Beiträge von vondraussen

    Die Strassenbahnführung von Scheider und Schumacher finde ich viel besser, aber der Entwurf braucht unbedingt mehr Leben, am Besten grün. In Karlsruhe wurde vor kurzem der Bahnhofsplatz umgestaltet und jetzt ist er weit und tot, sieht gar nicht mal so unähnlich aus wie der S&S Entwurf....Eventfläche, wenn ich das lese...was soll denn das, Eventfläche am Hauptbahnhof? Das hört sich eher wie Euphemismus für leere Fläche an.

    Auf der alten Postkarte sieht man, dass viele Bäume direkt an der Fassade der Flügel standen, das wäre nicht schlecht. Auch jetzt stehen doch da Bäume, lasst sie doch einfach stehen.

    Noch was: die Strassenbahnhaltestelle braucht ein Dach, finde ich. Gerade durch ein Dach, vielleicht ein Zeltdach a la Münchener Olympiastadion ließe sich eine Ödnis vermeiden.

    Synthese ist doch ganz natürlich

    Schaut mal zwei Details in #318 genau an:
    - An der Frauenkirche gibt es zwischendrin die alten Steine (Spolien nennt man dies doch glaube ich?). Wenn man die Kirche mal gesehen hat, dann gibt gerade dieses Einweben der alten Steine Authentizität wieder. Die Frauenkirche wirkt überhaupt nicht wie eine Rekonstruktion, sondern wie ein Wiederaufbau. Wie hier im Thread diskutiert, gibt es doch auch in Frankfurt diese Spoliensuche. Die Wichtigkeit dieses Unterfangens für das Endresultat lässt sich kaum überschätzen.
    - Es gibt auch ein paar moderne Häuser auf dem Bild. Und genau die sind auch wichtig, damit eben kein allzu künstlicher Eindruck entsteht. Ich fand den Kulturpalast am Eingang zum Neumarkt immer gräßlich, inzwischen, inmitten der Rekonstruktionen gefällt er mir ganz gut! Will sagen die Authentizität kommt auch durch das Umfeld, und da gibt es doch genug neue Bauten um das TR herum. Die Schirrn (ohne den graugraugrau Betontisch) könnte so ein Kontrast sein, der das ganze Ensemble in die Wirklichkeit bringt. Aber für die richtige Mischung hat Frankfurt einfach viel zu wenig historische Bauten. Frankfurt fehlt dadurch die Seele. Einige Rekonstruktionen können wohl auch den Neubauten helfen, da sie diese Einbetten in eine bauhistorische Kontinuität.

    Noch ein letzter Punkt. Wie sieht es denn jetzt aus dort am wunderschönen Kaiserdom?? Das bricht einem doch das Herz.

    Der Eingriff ist schon happig.

    Ich bin ein starker Befürworter des Ausbaus. Aber ich muss sagen, dass man sich nicht bereit erklärt hat, das Mönchshofgelände und Gateway Gardens zu renaturieren, macht mich ziemlich wütend. Ich halte das für einen Skandal. Fraport und die Stadt sollten meiner Ansicht nach auch wirklich dort etwas zum Kompromiss beitragen, wo es geht. Die extreme Flächenzerschneidung und der zu kleine Kern sind meiner Ansicht nach die größten Nachteile des Rhein-Main-Gebiets. Bitte, bitte liebe Stadtplaner, anstatt jedes Dorf und jede Gemeinde und den Flughafen in die verbleibenden Freiflächen reinschneiden zu lassen, macht doch Frankfurt größer, bündelt die Straßen und Schienen, und konzentriert Euch auf die Revitalisierung der Frankfurter Flächen, in der Brachen sind oder Leerstand...

    Hallo, mich wundern zwei Dinge an der Karstadt-Diskussion.

    Die Realeinkommen und daher die Konsumausgaben sind in den letzten 10 Jahren nur ganz gering gestiegen, und dies liegt doch wohl in erster Linie an den hohen Steuern and Belastungen für die Wiedervereinigung, nicht nur Soli, sondern auch Renten-, Arbeitslosenbeiträge, Länderfinanzausgleich, Grö0e des Etats des Ministerium für Verkehr und so weiter. Dies ist eben eine der Folgen.

