Lessingstadt Wolfenbüttel

  • Historischer Hintergrund

    Wolfenbüttel ist eine vergleichsweise junge Stadt. Zwar existierte hier an einer Furt der Oker bereits im 11. Jahrhundert eine Burg und eine Siedlung namens Wulferisbuttle, die 1118 erstmals genannt wird, aber bis diese unter den Welfen zu einer Residenz des Fürstentums Braunschweig-Wolfenbüttel werden konnte, sollte es bis ins Spätmittelalter dauern. Nach der Zerstörung durch den Schmalkaldischen Bund im Jahre 1542 folgten der Neubau der Wasserburg und der Ausbau zur Residenzstadt mit umfangreichem Fachwerkbestand, der bis heute überdauert hat.

    Wolfenbüttel gilt damit als erste nach Plan gebaute Renaissance-Stadt Deutschlands. 1570 erhielt der Ort Stadtrechte. Städtebaulich folgte der etwas älteren Heinrichstadt rund um Stadtmarkt und Marienkirche die im Osten anschließende Julius-Vorstadt. Die Trinitatiskirche am Holzmarkt kennzeichnet den Übergang beider Stadtbereiche. Ab Mitte des 17. Jahrhunderts erfolgte mit der Auguststadt die Erweiterung der Stadt nach Westen mit dem Baukomplex des Waisenhauses vor den Wallanlagen von Schloss und Stadt. Sie diente als Quartier für Handwerker und Soldaten. Zudem besitzt Wolfenbüttel eine lange militärische Tradition als Landesfestung und seit Anfang des 19. Jahrhunderts als Garnisonsstadt. In der Summe kann man festhalten, dass hier eine Residenzstadt aus der Frühzeit absolutistischer Herrschaft fast vollständig überdauert hat.

    Mit den Herzögen Heinrich II. (regierte 1514 bis 1568), Julius (regierte 1568 bis 1589) und schließlich Heinrich Julius (regierte 1589 bis 1614) ist eine politische und kulturelle Blütezeit Wolfenbüttels verbunden, die das Gesicht der Residenzstadt nachhaltig prägte. 1572 gründete Herzog Julius die Bibliotheca Julia, deren Bestände zunächst mit theologischen, juristischen und humanistischen Schriften besetzt waren. Der Ruf der Bibliothek geht aber vor allem auf Herzog August II. (regierte 1635 bis 1666) zurück, der als eifriger Handschriften- und Büchersammler in die Geschichte einging. Seither ist die Bibliothek als Bibliotheca Augusta bzw. besser als Herzog-August-Bibliothek bekannt. Im 17. Jahrhundert galt sie als die größte Bibliothek nördlich der Alpen und wurde als achtes Weltwunder bezeichnet. Als Bibliothekare waren unter anderem der Universalgelehrte Gottfried Wilhelm Leibniz und der Dichter Gotthold Ephraim Lessing tätig. Letzterem verdankt Wolfenbüttel seinen Beinamen als Lessingstadt.

    Architektonischer Stadtrundgang durch die Residenzstadt: https://www.zeilenabstand.net/die-lessingsta…ische-residenz/

    Galerie

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    Herzogliches Schloss am Schlossplatz

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    Hauptkirche Beatae Mariae Virginis

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    Hauptkirche Beatae Mariae Virginis: Chorraum mit Kanzel und Altar

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    Innenraum von St. Trinitatis

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    Zeughaus am Schlossplatz

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    Rathaus am Stadtmarkt

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    Die Kanzleistraße mit dem Kanzleigebäude rechts im Hintergrund gehört zu den repräsentativsten Straßenzügen in Wolfenbüttel

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    Bebauung am Kornmarkt mit dem stattlichen Eckhaus Stadtmarkt 14 aus dem 16. Jahrhundert

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    Bebauung am Holzmarkt