Beiträge von BW8

    Das ist ja ehemals Saxonia Systems, also ein IT-Unternehmen (Entwicklung von Individualsoftware). Die ITler sind entweder vor Ort beim Kunden oder wohl eher auch zu 80-90% im Home Office. Ich könnte mir vorstellen, dass dort vielleicht ein paar Meetingräume oder ähnliches entstehen und ein paar shared Desks, aber von den 400 Mitarbeitern dürften maximal 40-50 zeitgleich vor Ort sein (evtl. Schulungen, Vorstellungsgespräche, usw...).

    Zum Vergleich: Im Schokopackhochhaus soll Platz für ca. 500 Mitarbeiter sein. Das war halt vor Corona, als 500 Arbeitnehmer auch 500 physische Arbeitsplätze brauchten.

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    Und in Grünheide steppt der Bär?

    Oder in Schkeuditz? Oder in Schwarzheide?

    Nichts, was ein S-Bahn-Anschluss oder eine neue Autobahnzufahrt nicht lösen könnte, entscheidend ist die Flächenverfügbarkeit.

    Grünheide liegt unmittelbar am Autobahnring von Berlin. Auch die relative Nähe zu Polen war wichtig für Tesla. Ein Land mit einem ganz anderen Lohnniveau - da ist man schon eher bereit, auch mal eine Stunde zu pendeln. Kein Dresdner Mikrotechnologe hätte es nötig, eine Stunde nach Großenhain zu pendeln (oder 2 Stunden mit dem ÖPNV), wenn er ein vergleichbares Gehalt auch im Dresdner Norden bekommt.

    Schkeuditz sind 20-25 Minuten mit dem Auto von der Leipziger Innenstadt. Das ist nicht weiter entfernt als GF, Infineon, Bosch oder der Dresdner Flughafen von der Dresdner Innenstadt. BASF Schwarzheide wurde vor vielen Jahrzehnten gebaut. Wer weiß, ob man sich heutzutage wieder dafür entscheiden würde.

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    Und wenn die Chefin von 'Intel' Deutschland meint, dass Dreieck (WOB/BE/LE) von Abnehmerstruktur und Infrastruktur war ein wichtiger Punkt für Magdeburg war, dann kann man es sicher so annehmen.

    Kannst du bitte den Link posten? Ich finde das nicht. Es wundert mich halt auch, weil Intel m.W. High-Tech-Chips in Magdeburg produzieren will, für welche die Automobilindustrie gar kein Abnehmer ist.

    Ich kenne mich in Großenhain nicht aus, aber vom Bahnhof zum Industriegebiet, dort wo noch etwas frei ist, sind es etwa 3 Kilometer zu Fuß. Zum Vergleich, S-Bahn Haltepunkt Klotzsche sind keine 2 Kilometer entfernt und da war doch der Konsens, dass das viel zu weit wäre und man einen weiteren Haltepunkt im Wald für Infineon bräuchte, oder? Wobei das wieder zu unwirtschaftlich wäre usw.

    Also, was ich damit sagen will, niemand fährt 35 Minuten mit dem Zug ab HBF und läuft dann vor der Frühschicht 5 Uhr noch weitere 35 Minuten durch Großenhain. Wenn die S-Bahn hinzu überhaupt schon 4:00 / 4:30 ab HBF fährt. Oder Rückweg nach der Spätschicht. 22:30 erstmal schön 35 Minuten bis zum Bahnhof laufen in Großenhain, 15 Minuten auf die Bahn warten (!?), 35 Minuten Rückfahrt zum HBF Dresden, Ankunft dort: 23:55. Dort nochmal 30-40 Minuten mitten in der Nacht durch die Stadt mit Bus und Bahn z.B. nach Mickten, Cotta oder Strehlen. Ankunft vielleicht 00:30 Zuhause bei Schichtende 22:30. Kann ja sein, dass ich die Leidensfähigkeit mancher Mitmenschen unterschätze, aber das tut sich doch nicht ernsthaft jemand 2x am Tag an!?

    Kohleausstieg? Strukturwandel? Lausitz? Das Kraftwerk Boxberg ist per Auto 85 Minuten und 121 Kilometer entfernt (über die A4). Interessant auch, dass Google Maps mir nicht mal eine einzige Route oer ÖPNV berechnen konnte:

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    Die Route von "Flugplatz Großenhain, Zum Fliegerhorst 25, 01558 Großenhain" nach "Kraftwerk Boxberg, 02943 Boxberg/Oberlausitz" mit öffentlichen Verkehrsmitteln konnte nicht berechnet werden.

    Und was will man als Halbleiterhersteller in Leipzig und Umgebung? Ohne ein paar Fachkräfte abzuwerfen, von Bosch, GF, Infineon & Co., wird es nicht gehen. Warum sollte man da nach Leipzig, wenn der größte Fachkräftepool in Europa in Dresden ist!?

    Hauptgrund von Intel für Magdeburg war lt. Intel (Quelle: Süddeutsche Zeitung) die Größe der Fläche, die gute Infrastruktur (lt. andere Quelle: Starkstrom, Gas) und die Verpflichtung der Landesregierung, für Arbeitskräfte zu sorgen.

    https://www.sueddeutsche.de/politik/intel-…nhalt-1.5586156

    Nähe zu Kunden ist doch komplett irrelevant im Halbleiterbereich. Die Transportkosten sind extrem vernachlässigbar im Vergleich zum Wert des Produkts und dem Gewicht, es gibt keine Express-Lieferungen von heute auf morgen - Kapazitäten werden tlw. Jahre im Voraus gekauft.

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    Deine Zahlen die du genannt hast, stimmen nicht.

