Beiträge von Potsdamer

    @BORSIG_WERKE: Alles richtig. Kann ich alles nachvollziehen. Liebevolle Innenstadt, kleinteilig, historisches erhalten, Gassen, Cafe... alles schön, soll man so bauen. Aber wo ist jetzt der Gedankenschluss daraus abzuleiten eine 100 Millionen Kopie einer barocken Kirche zu errichten? Warum fängt man an der äußerten Ecke mit dem provokantesten Gebäude an? Gibt es keine zeitgenössische Archtiktursprache die das von Ihnen Beschrieben schaffen kann? Nicht mal hier im Deutschen Archtikurforum hat man den Mut solch einem markanten Innenstadtraum, sozusagen ein weißes Blatt Papier mit einer eigenen Leistung zu besetzen. Das ist eine Kapitulation eines Berufstandes! Eine Kopie kann eine Bauingenieur herstellen. Ein Architekt hat eine Idee!


    Wahnfried und Andere: Auch wenn es sie immer noch beschäftigt, aber diese ganze SED-Verschwörungsdingsda, sorry. Können wir das mal langsam lassen. Ich brauch das nicht.

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    Selbst wenn rechte Parteien den Wiederaufbau unterstützen [Quelle wäre gut, geht ja auch mit Presseartikeln, z.B. so], so ist diese Polemisierung, ja linke Propaganda vollkommen indiskutabel, genauso wie gefälschte NPD-Plakate in Potsdam (siehe Link).

    Sie sehen doch in jedem Aufbaugegener einen Stalinist, Kommunist, Betonkopf, depperten Linken ... ach ich hör einfach auf. Sie brauchen ja nur mal die älteren Beiträge oben durchscrollen. Schön hat es mal Burkhart Franck zusammmen gefasst: "Nach meinem Eindruck sind die Gegner des Wiederaufbaus nicht nur kirchenhassende Kommunisten. Es sind auch andere Menschen mit geringen Geschichtskenntnissen oder verzerrtem Weltbild darunter, die noch heute der Propaganda von Goebbels und der SED zum “Tag von Potsdam” aufsitzen." {Quelle}


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    Selbst wenn das so wäre [Quelle wäre gut], dann sollte man doch wenigstens bei den Tatsachen und der eigentlichen Behauptung bleiben.

    Bitteschön ... {Quelle}
    Aber wissen Sie, was sie in der Austellung des United States Holocaust Memorial Museum in Washington gleich zum Anfang im Orginal zu sehen bekommen? Schaun Sie mal: {Quelle}
    Das ist die internationale Sicht der Welt auf diesen Ort.

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    Hier im Forum herrscht überhaupt kein mangelndes Demokratieverständnis, sondern eine glasklare Mehrheit für den Wiederaufbau, da sollte man sich nicht wundern, wenn man mit einer Minderheitenmeinung auf dem Board Gegenwind bekommt. Dann pocht man weinerlich auf seine Meinung, wenn man nicht gerade polemisiert, hält es aber selbst nicht für nötig , Argumente vorzutragen (sich zu rechtfertigen) oder Quellen beizubringen.

    Oh da bin ich ja beeindruckt. Fast so wie bei dieser Umfrage hier: {Quelle}

    Fakt ist: der auf der brandenburgischen Verfassung beruhende Bürgerentscheid als basisdemokratische Element wurde durch einen miesen Trick durch die Rathauskooperation verhindert. Die Regierenden trauen sich nicht die offizielle Mehrheit in der Stadt zum Thema Garnionkirche feststellen zu lassen.

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    Guckt euch mal folgendes Blog an, liebe Leute. Da kommt ihr schön ins Schmunzeln.

