Projekte Öffentlicher Nahverkehr: Straßen-, S- und U-Bahnen

  • Die Erlanger CSU kann es einfach nicht lassen und beweist erneut beinahe pathologische Paranoia vor der autofreien Innenstadt, sodass jeder noch so kleine Schritt in die Richtung bekämpft werden muss.

    Man kennt es von der Schwesterpartei und ihrem Radwegestop in Berlin: da stoppt man erst mal alles, verbrennt dadurch noch mehr Geld, will noch mal alles überprüfen, verbrennt dadurch nochmal Geld und dann merkt man plötzlich dass es ja doch gar keine richtigen Alternativen gibt! Anschließend macht man dann nochmals darauf aufmerksam dass man ja kein Geld habe.

    Kommunal- und Landespolitik sind allerdings generell zwei paar völlig unterschiedliche Stiefel.

    Dass die S1 wieder überall hält finde ich sehr gut, bin von Erlangen mal an meiner Wohnung vorbei nach Feucht durchgerauscht weil ich nicht auf die Nummer geachtet habe (alle anderen halten bei mir)...

  • Positive Nachrichten für die S-Bahn auf dem Nordring! Laut NN kommt jetzt Schwung in die Planungen. Ein Gutachten von letztem Jahr bescheinigte der Sanierung der Gräfenbergbahn samt Verlängerung von Nordostbahnhof bis Fürth und darüber hinaus bis Cadolzburg ein positives Kosten-Nutzen-Verhältnis. Geplant sei voerst ein 30-Minuten Takt und neue Stationen in Buchenbühl, an der Rollnerstraße (Nordbahnhof), an der Bucher Straße (Thon), in Wetzendorf (alter Nordwestbahnhof) und in Muggenhof. Die Rollnerstraße soll hierbei über- oder unterfahren werden, sodass die bisherige Schrankenanlage wegfallen würde.

  • Laut NN gibt es Baurecht von der mittelfränkischen Regierung für die Verlängerung der Straßenbahnlinie 4 in die Gartenstadt. Vorbereitende Arbeiten sollen bereits im Oktober 2025 beginnen. Der konkrete Bauablauf soll ebenfalls im Herbst bekannt gegeben werden.

  • Das ist eine großartige Neuigkeit! Das Straßenbahnnetz in Nürnberg empfinde ich als sehr leistungsfähig, und dessen Ausbau ist absolut positiv.

    Seit der Taktverdichtung auf den Linien von vor ca. 1 Jahr beobachte ich dauernd Staus an den Endhaltestellen, auch in Gibitzenhof. An der Kreuzung Gibitzenhofstraße/Landgrabenstraße begegnen sich durchgehend zwei oder drei Züge gleichzeitig, die Taktdichte und Anschlussqualität ist durchweg sehr hoch! Außerdem bin ich seit Kindesbeinen ja Fan von Straßenbahnen, und die Fürther tun mir leid dass sie ihre verloren haben.

  • Kleine Posse in der Nürnberger Stadtverwaltung, die aber offenbar gut ausgegangen ist:

    Der Plärrerumbau ist ja seit langem beschlossene Sache und soll bald angegangen werden. Nun kamen aber plötzlich nochmal zwei zusätzliche "Sparvorschläge" auf den Tisch, zu denen der Stadtrat abstimmen sollte:

    https://www.nuernberg.de/internet/stadtportal/plaerrer.html

    Gesetzt war eigentlich Variante a), der Vollumbau, der dann so aussehen soll:

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    Visualisierung: pbconsult/Stadt Nürnberg

    Deutlich mehr Grün, Neubau eines zentralen Gebäudes, das auch an den historischen "Plärrer-Automaten" erinnern soll, Sperrung der Durchfahrt von der Gostenhofer Hauptstraße in die Ludwigstraße und Neubau von vier vollwertigen Straßenbahnsteigen für ein besseres Umsteigeerlebnis. Kosten voraussichtlich 67,5 Mio. Nun kamen aber noch zwei abgespeckte Varianten auf den Tisch.

