaftliche Aufschwung der südlichen Altstadt ließ allerdings noch bis zur Altstadtsanierung (ab den 20er Jahren) auf sich warten. So gesehen rentierte sich die Anlage der Braubachstraße für die Stadt nicht. Sie wurde sogar zu einem finanziellen Fiasko, weil v.a. die östlichen Grundstücke Richtung Fahrgasse jahrzehntelang keine Käufer fanden und auf einigen die Stadt schließlich sogar selbst tätig werden musste (z.B. das Hauptzollamt, heute "Haus am Dom"). Der Straßenzug hat seinen Namen von der Braubach, einem seit Jahrhunderten überbauten und verrohrten Gewässer, das sich nahe der Straße befindet und eine Zeit lang die natürliche, nördliche Begrenzung des mittelalterlichen Frankfurt bildete. Wenn man heute in die Gässchen geht, die von der Braubachstraße Richtung Schnurgasse (Berliner Straße) abgehen, fällt das Niveau zunächst weiter ab, um dann wieder anzusteigen. Am tiefsten Punkt liegt die Braubach. Der Blick auf dem Bild geht von der Neuen Kräme nach Osten. Die Braubachstraße wurde von den Planern in leicht geschwungener Form konzipiert, damit die Blicke der Passanten an den Fassaden entlanggleiten konnten. Die meisten Häuser stehen heute noch, sind allerdings im Dachbereich teilweise vereinfacht wiederaufgebaut worden.

    Im weiteren Verlauf möchte ich einige Häuser genauer unter die Lupe nehmen. Mir fällt nicht zu jedem davon eine nennenswerte Geschichte ein, aber diese Bauten haben es meiner Meinung nach verdient, hier gezeigt zu werden. Beginnen möchte ich mit Braubachstraße 30-32, einem späten Bau, wie man leicht an der Fassade sehen kann. Das Haus steht noch. Der einzige Schmuck des Gebäudes sind - neben den Gittern über den Öffnungen im Erdgeschoss - die geschwungen Fensterumrahmungen, die ich nachempfunden habe.

    Noch ganz im Kleid des Historismus zeigen sich hingegen die Häuser Nr. 24 (Mitte) und 26 (links). Im rechte Haus (Nr. 18-22) erkennt man hingegen wieder die Formensprache der Moderne, womit es zeitlich irgendwann in den 20er Jahren entstanden sein dürfte. Zwischen Nr. 18-22 und Nr. 24 mündet die Mörsergasse auf die Braubachstraße. Der Bereich ist von Nr. 18-22 überbaut. Heute ist hier ein Tor, das eigentlich immer verschlossen ist. Alle drei Gebäude existieren übrigens noch. Nr. 18-22 hat sich fast unverändert erhalten, bei Nr. 24 fehlt der Giebel und das Fachwerk ist verschwunden (wahrscheinlich verputzt), bei Nr. 26 fehlt ebenfalls der Giebel.

    Das nächste Haus finde ich persönlich eines der gelungensten in diesem Straßenzug. Ich kann es allerdings zeitlich überhaupt nicht einordnen. Es handelt sich um Nr. 14-16. Auch dieses Gebäude steht noch. Links ist noch einmal die bereits erwähnte Nr. 18-22 zu sehen (dazwischen die Neugasse), rechts das ebenfalls noch bestehende und erst kürzlich renovierte Haus Braubachstraße 12 (dazwischen die Kruggasse).

    Ein Highlight für Fans des Historismus war zweifelsohne Braubachstraße 10 (an der Ecke zur Domstraße). Dieses sehr fantasievolle Gebäude wurde leider im 2. Weltkrieg zerstört. Heute stehen noch die Mauern des Erdgeschosses, der Rest wurde - wahrscheinlich in den 80ern - neu gebaut. Leider bietet der Neubau keinen Vergleich zu dem hier abgebildeten Haus.

    Die bisherigen Bilder stammen alle von der Nordseite der Braubachstraße. Ein Rendering von der Südseite möchte ich aber auch zeigen, nämlich Nr. 21-23. Dieses Ensemble war Teil des Rebstock-Hofes (der Rebstock selbst ist auch auf dem Bild zu sehen, das Gebäude mit den doppelstöckigen Holzgalerien im Hintergrund). An dieser Stelle befand sich jahrzehntelang ein städtebaulicher Missstand, denn man hatte hier die ursprüngliche Bebauung beim Durchbruch der Straße nicht konsequent abgerissen. So zeigte das Fachwerkhaus Braubachstraße 21 bis Ende der 30er Jahre zur Braubachstraße eine Brandmauer, die sich bis zur Neugasse (im Bild rechts) durchzog. Davor wurde ein sehr schmales, einstöckiges Notgebäude errichtet, das wohl als Trinkhalle o.ä. diente. Dann erfolgten im letzten großen Bauprojekt vor der Zerstörung der Umbau des Fachwerkhauses (das zur Braubachstraße eine komplett neue Fassade erhielt) und der Abbruch der an der Neugasse liegenden Häuser zugunsten eines Neubaus, der hier zu sehen ist. 1940 war alles fertig, vier Jahre später bereits wieder zerstört. Nach dem Krieg wurde die Parzelle neu bebaut. Diesen Neubau hat man zugunsten des Baus des Technischen Rathauses dann wieder abgerissen. Das TR nimmt heute die gesamte Fläche ein und erstreckt sich auch weiter nach rechts, wo sich das Haus mit dem Türmchen auf dem Dach befindet. Ob der Rebstock wiederaufgebaut wird, ist im Moment eine spannende Frage. Im Hintergrund der Turm der Nikolaikirche.

    SCHNURGASSE

    Die Schnurgasse hieß früher Webergasse und hat ihren Namen von den schnurrenden Webstühlen. Sie ist in ihrem Verlauf mit der heutigen Berliner Straße identisch, wobei letztere wesentlich breiter ist. Für diese Verbreiterung wurde die Baulinie auf der Südseite weit zurückgenommen.