    Die kommen vom Umweltbundesamt:

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    Aber der MIV hat in Deutschland einen Anteil von 87%:

    https://www.umweltbundesamt.de/sites/default/…_2022-02-08.png

    Dein Bild bezieht sich auf Städte? Lt. deinem Bild sind 55% der Personenkilometer MIV-Fahrer und 20% MIV-Mitfahrer - zusammen also 75%. Die Zahlen widersprechen sich doch nicht - 75% in Städte, 87% bundesweit inkl. Städte und Nicht-Städte.

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    Straßenneubau braucht es, um deine Lieblingswohnform EFH umzusetzen, das hat nichts mit Anpassungen in der Kernstadt zu tun. NEUversiegelung im weit größeren Umfang als bei kompakteren Wohnformen machen all deine greenwashing-Bemühungen extra zu nichte.

    Es ist ja hier ein Architekturforum. Ursprünglich ging es nur um diesen monströsen Innenstadtring. Dort meinte ich, dieser wäre deutlich zu groß und von 3-4-4 könnte man auf 2-2-2 gehen plus Hochboardradwege am Rand ("Protected Bike Lane"). Das extreme Umweltthema (á la 50% Reduktion ist nicht genug, wir machen aus dem Ring eine Fußgängerzone, kam von KSN368).

    Wie auch immer, obwohl ich dieses Umweltthema ja gar nicht so extrem vertiefen wollte, muss ich hier antworten. Die Probleme der Flächenversiegelung sind natürlich vor allem in der Innenstadt ein großes Problem. Hitzestau, kein Grün weit und breit, keine Versickerung. Eine einzelne Straße am Rand der Agglomeration, mitten zwischen grünen Wiesen, hat diese Kernprobleme der Versiegelung nicht. Wüsste auch gerne, wo ich geschrieben hätte, dass ich EFH-Neubau befürworte. Heutzutage werden vor allem noch MFH gebaut, trotzdem leben ca. 31% aller Menschen in einem EFH im Bestand. Die Wohnform gibt es also, sie ist weit verbreitet und wird es auch 2045 noch sein.

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    Wärmepumpen werden in der Tat eine der Heizenergiequellen der Zukunft sein. Doch dazu braucht es nicht nur das EFH, auch ganze Wohnquartiere kann man mit WP versorgen, das gibt es bereits und ist seit Jahren erfolgreich im Einsatz (Bsp Neubrandenburg). Insofern ist greenwashing von technisch ungünstigen Wohnformen nicht nötig, um in der Energiewende voran zu kommen.

    Natürlich wird die Wärmepumpe in den nächsten 10-20 Jahren in nahezu allen Gebäuden einzubauen sein. EFH, MFH, 16-Geschoss-MFH. Überall. Es gibt praktisch keine Alternative. Wo habe ich etwas anderes behauptet?

    Es ging darum, dass eine Wärmepumpe ihren Strom vor allem im Winter braucht. Ich habe das behauptet und du hast mich darauf hin gefragt:

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    Ich frage dich ernsthaft: Meinst du alle deine Sätze ernst oder bist du auf einem ganz anderen Trip?

    Ja, das meine ich ernsthaft. Wärmepumpen brauchen vor allem im Winter Strom.

    Also, zum ursprünglichem Thema: Der Innenstadtring, der Übergang Hauptbahnhof zur Innenstadt, der Übergang Innenstadt in Richtung Zoo. Dort sehe ich Bedarf, sowohl Straßenfläche als auch Schienenfläche zu minimieren. Dresden baut um seine Innenstadt einen grünen Promenandenring. Das finde ich gut. Gleichzeitig sind die Straßenflächen und Schienenflächen dort weit weniger als um die Innenstadt von Leipzig herum. Daher geht der Promenandenring in Leipzig angesichts 50, 60 oder 70 Meter breiten Straßen ein bisschen unter.

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    Mit Zahlen kannst du besser lügen als mit Worten! Dieser Wert ist der bundesweite! Von Sylt bis Garmisch. Nimm den regionalen modal split einer Großstadt, da ist der MIV mit 35 - 40% dabei.

    Das ist der Modal Split nach Wegehäufigkeit. Wege mit dem Auto sind aber im Schnitt viel, viel länger als Wege mit dem Rad oder zu Fuß. Um die Personenkilometer geht es aber, wenn man von einem Verkehrsträger auf einen anderen wechselt (dadurch wohnt die Oma ja nicht näher dran; dadurch ändert sich der Arbeitsweg nicht, ...). Da hat der MIV auch in Städten weit, weit mehr als 40%. Zudem werden bei diesen Modal Split Betrachtungen häufig nur die Einwohner betrachtet. Die 40% Einpendler werden meist "vergessen".

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    na bestimmt!... Versiegelung für massiven Straßenausbau. Schon mal davon etwas gehört.

    Genau! Deswegen habe ich ja vorgeschlagen, von 3 Auto/Bus/LKW-Spuren - 4 Gleisen - 4 Auto/Bus/LKW-Spuren auf 2-2-2 zu gehen. Am Rand ein Hochboardradweg (Protected Bike Lane) und wir haben entsiegelt, die Stadt fußgängerfreundlicher gemacht und trotzdem nichts verboten.

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    Bei mir zu Hause läuft die Waschmaschine auch im Sommer. Gekocht wird auch im Sommer, der Kühl- und Gefrierschrank laufen auch im Sommer und der Staubsauger auch.

    Ich frage dich ernsthaft: Meinst du alle deine Sätze ernst oder bist du auf einem ganz anderen Trip?

    Es ging um Wärmepumpen. Das sind Geräte, welche anstelle fossiler Heizungen eingebaut werden können und im Rahmen der Energiewende auch massiv eingebaut werden müssen. Heizungen wie Wärmepumpen haben ihren Hauptverbrauch im Winter - das meine ich vollkommen ernst.

    Ich meine natürlich nur für die Arbeitnehmer, bei welchen der Beruf es zulässt. Lt. ifo sind das 56%. Ich hatte es oben im Text geändert, aber du warst da schneller.