    Lieber Echter Berliner, das sind diese Menschen die binnen weniger Wochen über 14.000 Unterschriften gesammelt haben. Die es geschafft haben, dass der OB vor Schiss vor einem Bürgerentscheid den Schwanz einzog. Die können sie ja gerne als "depperten linken Studenten" oder Gutmenschendeppen bezeichen und hier einen Ton anschlagen, als wären wir auf dem Monatstreffen ihrer schlagenden Verbindung, aber das ist genau diese arrogante Art, wie sie auch bei Mitteschön und Fördergemeinschaft oftmals anzutreffen ist, die das Projekt so unsympathisch macht.

    Sie nehmen einfach die Bevölkerung nicht mit. Sie bevormunden Menschen die Bedenken haben, sie beschimpfen Menschen, welche das Bürgerbehren unterschrieben haben als ungebildet und nicht in der Lage wahre Architektur zu erkennen. Eine "15%-Kirche" ruft ein Projekt nationaler Bedeutung aus und würde sich ihrer 100 Millionen Kirche am liebesten von Spendern, Industie und Steuern bezahlen lassen ohne eine Cent zuzugeben. Die benehmen sich wie eine kirchlicher Elefant im atheistischen Porzelanladen und jammern rum, dass ihnen nicht die Sympathien zu fliegen.

    Und was das Argument "Keine Höhendominante für Alt- und Neonazis" angeht, möchte ich nur mal daran erinnern, das sich seit diesem Jahr verstärkt die NPD für den Wiederaufbau einsetzt. (bitte sehen sie es mir nach, das ich keine Quellen - die es gibt - anfüge, weil ich solche Seiten hier nicht verlinken möchte)

    Und ich sehe auch überhaupt nicht ein, warum ich als Gegener des Wiederaufbaus, mich dafür rechtfertigen muss, warum die Stadt Potsdam selber im Dritten Reich dafür warb, dass die Garnisonkirche der "Geburtsstätte des Nationalsozialismus" war. Soll sich doch die Befüworter damit rumschlagen.

    Was ich anprangere ist das magelnde Demokratieverständnis welches hier im Forum vorherscht. Die Einstellung selber sei man der Oberschlaue und die anderen alle die Deppen. Und erst wenn alle seiner Meinung ist, darf man zu einem demokratischen Abstimmung schreiten. Diese gelenkte Demokratie hat etwas Putineskes und schadet unserer Geselschaft.

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    Kommentare:
    17.08.14 19:28 Führst dich leider nicht gut ein auf dem Board... Auch wenn Echter Berliner n knall hat, bedeutet das noch lange nicht, dass man "schlagende Verbindung", Arroganz vorwirft und gleichzeitig einer fundierten Argumentation schuldig bleibt und beleidigt

    libero: Ich wär da jetzt nicht so dünnhäutig. Schließlich war die Neue Staatskanzlei ein herausragender Bau des norddeutschen Neoklassizismus. Und was können schon Gebäude dafür, wenn sie missbraucht wurden, nicht wahr? Nur weil Hitler da ein paar Jahre gesessen hat? Dann müsste man ja viele Gebäude sprengen, z.B. die Festung Landsberg oder das Münchner Hofbräuhaus.
    Außerdem prägte die Neuer Staatskanzlei mit seiner 421 Meter langen Gebäudefront die Innenstadt Berlins. Dessen behutsamen Annährung ja ein bekanntes Ziel des Berlin Abgeordentenhauses ist. Und wie die Garnisonkirche wurde die Neue Reichskanzlei, obwohl durch Kriegswirren nur leicht beschädigt, vom bösen Ulbricht aus politischen Gründen gesprengt.
    Wenn ich noch an den schönen Skulturenschmuck von Arno Breker und Josef Thorak denke! Das Gesamtkunstwerk war vergleichbar mit einer Wagner Oper!

    (Vorsicht, es könnten Spuren von Ironie in meinen satirisch gemeinten Beitrag sein.)

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    Saxonia
    Die Bedenken bestehen darin, ob der Staat aufgrund der verfassungsmäßig festgeschriebenen Trennung von Staat und Kirche überhaupt ein kirchliches Projekt fördern darf.