    Variante b) Neubau der Straßenbahnhaltestellen, sonst passiert weitgegend nichts. Kosten ca. 61 Mio.

    Variante c) Keine Neuerung, lediglich Sanierung des Betsandes, denn man erinnere sich, es geht ja eigentlich nur um die Sanierung der Betondecke des U-Bahnhofes, auf dem zum Teil die Verkehrsflächen des Plärrers liegen. Hier liegen die Kosten nochmal etwas niedriger als bei Variante b).

    Im Ergebnis hat der Stadtrat aber nun dem Umbau nach Variante a), also dem "großen Wurf" zu gestimmt. Ich persönlich glaube, dass diese neuerliche Abstimmung soetwas wie ein "Vertrauensvotum" war, d.h. die Verwaltung hat sich nochmal das ok geholt, das ganz große Rad zu drehen zu können und von vorneherein zu vermeiden, dass in den kommenden Jahren dann Diskussionen auftreten, dass das zu teuer sei, aus dem Ruder laufe usw. usf. Vielleicht hat das auch etwas mit dem FSW zu tun, in dem eine Initiative "Zurück auf Los" alles bisher beschlossene nochmal in Frage stellt, sich hier auch schon Unterstützung einzelner Stadträte geholt hat, das Thema zum Wahlkampfthema hochpushen will und v.a. das Kosten-Nutzen-Argument ins Feld führt.

    Hinsichtlich des Plärrers war ich im Vorfeld schon durch die Berichterstattung irritiert, denn was sollen denn zwei abgespeckte Varianten bringen, die immernoch 90% der Kosten verursachen, aber keine städtebauliche und verkehrliche Verbesserung bringen. Wer billig kauft kauft zweimal, jeder der ein bisschen kaufmännische Bildung genossen hat müsste schnell begreifen, dass bei diesen Varianten das Geld komplett verpufft, die Große Variante vielleicht etwas teuer erscheint, aber die Stadt und die Gegend nach vorne bringt. Gottseidank hat der Stadtrat das auch so gesehen.

  • U-Bahn nach Eibach bzw. Reichelsdorf Nord


    In der Sitzung des Stadtrats am 25.02. wird ein möglicher U2-Abzweig samt Strecke gen Eibach / Reichelsdorf behandelt. Intraplan hat zwei Szenarien auf Volkswirtschaftlichkeit und Förderfähigkeit untersucht:

    • Mitfall 1: Abzweig südlich Bahnhof Hohe Marter mit zwei Bahnhöfen bis "Eibach Mitte"
    • Mitfall 2: Abzweig südlich Bahnhof Hohe Marter mit vier Bahnhöfen bis "Reichelsdorf Nord"

    Für Mitfall 1 ist das Ergebnis negativ (0,91), für Mitfall 2 positiv (Nutzen-Kosten-Faktor 1,14).

    Tatsächlich birgt der Bau bis Reichelsdorf ein größeres Verlagerungspotenzial vom MIV hin zum ÖPNV.

    Auch die Einsparung von zwei sehr stark frequentierten Buslinien (61 und 62, in der HVZ jeweils im 10 Minuten-Takt mit Gelenkbussen, damit aktuell Überlagerung auf 5-Minutentakt ab Reichelsdorf Nord bis Röthenbach) wirkt sich im Mitfall 2 positiver aus.

    Die Baukostenschätzung beläuft sich für die dann 4km Strecke mit 4 Bahnhöfen (ohne Planungskosten) auf ca. 280 Mio. EUR.

    Der Stadtrat wird nun entscheiden, ob man hier weitere Schritte unternimmt, um diesen Ausbau ggf. realisiert zu bekommen.

    SessionNet | Erweiterung des U-Bahnnetzes über Eibach nach Reichelsdorf


    d.