    Das folgende Bild zeigt die Ecke der Schnurgasse zur Domstraße. Das langgestreckt hellgrüne Gebäude ist das noch bestehende Haus Domstraße 9-11. Heute ist da ein Fischrestaurant drin. Im Hintergrund Braubachstraße 10, vorne Schnurgasse 33-35. Die Häuser Schnurgasse 1-31 wurden für die Braubachstraße abgebrochen.

    Noch einmal ein ähnlicher Blick etwas weiter nach Westen. Dieses kurze Sackgässchen trug den Namen Rattengasse und wurde beim Wiederaufbau der Altstadt eingezogen. Links Schnurgasse 33-35, rechts Nr. 39 und das klassizistische Haus Nr. 41.

    Eine weitere kurze Stichstraße erschloss zwischen den Häusern Schnurgasse 45 (links) und 49 (rechts) das Haus Nr. 47. Zwischen Nr. 49 und Nr. 51 (ganz rechts) liegt die Neugasse.

    Das prächtige barocke Haus Zum Fingerling (Schnurgasse 53).

    Die Häuser Schnurgasse 57-61. Besonders beeindruckend die Fassade von Nr. 61 (rechts) im Louis-Seize-Stil.

    Auf diesem Bild ist der Nordabschluss des Nürnberger Hofs zu sehen (Schnurgasse 63-65). Dieser Messehof der Nürnberger Kaufleute entstand als Privatstraße im Mittelalter und hatte sich bis zum Beginn des 20. Jhdts. fast unverändert erhalten. Dann folgte zunächst der Durchbruch der Braubachstraße, der den Nürnberger Hof in zwei Teile zerschnitt. Von der Zerstörung der Altstadt waren dann v.a. die südlichen Bereiche an der Gasse Hinter dem Lämmchen betroffen. Der auf dem folgenden Bild zu sehende Nordteil hatte die Bombardierung nur mit geringen Schäden überstanden. 1948 erfolgte jedoch der Abbruch des Ensembles für die Anlage der Berliner Straße. Nur der Torbogen blieb erhalten. Er fristet heute ein bedauernswertes Dasein in einem Hinterhof.

    Zum Abschluss noch einmal die Schnurgasse in einer Totalen. Sichtbar sind die Häuser 51-71.

    Eine ganze Reihe von schmalen Fachwerkhäuschen hatte bis 1944 in der Neugasse überlebt. Hier ist der Hausstreifen auf der Westseite zu sehen, die Nummern 19-27. Hinter diesen Häusern verlief die Sackgasse. Auch auf der Ostseite gab es noch einige mittelalterliche Häuser. Übrigens damals keine sonderlich angenehme Gegend.

    Ich möchte heute diesen Thread mal wieder aus der Versenkung holen und mit neuen Bildern füttern. Beginnen werde ich mit der Paulskirche und deren Umgebung. Wie immer gilt: Bilder auf den Rechner laden und rumzeigen ist völlig in Ordnung, aber kein Abdruck in Zeitungen oder gewerblicher Vertrieb ohne meine Zustimmung! Zur Orientierung sei auf folgende Seite verwiesen, wo es auch Kartenmaterial zu sehen gibt: http://de.wikipedia.org/wiki/Paulsplatz_(Frankfurt)

    PAULSKIRCHE UND KIRCHGASSE

    1833 anstelle des mittelalterlichen Barfüßerklosters erbaut, war die Paulskirche bis 1944 die protestantische Hauptkirche Frankfurts. Die Kirche ist als Tagungsort der Frankfurter Nationalversammlung 1848/49 ein Denkmal. Nach dere Zerstörung im 2. Weltkrieg wurde das Gebäude als erstes in der Frankfurter Altstadt wieder aufgebaut, allerings mit einem flacheren Dach. Die Paulskirche ist heute keine Kirche mehr, sondern dient als "Haus aller Deutschen" öffentlichen Veranstaltungen.

    Nach dem Abbruch des Barfüßerklosters wurde auch der Paulsplatz neu angelegt und umbaut. Auf dem folgenden Bild sieht man die klassizistische und historistische Bebauung. Die Süd- und Westfront des Platzes, die vom Rathaus (Römer) eingenommen wird, ist noch nicht fertig und hier deshalb auch noch nicht zu sehen. Das große, gestreifte Gebäude ist die Alte Börse (hierzu später mehr).

    Bei der Neuanlage des Platzes blieb offenbar die Nordwestecke ausgespart, denn hier hatten sich bis 1944 tlw. sehr alte Fachwerkhäuser erhalten. Hier sichtbar sind die Häuser Barfüßergasse 2 (links), sowie Paulsplatz 11-17. Die Häuser reichen bis auf einige Meter an die Kirche heran und liegen völlig in ihrem Schatten. Dass dies vor dem Bau der Paulskirche anders gewesen ist, ist nicht anzunehmen, da auch das Barfüßerkloster sehr hoch war und der umgebenden Bebauung auf die Pelle rückte. Sicherlich keine sonderlich angenehmen Wohnverhältnisse, aber eben schön anzusehen. Heute steht hier nichts mehr, in der Nähe führt die Berliner Straße vorbei.

    Hinter der Paulskirche, zwischen den beiden Seitentürmen, traf die Kirchgasse auf den Paulsplatz, die diesen in leicht gebogenem Verlauf mit der Großen Sandgasse verband. In dieser Gasse befanden sich eine ganze Reihe mittelalterlicher Fachwerkgebäude, von denen man auch einige auf alten Fotografien und Gemälden/Zeichnungen finden kann. Auf dem folgenden Bild ist eine Ausstülpung der Kirchgasse nach Westen zu sehen, die eigentliche Gasse verläuft vorne von links nach rechts. Im Bild Paulsplatz 19 (links), Kirchgasse 1 (hellgrau, hinten) und anschließend die Hausnummern 3-11. Heute zählt das Gebiet zur Berliner Straße.

    Die andere Blickrichtung, vom Haus Kirchgasse 1 aus aufgenommen. Es ist immer wieder erstaunlich, dass man mit so wenigen Gebäuden eine solche Urbanität erzielen kann.