    Das ist nicht ganz richtig. Fördern darf der Staat eine kirchliche Stiftung sehr wohl. Eine kirchliche Stiftung mitgründen oder beitreten die unter kirchlicher Stiftungsaufsicht steht, ist fraglich. Aber wie gesagt, ich bin kein Jurist. Das müsste ein städtisches Rechtsgutachten ergeben.

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    Falls die Linkspartei das nicht wusste wäre das ein Armutszeugnis für die Fähigkeiten der Linken in Potsdam. Da war schließlich nichts versteckt im Beschluss, sondern klar und deutlich formuliert.
    Ich glaub nicht dass die Linke da auf irgendwelche Tricks reingefallen ist. Diese Aufforderungen an den OB waren schlicht und einfach das maximale was sie fordern konnte in ihrer Position. Die wussten schon vorher genau, dass dies nicht bindend sein wird.


    Na da fragen Sie mal Dr. Scharfenberg (Linke-Fraktionsvorsitzender) oder Sascha Krämer (Linke-Stadtchef). Die gehen aber von etwas anderem aus. Nicht umsonst haben Sie sich jahrelang gebrüstet, der Stiftung die oben genannten Punkte abgerungen zu haben. Und die Nichteinhaltung dieser Punkte ist die offizielle Begründung des Kurswechsels der Linken in Sachen GK.

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    Das tut er nicht aus Angst, sondern weil er dazu vom Parlament durch die Unterschriften der Gegner gezwungen wurde.


    Ich möchte nur daran erinnern, dass der Antrag das der OB das Anliegen des Bürgerbegehrens zu übernehmen, von ihm selber gestellt wurde. Im übrigen enthielt er sich der späteren Abstimmung. Gezwungen wurde er in jedem Fall nicht. Er hätten den Antrag ja gar nicht stellen brauchen oder er und seine Rathauskooperation hätten dagegen stimmen können. Taten sie aber nicht. Nein, die Presse schrieb schon ganz recht, hier hat der Golliath den Schwanz eingezogen, weil ihm das Risiko eines Bürgerentscheides mit ungewollten Ergebnis zu hoch war.

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    Falls es zum Werkstattverfahren kommt wird es mehrere Ergebnisse geben. Mindestens einer davon wird mit dem Stiftungszweck übereinstimmen.


    Mag sein. Spannend wird nur die Frage werden, ob die Potsdamer über die Ergebnisse abstimmen dürfen. Ich vermute sogar ja. Es wird laufen wie bei der Stadtschlossbefragung. 10 Optionen werden zur Auswahl gestellt. Und welcher Vorschlag wird mit 20% gewinnen? Genau.

    Lingster: Dann ist der Begleitbeschluss der Linken wohl für die Tonne. Wurden die Linken schön verarscht, bravo! Die dachten sie hätten zu eine politischen Übereinkunft darüber unter welchen Bedingungen die Linke aufhört gegen die GK zu opponieren. An der sie sich auch hielt. Aber denkste!

    Jetzt haben die Linken mitbekommen, dass sie reingelegt wurden.
    Wenn wunderts da, dass sie mit politischen Mitteln den Widerstand wieder aufnehmen? Zumindest haben sie es soweit gebracht, dass der OB vor lauter Angst vor einem Bürgerentscheid, sich auf die Fahne schrieb, 'alles rechtlich mögliche zu tun um diese Stiftung aufzulösen'.

    Das ist ein ganz starkes politisches Signal, welches vorallem überregional Beachtung fand.

    Viele meinen außer dem aussichtslosen Auflösungsantrag hätte der OB keine weiteren Möglichkeiten. Ich glaube das nicht. So gäbe es die Möglichkeit mit einem Rechtsgutachten zu überprüfen ob Stiftungsgründung verfassungswidrig (bitte nicht verwechseln mit verfassungsfeindlich) war. Dafür sprechen einige Anzeichen.
    Oder, und dies wird bei jetzt anstehend Kompromiss/Workshop-Verhandlungen sehr wichtig, wird er darauf hinweisen müssen, dass die Stiftung aufgrund ihres sehr eng definierten Stiftungszweck kaum als Bauherr eines Kompromisses dienen kann ohne ihren Stiftungszweck zu ändern. Was wieder die Frage aufwirft, was mit den Spenden wird, die für den vorhergehende Zweck gespendet wurden (hatten wir ja schon mal, Stichwort Klaar-Millionen).