  • Das finde ich tolle Neuigkeiten. Der Südwestarm der U-Bahn ist sehr ausbaufähig, da es dort keine Tram gibt, nur eine S-Bahn mit der Hbf Zentralisierung. Als nächstes wäre die Machbarkeit von Röthenbach nach Stein und nach Unterasbach interessant. Pendler aus Ansbach und den umliegenden Regionen könnten hier schon direkt in die U-Bahn umsteigen statt die Auslastung am Hauptbahnhof weiter zu erhöhen.

  • Nur 67,5 Millönchen sind veranschlagt!?

    Na so vorsichtig wie die heutigen Projektmanager kalkulieren wird sich das wohl eher auf über 100- 150 Millionen belaufen am Ende.

    Kennt man doch mittlerweile. Steuergelder sind wie fließendes Warmwasser im Hotel. So lange man im Zimmer also im Amt ist, lässt mans einfach laufen. :saint:

  • Dekoratives Anführungszeichen

    Als nächstes wäre die Machbarkeit von Röthenbach nach Stein und nach Unterasbach interessant. Pendler aus Ansbach und den umliegenden Regionen könnten hier schon direkt in die U-Bahn umsteigen statt die Auslastung am Hauptbahnhof weiter zu erhöhen.

    Keine Chance, der Landkreis ist pleite und die Kommunen können kämpfen alle darum, nicht in die Haushaltsperre zu rutschen. Die nächsten 10+ Jahre wird da garantiert nichts passieren.

  • Das scheint mit sehr heißer Nadel gestrickt zu sein, wenn man die vielen Tippfehler in der Vorlage betrachtet.

    hier einige sehr fragwürdige Fakten bzw. Details, nur für den Mitfall 2, die mir spontan aufgefallen sind:

    • die Baukosten in Höhe von 281 Mio € sind Preisstand 2020! Die Baukostensteigerungen im Ingenieurbau liegen seitdem bei +/- 40%. Ehrlich wäre also zu schreiben, dass die Baukosten mindestens 400 Mio.€ betragen, würde heute(!) begonnen.
    • In Summe werden mit 4 U-Bahnhöfen ca. 23.000 Einwohner erschlossen. Das sind weniger als 6.000 Einwohner pro U-Bahnhof. Das ist eine Größenordnung wo andere Städte überlegen, eine Straßenbahn zu bauen (oder wie die CSU in Erlangen bei der StUB zu wenig Potenzial sehen).
    • Im Gutachten selbst steht, das in Summe nur 6.570 Fahrgäste neu gewonnen werden! Und dafür sollen 400 Mio. € Steuergeld ausgegeben werden?
    • die ebenfalls vom Bund geförderte und vom Freistaat bezahlte S-Bahn soll 1.900 Fahrgäste oder gut 15% verlieren. Ob die Fördermittelgeber da mitmachen? Ich kann mir nicht vorstellen, dass die S-Bahn dann seltener fährt. D.h. gleichem Aufwand steht ein geringerer Nutzen gegenüber.
    • Unterstellt ist ein 200-Sekunden-Takt oder 3-1/3-Minutentakt mit Langzügen. So weit ich mich erinnern kann, fuhren im 200-Sekunden-Takt auf der U2 fast nur Kurzzüge, weil es nicht genügend Wagen für Langzüge gegeben hat. Aktuell und schon seit längerem gibt es auch keinen 100-Sekunden-Takt mehr auf der Stammstrecke. U2 und U3 fahren in der HVZ im 5-Minuten-Takt, also alle 300 Sekunden. Wo sollen also die Wagen für so viele Langzüge herkommen? Die fehlen also in der Rechnungen oder die U3 fährt nur noch alle 10 Minuten.
    • vor dem Kanal auszufädeln bedeutet, dass es in Nürnberg in Zukunft 3 Kanalunterquerungen der U-Bahn gibt. Alles jeweils besonders teuer, da besonders aufwändig...
    • Die Investitionen sind nur über Analogieschluss zum bisherigen U-Bahnbau in Nürnberg abgeschätzt. D.h. es gibt noch nicht einmal eine Vorplanung und damit noch nicht einmal eine Kostenschätzung!!! Damit sind keine Baugrund-, Umwelt-, Lärm- usw. usf. risiken auch nur im Mindesten bekannt. Da braucht nur an einer Stelle das Grundwasser anders zu stehen, eine Schadstoffvorbelastung oder was auch immer aufzutauchen und die ganze Kalkulation ist hinfällig.
    • Dazu kommt zu guter Letzt das der NKI eben nicht 1,14 ist, sondern sich inkl. 10% Risikoschlag nur noch auf 1,03!!! beläuft. Das ist so knapp über der 1, dass der Bund als Hauptfördermittelgeber das so nie akzeptieren wird! WIe geschrieben würde schon die geringste Kostensteigerung eine Förderfähigkeit zu Nichte machen.