    Zum zweiten, und nun zur Architektur: Einkaufszentren sind doch offensichtlich Konkurrenz zu Kaufhäusern, nur, dass dort die Immobilienfunktion mehr oder weniger strikt getrennt ist von der Verkaufsfunktion, und dass es außerdem viele Verkäufer, d.h. Läden, gibt. Wobei der Übergang sicherlich fließend ist, da es auch in einem Einkaufszentrum Verkaufsmanagement gibt, das fängt an von der Auswahl der Läden, über Promotions bis hin zu Hilfestellungen, falls ein Laden nicht so läuft.

    Deswegen ist auch diese Diskussion um das Sterben der Innenstädte dann überzogen, wenn es in den Innenstädten neue Einkaufszentren gibt. Und deswegen ist myZeil einfach sehr wichtig!! Ein etwaiger Verlust von Karstadt sollte gegen myZeil abgewogen werden.

    Abgesehen davon werden sicherlich auch die Kaufhäuser durch shop-in-shops oder ähnliche Konzepte immer näher an die Einkaufszentren rücken. Dies wollen die Retailer, da sie gerne Kontrolle haben über ihre Waren. Jetzt gibt es Mey Shops, Boss Shops, Apple Shops, und so weiter. Ich denke für die zwei Häuser in Frankfurt gibt es auch die Möglichkeit, zunächst eines zum Shop-in-Shop umzubauen und dadurch zu differenzieren. Der Vorteil des Kaufhauses gegenüber einem Einkaufszentrum ist das der Shop-in-Shop viel billiger gemacht werden kann, da keine extra Wände und extra Shopausstattung, extra IT etc. eingebaut werden müssen. Man hat dann einfach eine offene Fläche. Daher sollten sich eigentlich für viele kleinere Marken ein Kaufhaus Shop-in-shop lohnen. Kleinere Modemarken zum Beispiel, oder Playmobil, Rimowa oder so.

    Na ja, so sehe ich die Entwicklung. Ich denke auch, Frankfurt hat anderswo mehr Probleme, die es zu lösen gilt (Leerstand im Bankenzentrum und in der süd-östlichen Altstadt, TR, Nachbesserung Goetheplatz), mit der Zeil geht es finde ich ganz gut voran!

    Der FAZ Regionalteil spricht heute davon, dass Neu Isenburg gegen Gateway Gardens klagt. Es geht zum einen wohl darum, dass Gateway Gardens nach Ansicht Neu Isenburgs rechtlich als Ausgleich zum Flughafenausbau renaturiert hätte werden müssen. Zum anderen geht es Neu Isenburg darum, dass nicht zuviel Gewerbefläche und Einzelhandel (?) gebaut wird.

    Kommentar: Das hat mich auch schon gewundert, dass zum Ausgleich für die Landebahn NW nicht gefordert wurde, Gateway Gardens zu renaturieren...kennt sich da jemand mit der Rechtslage aus?

    Also, ich finde ich es gut!

    Es ist gut, dass sich auch ein anderes Großunternehmen in das Bankenviertel traut als nur Banken. Ich glaube, dass dies dem Bankenviertel / der Taunusanlage ein wenig den Ruf des Superteuren nehmen wird, und dies ist gut so!!

    Es gibt da nämlich doch schon Leerstand, FBC, Neue Mainzer am Eck nördlichen Knick der Taunusanlage, die Gebäude, die dem Taunustor / Kaiserkarree weichen sollen, sowie einige Immobilien im Nordteil des Bahnhofsviertels. Das tut dem Ruf und der Vitalität der Stadt nicht gut.

    Vielleicht trauen sich jetzt mehr - hey ihr in Eschborn, wenn sogar die Bahn sich die Taunusanlage leisten kann, dann doch ihr sicher auch!!

    OK - Neuzeit dann eben.

    Kaiserfest ist eine super Idee.

    Was man auch tun könnte als erste einfache Maßnahme, wäre an der Seite der Schirrn oder auf dem Krönungsweg Porträts der gewählten / gekrönten Kaiser mit kurzer Beschreibung aufzustellen.

    P.S. Schön ist übrigens schon die Restaurierung des Doms.

