Beiträge von PhilippLE

    Diese Argumentationskette "böser Onlinehandel macht unsere Innenstädte kaputt", die Precht gleich zu Anfang aufmacht, zielt in meinen Augen weit daneben. Die Innenstädte sind kaputt, seitdem sie von wenigen, global agierenden Ketten dominiert werden, die im scheinbaren Überfluss letztlich nur zu einer globalen Gleichmacherei führen. Und gerade um deren 08/15-Waren zu kaufen, muss man sich nun wirklich nicht den Stress eines City-Aufenthalts antun, sondern kann auch ganz entspannt online shoppen.

    Kleine inhabergeführte Geschäfte mit frischen Ideen, eigenständigen Waren/Dienstleistungen und fähiger Beratung haben in hoffnungslos überteuerten City-Lagen hingegen kaum eine Chance - dabei wären gerade sie die logische Antwort auf gesichtslosen Online-Handel. Vielleicht braucht es erst ein großes Kettensterben, einen gewissen Leerstand und deutlich sinkende Mieten, um einen Wandel hin zu einer vielseitigeren und damit zukunftsfähigeren Shoppingstruktur einzuleiten. Für deutlich mehr Lebendigkeit würde sicher auch sorgen, wenn wieder mehr Menschen in der Innenstadt wohnen könnten und man einen gesünderen Mix aus Handel/Büronutzung/Wohnen hinbekommen würde.

    EDIT: Im weiterne Verlauf des Videos wird das Thema erfreulicherweise auch vielschichtiger aufgenommen, als es die Einleitung befürchten ließ.

    Sehr elegant, wie die Visualisierungen sowohl die Straßenbahnlinie davor als auch die S-Bahn- und Güterverkehrsstrecke daneben ausblendet. Und PWK-Verkehr ist da auch nicht wenig. Die zukünftigen Bewohner sollten hoffen, dass da auch noch ein paar Mark für Schallschutz rausspringen.

    Zu den Hoffnungen von hedges oben:
    LVZ.de stellt heute in einem Artikel die aktuellen LWB-Projekte vor. Demnach wird die Modernisierung des LWB-Blocks hinter dem Astoria schon in wenigen Tagen starten, bis Ende 2022 sollen 274 Wohnungen (anstelle der aktuell 256 Wohnungen) bezugsfertig werden. Die Chancen stehen gut, dass der Mittelgangwohnblock noch vor dem Astoria in neuem Glanz erstrahlt.

    https://www.lvz.de/Leipzig/Lokale…artet-Neubauten

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    Bis 2020 konnte man die um 1990 vom Piratensender Kanal X gefertigten Videos abrufen. Jetzt klappt das nicht mehr. Es scheint ein technisches Problem vorzuliegen.

    31. Dezember 2020 war Stichtag für das netzweite Ende vom Adobe Flash Player, der dort laut Einblendung für die Videos genutzt wird. Keine Ahnung, ob es noch einen Workaround gibt - aber die wünschenswerte Lösung wäre ohnehin, dass der Seitenbetreiber die Videos auf alternativem Weg einbindet/anbietet.

    Die LVZ berichtet, dass Empirica in Leipzig jetzt das Risiko einer Immo-Blase sieht. Das Verhältnis zwischen den aktuellen Immobilienpreisen und der erzielbaren Jahresmiete ist nur in den "Big Seven" noch ungünstiger. Auch das Kaufpreis-Einkommen-Verhältnis spricht für die Blase. Neuer Wohnraum werde hingegen noch in "akzeptablem" Umfang geschaffen.