    In der Summe ist das also eine ziemliche Unverschämtheit, dass hier 3 Wochen vor der Kommunalwahl noch schnell Fakten geschaffen werden sollen, ohne das man diese Fakten offen diskutiert. Und schaut man sich die Folien von Intraplan an, dann gäbe es meiner Meinung nach sehr viel zu diskutieren!!!

    Ich kann nur hoffen und beten, dass genügend Stadträte mindestens eine Vertagung fordern, bevor hier weitere x-Millionen verausgabt werden, die die Stadt nicht hat. Oder warum sonst dauert der Bau der U3 von Großreuth bis Gebersdorf über 8 Jahre? Baubeginn war mit den ersten Vorabmaßnahmen schon 2019!

  • Die Bauunternehmer Lobby argumentiert ja immer mit den allseits beliebten Arbeitsplätzen. Den ach so wertvollen Facharbeitsplätzen. Sie haben ja auch Recht. Bauexpertise in Planung und Ausführung sollte erhalten bleiben. Aber für 400 Millionen!?

    Ich weiß ja nicht. Für das Geld kriegt man ja schon ne Allianz Arena! Mit so einem Stadion könnte der Club viel mehr Einnahmen generieren aus VIP Logen. Ich bin sicher die wären im Nu weg wie warme Semmeln. Und mit diesem Extrageld könnte sich der Club endlich dauerhaft in der Bundesliga mit den Finanzkrösusen etablieren und oben um die internationalen Plätze mitspielen.

    Keine andere Stadt behandelt ihren größten Fussballclub so stiefmütterlich wie Nürnberg. Der Club ist ein schlafender Riese, immerhin schon 9 deutsche Meistetitel auf dem Konto!

  • Planer

    deine Auflistung empfinde ich als etwas, naja, tendenziös inkl. vieler Nebelkerzen und erdachter Zahlen.

    Zumindest zum Punkt Erschließung möchte ich mich dann doch äußern.

    Jeder der auf die Landkarte schaut kann sehen,

    • dass es hier nicht nur um die Erschließung von Stadteilen in Nürnberg, sondern auch um die bessere Anbindung der hochverdichteten Achse bis nach Schwabach geht.
    • Dieser Siedlungsraum ist verkehrsplanerisch heikel, da er zwischen Rednitztal und Eisenbahnstrecke "eingeklemmt" ist und du von der B2 praktisch bis Röthenbach nicht runter kommst. Daher fahren ja die vielen Busse diese ganze Relation im 5-Minutenakt ab Reichelsdorf.
    • Der Verweis auf die S-Bahn ist wohlfeil, die erschließt ja Wolkersdorf, Mühlhof und Reichelsdorf allenfalls randständig und sollte auch, anders als immer wieder gefordert, nicht noch durch weitere Bahnhöfe "entschleunigt" werden. Mehr als 20-Minutentakt geht hier auch nicht, da die Strecke dazu nicht taugt.
    • Eine Straßenbahn lässt sich hier sinnvoll weder in den Straßenraum integrieren, noch gäbe es attraktive Reisezeiten ins Zentrum

    Was du also willst, ist letztlich, dass hier alles so bleibt wie es ist. Bus oder Pkw für alle und für immer.