    Der Blick auf dem nächsten Bild geht durch die Kirchgasse hindurch auf die Rückseite der Paulskirche. Man sieht hier sehr gut, wie groß die Kirche ist und wie deutlich sie die restliche Bebauung überragt. Vorne links das Haus Ortenstein.

    Bei der Altstadtsanierung ab den 1920er Jahren wurden diverse Fachwerkhäuser freigelegt, Ende der 30er Jahre auch das Haus Ortenstein (Große Sandgasse 11). Es zeigt Fachwerk der Übergangsphase und ist somit ins 15. Jahrhundert einzuordnen. Möglicherweise handelt es sich sogar um zwei Einzelbauten, die später unter einem Dach vereint wurden. Für diese Theorie spricht die bis ins 2. OG reichende, holzfreie Wand auf der Seite in der Kirchgasse (rechts). Auch zeigt der Giebel in der Großen Sandgasse typische Verstrebungen der Beharrungszeit, und ist somit eine spätere Zutat. Nach links folgen die Häuser Große Sandgasse 9,7 und 5.

    Ein Blick auf den Kreuzungsbereich von Großer Sandgasse (vorne), Schnurgasse (hinten) und Neuer Kräme (an der Ecke). Im Bild Große Sandgasse 5, 3 und 1. Hinter der Ecke das klassizistische Geschäftshaus "Zur Weichselkirche" (Schnurgasse 73). Heute ist das komplette Areal in die Verkehrsfläche der Berliner Straße einbezogen.

    NEUE KRÄME

    Der Name "Neue Kräme" bezieht sich auf die Krämergasse, die heute "Alter Markt" genannt wird (der "Krönungsweg"), war zunächst als dessen Verlängerung gedacht und lief diesem irgendwann den Rang ab.

    Die auf dem folgenden Bild zu sehende kurze Gasse hat keinen Namen. Ihre Häuser zählen zum Paulsplatz. Links ist wieder die Alte Börse zu sehen, und dort, wo auf der rechten Seite die Häuser stehen, beginnt heute die Berliner Straße. Der Blickpunkt ist also auf Höhe der heutigen Fußgängerampel. Hinten die Paulskirche. Bei dem zweiten Gebäude auf der rechten Seite handelt es sich um ein gründerzeitliches Haus, das Ende der 20er/Anfang der 30er Jahre eine neue Fassade im Bauhausstil erhielt.

    Die Alte Börse mit dem Turm der Paulskirche im Hintergrund, gesehen von der Neuen Kräme aus. Die Alte Börse wurde 1840-43 nach Entwürfen von Friedrich August Stüler in klassizistischen Formen in Anlehnung an die italienische Renaissance erbaut. Bereits nach 30 Jahren war das Haus schon wieder zu klein geworden, woraufhin die heute noch bestehende Neue Börse in der Nähe der Hauptwache errichtet wurde. Im 2. Weltkrieg brannte das Gebäude bis auf die Außenmauern aus. 1952 erfolgte der Abbruch eines der wertvollsten klassizistischen Gebäude Frankfurts.

    Im Anschluss an die Alte Börse folgten die beiden Barockgebäude Neue Kräme 7 (rechts) und Neue Kräme 5 (links). Neue Kräme 7 trug den Namen "Großes Kaufhaus" und Nr. 5 "Zur Stadt Antwerpen". Zusammen bildeten sie ein wichtiges Barockensemble in der Altstadt, wobei die Stadt Antwerpen als das küstlerisch wertvollere Haus galt. Von ihr ist auch das Hauswappen erhalten geblieben. Es befindet sich heute in einer Außenvitrine des Historischen Museums. Die farbliche Gestaltung der Stadt Antwerpen ist indiskutabel, war aber vor dem Krieg so. Auch die Fenster im ersten Stock des Großen Kaufhauses sind sicher nicht original.

    Zum Abschluss noch ein bekanntes Motiv: Neue Kräme Ecke Braubachstraße. Die meisten Gebäude auf dem Bild stehen heute noch, es fehlen lediglich einige Giebel, die man bei Gelegenheit mal wieder aufsetzen könnte. Das Ensemble würde dadurch wesentlich gewinnen.

    Am Sonntag geht es weiter mit dem Gebiet zwishen Braubachstraße und Schnurgasse.

    BDA-Tag

    Letztes Wochenende fand in München der 4. BDA-Tag statt, anlässlich des 100. Geburtstags des Bayrischen Landesverbands. Bei dieser Gelegenheit widmete sich die Spitze des BDA erstmals auch dem Thema Rekonstruktion. Eine Zusammenfassung der Veranstaltung findet ihr hier:

    http://www.welt.de/welt_print/art…_am_Altbau.html

    Im Namen von 15 deutschen Verbänden und Initiativen, die sich dem Rekonstruieren von zerstörten Bauwerken verschrieben haben, wurde erstmals dem BDA ein Angebot zur Zusammenarbeit gemacht. Den entsprechenden Text, der dem BDA-Präsident Michael Frielinghaus leider nur schriftlich übergeben werden konnte, möchte ich hier veröffentlichen:

    Einige Veranstaltungshinweise:

    1. Mittwoch, 23.4.(übermorgen): "Altstadt gestern-heute-morgen" Diskussionsveranstaltung von Pro Altstadt Frankfurt e.V. Moderation: Heidrun Christensen. Es werden Bilder und Filmsequenzen der ehem. Altstadt gezeigt. Wie groß war die Frankfurter Altstadt? Wo befand sich was? Welche Größe nehmen die aktuellen Bauvorhaben (Technisches-Rathaus-Areal, Historisches Museum, Degussa-Areal) in der Altstadt ein? Gibt es noch bisher unbekannte Spolien? Durch den Abend führen Dipl. Ing. Dominik Mangelmann und Dipl. Geogr. Jörg Ott. Zeit: 19:00 Uhr; Ort: Technisches Rathaus (am Eingang der Beschilderung folgen).

