Beiträge von Masumania

    Dekoratives Anführungszeichen

    2hhu3f4n.jpg


    Interessant ist diese im Vergleich zur heutigen Situation deutlich lebendigere Dachlandschaft, allein in diesem Bild sieht man vier kleine Türmchen mit langen Spitzen. Was muss das für ein Anblick gewesen sein, wenn man damals wie mit der Drohne über diese Stadt der 1000 Türmchen hätte fliegen können - es sieht ja heute schon phantastisch aus.

    ^ Ganz so selten kann der Gebrauch nicht werden, der Stadtrat berät gerade über einen Grundsatzbeschluss, der bei Abschluss eines Städtebaulichen Vertrags mit Verpflichtung aufs Baulandmodell und auf eine zügige Umsetzung der Baugenehmigung für Vorhaben über 2.400 m² Geschossfläche Wohnen eine Anwendung des Bauturbos ermöglicht.

    Alles kleiner als 1ha Flächeninanspruchnahme könnte zudem durch den OB direkt abgenickt werden, ohne Stadtrat.

    Die CDU hat doch schon verkündet, dass man den Bauturbo für ein "Wohngebiet in Briesnitz" (Einfamilienhäuser, na klar) eingesetzt hat (wobei ich mir unsicher bin, ob das hier nicht nur PR ist, da käme es auf den konkreten Beschluss im Stadtrat an). Das Neubaugebiet in Kaditz an der Flutrinne könnte laut Verwaltung folgen.

    Ohne Stadtratsbeschluss und ohne B-Plan würde man von solchen Vorhaben dann zukünftig als Öffentlichkeit auch nicht mehr viel mitbekommen. Da tauchen dann irgendwann mal Baugenehmigungen im Themenstadtplan auf.

    ^ Das ist nicht das Problem, der neue 34 (3b) ermöglicht es beim Wohnungsbau, von fast allen Anforderungen des Einfügens abzusehen. Schwerer wiegt da schon der Kleingarten an sich, der laut Kleingartenentwicklungskonzept trotz der kleinen größe und der vorhandenen Reibungen (Emissionen, Hochwasserschutzgebiet, Landschaftsschutzgebiet) Bestandsschutz hat. Die Flächen dort gehören auch der Stadt (auch das große angrenzende Flurstück flussaufwärts). Wenn dort errichtet werden würden, dann nur, weil die Stadt dort Flächen unter bestimmten Bedingungen verkauft. Ich kenne die aktuelle Flächenhaushaltspolitik der Stadt nicht, würde aber annehmen, dass man dort nicht einfach in größerem Umfang Flächen aufgibt.

    Ich hatte auch erst an diese Fläche gedacht (die Visu passt auch irgendwie zu der dortigen Topographie und Wegestruktur), deine Fläche, Jester, macht aber dann doch mehr Sinn.

    ^

    Mal zum Vergleich

    36136301-orginal.png

    Screenshot-2026-02-16-130149.png

    Oben die Darstellung von basis D aus dem Neubaukompass, unten Ausschnitt Google Maps.

    Mal von Visualisierungsfragen abgesehen, finde ich es unglaublich spannend, wie hier, an dieser städtebaulich wenig attraktiven Situation, ein so tolles, kleinteiliges Quartier entsteht. Schön Schritt für schritt, individuell, mit durchweg ansprechenden Ausführungen - richtig toller Städtebau. Warum gelingt hier, was in besten Lagen z.B. an der Nürnberger Straße/Münchner Straße (auch basis D), am Lennéplatz oder an der Schandauer Straße nicht gelingt?

    ^ Nur kurz, weil hier offenbar ein Nerv getroffen zu sein scheint und der polemische Unterton der Diskussion nicht gut tut:

    Doppel-blind heißt für mich, dass ich auch die Adressaten meiner Arbeit als Büro nicht kenne. Das ist hier nicht der Fall. Ich kenne die Personen des Preisgerichts und kann als Dresdner Büro mit besten Kontakten in die Stadtpolitik natürlich die wesentlichen Determinanten einer erfolgreichen Teilnahme viel besser in Erfahrung bringen als anderer Wettbewerber. Das erhöht dann die Erfolgsaussichten - zumal bei einem bereits vorab gesetzten Büro.

    ^ Die Politik war leidlich im Verfahren vertreten, mit zwei von sieben Preisrichtern, das schrieb ich bereits. Die beiden Erstplatzierten waren gesetzt, so formuliert es der von dir eingestellte Link selbst ("Gesetzte Teilnehmer sind:"). Damit entfällt die Gefahr, im Falle eines zu breiten Teilnehmerfeldes am Lostopf zu scheitern - ein klarer Vorteil. Wenn man nun den vier Dresdner Preisrichtern eine gewisse Nähe zum Siegerbüro unterstellt, bei einem Verfahren, das eben NICHT doppel-blind abläuft, sondern bei dem jeder jeden kennt, dann hat das ein Geschmäkle, und das darf man benennen. Und du darfst das wieder kritisieren. Offenbar produzieren diese bisher gut und gerne angewandten Verfahren in der heutigen Zeit nicht mehr die allgemeine Verbindlichkeit und Legitimation, die eine aufgeklärte und informierte Öffentlichkeit zu Recht einfordert. Die Wahlergebnisse sind dann entsprechend.