    Lingster: Das waren die Bedingungen der Stadt die Stiftung mitzugründen, wohlgemerkt nicht beizutreten. Das waren die Bedingungen zu der die Stadt das Grundstück in die Stiftung eingebracht hat. Die Bedingungen waren allen Gründungsstiftern, also auch der evangelischen Kirche bekannt und wurden akzeptiert. Ich gehe davon aus das diese bindend sind.
    Wozu hätten dann Klauseln wie z.B die Rückfallklausel Sinn? Sie besagt, dass Grundstück Ende 2030 an die Stadt zurück verfällt, wenn nicht wesentlichen Teile der Garnisonkirche wiedererrichtet sind UND und die Finanzierung des Wiederaufbaues zu diesen Zeitpunkt nicht konkret absehbar ist. {Quelle}

    Es gibt nichts über die Polizeiseelsorge zu sagen.
    Aber es ist vielmehr richtig, dass sich die Polizeiseelsorge niemals für den Wiederaufbau des Geländes um der Prinz-Albrecht-Straße eingesetzt hat.

    Also der Beschluss (08/SVV/0325) über die Übertragung des Grundstückes an die Stiftung sowie den Beitritt der Stadt Potsdam in die kirchliche (!) Stiftung stammte aus dem Jahr 2008.
    http://egov.potsdam.de/bi/vo020.asp?V…ns=4#searchword

    Die Linke zierte sich der Vorlage zuzustimmen. Einzelne SPD und FDP Stadtverordnete wankten. Die Mehrheit schien unsicher, sodass die Linke folgenden Begleitbeschluß durchsetzen konnte (oben rechts auf Beschlüsse klicken)[meine Anmerkung]:

    Eine über die Grundstücksübertragung hinausgehende finanzielle Beteiligung der Stadt am Bau der Garnisonkirche Potsdam wird ausgeschlossen.[zu diesem Zeitpunkt hieß es noch, dass die Stiftung zu 100% aus Spendengelder errichtet wird. Vor 2 Jahren sagte dann der Verwaltungsvorstand Leinemann: „Es wäre unredlich zu sagen: Wir werden keine Fördermittel anfragen oder ablehnen.“ {Quelle} und bracht die Drittelfinanzierung ins Spiel]

    Mit dem Beitritt der Landeshauptstadt Potsdam in die Stiftung „Garnisonkirche Potsdam“ verbinden sich folgende Erwartungen:

    1. Die Bemühungen um den Wiederaufbau der Garnisonkirche konzentrieren sich auf den Turm. Eine Entscheidung über einen eventuellen Wiederaufbau des Kirchenschiffs soll gesondert getroffen werden und künftigen Generationen vorbehalten bleiben.
    [selbstredend und im Widerspruch zu Stolpes Kompromissvorschlag]

    2. Ein Wiederaufbau ist mit einem Konzept einer aktiven Friedens- und Versöhnungsarbeit – auch in Gemeinschaft mit der weltweiten Nagelkreuzbewegung – zu verbinden.[Hinweise zum Internationles Versöhnungszentrum; und zur Krönung mit dem Nagelkreuz]

    3. Das mit der Stiftung beabsichtigte würdige Gedenken an die Opfer des 20. Juli 1944 soll mit dem Gedenken an den von Potsdam ausgehenden Widerstand gegen die nationalsozialistische Diktatur in seiner ganzen Bandbreite verbunden werden.

