Beiträge von Dvorak

    Im Hintergrund spreche ich zukünftige Stadtratsmitglieder auf Stadtsanierung an, wenn ich sehe dass diese im Wahlkampf thematisiert wird. Der Grund ist, dass ich diese als überparteilich sehe und in Projekten zur Innenstadtentwicklung auch einstimmige Beschlüsse von FDP bis Linke erzielt werden können, wenn man an der Sache arbeitet. Das ist m.E. auch der korrekte Weg, einen von der Verwaltung und nicht von einer Partikularinteressengemeinschaft geführten (!) Prozess unter Bürgerinnenbeteiligung zu starten und dann ein förmliches Sanierungsgebiet festzulegen. Eingriffe in Eigentum bei Schlüsselimmobilien werden dann bedeutend leichter und können auch über einen Fonds durch Ankauf erfolgen. Das Interesse der Eigentümer zur Gebäudesanierung würde drastisch steigen, alleine schon um die Ausgleichsabgaben für die Quartiersaufwertung zu umgehen.


    In anderen Städten ist die Innenstadtentwicklung durchaus Thema. Da überschlagen sich die Bürgermeisterkandidatinnen mit Vorschlägen, teils sehr zu meinem Leidwesen. Da wird ein Bild kreiert, dass man mit geeigneten Maßnahmen den Vor-Corona-Zustand wieder herstellen könne. In meinen Augen ist das Unsinn und schädlich, weil man die Transformation nicht zu einer Verbesserung nutzen will.


    Die Umgestaltung praktisch aller großen Innenstadtstraßen weg von der Autolastigkeit hin zu mehr Fuß- und Radverkehr und Aufenthaltsqualität ist Beschlusslage, wie ihr wisst. Das wird ein wesentlicher Transformationstreiber werden.

    Der Ausbau der B4 wäre günstiger und ökologisch verträglicher gewesen. Die günstigste und ökologisch verträglichste Lösung wäre aber beides nicht zu tun. Ich verstehe ja bis heute nicht, warum Meine nicht einfach eine ganz normale Ortsumgehung bekommt. Zwischen Braunschweig und Gifhorn stören doch nur die beiden Ampeln in Meine und Röttgesbüttel und die Gefahrenstelle bei Meinholz. Dafür dieser Autobahn-ähnliche Ausbau zu Lasten von Bauern, der Umwelt und durch die viel höheren Geschwindigkeiten auch durch Lärm zu Lasten der Anwohnerinnen scheint mir eine Fehlentscheidung.

    Magniviertel

    Das Fachwerkensemble Ackerhof 2 wird nun offensichtlich endlich restauriert.

    Ich bin mit dem Neubau auf der Südseite unglücklich. Da geht authentische Bausubstanz aus dem 18. Jhdt. verloren, die als minderwertig beschrieben wird und man ersetzt sie durch eine Fantasiefassade.

    Was ich auch nicht verstehe, ist die Fassade zum Ackerhof im OG. Sollen da keine Fenster rein? Wird da ein mittelalterlicher Zustand wiederhergestellt und der aus dem 18. Jhdt. entfernt? Ist diese Säuberung von Zeitschichten guter Denkmalschutz?

    So gut ich es finde, dass die Gebäude erhalten werden, so viele Fragen stellen sich mir auch zum Umgang damit. Mir wird das aus den Visualisierungen nicht klar, Pläne sind nicht veröffentlicht. Bei einem Ensemble dieser behaupteten Bedeutung erwarte ich mehr Transparenz. Gerade auch, weil ihm eine identitätstiftende Rolle bemessen wird, sollten die Braunschweigerinnen hier mehr über die Planung und Umsetzung erfahren.

    Vorher war da min in einer Scheue eine Hohlsteindecke als steife Scheibe eingebaut und hat die Mauern im oberen Abschluss gegen Kippen geschützt. Die sind rausgekommen, daher ist die Statik jetzt anders. Ich vermute, dass auch im bauzeitlichen Zustand eine Decke eingebaut und als Korn- oder Strohboden genutzt wurde. Die Planung kenne ich nicht, würde mich aber freuen, wenn zumindest in Teilbereichen die ganze Höhe bis zum Dach erlebbar würde.