    Noch dazu unterstellst du Gutachtern schlechtes Handwerk, der Verwaltung fehlerhafte Arbeit und Politikern "unverschämtes" taktieren.

    Kann man machen, aber Beifall gibts von meiner Seite hierzu nicht...

    d.

  • Wo habe ich mir Zahlen ausgedacht? Was sind davon Nebelkerzen? Wenn dann bitte konkret.

    Zum Punkt Erschließung an sich hatte ich mich nicht geäußert. Insofern finde ich die Zuschreibung, dass ich wolle "das alles für immer so [schlecht - meine Interpretation] bleibt" als unzutreffend.

  • Habe mir mal die Mühe gemacht, meinen "vagen" Punkt Fahrzeugverfügbarkeit zu überschlagen (alle Daten von vag.de).

    • Die Fahrzeit Röthenbach - Ziegelstein ist 21 Min., dass ist der Abschnitt mit möglichem 200 Sek-Takt.
    • Bevor ein Zug zurückfahren kann, muss er wenden, bspw. über die Abstellanlage hinter dem Bahnhof. Setzt man dafür nicht üppige 3 Minuten an, dann ist die sog. Umlaufzeit (von A nach B und reotur) 48 Minuten.
    • Bei einem 200 Sek-Takt = 3,33 Min-Takt sind das 14,4 Züge (48 / 3,33). Da es kein 0,4 Zug gibt, benötigt man 15 Züge.
    • Einen weiteren Zug braucht man für den Abschnitt Ziegelstein - Flughafen (heute im 5 Min-Takt fährt jeder 2. Zug der U2 zum Flughafen, beim 3,33 Takt dann jeder 3.). Weil dieser Abschnitt nur eingleisig ist, geht kein dichterer Takt.
    • Da im Gutachten Langzüge angesetzt werden, sind 16 Züge also 32 DT3.
    • Die VAG hat heute 46 DT3. Damit bleiben 14 DT3 für die U3.
    • Gegenprobe: Fahrzeit von Nordwestring bis Großreuth ist aktuell 20 Min. Nächstes Jahr soll der letzte Abschnitt bis Gebersdorf eröffnet werden, das sind mindestens 2 Minuten Fahrzeit mehr. + 3 Minuten Wendezeit und x2 für Hin und zurück sind das 50 Min. Fahrzeit
    • Bei einem 200 Sek-Takt = 3,33 Min-Takt sind das ebenfalls 15 Züge. Betreibt man die U3 nur mit Kurzzügen, braucht man also 15 DT3.
    • In Summe bräuchte man für den Ohnefall also schon 47 DT3!

    => D.h die heute vorhandenen DT3 reichen schon nicht mal rechnerisch für den Fahrbetrieb! Und das ohne Reserve und ohne einen einzigen Langzug auf der U3! Eigentlich braucht man immer 10 bis 15% Reserve für Instandhaltung, Reinigung, Wartung usw.

    => In Summe fehlen also schon dem Bau der U2+ mindestens 5 DT3, um das im Gutachten unterstellte Angebot fahren zu können! Davon und wie man diese Unterdeckung beheben möchte ist den Unterlagen nirgends etwas zu lesen.

    Ich erwarte von einer öffentlichen Verwaltung Ehrlichkeit und Redlichkeit! Das ist in der Vorlage, mit der man den Stadtrat zu einer Ausgabe von >280 Mio. € (Preisstand 2020 auf Basis eines Analogieschlusses) bewegen will, nicht der Fall.