    Empirica spricht von drei Ampeln, von denen jetzt zwei auf "Rot" stehen - deshalb Hochstufung von mäßigem auf "eher hohes" Blasenrisiko. Wer jetzt zu marktüblichen Preisen kauft, trägt demnach ein erhöhtes Risiko für einen spontanen Wertverlust.

    https://www.lvz.de/Leipzig/Lokale…lase-in-Leipzig
    https://www.empirica-institut.de/nc/nachrichten…enindex-2020q3/

    Die Leipziger Wohnungsbaugenossenschaften befürchten laut L-IZ jetzt eine Überversorgung mit Wohnungen in Leipzig, man sieht ein stark steigendes Angebot und eine einbrechende Nachfrage.

    https://www.l-iz.de/wirtschaft/ver…ngsmarkt-350112

    Zumindest an günstigem Wohnraum kann ich als Laie kein Überangebot erkennen. Was jetzt neu gebaut wird, ist aufgrund der hohen Angebotsmieten (die für die breite Masse nicht erschwinglich sind bzw. ja auch etwa doppelt so teuer wie die Bestandsmieten) schließlich in aller Regel nur für eine kleine gesellschaftliche Schicht relevant. Also wenn überhaupt Überversorgung, dann nur im gehobenen Segment - und da können dann gerne die Kräfte des Marktes wirken und für ein Sinken der Mieten und Kaufpreise sorgen... .

    Mit Blick auf konkrete Zahlen allerdings interessant, dass die Wohnungsbaugenossenschaften zumindest für ihren Bestand eine deutlich höhere Leerstandsquote angeben, als die Stadt für den gesamten Wohnungsmarkt (4,9 statt 2 Prozent). Sie schätzen zudem, dass in Leipzig 10.000 Wohnungen sofort verfügbar sind (auch da sind die Stadt-Zahlen deutlich niedriger). Aktuelle Zuzugszahlen sind Corona-bedingt natürlich wenig aussagekräftig - wie sich die Nachfrage nach Pandemie-Ende entwickeln wird, bleibt abzuwarten.

    Die LVZ berichtet mittlerweile auch dazu:

    https://www.lvz.de/Leipzig/Lokale…ht-mit-Ausstieg

    LVZ-Darstellung: Laut Imfarr seien vereinbarte Termine (wohl großteils in der Corona-Zeit) mehrfach verschoben worden. Wenn das nochmal passiert, wird in einem Brief an den OB der Ausstieg angedroht. In einer Pressemeldung der Stadt von heute (darüber berichtet auch Tag24 im oben verlinkten Artikel) wird hingegen betont, dass man auf einem guten Weg wäre.

    Hier noch direkt die aktuelle Medieninfo der Stadt:

    https://www.leipzig.de/presse/medieni…5384ed5419976d4

    Der Immobilienvermittler schwankt da doch etwas in seiner Darstellung - bei allem demonstrativ gezeigtem Optimismus (der sich aus dem Geschäftsmodell erklärt) räumt man doch immerhin ein: "Die langfristigen Auswirkungen der aktuellen Corona-Krise können derzeit nicht seriös eingeschätzt werden."

    Man sollte da auch nicht verdrängen, dass es mit dem leerstehenden Karstadt und leeren oder nur zwischengenutzten Läden in diversen Passagen ohnehin schon beachtlichen Leerstand gibt. Sollten sich jetzt noch mehr große Ketten zurückziehen müssen, scheint mir da eine gewisse Abwärtsspirale zumindest temporär durchaus vorstellbar. Kaufhof z.B. mag zwar vorerst gerettet sein, aber gut aufgestellt ist das Unternehmen nun wirklich nicht. Das wird wohl ein Wackelkandidat bleiben.

    Gestern zufällig die MDR-Doku "Wem gehört der Osten? - Die neuen Seen" angesehen. Konnte hier dazu auf die Schnelle nichts finden. Die Doku beschäftigt sich generell mit der Entwicklung der ostdeutschen Braunkohlegebiete zur künstlichen Wasserwelt, das Leipziger Neuseenland ist auch Thema. Dabei werden auch die Eigentümerverhältnisse der Seen und der experimentelle Charakter des ganzen Projekts zum Teil durchaus kritisch beleuchtet, aber auch manche komplizierte rechtliche Situation dargestellt.