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    Das war der eigentliche Plan. Es geht nicht im Kern um die Menge an Rasen, sondern darum eines der wenigen Stadtgestaltungsprojekte mit Bürgerbeteiligung - eine Forderung die ja eher aus dem linken Spektrum kommt - zu diskreditieren. Bürgerbeteiligung bringt nichts, also entscheiden wir doch lieber wieder als Rat. Dabei waren die Beteiligungsformate in meinen Augen sehr konstruktiv. Die Rahmenbedingungen sind durch äußere Zwänge geprägt, aber auch da hat man vieles bewegt, sie das Verkehrsgutachten.

    Das Grundproblem liegt m.E. nicht darin einen guten Entwurf zu finden, oder Bürger einzubinden, sondern in dem Unwillen einzelner das Ergebnis der Beteiligung zu akzeptieren. Da ist zum einen die BI-Baumschutz, die alles verdreht um ihren eigenen Willen als den Bürgerwillen darzustellen und zum anderen die Politik, hier die CDU, die anfing ein Geschacher um den Anteil der Rasenfläche zu starten. Das wurde dann zum Basar wer mehr Rasen bietet. Mir tun alle Beteiligten die sich Jahrelang konstruktiv eingebracht haben, mich eingeschlossen, leid. Das einzige progressive Projekt zur Stadtgestaltung wurde gekillt.


    Beschlossen wurde das Verkehrskonzept. Allerdings ist unklar, wann dieses umgesetzt werden soll. Insbesondere die Gleise der Tram sollen erst angefasst werden, wenn die westliche Innenstadtstrecke kommt. Bis dahin leben wir mit einem im Betrieb schlechten Provisorium (gedenke der Verkehrswende). Die Teilfläche des Hagenmarktes im Südwesten soll dann in einem Wettbewerb überplant werden. Natürlich kein offener, das traut man sich nicht. Ich frage mich aber, wer Lust hat einen halben Platz zu gestalten? Wie soll da ein gestalterischer Zusammenhang zur Nordkante und zum Katharinenkirchhof entstehen? Wer hat nach den Diskussionen noch Lust sich hier zu verbrennen?

    Ok, den Hinweis zur Historizität habe ich verstanden.


    Ich meine nicht, die Bussteige in die Garküche zu verlegen, sondern in die Brabandtstraße, vor die Einmündung der Garküche. Dort sind heute Taxistände, die reichen aber nicht für zwei Gelenkbusse. Also müsste man die Garküche zur Fußgehendenzone machen und den Bussteig bis vor die Deutsche Bank ziehen. Die Garküche wäre dann nicht mehr für den MIV durchfahrbar, was ich in Anbetracht der Lage und Art der Gasse sehr gut vertretbar fände. Sie verbindet die Fußgehendenzone Poststraße mit dem Martinikirchplatz, der ja ein Verkehrsberuhigter Bereich mit Aufenthaltsfunktion ist (ich bin mir der Ironie bewusst). Die Brabandtstraße wäre meines Erachtens auch nicht zwingend für den MIV offen zu halten. Der abfließende Verkehr von Norden kann über die Sonnenstraße, die Erschließung des Quartiers rund um das Amtsgericht von der Güldenstraße aus erfolgen.


    In meinen Augen hätte eine solche Lösung nicht nur den Vorteil, dass man das Problem der Haltestellen am Altstadtmarkt umgeht, sondern auch dass man die Vernetzung des Fußverkehrs deutlich verbessern würde. Die Haltestelle auf dem Altstadtmarkt in Richtung Osten entfiele und damit gewönne man auch mehr Platz (so man dort dann umbauen wollte).


    Nachteil wären längere Umsteige am Altstadtmarkt, die sind aber m.E. alle an anderen Haltestellen abgedeckt und sollten dort verbessert werden (Güldenstraße), sowie die Nähe zur Haltestelle Friedrich-Wilhelm-Platz.


    So weit ich weiß, wurde diese Bussteiglage auch geprüft. Dagegen haben der Entfall von Parkplätzen und höhere Kosten gesprochen. Das erste Argument finde ich in der Abwägung zwischen dem Stadtbild des Altstadtmarktes und einer Handvoll Parkplätzen unbedeutend, das zweite kann man jetzt nachdem man weiß, was eine etwas außergewöhnliche Architektur der Häuschen zusätzlich kostet auch entkräften.