    Die von Dir begonnene Diskussion zur Erschließung muss eigentlich auch vor(!) einer Umsetzungsentscheidung stehen. Vielleicht gibt es ja noch ganz andere Möglichkeiten...

    Einmal editiert, zuletzt von Planer (1. März 2026 um 20:48) aus folgendem Grund: "Verwaltung" im vorletzten Abschnitt ergänzt

  • In der NN gabs heute auch einen Artikel dazu: Massive Kritik im Vorfeld - „Teures Abenteuer“? Nürnberger Stadtrat entscheidet über U-Bahn-Ausbau nach Reichelsdorf

    Christoph Wallnöfer, Vorsitzender des VCD-Regionalverbands Großraum Nürnberg sagt darin zum Thema:

    „Bevor sich die Stadt Nürnberg in dieses neue und teure unterirdische Abenteuer stürzt, sollte sie ihre Hausaufgaben machen und diejenigen Straßenbahnprojekte aus dem Nahverkehrsentwicklungsplan umsetzen, die einen belegten positiven Nutzen haben“. Diese Projekte würden zusammen die Stadt nur einen Bruchteil des Eigenanteils kosten, die dieses U-Bahnprojekt kosten würde und verweist auf den "wackeligen" Nutzen-Kosten-Faktor von 1,03.

    Die Verwaltung fordert er dazu auf, zu prüfen, ob Eibach und Reichelsdorf nicht auch durch eine Straßenbahn erschlossen werden könnten und ob der Nutzen-Kosten-Faktor dafür nicht klar besser sei.

    Auch der Arbeitskreis Attraktiver Nahverkehr Nürnberg (AAN) warnt, dass die Verlängerung der U2 nicht zu Lasten bisheriger ÖPNV-Projekte, wie der angestrebten Straßenbahnausbauprojekte gebaut werden dürfe. Der Ersatz der Busse durch eine "leistungsfähigere und attraktive Schienenverbindung" wird zwar begrüßt, die aktuellen Planungen aber aus stadtinfrastruktureller Hinsicht kritisiert. Beispielsweise stehen zu wenige Haltepunkte und deren Positionierungen mit weiten Anwegen in der Kritik, genauso, wie ein fehlender Anschluss an die S-Bahn in Reichelsdorf. Auch wird ein Ladensterben in der Eibacher Hauptstraße befürchtet, man vergleiche hierzu Berichte zum Wegfall vieler Läden in der Pirckheimer Straße nach Stillegung der Straßenbahn und Eröffnung der U3 zum FEP.

    Dexter Wieso sich hier eine Straßenbahn nicht sinnvoll in den Straßenraum integrieren lassen sollte, erschließt sich mir absolut nicht. Schließlich gab und gibt es genügend Straßenbahnstrecken, die auf Ausfallstraßen verlaufen. Nicht nur in Nürnberg, sondern so gut wie überall. Mit dem ehemaligen O-Bus-Betrieb gabs hier ja auch quasi mal eine Straßenbahn, nur halt ohne Gleise. Den Vorteil einer Straßenbahn sähe ich auch in neuen Direktverbindungen, je nach Anschlusspunkt zum bisherigen Netz über Finkenbrunn oder Dianaplatz beispielsweise in die Südstadt und weiter ins Zentrum. Zusätzlich gäbe es noch das Potential die Straßenbahn mittel- bis langfristig als Stadt-Umland-Bahn nach Katzwang und/oder Schwabach zu verlängern. Eine U-Bahn kriegst du dahin nie finanziert.

    Und dann kommen ja noch die immensen laufenden Unterhaltungskosten für U-Bahnstrecken und -bahnhöfe dazu. Für mich zumindest stehen hier Aufwand und Ertrag einer U-Bahn in gar keinem Verhältnis. Und nur ums klar zu stellen, ich bin ein großer Freund von U-Bahnen, aber bitte nur dort, wo es einen wirklichen Mehrwert hat.