    2. Donnerstag, 24.4.: "Braucht Frankfurt mehr moderne Architektur?" Vortrag von Dr. Mathias Alexander (FAZ), unter Beteiligung des Kuratoriums Kulturelles Frankfurt. Spektakuläre Gebäude sind heute die wichtigsten Werbeträger im Wettbewerb der Städte. Die Allianzarena in München und die geplante Elbphilharmonie in Hamburg sind die prominentesten Beispiele für diesen Trend hierzulande. Frankfurt, das nicht nur auf dem Gebiet der Architektur lange Zeit ein Labor der Moderne war, hat noch kein vergleichbares Markenzeichen. Dr. Matthias Alexander wird in seinem Vortrag ausloten, ob die Stadt mit dieser verhaltenen Politik gut beraten ist. Sollte mehr dezidierte zeitgenössische Architektur entstehen - und wenn ja, an welchen Standorten? Oder kann Frankfurt mit dem, was es an Hochhäusern vorzuweisen hat, zufrieden sein? Zeit: 19:00 Uhr; Ort: Vortragssaal der Frankfurter Sparkasse, Neue Mainzer Straße 49

    Heute sind in der Bild-Zeitung Grafiken von mir und ein Text, der sich mit dem Historischen Museum beschäftigt. Die BILD hat das mit einer Telefonischen Bürgerbefragung verbunden, die aber nur heute läuft.
    Bitte ruft unbedingt heute noch bei Bild an und sprecht euch für den historischen Entwurf aus. Hier die Nummer:

    0137 11 31 402 Kostet 0,14 pro Anruf.

    Korrektur: Wenn ihr diese Nummer anruft, stimmt ihr automatisch für den historischen Entwurf! Ein Gespräch findet nicht statt!

    Frankfurt/Mein Veranstaltungshinweis

    In diesem Thread kann und soll auf Veranstaltungen in Frankfurt und Umgebung hingewiesen werden, die Themen unseres Forums betreffen. TV-Tipps sind hier ebenfalls richtig. Auch Berichte von den jeweiligen Veranstaltungen und Diskussionen über diese gehören hier hinein.
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    Ich möchte euch darauf hinweisen, dass am

    DONNERSTAG, den 28.2.2008 um 18:00 UHR im HISTORISCHEN MUSEUM

    erneut ein Vortag stattfindet. Das Architekturbüro Lederer, Ragnarsdottir, Oei aus Stuttgart wird, vertreten durch Herrn Lederer, den Siegerentwurf zum Historischen Museum vorstellen. Hierzu seid ihr erneut alle eingeladen. Diesmal müssen wir auch mehr Leute sein als bei der Veranstaltung mit Carl Fingerhuth vor 2 Wochen, die überhaupt nicht nach unserem Geschmack lief. Dies empfanden wir als sehr ärgerlich, weil etwa 10 Leute mehr ausgereicht hätten, um die Veranstaltung zu unseren Gunsten kippen zu lassen. KOMMT DAHER AM DONNERSTAG! Es ist wichtig! Weist Herrn Lederer und Museumsdirektor Jan Gerchow auf die geplante Erweiterung des Städel hin. Macht deutlich, dass dies eine gute Lösung ist und der geplante Neubau des Historischen Museums dem Stadtbild schaden wird und ihr ihn deshalb ablehnt!

    P r e s s e m i t t e i l u n g 06.02.2008


    Siegerentwurf des Architektenwettbewerbes Historisches Museum geht am Thema vorbei.
    Kein „Straßenbahndepot“ in der Altstadt. Bürger sollten jetzt mitdiskutieren.


    Das AltstadtForum zeigt sich enttäuscht darüber, dass der Siegerentwurf des Stuttgarter Architektenbüros Lederer in keinster Weise dem Wunsch nach einer harmonischen Einbettung in den Dom-Römer- Bereich entspricht. Der historische Grundriss wurde Grund weg ignoriert. Die Architekten haben sich sogar bewusst davon entfernt.
    Bereits auf dem letzten AltstadtForum am 29. Oktober 2007 hatten Architekten und Planer den Vorschlag einer Rekonstruktion des alten Saalhofes gemacht und überzeugende Darstellungen vorgelegt. Dies sollte auch als Anregung und Dialogplattform für den Wettbewerb gedacht sein. Doch leider hat sich der Stuttgarter Siegerentwurf darüber komplett hinweggesetzt und die Arbeit der fachkundigen Frankfurter Bürgerinnen und Bürger in keiner Weise gewürdigt.

    Auch die Formensprache ist unglücklich: Der massive Gebäudekörper erscheint wie ein Sarkophag. Von oben erinnert er an ein Straßenbahndepot.

    Ein Grund für dieses fatale Wettbewerbsergebnis ist sicherlich die Leitung der Jury. Prof. Fingerhut ist eine klare Fehlbesetzung. Hatte er noch beim letzten Dom-Römer – Ausschuss zugestanden, daß er die Verhältnisse in der Frankfurter Altstadt „nicht so gut kenne“ und den historischen Wiederaufbau als „Disneyland“ verunglimpft. Das ist umso bedauerlicher, als vom 23. bis zum 25. Januar 08. an der angesehenen ETH Zürich die bislang weltweit größte Fachtagung zum Thema Rekonstruktionen unter Architekten, Stadtplanern und Kunsthistorikern stattfand (http://hsozkult.geschichte.hu-berlin.de/termine/id=8529). In diesem hochrangig besetzen Symposion wurde erstmals eingeräumt, dass es in der Baugeschichte schon immer Rekonstruktionen gab und dass sich Architekten nun angstfrei verstärkt wieder mit dieser Bauform beschäftigen sollten.

    Das AltstadtForum wird sich auf seiner nächsten Veranstaltung noch einmal eingehend mit dem Thema Historisches Museum beschäftigen und konstruktiv Verbesserungsvorschläge unterbreiten. Günter Possmann mahnt: „Wir hoffen, dass der bislang gelungene Dialog zwischen Bürgerschaft, Ämtern und Politik in der Altstadtfrage auch auf das neue historische Museum erweitert wird.“
    Das AltstadtForum macht aber noch einmal deutlich, daß es sich bei der Forderung weiterer Rekonstruktion lediglich auf den Dom-Römer-Bereich konzentriert und dass dieser Bereich auch nicht ausgeweitet werden sollte. Dazu zählt aber auch und gerade auch das Areal des Historischen Museums“.

