Ersatzneubau Dr.-Horst-Schmidt-Kliniken (realisiert)

  • Ersatzneubau Dr.-Horst-Schmidt-Kliniken (ab 2016)

    Im Wiesbadener Westen wird in den nächsten Jahren ein Gesundheitscampus errichtet. Nutzer werden die Horst-Schmidt-Kliniken (HSK) und die Deutsche Klinik für Diagnostik (DKD). Für den Neubau wurde ein Ideenwettbewerb ausgerichtet, gestern wurde die Entscheidung bekanntgegeben. Das Preisgericht hat sich einstimmig für den Entwurf des Büros GSP Gerlach Schneider Partner Architekten aus Bremen (Web) entschieden.

    Der Entwurf sieht einen Komplex aus drei miteinander verbundenen Kuben vor. Zwei der jeweils fünfgeschossigen Gebäudewürfel sollen von den HSK genutzt werden, der dritte von der DKD. In den Verbindungstrakten sollen von beiden Kliniken genutzte Einrichtungen angeordnet werden, so etwa die Röntgenabteilung. Die weiteren Daten:

    • Bau auf dem Gelände der HSK, hinter dem heutigen Haupttrakt
    • Fläche rund 60.000 Quadratmeter
    • 1.100 Betten für die HSK und 100 Betten für die DKD
    • zwei getrennte Zufahrten und Eingänge zu den Kliniken
    • geplante Inbetriebnahme im ersten Quartal 2018
    • Investitionssumme 180 bis 230 Millionen Euro
    • getragen vom Betreiber Rhön-Klinikum, das Land Hessen schießt 68,4 Millionen Euro zu
    • der Altbau wird nach Bezug des Neubaus abgerissen, erhalten bleiben Psychiatrie, Pathologie, Labor und eine Einrichtung für behinderte Kinder
    • mehr im Wiesbadener Kurier und in der Frankfurter Rundschau

    Über die Architektur ist noch nicht endgültig entschieden. Unter diesem Vorbehalt zwei Visualisierungen:


    Bilder: GSP Gerlach Schneider Partner Architekten

    Der Altbau, errichtet zwischen 1976 und 1982:


    Bild: Amras wi mit allgemeiner Gestattung @Wikimedia)

  • Ersatzneubau Dr.-Horst-Schmidt-Kliniken

    Es wird nun lediglich ein Ersatzneubau für die Dr.-Horst-Schmidt-Kliniken errichtet. Vor ein paar Tagen stellte die Helios Kliniken GmbH ihre Pläne vor. Dazu eine Pressemitteilung (PDF) und drei Visualisierungen:

    Modern, funktional und dank der gut durchdachten Anordnung der Bereiche mit optimalen Wegen für Mitarbeiter und Patienten – so soll das neue Gebäude sein, in das 2020 die HELIOS Dr. Horst Schmidt Kliniken umziehen werden. Die Pläne für das rund 200 Millionen Euro teure, größtenteils von Helios finanzierte Projekt, stellten heute gemeinsam Kristian Gäbler, Geschäftsführer der Helios HSK und Ralf Jäger, Geschäftsführer der EGW Gesellschaft für ein gesundes Wiesbaden mbH, vor. „Mit diesem Entwurf liefern wir einen wichtigen Baustein für die Umsetzung des Stadtverordnetenbeschlusses von Juni 2011, in dem neben der finanziellen Konsolidierung der Neubau der Klinik verankert wurde. Es ist ein wichtiger Schritt, um Wiesbaden als Gesundheits-Standort zu stärken und seine Zukunft zu sichern“, so Jäger.

    Das siebengeschossige Gebäude mit einer Gesamtfläche von knapp 96.000 m2 – das entspricht dem Volumen von ca. 630 Einfamilienhäusern – wird auf dem freien Gelände links der heutigen Klinik entstehen. Die ersten zwei Ebenen erstrecken sich über das gesamte Baufeld. Im Erdgeschoss sollen die Notaufnahmen für Kinder (rechts) und Erwachsene (links), die Funktionsdiagnostik sowie alle Ambulanzen untergebracht werden. Statt den bisher getrennten Ambulanzen für jede Fachrichtung wird es in der neuen Klinik Ambulanzzentren für mehrere, miteinander verwandte Fachbereiche geben. Die Kopfambulanz beispielsweise wird ein Anlaufpunkt für alle Patienten mit Beschwerden im Kopf- und Halsbereich sein, ob es sich um Augen-, HNO- oder eine neurologische Erkrankung handelt. „Hier können die Aufnahme und die notwendige Diagnostik an einem Ort stattfinden. Das macht die Wege für die Patienten und auch die Wartezeiten dank besserer Planbarkeit deutlich kürzer“, erklärte Gäbler. Im Erdgeschoss wird es auch Platz für Geschäfte, eine Cafeteria mit Terrasse sowie einen Vortragsraum mit etwa 300 Plätzen geben.