    4. Der mit dem Bau verbundene Eingriff in den Straßenraum soll möglichst gering gehalten und auf das zwingend notwendige Maß begrenzt werden. [auch gibt es unterschiedliche Sichtweisen. So erinnere ich mich, dass es mal einen Vorstoß gab, den Turm einzurücken {Quelle} um möglichts wenig Straße umzubauen, schließlich lag die GK fast 6 Meter auf der heutigen Breiten Str.]

    Das mit der Militärseelsorge hat die BI wohl aufgedeckt {Quelle} und die Veranstaltung mit dem damaligen Verteidigungsminister war vor einem Jahr. {Quelle}

    Lingster Das ist ja das Problem, dass alleinig das Versöhnungszentrum als Entgegenkommen quasi als Kompromiss angesehen wird/wurde. Da war mit den Linken mehr ausgehandelt worden. Der Kompromiss beinhaltete ein internationales Versöhnungszentrum, das Nagelkreuz oben drauf, Bau des Kirchenschiff erst durch spätere Generationen und keine Verwendung städtischen Mittel (eigentlich keine öffentlichen Mittel; lag aber nicht in der Entscheidungshoheit der Kompromisspartner). Das die Garnisonkirche nie wieder im Militärkontex auftreten durfte, war damals so selbstverständlich, dass dieser Punkt garnicht festgehalten wurde.

    Was ist davon geblieben?

    - die Kirche verabschiedet sich von ihren eigene Versöhnungkonzept. Burkhart Franck, Chef des Fördervereins, spricht sich offen gegen ein internationales Versöhnungszentrum aus - „wäre zu anspruchsvoll“.
    - stattdessen zieht heimlich die Militärseelsorge als Hauptstifter ein und mit dem Verteidigungsminister werden Spendenveranstaltungen durchgeführt
    - das Nagelkreuz kommt runter, die preußische Wetterfahne rauf
    - es wird von der kompletten Kirche als Sakralbau für 100 Millionen gesprochen und geworben. Insofern macht das Kompromissangebot des Herrn Stolpe nur den Turm aufzubauen keinen Sinn, da schon längts damals Bestandteil des Kompromisses.
    - städtische Mittel flossen über Umwege (Baufeldfreimachung, Verschwenkung der Straße, Abriss Rechenzentrum etc, Pachtland für den Käfig der Wetterfahne)
    - schließlich die 12 Millionen Steuerzusagen des Bundes

    Da hat's dann den Linken dann gereicht und sie haben den ohnehin schon unterlaufenen Kompromiss endgültig aufgekündigt und das Bürgerbegehren unterstütz. Irgendwie selbst Schuld, wenn man ständig Vereinbarungen unterhölt.

    Dieser Kompromiss muss jetzt neu ausgehandelt werden!

    Ob er zu den gleichen Konditionen zustande kommt wie damals, ist höchst fraglich. Jetzt wo der Oberbürgermeister schon mal an der Volkesmeinung schnuppern durfte und vor Angst die Reißleine zog. Der Glaube in die Vertragstreue der Aufbaubefürworter ist so schwer beschädigt, dass man bezweifeln muss, ob in den nächsten Jahrzehnten eine neue Basis für ein Rekonstruktion von Teilen der Garnisonkirche zustande kommt.

    Okay, es gibt Aussagen, dass mehr Geld zur Verfügung steht. Wieviel? Von wen? Ein Spender oder mehrere? Öffentliches Geld dabei? Sind es wieder die üblichen, wie Militärseelsorge oder Siemenstsiftung oder Denkmalschutz- oder Gedenkstättengelder? Oder ist es jetzt Würth, Springer-Verlagsgruppe oder Thyssen-Krupp?

    Wenn das Geld zur Verfügung stände, warum fängt die Stiftung nicht umgehend an zu bauen? Ein adhoc Antrag einer Handvoll FWG-Mitglieder auf der letzten Vereinssitzung vor wenigen Wochen, mit dem Bau sofort zu beginnen und Fakten zu schaffen, wurde mit dem berechtigten Hinweis Leinewebers abgelehnt, das mit Steuergelder geförderte Projekte vor Baubeginn ausfinanziert sein müssen.