    Anlage: Bildquelle Jörg Ott


    und ein heute erschienener Artikel in der Neuen Presse:

    http://www.rhein-main.net/sixcms/list.ph…icle&id=4305921

    Bitte auch noch mehr Leserbriefe schreiben. Der Protest darf nicht abreißen!

    Hi Leute

    Hier mal wieder einige neue Renderings aus dem Bereich RUND UM DEN DOM

    Zunächst ein Bild mit Goldener Waage und Dom

    Das folgende Bild zeigt den Durchblick vom Markt zum Krautmarkt. Rechts zwischen dem Mäuerchen und der Goldenen Waage liegt die alte Höllgasse. Der Bereich zwischen dem Mäuerchen und der Einfriedung des Domes war bis Ende des 19. Jhd. bebaut. Erst nach dem Abbruch der Gebäude (der später immer als Fehler angesehen wurde, da er den im unteren Drittel schmucklosen Domturm freistellte) erhielt die Höllgasse ihre Breite (bis 1944). Der Blick fällt auf eine Gebäudereihe im Hintergrund, nämlich des Gewürzhauses (mit Belvederchen) und zwei Häusern mit Fachwerk, wobei ich nicht weiß ob dieses nur aufgemalt war oder echt.

    Auf dem nächsten Bild ist die Ansicht auf die Südwestecke des Domes zu sehen. Daneben die Südkapellen. Das Rendering ist auf dem Tuchgadenplätzchen gemacht. Rechts steht heute die Kulturschirn.

    Hier noch einmal die Südwestecke des Doms, diesmal von der Einmündung der Saalgasse aus gesehen mit dem vorgelagerten - heute noch bestehenden Pförtnerhäuschen und den südlich angebauten Kapellen (inkl. Wahlkapelle). Hier musste ich etwas tricksen: Die hohen Fenster sind in Wirklichkeit mit unterschiedlichem Maßwerk ausgestattet, bei mir jedoch sind sie alle gleich. Das spart Speicherplatz und Polygone, denn der Dom haut schon ordentlich in beides rein... Die Vielfalt ist lediglich an den Kapellenfenstern angedeutet.

    Der Domplatz nördlich des Domes. Das (von mir ebenfalls stark vereinfachte) Nordportal ist rechts von der Bildmitte zu sehen. Hier habe ich mich vor allem auf die große Fensterrosette konzentriert, während der figürliche Schmuck über dem Eingang aus Platzgründen weggelassen wurde. Von diesem Punkt aus überblickt man den kompletten Domplatz und sogar einen Teil des Garküchenplatzes (über der Einfriedungsmauer in der Bildmitte).

    Noch einmal ein ähnlicher Bildausschnitt mit dem Eingang zur Kannengießergasse. Erwähnenswert ist vor allem des schmale verschieferte Haus mit dem dreistöckigen Erker (es besaß außerdem auch einen zweistöckigen Keller), das Haus Luthereck. Entgegen einer von den Frankfurtern früher gerne verbreiteten Legende, die v.a. Touristen erzählt wurde, hat Luther jedoch nie in diesem Haus gewohnt. Sein Konterfei war jedoch vom protestantischen Besitzer des Hauses in die Erkerkonsole graviert worden und schaute bis zur Zerstörung auf den katholischen Dom gegenüber. Durch den Torbogen links unter dem Haus mit dem freigelegten Fachwerk kam man in den Hainerhof, der Ende der 30er Jahre teilweise abriss-saniert wurde. Die heutige Situation ist erschütternd: Neben einem kleinen Hotel mit Restaurant an der Stelle des Lutherecks erstreckt sich der biedere Charme einer 50er-Jahre-Vorstadtsiedlung.

    Frankfurt am Main; Kannengießergasse

    Roseneck (südöstlich des Doms)

    Blick vom Roseneck auf den südöstlichen Bereich des Doms, im Vordergrund der Freythof- oder Freiheitsbrunnen. Links das alte Stadtarchivgebäude. Das Roseneck ist übrigens das Stammhaus der Binding-Brauerei, die hier bis 1944 die "Altdeutsche Bierstube" betrieb.

    Noch etwas südlicher, dort wo die Große und die Kleine Fischergasse, sowie die Gasse An der Schmidtstube zusammentrafen, ist dieses Rendering entstanden.

    Frankfurt am Main; Garküchenplatz

    Blick von der Fahrgasse über den Garküchenplatz auf den Dom (Südostecke). Zu sehen ist das gotische Fürsteneck links, vor dem Dom die kleinen Garküchen, die dem Platz seinen Namen gaben und die Mehlwaage. Letztere bot bis Ende der 30er Jahre einen sehr bedauernswerten Anblick, bis die Altstadtsanierung auch sie erreichte und in ein kleines Museum verwandelte. Heute ist der Name "Garküchenplatz" verschwunden und die Fläche dem Weckmarkt zugeschlagen. Die 50er-Jahre-Bauten wurden zwar in den letzten Jahren neu angestrichen, sind aber dennoch nicht der Rede wert.

    Wie immer dürft ihr jetzt euren Senf dazugeben!

    archy-art

    Die Idee mit dem "Shooter" gefällt mir und ich hatte sie auch schon. Das war ja einer der Gründe wieso ich die Stadt im Computer gebaut habe. Sind wir mal ehrlich: Wenn ich hier irgendwelche Renderings einstelle, nutze ich das Potenzial des Modells eigentlich nicht richtig aus. Mit einem Film schon eher, aber optimal wirds erst mit einem Durchlauf, in dem man sich frei bewegen kann. Allerdings kann ich das mit 3ds-max nicht machen, und auch wenn man mir das zunächst nicht abnimmt: Ich bin technisch überhaupt nicht versiert. Aber ich lerne gerne neue Sachen hinzu, und wenn du konkrete Programme kennst und auch was zur Einarbeitungszeit und zum Arbeitsaufwand zu berichten weißt, dann bin ich interessiert! Schreib am besten eine PN, denn der ganze technische Krempel gehört meines Erachtens nicht in den öffentlichen Teil des Forums.