    Das erste Obergeschoss ist für die Operationssäle und Intensivstationen vorgesehen. Insgesamt sollen hier 22 OP-Säle, sechs Kreißsäle, ein Sectio-OP für Notkaiserschnitte und mehrere Herzkathetermessplätze eingerichtet werden. In unmittelbarer Nähe der entsprechenden OP-Räume sind die Überwachungs- und Intensivstationen für Erwachsene, Kinder und Frühgeborene geplant.

    Auf die ersten zwei Ebenen sollen quer hintereinander vier dreistöckige Gebäudeteile mit Bettenstationen aufgesetzt werden. Die Logik der fachlichen Bündelung und Zuordnung setzt sich in den Bettenhäusern fort: So sind im Bettenhaus A – über der Erwachsenen-Notaufnahme im Erdgeschoss und den Intensivstationen im 1. OG – die Pflegestation und die Stroke-Unit geplant. Im Bettenhaus D, über der Kindernotaufnahme im Erdgeschoss und den Kreißsälen im 1. OG, sollen die Stationen der Kinderklinik und die Wochenstationen untergebracht werden.

    Aufgrund der Hanglage ist eine Besonderheit möglich: Das Gartengeschoss, das an der Frontseite unterirdisch beginnt und unter anderem Umkleidekabinen, Zentralsterilisation und verschiedene Werkstätten beherbergt, läuft auf der Rückseite der Klinik ebenerdig aus und bietet Patienten der onkologischen Tagesklinik und der Palliativstation die Möglichkeit, die Grünflächen zu benutzen. Unter dem Gartengeschoss auf ungefähr der Hälfte der Gesamtfläche ist Raum für die Technik (Lüftung-, Heizungs- und Elektroanlagen) vorgesehen. „Bei der Planung haben wir sowohl das heutige Leistungsspektrum als auch die geplanten Erweiterungen beispielsweise in der Kinder- und Jugendmedizin, in der Kardiologie, der Neuro-, Intensiv- und Gefäßmedizin berücksichtigt. Rechts der Klinik bleibt aber noch Platz für eventuelle bauliche Erweiterungen“, so Gäbler.

    Einige der jüngeren Gebäude der heutigen Klinik sollen erhalten bleiben und weiterhin benutzt werden, wie die Klinik für Psychiatrie und Psychotherapie oder die Bauten, in denen das Institut für Labordiagnostik und Hygiene, das Institut für Pathologie und die Verwaltung beheimatet sind. „Es ist ein gut durchdachter Entwurf, der die Voraussetzungen erfüllt, die man heutzutage an eine Klinik der Maximalversorgung in einer Landeshauptstadt stellt. Besonders freut mich, dass der Planungsprozess so schnell und stringent unter Beteiligung aller Fachexperten stattgefunden hat“, sagte Axel Imholz, Gesundheitsdezernent der Stadt Wiesbaden. Noch in diesem Jahr will Helios den Bauantrag stellen, im Frühjahr 2016 soll der Spatenstich erfolgen.

    Eingang:

    Rückseite:

    Bilder: Helios Kliniken GmbH

  • Zehn Jahre später mal ein Beitrag 'Was daraus wurde' .

    Der Klinikneubau wurde im November 2024 offiziell eröffnet - der Umzug aus dem Altbau erfolgte schon Anfang Oktober 2024. Die Kosten werden mit 300 Mio. Euro angegeben - bei 96.000 qm Fläche fast preiswert. Der Entwurf stammt von den Architekten der Telluride Architektur Gmbh - auf deren Webseite sich auch Fotos des Gebäudes befinden ( Link telluride-architektur.de/de/projekt/helios-dr-horst-schmidt-kliniken-wiesbaden/ ).

    Ein paar Photos:

    Das Gebäude von der Nordwest-Ecke (Eingangsseite) - sieht groß aus, aber nicht so groß, wie es dann innen wirkt. Der Hubschrauberlandeplatz hat gegenüber dem Entwurf wohl die Gebäudeseite gewechselt und kann als Erkennungszeichen für den Eingang dienen.

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    Der Haupteingang - die Buslinie 27 hält unmittelbar davor, zwei andere Buslinien noch an der Bushaltstelle des Altbaus. Eine recht kleine Hol-und Bringzone.