    Also was soll man glauben?
    Kann es sich die Kirche jetzt leisten die Bagger anrücken zu lassen? Jetzt wo sogar der Oberbürgemeister sagt: "... nach dieser Entscheidung [der Annahmen des Begehrens durch die StVV] werden wir bei dem Projekt nicht so weitermachen können wie bisher"

    Die evangelische Kirche hat sich von gewissen Eliten vor den Karren spannen lassen um ein Stadtbild zu heilen. Als dank wurde ihr eine hübsche Kirche für umsonst versprochen. In einer Region mit einen Christenanteil von unter 17% ist aber eigentlich Missionsarbeit angesangt.

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    • bereits seit Juli 2013 die Baugenehmigung vorliegt,
    • mit mehr als 20 Millionen Euro schon die Hälfte an Spenden gesammelt wurde, und
    • eine Auflösung der Stiftung aufgrund der Mehrheitsverhältnisse im Kuratorium sowie der Rechtsverhältnisse in der Bundesrepublik Deutschland nicht möglich ist.

    Alles richtig, bis auf die Behauptung das schon 20 Millionen an Spenden eingesammelt wurden. Laut der letzten offiziellen Aussage der Stiftung im April steht für den Baustart 13 Milllionen zur Verfügung. Davon sind 12 Millionen Steuerzusagen. Lediglich 1 Million wäre demnach von den 9,7 Millionen bisher eingesammelten Klein- und Großspenden, aber auch PMO und Lottogelder übrig. In fast 10 Jahren gingen für die temporäre Kapelle, Baupläne und nicht zu vergessen für zwei bis vier hochdotierte Volltagsstellen über 8 Millionen drauf. Ob das so im Sinne der fleißigen Spendenziegelkäufer war?

    Wenn jetzt, 4 Monate später von 20 Millionen die Rede ist, dann wurde anscheinend in kürzester Zeit 7 Millionen eingesammelt. Natürlich bleibt die Stiftung ihrer Intransparenz treu und sagt nicht ein Wort über die Zusammensetzung der "Spenden". Gibte es eine Aufsicht der Stadt über den Sitz im Kuratorium? Quatsch!

    Auch wenn es keine rechtliche Möglichkeit mehr besteht einen Wiederaufbau zu verhindern, bleibt doch am Ende folgende Frage übrig:

    Wird es sich die Evangelische Kirche Berlin-Brandenburg-schlesische Oberlausitz wagen können GEGEN eine Stadtbevölkerung, diese mit einer 100 Millionen teuern Symbol-Kirche zu beglücken. Wohlgemerkt sich diese Kirche auch noch aus Spenden und öffentlichen Mittel finanzieren zu lassen, ohne selbst einen Cent zuzugeben?

    Ich denke es ist eine Frage der Zeit, wann die evangelische Kirche die Reißleine zieht. Die Kirche nimmt einfach zu viel Schaden. Handelte es sich um eine katholische Kirche hätte der Pabst längst eingegriffen (siehe Tebartz von Eltz). Die Kirche verliert Glaubwürdigkeit und Mitglieder. Jedes wirtschaftlich denkende Unternehmen muss irgendwann das Ruder rumreißen oder es geht bankrott.

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    Fakt ist: Potsdam braucht eine schönere Innenstadt, die auf ihrer Gründung basiert und dazu gehört die Garnisonskirche. Dieser Weg ist völlig richtig.
    Schaut euch Potsdam doch mal an. Die Innenstadt ist zersiedelt mit breiten Straßen wie im Mittleren Westen. Dazu kommen zahlreiche Wohnblocks und 70er Jahre Bauten. Hübsch ist das nicht gerade und verschreckt Touristen aus dem In-und Ausland, die neben der Schlössertour auch durch das Zentrum kommen.
    Das sind wichtige Einnahmequellen.