    Jörg

    Folgenden Beitrag hatte ich schon mal am 3.12.2006 eingestellt. Er war aber nach der Zeit, in der das DAF offline war, nicht mehr da. Daher habe ich ihn noch einmal für euch zusammengestellt.

    SAALGASSE

    Das erste Bild zeigt den östlichen Eingang der Saalgasse am Weckmarkt. Ganz links am Rand sieht man ein Ecktürmchen vom Leinwandhaus (errichtet im Jahre 1399), das nach dem Krieg wiederaufgebaut wurde. Dann folgt das Haus zum Storch mit einem Restaurant, das heute ebenfalls noch existiert, allerdings in einem 50er Jahre Neubau. Das Hauszeichen, der an der Ecke angebrachte Storch hat den Krieg übrigens auch überstanden. Der Blick geht in die Gasse hinein. Rechts außerhalb des Bildes befindet sich der Dom. Nach dem Krieg wurde in den 80er Jahren eine postmoderne kleinteilige Bebauung an der Saalgasse errichtet. Heute durchquert man die Gasse u.a., wenn man das Parkhaus Dom-Römer verlässt. Man biegt dann nach links Richtung Mainkai ab.

    Für das nächste Bild gehen wir geradeaus in die Saalgasse hinein und kommen an einen trichterförmigen Platz, der früher sehr oft fotografiert wurde, weil er zu den schönsten Orten Alt Frankfurts gehörte. Bekannt unter dem Namen Saalgassenplatz trug er im Mittelalter die Bezeichnung "Brotmarkt". Beachtet bitte bei den nachfolgenden Renderings die zahlreichen Details der Randbebauung wie Fensterläden, Durchfahrsperren u.a. und schaut nicht nur auf den Domturm, auch wenn er noch so beeindruckend ist! Das grell gelbe Haus (es war wirklich so intensiv angestrichen) trug den Namen Hl. Geist-Eck und hatte seine Bezeichnung vom daneben liegenden Hl. Geist-Hospital, das zu Beginn des 19. Jhds. abgebrochen wurde. Auch der Name der Gasse "Am Geistpförtchen" kommt davon. Links die Durchgangshäuser Zum Scharnhaus (außen) und Zum Häringshock (daneben). Dann die Einmündung der Langen Schirn und das blau angestrichene Haus Zu den drei Fischen.

    Das folgende Bild zeigt die andere Blickrichtung (um 180° gedreht). Zu sehen ist der trichterförimge Zuschnitt des Plätzchens, bevor am Knick hinten die Saalgasse als Gasse weitergeht. Der Brunnen ist - wie alle anderen Brunnen auch, barock und ersetzte einen alten Ziehbrunnen. Er befindet sich heute an der Ecke Hasengasse/Töngesgasse und ist vollständig erhalten.

    Zwischen Saal- und Bendergasse befand sich bis 1944 ein etwa 20 Meter breiter und dicht bebauter Hausstreifen. Die beiden Bilder, die nun folgen stellen die Häuser Zum Scharnhaus und Zum Häringshock vor, die mit ihren jeweiligen Hinterhäusern bis zur Bendergasse reichten und im Erdgeschoss Durchgänge besaßen, in denen sich vom Mittelalter an bis zur Aufhebung des Zunftzwangs im 19. Jhd. Metzgerschirnen befanden. Die Lange Schirn, in denen alle Metzger ihr Fleisch verkaufen mussten, lag ja direkt neben diesen beiden Häusern.

    Nachdem er in Leipzig Jura studiert hatte, führte der junge Johann Wolfgang Goethe seinen ersten und einzigen Prozeß um das Haus Zum Häringshock (Saalgasse 20/Bendergasse 11). Danach durfte er sich ja in Thüringen schriftstellerisch betätigen. Der Höhenunterschied zwischen Saal- und Bendergasse betrug an dieser Stelle etwa 1,10 m, wodurch in den Durchgängen Stufen notwendig wurden. Beide Gebäude wurden barockisiert, sind aber eigentlich gotisch, wie man an den Auskragungen und den Bereichen an der Langen Schirn bzw. der Bendergasse sehen konnte (dazu später) Rechts die Lange Schirn.

    Stilmischmasch an der Einmündung der Metzgergasse in das Saalgassenplätzchen. Die klassizistischen Steingebäude auf der rechten Gassenseite standen auf dem Bereich des abgebrochenen Hl. Geist-Hospitals. Der unregelmäßige Gassenverlauf links resultiert aus Erschließungswegen für die großen Häuser an der Saalgasse, die hier mündeten. Ein Tor ist auf dem Bild auch zu sehen, es gehörte zu Saalgasse 9.

    Das nächste Bild zeigt die Gasse "Am Geistpförtchen" mit Blick Richtung Main. Das klassizistische Torhaus mit einem Belvederchen auf dem Dach ersetzte einen alten Torturm. Die Aussicht vom Belvederchen muss traumhaft gewesen sein, denn von hier aus konnte man den gesamten städtischen Mainbereich überblicken. Heute befindet sich an dieser Stelle erneut ein Torhaus - aus den 50er Jahren und ohne Belvederchen.

    Dieser Blick zeigt die Gassensituation westlich des Saalgassenplatzes. Auf dem Bild ist der langgestreckte gotische Marstall zu sehen, der zum Saalhofkomplex gehörte. Links davor das Doppelhaus "Im Saal". Heute hat der hässliche Erweiterungsbau des Historischen Museums dieses Areal komplett überdeckt. Die Saalgasse mündet aus diesem Grund heute dort, wo einst die Bendergasse auf den Römerberg traf. Die Kamera steht etwa im Bereich der Tiefgaragenausfahrt.