    Verkehrsvermeidung, also bspw. HO, ist die beste Maßnahme - das ist doch klar, oder? Ich meine damit natürlich ein Recht auf HO, keine Pflicht.

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    Eine echte Lösung wäre nicht nur die Umstellung der Energiequelle sondern die Verhaltensänderung.

    Ja klar, dazu braucht es einen massiven ÖPNV-Ausbau. Wenn der an einem Quell-/Zielort nur alle 4-Stunden kommt und dabei 4-5x der Zeit braucht (mit 2x Umsteigen), ist das keine Alternative. Da braucht es 30-Minuten-Takt auch am WE/Feiertags/Nachts -> Geht nicht und ist auch ineffizient -> wir drehen uns im Kreis.

    Ein Recht auf bis zu 100% HO für alle Arbeitnehmer in geeigneten Berufen (56%) würde tatsächlich sofort Fahrten einsparen. Das ist eine sinnvolle Sofortmaßnahme.

    Aber wenn ich sehe, dass das Stadtbahnprogramm 2020 jetzt wahrscheinlich erst 2030 oder erst später kommt - und dabei geht es um 0,1% der benötigten Schienen... also lassen wir das, ich diskutiere nicht schon wieder das "keine Autos"-Szenario... - eAutos sind eine Lösung, welche mit dem 2045-Ziel kompatibel ist. Erst den ÖPNV massiv ausbauen, damit eine Verhaltensänderung möglich ist - da sehe ich als Zeithorizont 2100+. Und dann fährt der ÖPNV ja auch nicht ohne Energie - und je weiter ländlich man ausbaut (von dort, wo die Autos in die Stadt fahren), desto ineffizienter wird es. Im Gegensatz zu einem eAuto kann die Straßenbahn auch nicht netzdienlich laden, d.h. einige Stunden im Monat abpassen, wo im Netz gerade massive Überschüsse durch PV oder Wind sind.

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    Und um die Energiewende einfacher, schneller und nachhaltiger zu bewerkstelligen, sollte der Dispersion der Wohnungen stark entgegen gewirkt werden. Zersiedelung, wie sie nach wie vor enthemmt stattfindet, macht alle Bemühungen zunichte.

    Wie gesagt, 85% der Bebauung von 2045 steht heute bereits. Es gibt auch bereits Gesetze gegen Zersiedlung. Ich sehe das als kein wichtiges Thema an (vor allem, weil wir eben 85% vom 2045er Bestand schon gebaut haben).

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    Denn egal, ob Kfz elektrisch oder fossil angetrieben werden, sie haben als MASSENverkehrsmittel keine Zukunft, wenn die Gesellschaft es ernst meint mit dem Überleben.

    87% aller Wege werden aktuell mit MIV zurückgelegt. Um diese mit dem ÖPNV zu ersetzen, muss dieser vor allem in Stadt-Umland, Stadt-Land und Land-Land-Relationen massiv ausgebaut werden. Da es dort zunehmend ineffizienter wird (nicht mehr 100 Leute in der Tram, sondern 5 Leute im Bus), kannst du locker von 20x-Ausbau des ÖPNV ausgehen, damit der MIV vielleicht nur noch 50% ausmacht. Dieses massive Ausbauszenario haben wir doch schon als unrealistisch ausgemacht - gerade auch angesichts der Ausbaugeschwindigkeit des ÖPNV in der Praxis. Der ÖPNV wird kämpfen müssen, um überhaupt sein aktuelles Niveau zu halten.

    Dass die Nutzung von eAutos irgendwas mit unserem Überleben oder Nicht-Überleben zu tun haben werden, ist allergrößter Schwachsinn. Bereits heute wird bspw. der ID3 von VW klimaneutral gefertigt (bilanziell klimaneutral, also so klimaneutral wie die Bahn - halt ohne langfristigen Vertrag mit Datteln 4). In der Nutzung verbraucht er lt. WLTP (dem neuen, realistischen Verfahren) ca. 15,3 kWh je 100 Kilometer. Bei einer typischen Nutzung von 500 Kilometern pro Monat (mit 100% HO usw.) kommst du da im Monat auf 76,5 kWh Verbrauch - keine 1.000 kWh im Jahr und bspw. nur 10% einer PV-Anlage in Hausgröße (ca. 10 kWp). Da das Thema gerade sehr aktuell ist, weiß ich auch, was viele so aktuell für ihre Heizung verbrauchen, ca. 12-18.000 kWh Gas für 2- und 3-Zimmer-Wohnungen. Wenn man die mit einer Wärmepumpe beheizen würde, wäre man beim Faktor 3,5 (Luft-WP) bei ca. 3.400 bis 5.100 kWh Strom für die Wärmepumpe.

    Auch hier gilt wieder, die 3.400 - 5.100 kWh Strom (für nicht so ganz familientaugliche 2 bis 3 Zimmer Wohnungen), werden vor allem im Winter verbraucht und auch da geht es eher Richtung Grundlast, d.h. die WP muss zwar nicht 24h laufen, aber doch einen wesentlichen Teil des Tages. Also etwa 4.000 kWh Grundlast vs. keine 1.000 kWh bei einem eAuto und dort netzdienlich.

    Auch geht es hier nicht um 1.000 kWh oder nicht 1.000 kWh. Wenn statt des eAutos Bus und Bahn gefahren wird, wird stattdessen dort der Strom verbraucht (nicht netzdienlich). Und dort kommt es auf die Auslastung darauf an, ob man da überhaupt spart.

    Im Gesamt-Mix von Haushaltsstrom, WP-Strom und e-Auto-Strom hat das eAuto am Ende keine 10% Anteil und dieser Anteil kann komplett netzdienlich geladen werden. Deine Aussage, dass das Überleben unserer Gesellschaft davon abhängt, ob wir eAuto fahren oder nicht - ist also Blödsinn.