    Impressionen eines Spaziergangs

    Wenn man da mal entlang läuft Richtung Dom, und dann sieht, wie der Domplatz im Osten aussieht, lieblos und leblos, das technische Rathaus mit seinen seltsamen Bierschenken, alles irgendwie trostlos - wenn man dann überlegt, dass der Weg von der Paulskirche zum Dom einige der geschichtsträchtigsten Meter in Deutchland und Europa sind, dass im Dom die deutschen Kaiser des HRRDN gekrönt wurden - wenn man dann merkt, dass wahrscheinlich sehr wenig Touristen und höchstwahrscheinlich noch weniger Einwohner davon wissen, dass hier Karl V zum König gewählt wurde, um der größte mittelalterliche Herrscher des Abendlandes zu werden - wenn man mal kapiert, wie hier eine eigentlich gute Phase deutscher und europäischer Geschichte, nämlich der Versuch des Föderalismus in Aristokratie und dann in Demokratie, zubetoniert wurde - dann kann man zunächst einmal die Nachkriegsverzweiflung richtig verstehen, die Flucht nach vorne, das Bedürfnis alles ablegen zu wollen und bei Null wieder anzufangen.

    Aber dann versteht man auch, dass der erflogreiche Weg zu einer schöneren Altstadt zurück nicht über die viel zu oberflächliche Frage "Fachwerkhäuser oder nicht" führt, sondern über eine Aufklärung und Bewußtmachung bei den Bürgern Frankfurts und Deutschlands um die Rolle dieser Gebäude in der eigenen Geschichte und der Wichtigkeit, diese Geschichte zu bewahren anstatt sie zu zerstören.

    Am Mittwoch habe ich im Mövenpick im Europaviertel genächtigt (zu empfehlen) und bin dann ein bisschen die Frankfurt Architekturprojekte abgelaufen.

    Ich halte den Europaboulevard wirklich für eine Katastrophe. Bei meinem Spaziergang bin ich richtig wütend geworden. Schaut mal das letzte Bild von Cyfi an, was seht ihr da: ein gelbes Straßenschild. Richtig, der Europaboulevard ist eine Bundesstraße!! Da kann ich mich einfach nicht mehr halten. Wieso kommt man auf diese idiotische Idee, eine Bundesstraße durch ein Wohngebiet zu bauen, gibt es denn sowas tatsächlich immer noch? Die Projekte bis jetzt sind außer dem BNP Projekt alle Wohnprojekte!

    Woher soll denn übrigens auch die Fußgängerbelebung kommen, schliesslich ist der Boulevard ziemlich in Randlage, nach Norden die Messe, nach Osten die Friedrich-Ebert-Analage, nach Süden ziemlich schnell der Bahnhof.

    Ich denke es wäre wesentlich besser gewesen, eine einfache zweispurige Strasse direkt parallel zur Messe zu bauen, also an den Rand des Viertels, da bei der Messe der Lärm doch ziemlich egal ist. Dann hätte man ein Wohnviertel entlang von Strassenverlängerungen von Süden nach Norden planen können. Ehrlich gesagt kapiere ich die Investoren nicht, da hätte man doch viel mehr Geld verlangen können als bei Wohnbauten an einer Bundesstraße.

    Als letztes fiel mir noch auf, dass man das Areal lieber hätte Messeviertel nennen sollen.

    traurig, traurig, vondraussen

    mysterio, dass man in Deutschland quasi nichts gegen die Zerschneidung tun könnte, ist doch hoffentlich ein Trugschluss.

    Das einfachste Beispiel hierfür ist, dass man in der Siedlungplanung versuchen könnte und sollte, Neubaugebiete dort hinzusetzen, wo sie am ehesten Lücken schliessen zwischen den Wohngebieten zweier Gemeinden. Ich finde es schlimm, das dies nicht getan wird. Zum Beispiel denke ich, dass man Dreieich nur erlauben sollte, in Richtung Langen zu wachsen. Oder Gravenbruch scheint mir die komplette Naturzerstörung.

    Bei der Nordbahn kann ich den Nutzen erkennen, auch wenn mir bei jedem Baum doch das Herz wehtut, aber in so vielen anderen Bereichen wird ziemlich schnell unnötig abgeholzt, und dies tut weh. Der Stadtwald ist unnötig stark zerschnitten. Hätte man nicht besser die Strassen und Bahngleise bündeln können, zum Beispiel Isenburger Schneisse mit B43, und Babenhäuser Landstrasse mit Darmstädter Landstrasse? Warum hat man nicht Gateway Gardens grösstenteils renaturiert und die B43 parallel zur A3 verlegt?

