Folgenden Beitrag hatte ich schon mal am 3.12.2006 eingestellt. Er war aber nach der Zeit, in der das DAF offline war, nicht mehr da. Daher habe ich ihn noch einmal für euch zusammengestellt.
SAALGASSE
Das erste Bild zeigt den östlichen Eingang der Saalgasse am Weckmarkt. Ganz links am Rand sieht man ein Ecktürmchen vom Leinwandhaus (errichtet im Jahre 1399), das nach dem Krieg wiederaufgebaut wurde. Dann folgt das Haus zum Storch mit einem Restaurant, das heute ebenfalls noch existiert, allerdings in einem 50er Jahre Neubau. Das Hauszeichen, der an der Ecke angebrachte Storch hat den Krieg übrigens auch überstanden. Der Blick geht in die Gasse hinein. Rechts außerhalb des Bildes befindet sich der Dom. Nach dem Krieg wurde in den 80er Jahren eine postmoderne kleinteilige Bebauung an der Saalgasse errichtet. Heute durchquert man die Gasse u.a., wenn man das Parkhaus Dom-Römer verlässt. Man biegt dann nach links Richtung Mainkai ab.

Für das nächste Bild gehen wir geradeaus in die Saalgasse hinein und kommen an einen trichterförmigen Platz, der früher sehr oft fotografiert wurde, weil er zu den schönsten Orten Alt Frankfurts gehörte. Bekannt unter dem Namen Saalgassenplatz trug er im Mittelalter die Bezeichnung "Brotmarkt". Beachtet bitte bei den nachfolgenden Renderings die zahlreichen Details der Randbebauung wie Fensterläden, Durchfahrsperren u.a. und schaut nicht nur auf den Domturm, auch wenn er noch so beeindruckend ist! Das grell gelbe Haus (es war wirklich so intensiv angestrichen) trug den Namen Hl. Geist-Eck und hatte seine Bezeichnung vom daneben liegenden Hl. Geist-Hospital, das zu Beginn des 19. Jhds. abgebrochen wurde. Auch der Name der Gasse "Am Geistpförtchen" kommt davon. Links die Durchgangshäuser Zum Scharnhaus (außen) und Zum Häringshock (daneben). Dann die Einmündung der Langen Schirn und das blau angestrichene Haus Zu den drei Fischen.

Das folgende Bild zeigt die andere Blickrichtung (um 180° gedreht). Zu sehen ist der trichterförimge Zuschnitt des Plätzchens, bevor am Knick hinten die Saalgasse als Gasse weitergeht. Der Brunnen ist - wie alle anderen Brunnen auch, barock und ersetzte einen alten Ziehbrunnen. Er befindet sich heute an der Ecke Hasengasse/Töngesgasse und ist vollständig erhalten.

Zwischen Saal- und Bendergasse befand sich bis 1944 ein etwa 20 Meter breiter und dicht bebauter Hausstreifen. Die beiden Bilder, die nun folgen stellen die Häuser Zum Scharnhaus und Zum Häringshock vor, die mit ihren jeweiligen Hinterhäusern bis zur Bendergasse reichten und im Erdgeschoss Durchgänge besaßen, in denen sich vom Mittelalter an bis zur Aufhebung des Zunftzwangs im 19. Jhd. Metzgerschirnen befanden. Die Lange Schirn, in denen alle Metzger ihr Fleisch verkaufen mussten, lag ja direkt neben diesen beiden Häusern.

Nachdem er in Leipzig Jura studiert hatte, führte der junge Johann Wolfgang Goethe seinen ersten und einzigen Prozeß um das Haus Zum Häringshock (Saalgasse 20/Bendergasse 11). Danach durfte er sich ja in Thüringen schriftstellerisch betätigen. Der Höhenunterschied zwischen Saal- und Bendergasse betrug an dieser Stelle etwa 1,10 m, wodurch in den Durchgängen Stufen notwendig wurden. Beide Gebäude wurden barockisiert, sind aber eigentlich gotisch, wie man an den Auskragungen und den Bereichen an der Langen Schirn bzw. der Bendergasse sehen konnte (dazu später) Rechts die Lange Schirn.