    Aufgrund der Netzdienlichkeit des eAutos vs. der Grundlastanforderung der Bahn wird man sich irgendwann ernsthaft fragen müssen, ob nicht das eAuto in einem Szenario mit 100% EE das umweltfreundlichere Verkehrsmittel ist. Ich sage es gerne noch mal, aber die Bahn hat ja nicht zum Spaß einen langfristigen Liefervertrag mit Datteln 4 abgeschlossen.

    Ich weiß, dass das in München durchaus üblich ist: altes EFH für 1,X - 2,x Mio. kaufen, abreißen und 10er MFH bauen und die Wohnungen für 1,x Mio. Euro pro Wohnung verkaufen. In Leipzig und Dresden ist das kein übliches Vorgehen. Dort sind noch mehr als genug Baulücken.

    Beim Blick auf die Einwohner fehlt der Blick auf das Umland. Dresden hat ca. 250k Arbeitsplätze, davon 100k aus dem Umland. 40% kommen also nicht aus Dresden. In Leipzig ist das vielleicht minimal weniger, trotzdem kommen viele Einpendler eben aus dem Umland, wo dort sicherlich 50% im EFH wohnen.

    Wobei auch Umland ein weit gefasster Begriff ist. Ich kenne Personen, die 40-70 Kilometer nach Dresden einpendeln - tlw. täglich (!). (Warum? Ja, weil die in ihrem Heimatdorf wohnen, aber eine Arbeit ausführen, welche es so nur in Großstädten überhaupt gibt.) Das dürfte in Leipzig nicht anders sein. Auch bzw. gerade beim Freizeitverkehr sind die Distanzen ja meist noch größer. Wie stand es vor kurzem in der Zeitung: Das Einzugsgebiet von Karls Erdbeerdorf in Döbeln reicht bis Prag. Für den Freizeitverkehr, für Familienbesuche und Co. kannst du also auch in Städten als Ort des Quellverkehrs getrost den deutschlandweiten Mix annehmen. Da fährt man auch mal vom Umland von Gera oder vom Umland von Wittenberg nach Leipzig um dort auf den Weihnachtsmarkt oder ähnliches zu gehen.

    Dann dürfte auch noch ein anderer Faktor wichtig sein: Wer im EFH wohnt, nutzt tendenziell eher den MIV als Bewohner des innerstädtischen 16er Geschossers. Studenten & Co. wohnen oft in MFHs und haben oft kein Auto. Familien nutzen überproportional das Auto und wohnen überproportional oft in EFHs im Vergleich zum Durchschnitt. Auch üben EFH-Besitzer realtiv und statisch betrachtet eher Berufe aus, welchem im Home-Office ausführbar sind bzw. wer HO hat (gar evtl. 80-100%) wird sich sicher oft für mehr Wohnraum und daher für ein EFH entscheiden. Es gibt hier m.E. schon zahlreiche Faktoren, die das Szenario eAuto und Hausdach-PV für einen relevanten Anteil der deutschen Bevölkerung als einen Teil der Lösung der Energiewende darstellbar macht (die dann auch mal zum Shoppen nach Leipzig City fährt, auf den Dresdner Striezelmarkt und die Verwandtschaft in Magdeburg besucht...). Nicht für alle, das ist klar - das möchte ich hier noch mal betonen, damit es nicht falsch verstanden wird. Eine Lösung für einen relevanten Anteil ca. 10-40%.

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    Das ist weißgott keine Lösung! EFHs mögen für Bausparkassen sicher einer erstrebenswerte Lebensform sein, gut und schön! Aber sowohl vom Platzverbrauch als auch energetisch sind EFHs die ungünstigste Bauform überhaupt.

    Die EFHs sind doch bereits da. Ca. 31% aller Haushalte in Deutschland leben in einem EFH. Ich rede nicht von Neubau, sondern vom Bestand. Der heutige Bestand macht 85% vom Bestand im Jahr 2045 aus - der Neubau zwischen 2023 und 2045 wird dann ca. 15% ausmachen. Selbst wenn kein einziges EFH mehr gebaut wird und der komplette Neubau MFH ist, werden 2045 noch 27% der Haushalte in einem EFH leben. Dazu kleinere MFHs usw...

    Wir müssen unsere Lösungen also schon am Bestand orientieren.

    Die Aussage, man müsste alle Autos verbieten, liest man ja hier und da auch mal. Es steht in keinem aktuellen politischen Programm, das stimmt. Auch nicht bei den Grünen in Dresden (keine Ahnung, was die Grünen in Leipzig machen - die Grünen in Dresden kämpfen GEGEN eine Umweltzone, siehe hier: https://menschen-in-dresden.de/2015/08/01/eva…at-ueberzeugen/ - Zitat: Sie [Eva Jähnigen] [...] bleibt bei ihrem Nein zur Umweltzone in der Stadt.) - ich meine, solche alten Autos können wirklich verboten werden.

    Aber irgendwie in der Twitterbubble liest man diese Aussagen ja hier und da mal. Und wenn man dann darauf eingeht, dass dann der ÖPNV massiv, massiv ausgebaut werden müsste, vor allem natürlich die weißen Flecken und die Taktungen WE/Feiertags/Nachts - dann ist das wieder wilde Spinnerei.

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    Diese Lösungen lassen sich weder kurzfristig hochskalieren noch wird vor einem Verbrenneraus und entsprechend langem Gebrauchtstatus der Fahrzeuge vor 2040 irgendwas passieren, was nennenswert in diese Richtung geht.

    Ja, aber der ÖPNV lässt sich eben auch nicht hochskalieren. In Dresden gab es mal ein Stadtbahnprogramm 2020. Das wird keinesfalls vor 2030 fertig werden - fraglich ist eher, ob es überhaupt noch umgesetzt wird. Laufen solche ÖPNV-Neubauprojekte in Leipzig wesentlich besser?