    Also sie als Braunschweiger müssen es ja wissen. Uns vorzuschreiben, was wir in Potsdam als schön anzusehen haben.
    Fakt hingegen ist: Die Stadt so wie sie ist erfreut sich höchster Beliebtheibt. Wir haben innerhalb 6 Jahren 10.000 neue Einwohner bekommen. Die Mieten explodieren. Dennoch haben wir einer der höchsten Geburtsraten des Ostens.
    Die Tourismuszahlen und Übernachtungen steigen unaufhörlich. Potsdam entwickelt sich prächtig. Vor allem liegt das an unseren vielen historischen Schlösser und Gärten. Nur leider ist die Erhaltung unserer Schloßanlagen nicht ausfinanziert. Die 12 Millionen für den Wiederaufbau der Garnisonkirche wurden aus dem Denkmalschutzfond entnommen! Gelder die eigentlich für die Sanierung der maroden Potsdamer Friedenskirche (da liegen auch ein paar Könige begraben) gedacht waren.
    Braunschweiger, machen sie sich bitte keine Sorgen um unsere Stadt. Wir kommen klar und lieben unsere Stadt so wie sie ist.

    Ich kritisiere ihr Provinzstädtchen ja auch nicht, obwohl man sich vortrefflich über ihr Kaufhaus lustig machen könnte.

    Ich wage auch noch zwei Anmerkungen zu Konstantins letzten Beitrag.

    Sicherlich gebietet es die religöse Toleranz, Sakralbauten unterschiedlicher Religionen zu dulden, nur die Garnisonkirche wird zum jetzigen Stand aus überwiegend öffentlichen Mitteln finanziert. Ich möchte nicht mit Details langweilen, aber laut einer Auskunft der Stiftung im April steht für den Baustart 13 Millionen zur Verfügung. Davon sind 12 Millionen lupenreine Steuergelder. Die evangelische Kirche selber möchte für ihre eigene Kirche nach eigenen Bekunden kein Geld ausgeben! Ich finde, dann läßt sich zumindest für die öffentlichen Mittel schon ein Mitbestimmungsrecht herleiten.

    Und desweiteren hat die von Konstantin bevorzugte repräsentative Demokratie ihre Entscheidung getroffen: sie hat sich für die Übernahme des Bürgerbehren entschlossen. So kurios die Entscheidung auch zustande kam. Wann hat man das schon mal gesehen, wenn aus reiner Angst vor einem Bürgerentscheid ein Oberbürgemeister einen Antrag auf Übernahme des Bürgerbegehren durch die StVV stellt, sozusagen die Notbremse zieht, selber dann in seiner mündlichen Begründung gegen seinen eigenen Antrag wettert und sich schließlich der Stimme enthält.

    Ich bin Jahrgang 1970. Wenn es ihnen beliebt, beschimpfen sie mich als stalinistischer Ublricht-Enkel oder überziehen mich mit negativen Bewertungen.

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    @ Potsdamer: wie soll denn im Fall der Garnionkirche eine Kompromissituation aussehen - unten Mercure und oben Wetterfahne mit Adler? Dein Ansatz ist im Prinzip richtig, nur was heisst das dann?

    Ich glaube so ein Ort wie der der Garnisonkirche, mit ihrer Bedeutung und Symbolik, kann nur mit einen KONSENS in der Gesellschaft bebaut werden. Es reicht nicht wen eine 25% Gruppe die Kirche 1:1 rekonstruiert will, weil sich dadurch eine andere 25% Gruppe provoziert fühlt, die immer dagegen halten wird. Und die Deutungshoheit was nun genau oder in welchen Maße provozierend für die anderen ist, kann nicht von der ersten Gruppe festgelegt werden.

    Wenn man dies berücksichtigt, bleibt eigentlich nichts übrig als den Ort neu zu denken.
    Ein von einer breiten Mehrheit getragen Entscheidungsinstanz, wie immer die auch aussieht, wird klären müssen was und wie an diesem Ort passieren soll. Eine Nutzungart, einen Inhalt finden.