    Ich hätte mir gewünscht, dass man mutiger vorgeht und sich stärker an der Lösung am Am Bruchtor orientiert. Das war zusammen mit der Umgestaltung des Bankplatz eine ernorme Aufwertung und hätte Beispiel stehen dürfen.

    Es ist richtig, dass die Platzkanten nicht aus "originalen" Gebäuden bestehen. Das ist bei einem Stadtplatz auch die absolute Regel, da bauzeitliche Gebäude kaum die ~800 Jahre seit Anlage des Platzes überstehen. Es ist in meinen Augen daher falsch, von original oder nicht original zu sprechen.

    Was Bestand hat ist die räumliche Konzeption, die nur auf der Südostecke verändert ist durch das Fehlen der Krambuden. Die anderen Platzwände entsprechen so wie sie sind dem gewachsenen Zustand. Den Platz kann man in deisem Fall auch gut getrennt von den Profanbauten sehen, die sich immer wandeln. Entscheidend ist hier eher die Dynamik der Raumfolgen Sonnenstraße, Altstadtmarkt, Poststraße im Zusammenspiel mit der Westlichen Platzwand, dem Brunnen und dem Gewandhaus, welches (bis auf die fehlenden Krambuden) ablesbar ist und den Wert des Platzes für die Denkmalpfelege prägt.

    Hier findet sich der Unterschied zwischen den Platzwänden mit den bauzeitlich unterschiedlichen Platzwänden und den neuen Haltestellen. Die Architektur der Gebäude ist auch in Details gut auf diese räumliche Struktur abgestimmt, die Haltestelle nicht. Sie hat zwar für die ÖV-Nutzenden eine gute Lage, steht sonst aber als Fremdkörper ohne Bezug zur Gestalt des Platzes einfach so da. Dieses räumliche Problem ist keines der Architektur und auch nicht durch Architektur lösbar. Es bleiben Haltestellenhäuschen, also Baukörper, an einer Stelle, die der Platzstruktur widerspricht. Es können dann halt hübschere haltestellenhäuschen werden, das ändert den Widerspruch zur Platzstruktur aber nicht.

    Meines Erachtens hat man es versäumt, diesen Konflikt dort zu lösen, wo er entsteht und die Bushaltestelle in Fahrtrichtung Süden gleich südlich des Gewandhauses bauen sollen. Da sind heute Parkplätze und die für den Verkehrsfluss unwichtige Straße Garküche, die man hätte als Lückenschluss zwischen Fußgängerzone und verkehrsberuhigtem Bereich Martinikirchplatz nutzen können. Wollte man nicht, auch weil es etwas teurer gewesen wäre und es eine weniger wichtige Umsteigeverbindung etwas eingeschränkt hätte. Wäre Stadtgestaltung von gleichem Rang, wie es Parkplätze in dieser Stadt sind, so hätte man diese Option umsetzen können. Diesen Stellenwert hat der Altstadtmarkt bei Politik und Verwaltung aber leider nicht.*


    PS: Auch das Haus zu den sieben Türmen ist nicht im Original erhalten. Der Großteil des bauzeitlichen Fassadenschmucks ist nicht überkommen. https://www.bildindex.de/docum…a-a-beck-ab3-0039/?part=0


    *Gleichzeitig schlägt die CDU vor, die Traditionsinseln zum Weltkulturerbe zu nominieren.

    Hej,


    Zu 1.: Da gab es auch das ein oder andere Treffen. Auch mit Stakeholdern und Grundstückseigentümern konnte ich reden. Sehe da mittlerweile viel mehr positive Einstellung zur Campusbahn. Auch diese Initiative mit den vielen gesammelten Unterschriften habe ich getroffen. Ich bin immer wieder überraxcht, wie wenig die Leute von den Workshops mitbekommen und die vorhandenen Beteiligungsangebote links liegen lassen um sich später aufzuregen. Dabei würden viele Kritikpunkte genau bei diesen Veranstaltungen entkräftigt.

    Zu 2.: Auch da wurde einiges getan um die wertvollsten Flächen zu umgehen und den ökologischen Impakt möglichst gering zu halten. A-1 ist da gar nicht so nützlich. Viel eher kann man in Richtung Landschaftsbild und Gestaltung einer Brücke argumentieren, statt den Konflikt zu umgehen. Auch eine Renaturierung der hier nicht besonders wertvollen Auenniederung ist eine Kompromisslinie.