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    Da Werktätige am häufigsten einen PKW anschaffen, sind ausgerechnet diese tagsüber gar nicht zu Hause, wenn es geladen werden könnte.... Theorie und Praxis sind halt zu oft zu weit auseinander.

    Ja, aber 56% könnten ja HO machen. Für die fällt Theorie und Praxis zusammen. Und wie gesagt, es muss keine Lösung für alle sein. Wenn 20-25% der Arbeitnehmer HO machen und in einem EFH wohnen, dann ist das ja schon eine Lösung für viele.

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    wo kein Leipziger user ein Autoverbot erwähnte

    Da steht doch klipp und klar Autoverbot. Oder was ist eine Fußgängerzone für dich, an der Stelle, wo davor die Hauptroute für KFZ war!?

    (wo ich vorgeschlagen hatte, dort auf 2 Spuren pro Richtung zurückzubauen - also durchaus dem MIV bis zu 50% der Fläche zu nehmen - aber eben kein totales Verbot):

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    Auch als Leipziger kann ich sagen, dass der Ring und die dort herrschende Autodiktatur eine Katastrophe epochalen Ausmaßes ist. Will sich die Stadt endlich zukunfts- und klimagerecht aufstellen, darf es nicht nur bei einer Radspur um den Ring bleiben (bisher noch nicht vollständig). Stattdessen gehört der Ring schlicht und ergreifend zur begrünten Fußgängerzone mit ausschließlich Lieferverkehr erklärt.

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    Für EFH und kleine MFH wird das machbar sein, je nach Ausrichtung und Dachfläche des Hauses. Für größere MFH, etwa 5 Parteien aufwärts, wird es mit PV schwierig, da die Dachfläche natürlich nicht entsprechend der Haushaltsanzahl skaliert (ggf. in besonders ambitionierten zero emissions Neubauten möglich). Entscheidend ist auch die Zeit in der das Auto die PV nutzen kann, Berufspendler stellen ihr Auto abends ab und wollen morgens damit los, mit PV geht daher insb. im Winter nicht viel. Gleichzeitig kommen die üblicherweise verbauten Anschlussleitungen an ihre Grenzen, wenn mehrere Parteien gleichzeitig laden wollen (was idR abends der Fall ist).

    PV ist großartig, je mehr desto besser, nur für die Befriedigung unserer Mobilitätsbedürfnisse reicht es im großen Maßstab nicht aus. Der EFH Besitzer kann damit glücklich werden :)

    Auch hier meinte ich nicht, dass es jeder so machen kann und sollte. Bei 100% HO und vielleicht 400-500 Kilometern pro Monat, im Schnitt, kommt da auch der ganze Januar z.B. auf gerade so 61-77 kWh für den gesamten Monat (bei einem ID3 als Beispiel). Und das kann man 1-2x im Monat zur Mittagszeit laden, wenn die Sonne gerade scheint (d.h. bei wolkenlosem Himmel).

    Für dieses (!) Szenario also eine gute Möglichkeit. Ich denke sowieso ganz und gar nicht, dass wir in Bezug auf die komplette Energiewende alle über einen Kamm scheren können. Ich denke, die Lösungen werden noch weit, weit individueller als es heute schon ist.

    Lt. ifo liegt das Homeoffice-Potential bei 56%. Verkehrsvermeidung durch HO kann also durchaus ein sehr relevanter Faktor bei der Energiewende sein. Natürlich, für die anderen 44% geht es nicht - da braucht es wieder andere Lösungen. Aber darum ist doch HO als Maßnahme nicht schlecht, nur weil es nicht für jeden funktioniert. Es wird nicht DIE EINE Maßnahme geben, mit der alle Probleme gelöst sind.

    Das Gleiche mit der PV. 31% aller Haushalte in Deutschland leben in einem EFH. Nein, nicht 100%. Aber eAuto und Dach-PV können bei weit über 31% der Haushalte eine Lösung sein (inkl. angesprochener kleinerer MFHs, usw.).

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    Ich hatte zum Beispiel seine Dach-PV für den MIV so verstanden, dass die Autodächer die PV Fläche bilden (ein niederländischer Hersteller bietet das an), aber da ist die unbestechliche Physik begrenzend.

    Nein, aber wenn du in einem EFH, in einem 2-Familien-Haus, evtl. in einem kleinen MFH wohnst (Verwandtschaft wohnt z.B. in einem 3 Parteien-Haus mit viel Dachfläche), dann kannst du dort so viel PV draufpacken, dass du selbst im Winter an sonnigen Tagen mittags oft große Überschüsse haben wirst, welche dann in das eAuto geladen werden können. Bei HO (bei bis zu 56% der Beschäftigen möglich), bei Rentnern, bei nicht arbeitstätigen Personen, bei Schichtarbeitern mit Spät- oder Nachtschicht an diesem Tag usw. - aber nein, natürlich ist das keine 100% Lösung für jeden.

    Was auf jeden Fall keine 100%-Lösung für alle und für jeden in der Zukunft sein wird: gar keine Autos mehr.

    Wenn man keine echten Argumente mehr hat, dann beleidigt man halt oder versucht es mit einem argumentum ad hominem. Na dann. :thumbup:

    Der Fehler war wahrscheinlich, dass ich auf dieses "keine Autos"-Ding eingegangen bin. Also ernsthaft darauf eingegangen bin, was man machen müsste, damit es sich in diese Richtung entwickelt. Obwohl eigentlich klar ist, dass das natürlich vollkommener Quark ist. 87% der Kilometer leistet der MIV in Deutschland. Daran wird sich auch 2030, 2040 oder 2050 nichts ändern.