    Wenn der Inhalt gefunden ist, dann muss sich eine Form finden. Dann sind unsere Architekten gefragt. Eignentlich einmal teil der Avantgarde unserer Gesellschaft. Mit einen künstlerischen Anspruch. Nicht umsonst sind ihrer Werke mit Urheberechten geschützt. Wie ein Maler sollte er den Drang verspühren was Neues eigenes zu erschaffen, anstatt sich mit der Erstellung von Auftragskopien zufrieden zu geben.

    Und wir haben in Deutschland Architekten die dazu in der Lage wären. Nur ein Beispiel: Jürgen Engels, der in Algier gerade die Moschee mit dem höchsten Minarett Afrikas baut. (http://www.daserste.de/information/wi…062014-106.html)

    Dann, ja dann vielleicht, wird dort ein Gebäude stehen, das ebenbürtig der alten Garnisonkirche, identitätsstiftend für die Bürger Potsdams, der Zukunft zugewand aber die Herkunft nicht verleugnend, und vielleicht einfach nur schön ist.

    Wie kommt man hier immer gleich darauf, dass wenn man Zweifel an dem Wiederaufbauprojekt äußert, sofort den Kommunisten zuzuordnen ist? Meine Herren, zwischen ihren hier zahlreich vertretenden Positionen und denne von ihnen favorisierten haßzerfressen Anarchos, liegt eine weite Palette unterschiedlichster Schattierungen und Einstellungen zur Garnisonkirche. Ich glaube am Ende wird weder ihre Weltsicht, noch die der Linksaußen das Rennen machen. Das Spiel wird im Mittelfeld entschieden. Und ich vermute persönlich, der letzte Kick oder der tödliche Pass gegen das Projekt wird aus der evangelischen Gemeinde selber kommen.

    Als fast "Nurleser" bin ich doch sehr erstaunt, wie die Teilnehmer dieses Forums, welches sich wohlgemerkt um ARCHITEKTUR drehen sollte, mit Meinungen umgehen die offensichtlich nicht Teil der Mehrheitsmeinung hier sind.

    Der Beitrag von Klarenbach liest sich als eine Bereicherung der Diskussion, klar und verständlich, mit nur wenigen, dann aber prägnaten bewertenden Worten. Sicherlich tendenziös, aber auf keinen Fall beleidigend oder hasszerfressen. Sicherlich nimmt er einige Argumente der Gegner auf, ja und? Das tuen über 10% der Potsdamer mit ihrer Unterschrift auch.

    Es macht überhaupt keinen Sinn die Kritik von nicht wesentlichen Teilen der Bürgerschaft dieser Stadt so im Bausch und Bogen zu verdammen.
    Zumindest wird es dem Zweck, Anspruch und Nutzungskonzept des Projektes "Wiederaufbau Garnisonkirche" - der VERSÖHNUNG nicht gerecht.

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    Ihren Optimismus in allen Ehren, aber es bedarf nicht mal eines Blickes in die Ferne in Richtung Shanghai, Singapur oder Dubai um festzustellen, dass die Architekten heutiger Zeit es eben regelmäßig nicht schaffen, eine solch einzigartige Dominante, wie sie die Garnisonskirche für Potsdam darstellte, hinzubekommen.

    Diese Worte im Deutschen Architektur Forum !
    Und es rührt sich kein Fünkchen Standesehre!
    Kein Widerspruch der Architekten und Stadtplaner.

    Das kommt einer Kapitulation gleich.

    Würde ich als Ingenieur mich so meine Herausforderungen stellen, wäre Deutschland bald ein Bankrottkandidat und nicht auf PLatz 2 im Export.

    Man möchte den Architekten und Stadtplanern zurufen: "Nun reißt Euch doch mal zusammen! Und werdet Eure Verantwortung gegenüber Eurer eigenen Generation gerecht." Aber schon Aufgeben ohne es überhaupt zu versuchen, zu lamentieren, dass man eh nie die Leistung der glorreichen Vorgänger ereichen wird, erinnert mich an meine pubertierenden Kinder.