    Das nachfolgende Bild zeigt den westlichen Eingang der Saalgasse am Römerberg. Links das mächtige Haus Landeck, Römerberg 2 (danach, außerhalb des Bildes, die Einmündung der Bendergasse). Das klassizistische Haus rechts befand sich am Fahrtor (Nr. 6), hatte den Krieg unversehrt überstanden und wurde dann zugunsten des Erweiterungsbaus des Historischen Musems abgerissen. :nono: In der Saalgasse befinden sich der Marstall und das Haus "Im Saal".

    MAINKAI UND FAHRTOR

    Angesichts des großen Verlustes im 2. Weltkrieg tut es gut, wenigstens noch ein wertvolles Fachwerkhaus in der Altstadt zu besitzen, nämlich das Haus Wertheym am Fahrtor 1. Links kommt man zum Eisernen Steg, rechts geht es in die Alte Mainzer Gasse

    Gut, zum folgenden Bild brauch ich wirklich nichts zu sagen, das dürften die meisten von euch trotz nachkriegsbedingter Veränderungen erkennen. Das Bild ist vom Eisernen Steg gemacht und man kann nur jedem empfehlen, es sich auszudrucken und übers Bett zu hängen. :lach:

    Die nächsten drei Grafiken zeigen dem mittleren Mainkai. Die Bebauung ist mit wenigen Ausnahmen klassizistisch und hat keine erwähnenswerten Geschichten zu bieten. Die Kamera befindet sich an der Einmündung der Gasse "Am Geistpförtchen".

    BENDERGASSE

    Na, ist das ein Bild?! Da bekommt man richtig Wehmut beim Anblick der schönsten Frankfurter Altstadtgasse! Die durchgängig fünf- bis sechsgeschossigen gotischen Häuser beherbergten im Mittelalter die Fassbinder, daher der Name Bendergasse. Hinter den Häusern rechts liegt die Saalgasse, auf der linken Seite befanden sich Fünffingerplatz und Handwerkerhöfchen. Heute ist die Bendergasse mit der Kulturschirn restlos überbaut.

    Hier der entgegengesetzte Blick nach Westen Richtung Nikolaikirche, die aber selbst kaum zu sehen ist.

    Die Rückgebäude von Häringshock und Scharnhaus (siehe hierzu Abschnitt Saalgasse) in der Bendergasse, die hier nach links weitergeht und von der man einen Großteil der südlichen Randbebauung sehen kann. Rechts die Lange Schirn.

    Die nördliche Bebauung der Bendergasse (dahinter - wie bereits erwähnt - Fünffingerplätzchen und Handwerkerhöfchen.

    LANGE SCHIRN UND METZGERHÖFCHEN

    Dieser Blick geht die Lange Schirn hinunter Richtung Bendergasse und weiter zum Saalgassenplatz. Die Häuser, in denen die Metzger ihr Fleisch verkauften, waren besonders schmal. Mehrere "Hackklötze" sind auf dem Bild zu sehen. Diese Steine symbolisierten im Mittelalter die wirtschaftliche Selbständigkeit eines Metzgers, auf dem er sein eigenes Fleisch zuschlagen konnte. Da der Metzgereiberuf eine hohe Gewinnspanne hatte, waren die Hackklötze auch eine Menge wert, wenn z.B. Kredite aufgenommen werden mussten. Meist gehörten nur die Schirnen den Metzgern, nicht aber die darüberliegenden Häuser. Die Metzger selbst wohnten nämlich in der Metzger- und Schlachthausgasse, die südlich der Saalgasse lagen und wo sich auch der Schlachthof befand. Nachdem die Metzger sich ab dem 19. Jhd. überall in der Stadt niederlassen durften, verlor die Lange Schirn ihre wichtige Bedeutung. Die unter den Erdgeschossfenstern stehenden Hackklötze (z.B. an dem Roten Haus mit dem Fachwerkgiebel links) dienten bis zur Zerstörung 1944 nur noch touristischen Zwecken, denn in der Langen Schirn gab es keine Metzgerei mehr (außer unter dem Roten Haus, das aber am Markt lag).

    Die nächsten beiden Bilder zeigen das Metzgerhöfchen, und zwar zunächst mit Blick nach Süden und dann mit Blick nach Norden. Es ist eine Nachreichung zum Technischen Rathaus-Areal, weil das Metzgerhöfchen im Zuge dieser Neugestaltung wieder aufgebaut werden könnte. Es befand sich hinter dem Roten Haus.

    FÜNFFINGERPLÄTZCHEN

    Hinter dem Römerberg liefen fünf kurze Gässchen zu einem kleinen Platz zusammen, der aus der Luft betrachtet die Gestalt einer Hand mit gespreizten Fingern hatte und so zu seinem Namen kam. Die Häuser zählten zur Goldhutgasse. Das auf zahlreichen Fotos verewigte trapezförmige Haus zum Widder (Nr. 16) ist sicherlich der spektakulärste Bau. Es folgten dahinter das Haus Haderkatze (Nr. 18) und das Haus Hörhorn (Nr. 20). Daneben in grün die "Wilde Frau" (Nr. 7) und hinter dem Baum schaut noch das Haus Goldenes Unterhähnchen (Nr. 5) mit seinem freigelegten Fachwerk heraus. Rechts geht es ins Handwerkerhöfchen, das erst 1938 durch eine Auskernungsmaßnahme entstand.

    Das folgende Bild ist aus der Drachengasse gerendert und zeigt das Haus Zum Widder (links) vor den Rückfronten der Häuser an der Bendergasse, zunächst (in der Mitte) das Haus "Zum Hasen unter den Bendern" (Bendergasse Nr. 24) und daneben - mit einem Durchgang zur Bendergasse - das Pesthaus (freigelegtes Fachwerk, Nr. 26). Hier soll einer Legende zufolge das erste Mal in Frankfurt die Pest ausgebrochen sein. Belegt ist die Geschichte indes nicht. Auf dem Plätzchen standen ein Brunnen und der einzige Baum im Bereich zwischen Dom und Römer.