    Ich weiß ja nicht, wie es in Leipzig läuft. Aber der DVB mangelt es an Mitarbeitern und an Geld. 15% Preiserhöhung kommen jetzt über 2 Jahre gestreckt, gleichzeitig wurde gerade festgestellt, dass die Gehälter absolut miserabel sind (14,23 Euro pro Stunde für gelernte Straßenbahnfahrer mit Berufserfahrung und Schichtarbeit sowie WE/Feiertags/Nachts und hoher persönlicher Verantwortung für Menschenleben - ca. genauso viel bekommt man bei Aldi ohne Ausbildung und ohne Sonntag/Feiertag/Nachtarbeit). Der ÖPNV wird kämpfen müssen, um das aktuelle Niveau zu halten. Diesen Ausflug in das "keine Autos mehr"-Land hätte man von vornherein ignorieren müssen - das stimmt.

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    doch!

    Nein!

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    Noch einmal zeigt sich deine Unkenntnis! Die Bahnen sind 45m lang, das ist durch die Bahnsteiglängen im gesamten Stadtgebiet vorgegeben.

    Gemeint war, die Schienen zu verlängert. Geht doch klar aus dem Kontext hervor. Wieder nur Strawman-Argumente...

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    Längere Bahnen ergeben mehr Kapazität und ändern NICHTS an weißen Flecken teilweise mangelnder Erschließung oder Verbindung. Obendrein ist die höhere Kapazität kontra zu deiner von dir kolportieren Argumentation der mangelnden Umweltverträglichkeit.

    Und weitere Strawman-Argumente. Geil! Die StraBa-Verlängerungen und Taktverdichtungen im Umland wären notwendig, um KSN368s Vision von null Autos zu verwirklichen. Ich stimme dem nicht zu, zeige nur auf, was notwendig ist, damit seine Vision Realität wird. Du argumentierst mit meiner Was-Wäre-Wenn-Analyse zu KSN368s Thesen, welchen ich EBENFALLS nicht zustimme, gegen mich. Das funktioniert so nicht.

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    KfZs mit Dach-PV bewegen zu wollen, wirst du erklären müssen. Hinsichtlich der Energieausbeute könnte das nur bergab funktionieren. Damit erübrigt sich der restliche Text.

    Du kennst das Elektroauto nicht? Oder weißt nicht, was eine (P)hotovoltaik-(A)nlage ist? Ich weiß jetzt nicht, wie ich dir antworten kann. Wo muss ich dich abholen? Elektroautos fahren mit Strom. Dieser kann mit einer PV-Anlage auf dem Dach des Hauses erzeugt werden. 10.000 kWh pro Jahr sind locker drin bei einem normalen Haus. Damit kann man Zuhause das Auto mit PV-Strom laden. Dabei kann man auch im Winter 1-2 Tage im Monat abpassen, wo man Mittags bei Sonnenschein lädt, wenn keine Wolken am Himmel sind. Damit fährt so ein Elektroauto ganz real mit 100% Ökostrom, nicht nur bilanziell, wie die Bahn, welche für sich angibt, Ökostrom zu verwenden, obwohl ja bspw. das Kraftwerk Datteln 4 quasi nur wegen der Bahn gebaut wurde und die Bahn dort eine langfristige Abnahmeverpflichtung hat (und anscheinend auch technisch notwendig braucht).

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    Gestern, als ich deinen Irrtum mit 4 Personen im PKW aufgezeigt hatte

    Ich habe keinen Irrtum, meine Verhältnis-Berechnungen sind absolut korrekt. Es wird lächerlich, wenn man simple physikalische Vorgänge und einfachste Mathematik infrage stellt. Bitte, lass es doch...

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    Warum rechnest du diesen dann wieder auf alle Bahnen hoch

    Habe ich nicht.

    Nochmal ganz konkret für dich: In einem konkreten Beispiel, etwa ein Sonntagsausflug oder eine andere Fahrt zu viert (Verwandtschaftsbesuch am WE usw.) in einem PKW vs. Bus oder Bahn, verbraucht die Bahn je Personenkilometer mehr Strom als ein Stromer, wenn in der Bahn weniger als 99 Leute sitzen. Der Diesel-Bus verbraucht mehr Diesel je Personenkilometer als ein Diesel-Golf, wenn in dem Bus weniger als 36 Menschen sitzen. Das sind simple physikalische Vorgänge. Ich möchte das nicht auf den gesamten ÖPNV hochrechnen. Nochmal nur für dich: Ich möchte das nicht auf den gesamten ÖPNV hochrechnen! Niemand möchte dir deinen ÖPNV wegnehmen! Das ist nur ein Einzelbeispiel, physikalisch korrekt berechnet.

    Also, mit dem 30-Minuten-Takt der S-Bahn wird man nicht 100% der Autofahrer in die S-Bahn bringen. Aber wie bereits gesagt, es ist mehr ein Gedankenexperiment als Antwort an KSN368. Er sagte etwas von gar keine Autos mehr (also: null). Nur unter dieser Prämisse diese Ideen. Natürlich ist das aus Effizienzgesichtspunkten nicht sinnvoll, da stimme ich dir zu. 87% wird aktuell vom MIV zurückgelegt und gerade in Stadt-Umland und Stadt-Land Relationen wird man natürlich auch keine Auslastung von 40-50 Personen pro Bus/Bahn bekommen, wenn man einen annehmbaren Takt (5-10 Minuten-Takt) anbieten möchte. Der ÖPNV müsste sich auf das 15x-20x fache anwachsen (fast ausschließlich bei Stadt-Umland, Stadt-Land, Land-Land Relationen), damit wir vielleicht auf 50% ÖPNV kommen (und weiterhin Autos, nur weniger).

    Zusammengefasst: Ich bin nicht dafür, zu allen diesen Dörfern und Kleinstädten Straßenbahnen auszubauen. Ich sage nur, wenn man keine Autos möchte, wie KSN368, dann ist es notwendig und noch viel mehr. Da reden wir mindestens im Ansatz von 15x - 20x Ausbau des ÖPNV gegenüber aktuellem Zustand.