    ^ Ellys Meinungsäußerung ist doch völlig berechtigt, die Verfahren sind für den normalen Bürger völlig undurchsichtig, auch für mich als interessierten Laien schwierig nachzuvollziehen. Deinem Link entnehme ich: sowohl der 1. als auch der 2. Platz waren gesetzt, vorab, ohne irgendeine Steuerung. Das Preisgericht ist leidlich demokratisch legitimiert.

    ^

    Zum Parkhaus: Wenn die Stadt einen Erbbauvertrag anstrebt, dann muss es sich um städtische Flächen handeln. Die Flächen unmittelbar hinter der Baumaßnahme Flurstück 24/3 sind nicht im eigentum der LHD. Ich vermute am ehesten die Flächen hinter dem oben auch angesprochenen Lehmannzentrum, die sind Eigentum der Stadt. Warum dort niemand ein Parkhaus bauen möchte, ist für mich nur logisch - so weit ab vom Schuss lohnt es sich einfach nicht. Fußweg bis zum HSZ liegt bei 15 min. Parkhäuser kennen ihre Kunden, selbst mit Parkraumbewirtschaftung findet sich da zu oft für den geneigten Autofahrer eine bessere (bequemere) Alternative.

    Es kann gar keine Diskussion geben, aus dem einfachen Grund, weil echte Bürgerbeteiligung zu teureren Lösungen tendiert. Und diese teureren Lösungen kann man sich als Stadt einfach nicht leisten.

    Man hat sich auf 140 Mio. festnageln lassen - damals von der Verwaltung ohne echte Kostenkenntnisse für eine Standard-Brücke mit 3 Spuren mit mittleren Kosten "hochgemetert"...und gleichzeitig das Maximalpaket bei Spuren, Material (dresdentypisch), Leistungsfähigkeit etc. gefordert - die Quadratur des Kreises. Dass es für eine Berücksichtigung im VgV-Verfahren nicht relevant ist (sprich: nicht zum Ausschluss führt) mag vergaberechtlich richtig sein. Jedes Büro, dass diesen Wunsch der Bürgerschaft ignoriert, muss aber angesichts der Zusammensetzung des Gremiums wissen, dass ein Zuschlag unwahrscheinlich ist.

    Alles, was man als Bürger jetzt noch zusätzlich fordern könnte (Sandstein, Stahl, Filigranität, historische Leuchter, ansprechende Optik unter der Brücke usw. usf.) kostet Geld, das man jetzt schon nicht mehr hat. Der Kreditrahmen gibt einfach nicht mehr her, das Land wird eine stärkere Kreditaufnahme nicht bewilligen. Die Büros werden sich bei an die Schmerzgrenze des jetzigen Rahmens bewegen (müssen), alles weitere muss dann (leider, leider) wegen fehlender Gelder ausbleiben.

    Mal davon abgesehen, dass Bürgerbeteiligung ja auch immer Zeit braucht, die man auch vorgibt, nicht zu haben. Und Zeit ist wieder Geld, womit wir wieder beim obrigen Dilemma wären.

    Die einzige Hoffnung wäre eine Förderung, bislang blieb dies ja ohne Erfolg. Ob es mit dem Infrastrukturpaket noch einmal eine Chance gibt, kann ich nicht abschätzen.

    ^ Danke für diesen Mitschnitt, ein ganz ganz wichtiger Baustein im Diskurs der Stadtgesellschaft, insbesondere für alle, die damals nicht dort sein konnten.

    Insgesamt sehen die rechten Stadtratsfraktionen in dieser Debatte außerordentlich schlecht aus. Man will offenbar als CDU-Fraktion nicht zugeben, was man eigentlich selbst als Beschluss eingebracht hat. Da wird von Flexibilität gesprochen, wo straßenverkehrsplanerisch nie Flexibilität gegeben sein kann. Man hat die Vierspurigkeit den Entwurfsbüros verpflichtend ins Aufgabenbuch geschrieben, plus Fahrrad, plus Fußgänger, plus Straßenbahn. An den gängigen Regelwerken kommt man nicht vorbei. Wie kommt man da zu der Annahme, die Brücke könne flexibel schmaler gebaut werden? Das ist doch offensichtliche Augenwischerei, um kurzfristig abwiegeln zu können.