    Es sind diese anderen Naturzerstörungen, die so schlimm sind, nicht unbedingt die Norbahn. Mit Dezentralität hat dies glaube ich wenig zu tun.

    Danke für die tollen Bilder. Ich schaue gerne ins Leipzig-Forum hinein, da dort soviele schöne Fotos stehen. Ich war erst einmal in Leipzig. Du (und auch die anderen im Leipzigteil) präsentierst die Stadt mit viel Liebe und auch nicht so verbissen, sehr schön finde ich das.

    Manchmal frage ich mich für Leipzig, ob es nicht Sinn machen würde, den anliegenden Gemeinden zu verbieten, Neubaugegenden auszuweisen. In der Stadt ist soviel wunderbare Bausubstanz da, die teilweise langsam verfällt, gleichzeitig wird aber in Neubaugebieten gebaut (mit negativem Flächenversiegelungs- und Verkehrseffekt).

    Dekoratives Anführungszeichen

    Obwohl einige von der CDA Landung nicht viel halten, finde ich, dass sie sehr gut in London eingesetzt wird. Der Flughafen ist der meistfrequentierte in Europa und die Flieger kommen direkt über die City rein. Es ist leise und es gibt keine Kapazitätsbeschränkungen.

    Das stimmt allerdings nicht!! In dieser Woche wird eine Ausbauentscheidung für LHR erwartet, und es gibt viele viele Proteste, besonders auch aller Gemeinden in London selbst und des Bürgermeisters, der sogar Geldhilfe für Klagen bereitstellen will.

    Ansonsten, ich würde mal sagen ab den Stadtteilen "Barnes" und "Fulham", der liegt gerade unter Hammersmith, ist es ziemlich laut. Das sind vielleicht etwas mehr als 15km, entspricht also in etwa Bergen-Enkheim. Bei Südbahnbenutzung (Hälfte der Zeit) und schlechtem Wind auch schon ab Clapham. Die Stadtteile nach Westen hin sind echt laut: Richmond, Chiswick und so. Die Flugzeuge fliegen über der Themse und dort hat man viele Parks belassen, gerade wegen des Fluglärms, zum Beispiel Kew Gardens (ziemlich heftig dort, ich glaube ca 8km).

    Ausserdem ist LHR unglaublich verstopft. FRA-LHR ist eine ziemliche Alptraumstrecke, was Versätungen angeht.

    Was in meinen Augen in Frankfurt helfen wird, sind zwei Dinge:

    (1) Die Landebahn NW wird in der Praxis nur kleinere Flugzeuge zulassen, da sie wesentlich kürzer ist. Die sind leiser. Es wird also wahrscheinlich sein, dass die grösseren Flugzeuge auf der Südlandebahn konzentriert werden.

    (2) Die Landebahn NW ist nach Westen verschoben, um ca 3km gegenüber den anderen Landebahnen. Sie ist zwar näher an Frankfurt, dafür sind die Flugzeuge dafür etwas höher.

    Sehr anschauliche Renderings, vielen Dank.

    Mir ist ehrlich gesagt die Stadtplanung nicht besonders klar, allerdings kenne ich natürlich auch nicht die Verhandlungen.

    Mir ist folgendes nicht klar: ein 150m WinX, sogar an der gleichen Stelle, scheint weniger "eindrängend" in die Alstadt zu sein als das 60m HH an der Weissfrauenstrasse. Weiterhin hätte man doch auch das (höhere) WinX an den Blockrand an der Neuen Mainzer Strasse schieben können, dann wäre tatsächlich noch weniger in die Altstadt eingedrungen worden.

    Ich bin hin- und hergerissen, ob es nun gut ist oder nicht, zumindest sehe ich im Weissfrauenhhs ein Risiko für die Entwicklung der Alstadt.

    Wenn man den Turm in Natura sieht, dann bemerkt man, dass die Blockrandbebauung die Proportionen so verändert. Der Turm wirkt vom Opernplatz, also mit Blockrand davor, tatsächlich etwas zu nieder und zu breit. Von der anderen Seite vom Rothschildpark wirken die Proportionen dagegen goldrichtig. Finde ich zumindest.