Stilmischmasch an der Einmündung der Metzgergasse in das Saalgassenplätzchen. Die klassizistischen Steingebäude auf der rechten Gassenseite standen auf dem Bereich des abgebrochenen Hl. Geist-Hospitals. Der unregelmäßige Gassenverlauf links resultiert aus Erschließungswegen für die großen Häuser an der Saalgasse, die hier mündeten. Ein Tor ist auf dem Bild auch zu sehen, es gehörte zu Saalgasse 9.

Das nächste Bild zeigt die Gasse "Am Geistpförtchen" mit Blick Richtung Main. Das klassizistische Torhaus mit einem Belvederchen auf dem Dach ersetzte einen alten Torturm. Die Aussicht vom Belvederchen muss traumhaft gewesen sein, denn von hier aus konnte man den gesamten städtischen Mainbereich überblicken. Heute befindet sich an dieser Stelle erneut ein Torhaus - aus den 50er Jahren und ohne Belvederchen.

Dieser Blick zeigt die Gassensituation westlich des Saalgassenplatzes. Auf dem Bild ist der langgestreckte gotische Marstall zu sehen, der zum Saalhofkomplex gehörte. Links davor das Doppelhaus "Im Saal". Heute hat der hässliche Erweiterungsbau des Historischen Museums dieses Areal komplett überdeckt. Die Saalgasse mündet aus diesem Grund heute dort, wo einst die Bendergasse auf den Römerberg traf. Die Kamera steht etwa im Bereich der Tiefgaragenausfahrt.

Das nachfolgende Bild zeigt den westlichen Eingang der Saalgasse am Römerberg. Links das mächtige Haus Landeck, Römerberg 2 (danach, außerhalb des Bildes, die Einmündung der Bendergasse). Das klassizistische Haus rechts befand sich am Fahrtor (Nr. 6), hatte den Krieg unversehrt überstanden und wurde dann zugunsten des Erweiterungsbaus des Historischen Musems abgerissen.
In der Saalgasse befinden sich der Marstall und das Haus "Im Saal".

MAINKAI UND FAHRTOR
Angesichts des großen Verlustes im 2. Weltkrieg tut es gut, wenigstens noch ein wertvolles Fachwerkhaus in der Altstadt zu besitzen, nämlich das Haus Wertheym am Fahrtor 1. Links kommt man zum Eisernen Steg, rechts geht es in die Alte Mainzer Gasse

Gut, zum folgenden Bild brauch ich wirklich nichts zu sagen, das dürften die meisten von euch trotz nachkriegsbedingter Veränderungen erkennen. Das Bild ist vom Eisernen Steg gemacht und man kann nur jedem empfehlen, es sich auszudrucken und übers Bett zu hängen. 

Die nächsten drei Grafiken zeigen dem mittleren Mainkai. Die Bebauung ist mit wenigen Ausnahmen klassizistisch und hat keine erwähnenswerten Geschichten zu bieten. Die Kamera befindet sich an der Einmündung der Gasse "Am Geistpförtchen".



BENDERGASSE
Na, ist das ein Bild?! Da bekommt man richtig Wehmut beim Anblick der schönsten Frankfurter Altstadtgasse! Die durchgängig fünf- bis sechsgeschossigen gotischen Häuser beherbergten im Mittelalter die Fassbinder, daher der Name Bendergasse. Hinter den Häusern rechts liegt die Saalgasse, auf der linken Seite befanden sich Fünffingerplatz und Handwerkerhöfchen. Heute ist die Bendergasse mit der Kulturschirn restlos überbaut.

Hier der entgegengesetzte Blick nach Westen Richtung Nikolaikirche, die aber selbst kaum zu sehen ist.

Die Rückgebäude von Häringshock und Scharnhaus (siehe hierzu Abschnitt Saalgasse) in der Bendergasse, die hier nach links weitergeht und von der man einen Großteil der südlichen Randbebauung sehen kann. Rechts die Lange Schirn.

Die nördliche Bebauung der Bendergasse (dahinter - wie bereits erwähnt - Fünffingerplätzchen und Handwerkerhöfchen.