    verfügbar bis 28.06. in der MDR-Mediathek:

    https://www.ardmediathek.de/mdr/video/mdr-…2ZlZjg4YzVlZTE/

    Die Corona-Krise wirkt sich bereits auf den Arbeitsmarkt aus, in Leipzig steigt die Arbeitslosenquote um 1 Prozent, die Zahl der Erwerbslosen von von 19.767 (März) auf 22.892 um 3.125.
    https://www.lvz.de/Leipzig/Lokale…mehr-in-Leipzig

    Auf den trägen Immobilienmarkt dürfte sich die Entwicklung verzögert auswirken. Wie deutlich, kann man wohl kaum seriös abschätzen. Makler selbst geben sich (zwangsweise) optimistisch, Engel & Völkers geht in einem Corona-Statement z.B. nur von einer Verlagerung von Kaufabschlüssen und nicht von sinkender Nachfrage aus. Man räumt zumindest ein, dass es im Gewerbebereich mindestens Verschiebungen und Rückgänge in einzelnen Bereichen geben dürfte.

    https://www.engelvoelkers.com/de-de/immobili…e/corona-krise/

    Das Forschungsinstitut Empirica rechnet hingegen mit einem Immobilien-Preisrückgang um zehn bis 25 Prozent bis zum Jahresende. Noch sicher viel Teesatzleserei.

    https://www.tagesspiegel.de/wirtschaft/das…t/25754260.html

    LVZ berichtet über den Neubau Ecke Riebeckstraße - darin wird erklärt, warum man nicht die Ecke betont, sondern den höheren Gebäudeteil nach hinten versetzt: Der Achtgeschosser soll an das "stadtbildprägende Sudhaus und Mälzereigebäude" der Brauerei M.A. Offenhauer erinnern, die sich am gleichen Standort befand. Da gab es wohl bis '96 noch Ausschank, nach der Schließung dann den Abriss. Pläne für eine Museumsnutzung hatten die Eigentümer abgelehnt.
    https://www.lvz.de/Leipzig/Lokale…et-trotz-Corona

    EDIT: Hier gibt's zu der Brauere-Geschichte noch einen kurzen Artikel mit ein paar Bildern:

    https://geheimtipp-leipzig.de/aktenzeichen-le-ungeloest-2a/

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    Gröner beklagt die Tatenlosigkeit der Stadt Leipzig bei der Ermittlung der Täter und dass sie nur Trost für Anwohner hätte, sich aber nicht um die Belange der CG-Gruppe kümmern würde.


    Was soll denn die Stadt mit der Ermittung der Täter zu tun haben? Das ist Sache der Polizei, und die ist Ländersache.

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    Weiter meint Gröner, dass der Anschlag seinem Unternehmen nicht schaden würde, wohl aber den Versicherungen und deren Kunden.


    Keine Ahnung, ob die Versicherung für den Verzug aufkommt. Den direkten Schaden hat wohl erst einmal der Eigentümer der Kräne - das wird doch nicht die CG-Gruppe selbst sein?

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    Grüße aus Italien. Ist das Thema grad so heiß, dass wir die DAF-Richtlinien bzgl. Pressezitate ignorieren? Und dann ausgerechnet die Bild?

    Sorry, die waren mir in der Konsequenz so nicht bekannt. Zitate entfernt, dann muss Bild bei Interesse jetzt halt gleich direkt aufgerufen werden. ;)

    Noch kurz inhaltlich: Bestätigt im Prinzip nur, was wir im eigenen Umfeld auch sehen - und was so auch eine logische Entwicklung ist. Junge Familien, die Wert auf's eigene Heim legen, orientieren sich zwangsweise Richtung Umland. Eigenheimbauland gibt es in Leipzig kaum - und wenn ja, dann idR zu Mondpreisen. Kindergarten- und Schulproblematik verschärfen das Problem.
    Eine Entwicklung, die für das Umland ja erfreulich ist - aber auch zu noch mehr Pendlern führt. Was wiederum den konsequenten ÖPNV-Ausbau ins Umland noch dringlicher macht.