    Der Verkehrsplaner sagt, 2-3 Spuren genügen, Tendenz zur Zweispurigkeit. Der Historiker warnt vor den unabsehbaren Folgen für die am hisorischen Stadtgrundriss orientierte Stadtentwicklung entlang der St. Petersburger, sollten die vier Spuren wirklich kommen. Das Dresdner Planungsbüro fordert attraktive Stadträume, echte Stadtplätze, insgesamt mutigere Lösungen und gerade nicht die Wiederholung alter Fehler. Der oberste Gestaltungswächter dieser Stadt warnt, Dresden ist keine Autostadt, Dresden ist eine Kulturstadt! Alles ignoriert, alles weggewischt von den rechten Auto-Ideologen, die den Handwerker vor sich her tragen wie eine Monstranz, obwohl der anwesende Steinmetzmeister ganz andere Aussagen tätigte. Faktenresistenz an der Grenze zu bewussten Fake News.

    Ich sehe es leider düsterer als Elli. Meiner Meinung nach haben wir uns mit diesem Stadtratsbeschluss unausweichlich auf einen Weg begeben, der in einem breiteren und hässlicheren Ersatzneubau enden wird. Man muss jetzt umsteuern, oder das Kind ist in den Brunnen gefallen.

    ^ Um es mit Herrn Prof. Mäckler zu sagen: "Was haben wir eigentlich gegen Dächer? Dächer sind etwas Wunderbares". Die Visu an der Schandauer Straße hat mir schon wieder gereicht. Und der Habitus des Investors ist unerträglich, der kann sich gern ein anderes Quartier suchen, wenn ihm die paar Hinweise schon zu viel sind.

    Ja, die Durchwegung ist historisch nicht verbürgt, sie macht aber mMn aktuell Sinn, da die "Scholle" eben kein abgetrennter Industrieastandort mehr sein möchte. Bei dem vage gegenüber der Kirchgemeinde platzierten "Quartiersplatz" hat man dieses "Weiterführen" auch angedacht, da ist es aber völlig verfehlt. Auf die Idee einer gemeinsamen Platzsituation kann auch nur kommen, wer nur an Schwarzplänen sitzt und noch nie vor Ort diese doch recht markante Einfriedung gesehen hat. Aber immerhin, ein Weiterführen ist plötzlich da möglich, wo es den Bestandsriegel in der Mitte nicht stört. Aber die Straßensituation kann man dann plötzlich mit Hinweis auf historisch fehlende Verbürgung nicht weiterführen, auch nicht in den Fluchten - aha? Warum nicht einfach mal guten Städtebau versuchen?

    Über den mal ein- bis zweigeschossigen, mal fünf-, sechs, oder siebengeschossigen Klumpen am Südostende der Scholle wollen wir erst gar nicht sprechen, mit dem Bestand nördlich hat das auf jeden Fall gar nichts zu tun. Und die hier skizzierten Fluchtversetzungen, auch zwischen den Neubauten, gibt mir echt den Rest. Das Projekt ist das grausamste, was ich in letzter Zeit in Dresden gesehen habe. Das kommt dabei heraus, wenn denkmalschutzrechtliche Blockaden, störrische Grundstückseigentümer, übereifrige CO2-Fixierung, architektonischer Elfenbeinturm und ein Investor mit brutalster Gewinnmaximierungsabsicht zusammenkommen.

    ^ Hm, ein schwieirger Fall. Ich denke, man hat hier aus den gegebenen Möglichkeiten fast das beste herausgeholt: Laute Verkehrssituation an der Ecke, ein eher uninspirierender Vorgängerbau (ist das ein DDR-Wiederaufbau auf bestehenden Kellern, ist das ein Zwischenkriegsbau?), schwieirge Zuwegung, Relief, zur Teplitzer Straße fehlt in der Nachbarschaft eine klare Fluchtlinie. Über die Gestaltung kann man streiten, aber städtebaulich kann man das nicht viel besser lösen.

    Was mir sauer aufstößt ist diese Waschbetoneinfriedung. Hier eine ordentliche Natursteinmauer, schon wirkt die Fläche für Autofahrer und Fußgänger angenehmer im Stadtbild. Über das Fällen des hässlichen Nadelbaum-Wildwuchses bin ich gar nicht mal böse. Der ökologische Wert dürfte sich in Grenzen halten. Dort bietet sich ein ordentlicher großkroniger Laubbaum an - man darf noch träumen.

    ^

    Ein tolles Projekt, besonders an dieser doch nicht ganz einfachen Lage. Man hat die Altbauten gerettet, zur Matthäuskirche hin eine wie ich finde städtebaulich sehr verträgliche Lösung gefunden, die Gebäude sind allesamt nicht schlecht, das Entree gefällt mir sehr gut. Man hat sich auch an die eigenen Visualisierungen gehalten oder immerhin keine wesentlichen Gestaltungselemente weggespart, in diesen Zeiten auch nicht selbstverständlich. Was will man mehr.