    Der Lückenschluss zur 2 ermöglicht einen dichteren Takt in der Nordstadt, was sich sehr positiv auswirkt. Es gibt aber einen kleinen Nachteil für das zentrale Siegfriedviertel.

    275.000€ und man hat ein Fenster zur Straße und sitzt auf dem Präsentierteller.

    Wenn ich die Treppe sehe, vermute ich, dass die keine notwendige Treppe ist, welche einen Fluchtweg darstellt. Ich mutmaße mal, dass man oben noch einen Raum hat (ein zweites Fenster vielleicht sogar?), dieser aber nicht in die Wohnfläche zählt, weil man den "Lager" oder so nennt. Trotzdem in echt happiger Preis.

    Diese aus der Luft gegriffenen Diskussioenn sind auch der Grund, warum ich keine Lust mehr an diesem Forum habe. Das war hier mal wirklich produktiv, aber in letzter Zeit ließt man überall Braunschweigers Mythen und Forderungen. Das hat hier ein Ausmaß angenommen, das dazu führt, dass ich hier fernbliebe. Wollte das mal loswerden.

    Die Denkmal-Topografie der Stadt Braunschweig von 1993 kann man hier downloaden: Bingo


    Die Horten-Fassade ist dort nicht verzeichnet. Gebäude, oder Gruppen baulicher Anlagen, schaffen es neu nur sehr selten auf die Liste. Grundsätzlich läuft aktuell die Katalogisierung der Denkmale der 60er & 70er Jahre. Mir ist nicht bekannt, ob die Horten-Fassade es zwischenzeitlich auf die Liste geschafft hat, sie wäre aber nicht mein erster Kandidat.


    Bei einem Rückbau der Georg-Eckert-Straße mit entsprechender Gewinnung von Platz und dem Gelände von Galeria-Kaufhof, könnte man den ganzen ECE-Komplex dort unterbringen. Ich schlage ganz frech vor, dass man Saturn, REWE dort unterbringt und die kleinen Läden wieder in der Fußgängerzone und den Randbereichen ansiedelt. Der ganze Klotz hinter der Fassade kommt dann weg. Mir schwebt so was wie eine grüne Freifläche, z.B. als englischer Landschaftspark vor. Im Zentrum steht eine historisierende, historistische Schlossfassade als romantische Ruine.

    HCKBS : Tut sich auf der "Wüste zwischen Spargelstraße und Freyastraße" etwas, was nach Bautätigkeit aussieht? Das ist eigentlich kein Bauland, aber der Besitzer hatte das mal platt gemacht. Ich weiß nicht, was aus den Gesprächen mit der Verwaltung geworden ist.

    ^ OMG ist das hässlich!

    Die Kubatur weist auf einen Eingang links und dann ist da so eine popelige Tür? auch total merkwürdig, wie die weißen Flächen in einander laufen, das wertet auch das Nachbargebäude ab (auf niedrigem Niveau).

    Kein Anlieger, sondern nur einer der beiden Mieter "schlägt Alarm". Die Maßnahme war mit dem AAI abgestimmt, der vertritt die Innenstadtkaufleute.


    Ich hoffe, die Politik stützt das Vorgehen der Verwaltung.

    Die Entwicklung eines Rahmenplanes für ein riesiges Stadtentwicklungsgebiet (Bahnstadt) und die Entwicklung des Bahnhofsvorfelds würde ich nicht zusammenpacken. Das wird auch innerhalb der Verwaltung nicht als ein Projekt behandelt, es sind zwei verschiedene Planungsebenen (Stadtumbau/Stadtentwicklung), wird von verschiedenen Akteuren und Planern bearbeitet und hat vollkommen unterschiedliche zeitliche Rahmenbedingungen. Das einzige was beide gemeinsam haben ist der Zusammenhang zum Hauptbahnhof. Dieser ist aber gleichzeitig die stärkste räumliche Zäsur die wir in der Stadt haben (neben der Westtangente vielleicht). Es gibt kaum zwei Areale die stärker von einander getrennt sind, als diese beiden. Die Verbindung der beiden Gebiete beschränkt sich auf fünf Tunnel/Brücken.


    Möchte dafür plädieren, dass nicht zu ändern. Für viel kleinere Projekte gibt es auch verschiedene Diskussionen. Hier werden die beiden größten Projekte zusammengelegt. Ich stelle mir das doch eher unüberischtlich und schwer nachzuverfolgen vor.