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    Im Berufsverkehr "funktioniert" der ÖPNV nicht sehr gut, sondern teilweise über der Belastungsgrenze. Da die Taktzeiten tagsüber bis auf wenige Ausnahmen fast durchgängig sind, ist die Qualität vor und nach der Rushhour besser, denn da kommen die Leute besser mit.

    Darum ging es nicht. Mit "funktionieren" meine ich, dass dort der maximale Effizienzvorteil gegenüber dem MIV besteht - dann, wenn die Auslastung bei 100% oder 110% ist. Wenn vor oder nach der Rushhour schon deutlich weniger Leute fahren, schmilzt schon da der Effizienzvorsprung gegenüber dem MIV deutlich.

    Gerade mal geschaut, die Dresdner Bahnen haben zwischen 69 und 112 Sitzplätze. Wenn keiner steht, aber nahezu 100% der Sitzplätze belegt sind, kommen wir auf die von mir errechnete Zahl von ca. 99 (im Vergleich zu einem Auto mit 4 Personen). Sollten also nur etwa 50% der Sitzplätze belegt sein, ist das aus Effizienzsicht etwa so wie in ID3 mit 2 Personen belegt. Wenn aber alle Sitzplätze belegt sind und auch viele stehen, dann ist die Effizienz besser als bei einem ID3 mit 4 Personen.

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    Dein 4-Personen-Sonntagsausflug weist eine viel seltenere Häufigkeit auf als die übrigen Fahrtzwecke zur Arbeit / Ausbildung / Einkaufen / Sport / Verwandten... Dann überlege noch mal gründlich, wie viele E-KfZ unterwegs sind und welche Evidenz diese haben. Du sprichst von Physik und Fakten, kannst aber nicht ansatzweise deren Einfluss abbilden.

    Ach lieber C.S. - hör doch endlich auf und gib zu, dass du dich verrannt hast und gut. Nie ging es darum, von meinem Beispiel irgendeine Art von Allgemeingültigkeit abzuleiten. Du wirfst hier nur so mit Strawman-Argumenten um dich. Dass der ÖPNV im Berufsverkehr sehr gut funktioniert, habe ich selbst mehrmals geschrieben. Dort findet die Hauptzahl der Fahrten statt und von dort kommt die hohe durchschnittliche Effizienz.

    Mir ging es in der Berechnung um dieses eine konkrete Beispiel. Dafür, für diesen konkreten Fall, habe ich dir anhand offizieller Daten (von z.B. DVB) einen Vergleich errechnet (ganz normale Physik, okay?) und was für ein Wunder, in diesem Fall gewinnt meist das Auto - selbst der Verbrenner. Oh Wunder, viele Busse haben ein Leergewicht von über 20 Tonnen und müssen auch bewegt werden. Aber davon schließe ich jetzt nicht auf die durchschnittlichen Werte aller Fahrten, darum ging es nie.

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    Wie willst du denn den ÖPNV taktverbessern OHNE (in Leipzig straßenbahnseitig) ins Zentrum zu fahren?

    Man könnte z.B. die bestehenden Straßenbahnen verlängern. Dadurch ändert sich die Frequenz im Zentrum nicht, aber viele weiße Flecken verschwinden. Die Frage ist ja wieder, wo will man hin. Mein Ausgangspost zum Thema ÖPNV war ja primär eine Antwort an KSN368 - er ist komplett gegen Autos. Damit das möglich wird, müssen z.B. alle Straßenbahnlinien komplett bis ins Umland fahren, mit vollem Takt (plus vollem Takt auch Nachts und am WE). Delitzsch, Elienburg, Borsdorf, Brandis, Machern, Bennewitz, Wurzen, Trebsen/Mulde, Grimma usw. (von überall dort fahren sicher pro Tage Dutzende oder gar Hunderte Menschen in das Leipziger Zentrum) - dort überall hin müsste die Straßenbahn im 10-Minuten-Takt verlängert werden, damit seine Vision ohne Autos möglich ist. Du hast mal geschrieben, du willst Mobilität nicht einschränken. Dann sieht es schon wieder ganz anders aus, dann sollte man sich im ÖPNV auf effiziente Routen festlegen und die meisten Strecken (aktuell 87% in Deutschland) werden mit dem (künftig) eAuto gefahren (also z.B. auch die Seifertshain - Leipzig Innenstadt - nur als Beispiel) - mit Dach-PV klimaneutral. Das ist mir ja auch noch das große Rätsel, wie künftig Bahnen überhaupt betrieben werden, da diese Grundlast braucht (im Gegensatz zu einem eAuto, was netzdienlich geladen wird, wenn Stromüberschuss da ist). Die Deutsche Bahn hat ja nicht zum Spaß einen langfristigen Vertrag mit Datteln 4 abgeschlossen - wenn es anders möglich gewesen wäre, hätte man es sicher anders gemacht.

    Lt T-Online dürfte sogar der Hauptteil der Fans von außerhalb kommen!?

    Zitat: "Verschärft wird die Lage durch eine Eigenart des Erfolgsvereins: Während viele Leipziger Fußballfans lieber zu den Traditionsvereinen Lokomotive und Chemie Leipzig halten, strömen die Fangruppen von RB Leipzig zum großen Teil aus dem sächsischen Umland in die Stadt."

    Quelle: https://www.t-online.de/region/leipzig…ken-falsch.html

    Aber das ist ein interessantes Phänomen und dazu sehr Leipzig-spezifisch. Mir ist derartiges in Dresden noch nie untergekommen (Stadion ist rund 30% kleiner, aber auch bei Konzerten usw. ist so etwas Krasses, wie von dir oder in dem Artikel geschildert, nicht aufgetreten).