    Zuletzt auf Wunsch noch ein Luftbild des Areals zwischen Dom und Römer. Die Kamera steht in etwa über dem neuen Haus am Dom in 45 m Höhe (über dem Niveau des Maines). Der Blick geht nach Südwesten. Unten in der Mitte der Hühnermarkt mit dem Roten Haus. Der schräg verlaufende Markt ist noch recht gut zu erkennen. Nach links zieht der Tuchgaden, der unter dem Roten Haus auf den Markt mündet. An dem grüngelben Haus mit den blauen Fenstern beginnt die Lange Schirn ihren Weg nach schräg links oben und wird von der Bendergasse gekreuzt. Oberhalb des grüngelben Hauses mit den blauen Fenstern befinden sich Handwerkerhöfchen und ganz am oberen rechten Bildrand das Fünffingerplätzchen.

    So, mehr gibts dann an Weihnachten ;)
    Bis dahin dürft ihr wieder schreiben und bewerten.

    @ export

    Ich stimme mit allem was du sagst 100%ig überein. Eine Ensemblerekonstruktion könnte einen Dammbruch auslösen und einiges verändern. Ob das für die Architekturszene gut oder schlecht ist, vermag ich allerdings nicht zu beurteilen.

    Hallo Leute

    Hab mich länger nicht mehr gemeldet und möchte nun mal wieder neue Renderings einstellen. Diesmal von einem Bereich, den die meisten von euch zumindest von Fotos her kennen dürften, und auf dem viele auch schon persönlich standen: dem Römerberg. Eigentlich sollten die Bilder bereits vor Weihnachten online gehen, aber da kamen einige Dinge dazwischen, sodass aus der Weihnachts- eine Faschingsüberraschung wird. Zunächst möchte ich erwähnen, dass ich viel Zeit mit dem Bau der Nikolaikirche verbracht habe. Hoffentlich gefällt sie euch. Sie ist Frankfurts kleinste Altstadtkirche, aber die aufwändigste, was v.a. an der Empore mit ihren drei Türmchen und am darunterliegenden Fries liegt. Aber seht selbst, und geht auch mal hin, wenn ihr selbst auf dem Römerberg steht. Wie immer gilt, dass ihr die Bilder ansehen und auf euren Rechnern haben, sie aber nicht kommerziell vertreiben dürft.

    Das erste Bild zeigt den historischen Römerberg mit der Nikolaikirche in der Bildmitte. Ist es ein Zufall, dass sich hier jedes Haus wie ein Puzzleteil zu einem komplexen Ganzen zusammenfügt? Ich glaube nein!

    Die folgende Grafik zeigt die Nikolaikirche (erbaut 13.-15. Jhd) mit ihrer Empore, auf denen der Rat der Stadt diversen Veranstaltungen beiwohnte. Zu sehen sind weiterhin der gotische Fries unter der Empore, sowie die drei Türmchen über der Empore, des weiteren der Hauptturm und im Anschluss links der Fachwerkbau des Schwarzen Sterns.

    Als nächstes folgt der Blick von der Empore auf den leider leeren Römerberg. Auf dem Platz befindet sich lediglich der kleine Römerbergbrunnen vor dem Goldenen Engel (rechts) und der Gerechtigkeitsbrunnen in der Mitte. Der Blick geht die Neue Kräme hinauf, wo an der Mündung der Schnurgasse das Modell z.Zt. endet. Direkt hinter dem Römerberg kreuzt die Braubachstraße.

    Blick vom Balkon des Römers über den Römerberg mit Samstagsberg (Ostzeile), Schwarzem Stern und Nikolaikirche, sowie Domturm im Hintergrund. Diese Aussicht hätte man u.a. gehabt, wenn Deutschland vor 1944zufällig eine Fußball-WM gewonnen hätte, allerdings wäre dann auf dem Platz vielleicht ebenso die Hölle los gewesen, wie wir es aus der Realität kennen.

    Das folgende Bild zeigt den Blick vom Plätzchen zwischen Schwarzem Stern (links) und Kleinem Laubenberg (vorne rechts) auf Westseite des Römerbergs. Früher war die Platzseite dicht bebaut mit Häusern unterschiedlichen Stils und unterschiedlicher Bauart. In der Mitte das auffällige Haus Lichtenstein mit seinem geschwungenen Barockgiebel, das aber eigentlich gotisch war, wie man an den Seitengiebeln erkennen kann. Links daneben drei Fachwerkgebäude, rechts klassizistische Steinbauten. Heute stehen hier drei öde 50er Jahre-Bauten, von denen das Mittlere in etwa die Position des Lichtensteins darstellen soll. Übrigens auch schön zu sehen ist, wie stark der Römerberg zur Platzmitte abfällt, um danach wieder anzusteigen. Der Ortsname ist somit eigentlich falsch! Korrekt müsste der Platz "Römertal" heißen...

    Das Haus Lichtenstein in einer Großaufnahme. Aus einem gotischen Adelspalast wurde am Ende ein Haus in dem Künstler wohnten. Nach der Zerstörung blieben zunächst die Umfassungsmauern stehen, worauf der Wiederaufbau beschlossen wurde. 1946 stürzte jedoch die Fassade zusammen. Es erfolgte der Abriss.

    Überreichen neogotischen Schmuck zeigte das 1864 errichtete Haus Römerberg 3, unten an der Ecke zur Alten Mainzer Gasse gelegen. Der Schmuck nahm Elemente der gegenüberliegenden (rechts) Nikolaikirche auf.

    Zum Abschluss noch ein Luftbild des Areals zwischen Römerberg und Mainkai. Hinter der Nikolaikirche folgt zunächst die Bendergasse (heute Saalgasse) danach die Saalgasse (heute überbaut durch den 70er-Jahre-Klotz des Historischen Museums). Im Anschluss der Saalhof, und rechts kann man das bereits freigelegte Fachwerk des heute noch bestehenden Hauses Wertheym erkennen. Ganz oben muss man sich den Main und den Eisernen Steg vorstellen.