LANGE SCHIRN UND METZGERHÖFCHEN
Dieser Blick geht die Lange Schirn hinunter Richtung Bendergasse und weiter zum Saalgassenplatz. Die Häuser, in denen die Metzger ihr Fleisch verkauften, waren besonders schmal. Mehrere "Hackklötze" sind auf dem Bild zu sehen. Diese Steine symbolisierten im Mittelalter die wirtschaftliche Selbständigkeit eines Metzgers, auf dem er sein eigenes Fleisch zuschlagen konnte. Da der Metzgereiberuf eine hohe Gewinnspanne hatte, waren die Hackklötze auch eine Menge wert, wenn z.B. Kredite aufgenommen werden mussten. Meist gehörten nur die Schirnen den Metzgern, nicht aber die darüberliegenden Häuser. Die Metzger selbst wohnten nämlich in der Metzger- und Schlachthausgasse, die südlich der Saalgasse lagen und wo sich auch der Schlachthof befand. Nachdem die Metzger sich ab dem 19. Jhd. überall in der Stadt niederlassen durften, verlor die Lange Schirn ihre wichtige Bedeutung. Die unter den Erdgeschossfenstern stehenden Hackklötze (z.B. an dem Roten Haus mit dem Fachwerkgiebel links) dienten bis zur Zerstörung 1944 nur noch touristischen Zwecken, denn in der Langen Schirn gab es keine Metzgerei mehr (außer unter dem Roten Haus, das aber am Markt lag).

Die nächsten beiden Bilder zeigen das Metzgerhöfchen, und zwar zunächst mit Blick nach Süden und dann mit Blick nach Norden. Es ist eine Nachreichung zum Technischen Rathaus-Areal, weil das Metzgerhöfchen im Zuge dieser Neugestaltung wieder aufgebaut werden könnte. Es befand sich hinter dem Roten Haus.


FÜNFFINGERPLÄTZCHEN
Hinter dem Römerberg liefen fünf kurze Gässchen zu einem kleinen Platz zusammen, der aus der Luft betrachtet die Gestalt einer Hand mit gespreizten Fingern hatte und so zu seinem Namen kam. Die Häuser zählten zur Goldhutgasse. Das auf zahlreichen Fotos verewigte trapezförmige Haus zum Widder (Nr. 16) ist sicherlich der spektakulärste Bau. Es folgten dahinter das Haus Haderkatze (Nr. 18) und das Haus Hörhorn (Nr. 20). Daneben in grün die "Wilde Frau" (Nr. 7) und hinter dem Baum schaut noch das Haus Goldenes Unterhähnchen (Nr. 5) mit seinem freigelegten Fachwerk heraus. Rechts geht es ins Handwerkerhöfchen, das erst 1938 durch eine Auskernungsmaßnahme entstand.

Das folgende Bild ist aus der Drachengasse gerendert und zeigt das Haus Zum Widder (links) vor den Rückfronten der Häuser an der Bendergasse, zunächst (in der Mitte) das Haus "Zum Hasen unter den Bendern" (Bendergasse Nr. 24) und daneben - mit einem Durchgang zur Bendergasse - das Pesthaus (freigelegtes Fachwerk, Nr. 26). Hier soll einer Legende zufolge das erste Mal in Frankfurt die Pest ausgebrochen sein. Belegt ist die Geschichte indes nicht. Auf dem Plätzchen standen ein Brunnen und der einzige Baum im Bereich zwischen Dom und Römer.

Zuletzt auf Wunsch noch ein Luftbild des Areals zwischen Dom und Römer. Die Kamera steht in etwa über dem neuen Haus am Dom in 45 m Höhe (über dem Niveau des Maines). Der Blick geht nach Südwesten. Unten in der Mitte der Hühnermarkt mit dem Roten Haus. Der schräg verlaufende Markt ist noch recht gut zu erkennen. Nach links zieht der Tuchgaden, der unter dem Roten Haus auf den Markt mündet. An dem grüngelben Haus mit den blauen Fenstern beginnt die Lange Schirn ihren Weg nach schräg links oben und wird von der Bendergasse gekreuzt. Oberhalb des grüngelben Hauses mit den blauen Fenstern befinden sich Handwerkerhöfchen und ganz am oberen rechten Bildrand das Fünffingerplätzchen.

So, mehr gibts dann an Weihnachten
Bis dahin dürft ihr wieder schreiben und bewerten.