    Gibt es in Leipzig so eine Art Parkinformationssystem? In Dresden gibt es eine Webseite, da kann man ganz aktuell die Auslastung jedes Parkhauses in der Innenstadt und drumherum aufrufen. Wenn es voll ist, braucht man gar nicht erst hinfahren. Andererseits denkt man vielleicht manchmal, dass es voll ist, dann ist das Parkhaus doch leer (z.B. Parkhaus Semperoper ist sehr zentral und oft auch bei Veranstaltungen noch leer, denkt man gar nicht, aber passiert oft so).

    Aber wie gesagt, das wundert mich wirklich. Wieso passiert so etwas in Dresden nicht mal im Ansatz. Ich meine, 30% weniger von einem riesigen Problem ist immer noch ein großes Problem. Gibt es aber nicht!?

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    genau da hast du dich ja kolossal verrechnet, also weder bewiesen noch sonstwie plausibel untersetzt.

    Ich habe mich nicht verrechnet. Meine Vergleiche beziehen sich auch rein auf die Physik und nicht auf einige, deiner aufgezählten weichen Faktoren. Du kannst da gerne eine andere Meinung haben, aber für mein Beispiel, ein Sonntagausflug zu viert, ist die Bahn erste bei ca. 99 (meine Zahl) oder 100 (deine Zahl, auf 4 Personen gerechnet) besser im Verbrauch kWh je Personenkilometer im Vergleich zum eAuto. Der Bus ist erst bei 36 Personen besser im Verbrauch Liter je Personenkilometer im Vergleich zum Diesel-Golf. Das sind physikalische Fakten (kWh, Liter, Kilometer, ...). Jetzt kann man sich darüber streiten, ob die Bahn sonntags oder nachts am Stadtrand mit 99 Personen besetzt ist, ob der Überland-Bus sonntags mit 36 Personen besetzt ist. Ob die direkte Strecke mit dem Auto aufgrund weniger Kilometer zu bevorzugen ist, als eine indirekte Strecke mit umsteigen an Knotenpunkten. Ich sage da, dass Bus und Bahn häufig nicht auf die 99 oder 36 kommen. Du kannst da anderer Meinung sein oder auch nicht, mir egal. Aber über die Physik brauchen wir nicht streiten.

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    Worin liegen jetzt welche Probleme? Spoiler: Du versuchst von DEINEM Einzelbeispiel auf die GESAMTqualität hochzurechnen.

    Nö. Ich habe schon mehrfach geschrieben, dass ÖPNV im Berufsverkehr in der Stadt sehr gut funktioniert. Ich differenziere da schon. Berufsverkehr/Stadt-Stadt-Verbindungen gut. Wochenende/Feiertag und Abends/Nachts sowie Stadt-Umland oder Stadt-Land: sehr schlecht.

    Und darum ging es ursprünglich: Wenn wir Leute sagen, der ÖPNV soll verbessert werden, dann wollen wir nicht, dass noch eine Bahn auf den Ring oder ähnlich zentral gequetscht wird. Dann wollen wir Taktverbesserung zu Zeiten, wo Bus & Bahn nur stündlich oder gar weniger oft kommen. Dann wollen wir bessere Verbindungen in die Dörfer. Direkter, öfter, mehr direkte Ziele und auch nachts und am WE.

    Die reine Qualität von z.B. Stadtteilzentrum A zu Stadtteilzentrum B zur Hauptverkehrszeit ist natürlich HERVORRAGEND! Daran zweifelt keiner.

    Aber der MIV hat in Deutschland einen Anteil von 87%:

    https://www.umweltbundesamt.de/sites/default/…_2022-02-08.png

    Wenn du auch nur einen kleinen Teil der Leute vom MIV wegbekommen willst, dann muss auch auf jedem Dorf der Bus im 30-Minuten-Takt kommen. Mit Start/Ziel Leipzig-Innenstadt + alle relevanten Stadtteilzentren von Leipzig. Direkt ohne 3 weitere Ecken und Haken. Auch Nachts und am WE.

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    Was aber für Veranstaltungen/Freizeit so nicht unbedingt stimmt. Hier kann man ein wirklich unkontrolliertes Verhalten beim MIV sehen. Nicht nur werden P&R kaum bis gar nicht genutzt, sondern die Stadt regelrecht mit dem MIV erstickt. Was dann auch den ÖPNV teilweise zu großen Teilen zum Erliegen bringt. Von der Dreistigkeit zugeparkter Parkwiesen und Parkwege sowie Fußgängerzonen ganz zu schweigen.

    Dann ist das Angebot wohl nicht gut genug. Und ja, für den Sonderfall einer Großveranstaltung oder ähnlichem sollte man natürlich abweichende Konzepte haben. Wo ist der P&R für RB-Spiele, wie viel Plätze sind dort, wie ist die Auslastung bei Spielen und wie lange dauert es von dort zur Arena?

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    dass Autos im Schnitt 23 von 24 Stunden am Tag herumstehen und Platz brauchen, da spielt es keine Rolle welchen Antrieb sie haben.

    Das Auto wird davon nicht schlechter. Wichtiger sind die gefahrenen Kilometer, nicht das reine Alter. Und unser Auto steht sowohl Zuhause als auch an unseren Zielen zu 99% der Zeit auf privatem Grund. Wenn man den städtischen Grund (nicht Innenstadt!) mit 500 Euro je QM und mit 16 QM je Auto ansetzt sowie 4% Zins, wäre die Kosten pro Jahr: 320 Euro. Durch 8.760 Stunden pro Jahr: 4 Cent pro Stunde. Gerne darf das für jeden städtischen (nicht innerstädischen! - dort mehr) Parkplatz verlangt werden pro Nutzungsstunde. Bezahle ich gerne für die paar Stunden im Jahr, wo ich nicht-private Parkflächen nutze. Fürchte halt, die Erfassung kostet mehr als die Einnahmen.