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    Die Nordseite mit der Zufahrt für Krankenwagen - hier wird die Gebäudetiefe deutlich.

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    Die Rückseite mit dem 'Garten-Geschoss' - da hat man immerhin auch schon etwas Garten angelegt.

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    Von der Gebäudestruktur sind es drei durchgehende Etagen - das 'Garten-Geschoss' ist auf der Eingangsseite Keller. Ein Teil der innenliegenden Räume bekommt durch eingebaute Lichthöfe Tageslicht. Auf diesem Sockel erheben sich dann vier Bettenhäuser ( A -D ) mit jeweils drei Geschossen, die über Gänge auf der Eingangsseite verbunden sind. Vom Konzept her dürfte der geplante Neubau der Mainzer Uniklinik ähnlich werden.

    Das Erdgeschoss enthält neben einer ziemlich großen Eingangshalle mit ein paar Läden und der Cafeteria hauptsächlich Ambulanzen und die Notaufnahme. Und ja, es ist durch die schachbrett-artig angeordneten langen Gänge recht unübersichtlich. Zwar gibt es ziemlich viele Wegweiser, aber es sieht alles gleich aus. Vielleicht sollte man da einen Innenarchitekten mit einem Farbschema beauftragen. So nach dem Motto 'Bei Grün sind sie zu weit..'

    Das erste OG enthält die Operationssäle, Kreißsäle und die Intensivstationen - dürfte ähnlich unübersichtlich sein, aber da bewegt man sich als Patient eher nicht allein.

    Im Umfeld des Neubaus blebt einiges zu tun.

    Der abgesperrte alte Haupteingang :

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    Nach der bisherigen Planung soll der Altbau wohl abgerissen werden und einem Park weichen. Weiter westlich am alten Hubschrauberlandeplatz will Helios zusammen mit der GWW wohl knapp 200 Werkswohnungen bauen, was wohl zu einem Eingriff in ein vorhandenes Grüngebiet führen würde.

    Ein Umbau des Altbau wird bisher unter Verweis auf die für Wohnzwecke ungeeigneten Gebäudestrukturen abgelehnt.

    Was viel kritisiert wird und m.E. wirklich ein schlechter Witz ist, sind die Wege von den beiden Parkplätzen zum Neubau. Gerade an einer Stelle, wo mit einem erhöhten Aufkommen von Rollstühlen und Rollatoren zu rechnen ist, ist da absolut nichts behindertengerecht .

    Parkt man auf dem größerem näher am Neubau liegenden Parkplatz, sollte man im vorderen Bereich bleiben - sonst sieht der Weg so aus:

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    Hat man das Pech, daß man auf dem zweiten, etwas weiter weg liegenden Parklatz parkt, oder kommt man von der alten Bushaltestelle, sieht es so aus:

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    Dieser Bürgersteig führt nur zur Augenklinik und endet dann .

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    Irgendwo sollte doch die eine Mio. Euro für ein paar Fussgängerüberwege und abgesenkte Bürgersteigkanten noch aufzutreiben sein ?

    PS.: Alle Bilder von mir.

  • Diverse Medien - etwa der Merkurist ( Link merkurist.de/wiesbaden/fuer-klinikpersonal-168-neue-wohnungen ) oder die FR ( Link fr.de/rhein-main/wiesbaden/neue-betriebswohnungen-fuer-hsk ) - berichten über den Baubeginn für die Werkswohnungen der HSK.

    Geplant sind danach 168 Wohnungen - vom Ein-Zimmer-Appartment mit 38 qm bis zur 6-Zimmer-Wohnung mit 160 qm - verteilt auf 10 Gebäude am alten Hubschrauber-Landeplatz. Die Gesamtwohnfläche soll 12.500 qm betragen. Bauherr ist die GWW - welche die Gebäude dann wohl insgesamt an die HSK vermietet. Gebaut wird in Holz-Hybrid-Bauweise - wohl mit einem ziemlich hohen Grad an Vorfertigung, da es im Herbst 2027 fertig sein soll. Als Investionsvolumen werden 50 Mio. EUR genannt.

    Gegenüber der ursprünglichen Planung hat man das Bauprogramm etwas verkleinert und die Gebäude so plaziert, dass der Gehölzstreifen zu der bestehenden EFH-Siedlung erhalten bleibt. Lediglich eine Trasse für die Fernwärmeleitung soll gerodet werden.

    Eine Visualisierung gibt es auf der GWW-Seite ( Link gww-wiesbaden.de/hsk-wohnen ), wobei da der Zustand gezeigt wird, wenn sich das alte Klinikgelände in einen Park verwandelt haben soll.