Angenommen, ich werde durch einen unglücklichen Zufall ausgerechnet in Berlin Mitte geboren und wachse dort auf. Strebe möglicherweise eine Ausbildung zum Krankenpfleger oder Polizisten oder Friseur an... müsste ich dann nach Reinhards Logik mit erreichen des 18. Lebensjahres meinen Heimatbezirk verlassen und nach Spandau ziehen? Weil, gibt ja schließlich kein Recht auf Heimat sofern die Heimat blöderweise ausgerechnet ein teurer Szenebezirk ist den sich numal nur besserverdiener leisten können.
Beiträge von snitch
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Kultur spielt in diesem Easyjet-Touristen-Hotspot eher eine untergeordnete Rolle.
Was wohl die Künstler die dort jedes wochenende musizieren, performen, tanzen, gestalten, singen, ausstellen, darbieten und proben dazu sagen?
Oder die Betreiber der Theaterwerkstatt. Oder die Macher des Freiluftkinos. Oder die Pächter der Tanzschule. Oder die Mieter der Musikproberäume oder die Leute vom freien Artistenverein? -
ein urbanes Stadtviertel kann nur dann wirklich funktionieren wenn es von den Bewohnern auch als solches genutzt wird. Wenn es aber aufgrund horrender Gewerbemieten keine Läden des täglichen Bedarfs mehr gibt sondern nur noch Starbucks, Burgerläden und PRADA Flagshipstores suchen die Bewoner irgendwann das weite.
Da hier Paris genannt wurde...
Paris ist ja ein tolles Beispiel dafür wie eine touristische Weltstadt ihren kleinteiligen, homogenen Charackter selbst im Zentrum bewahren kann. Auch in Rom oder Florenz funktioniert das gut. Natürlich gibt es die großen, Touristischen Einkaufsmeilen aber in diesen Städten fndet man trotzdem noch immer unzählige kleine, Inhabergeführte Modeläden, Kunsthandwerker, Bistros etc. Woran das liegt weiss ich leider auch nicht. -
Und zweitens kann ich - auch im Vergleich zu anderen Metropolen der Welt - nicht ganz nachvollziehen, dass es ausgerechnet in Berlin ein Grundrecht auf billiges Wohnen im direkten Zentrum geben soll.
Stimmt. Das wäre ja auch wirklich zu viel des guten. Die Leute sind wirklich selbst schuld. Was erdreisten sie sich auch in Mitte geboren zu werden und dort aufzuwachsen und dort ihre Arbeitsstätte zu haben und ein soziales Umfeld aufzubauen. Weiss doch jeder dass es kein Grundrecht auf Leben in Innenstadtlage gibt.

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Irre ich mich oder sind die Wohnungen jetzt am Ende doch noch etwas teurer geworden?
56qm für 1100€ warm ist schon bisschen viel.
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Ganz ehrlich: Warum soll jeder, der kein oder sehr wenig Einkommen hat ein generelles Recht und Subvention auf Wohnraum in der besten Wohnlage haben?
Tja, manche Leute werden in diesen sogenannten "besten Wohnlagen" geboren, wachsen dort auf, vebringen dort ihr halbes Leben, sind dort zuhause... und sind dann aber leider doch nur Erzieher oder Verkäufer oder noch schlimmer gar nichts geworden. Und zack, schon hat sich nach deiner Logik ihr Recht auf Heimat und soziales Umfeld verwirkt. Bloß raus mit dem nutzlosen Gesindel. Wer sich seine Heimat nicht mehr leisten kann soll doch bitte woanders hinziehen.
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Das ganze Anschutz Areal könnte sich tatsächlich zu einem Musterbeispiel eines gelungenen modernen Stadtviertels durchsetzen und damit ein Kontrastprogramm darstellen zum (meiner Ansicht nach) völlig vermurksten Entwicklung um den Hauptbahnhof herum.
Daraus wird auch hier leider nichts werden. Es wird ein weiterer Unort wo man stets durch, aber nie hin will. Die Gründe sind vielfältiger Natur und seit langem bekannt. Die Vorraussetzungen für ein "gelungenes Stadtviertel" werden bei weitem unerfüllt bleiben.
Wenn dort alles fertig ist kannst du ja dann mal an einem Sonntagabend im Spätherbst dort hinfahren und die spannende, lebendige, urbane Atmosphäre des Ortes erkunden. -
Ich sehe das wie Backstein.
Was eher zu befürchten ist, dass die gegenwärtigen existierenden sozialen Nischen langsam verdrängt werden, die Gentrifizierung wird hier auf jeden Fall zuschlagen und das noch gegenwärtige Idyll verändern.Im nördlicheren Moabit hat die Gentrifizierung bereits voll zugeschlagen. Allerdings ohne die üblichen, positiven Effekte. Hier ist es jetzt einfach sehr teuer... ganz ohne Craftbeerbars, Coffeeshop und Bioläden.
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es gibt in der gegend bereits ein sehr gemütliches Kino. Nämlich den Filmrauschpalast in der Kulturfabrik.
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soll das bedeuten dass einer der letzten verbliebenen Altbauten des alten Hansaviertels abgerissen werden soll?
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Ja, das bleibt leider so.
Fügt sich wirklich in keinster weise in die ansonsten vollständig von Ziegel und rotem Sandstein geprägte Kruppstraße ein.

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^ Muss man eine weit über die Stadtgrenzen hinaus bekannte Institution der Off-Kultur dichtmachen, damit eine von Dutzenden Filialen einer x-beliebigen Hotelkette besser ausgelastet ist? Eher nicht.
da exakt dieser fall in der Vergangenheit bereits x-mal genau so passiert ist sehe ich fürs YAAM an dieser stelle leider keine Zukunft.
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Wer zieht eigentlich freiwillig 10 Meter neben Berlins größten (rein flächenmäßig) Club?
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Der ruinöse Altbau soll endlich saniert werden. Viel Charme und Kreativität versprüht die Planung jedoch leider nicht:
Irgendwie schade. Ich mochte dieses angeranzte Haus sehr gern.
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Im Sinne von: Wird beides passieren. Kann aber noch 1, 2 Jahre dauern...Ist doch schon längst im Gange. Versuch mal rund ums Kottbusser Tor eine bezahlbare Wohnung zu finden.
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dieses kleine Fundstück möchte ich euch nicht vorenthalten...
Erinnert mich irgendwie sehr an den Ziegelbau von Chipperfield.
Gefunden im Wikipedia Artikel über die kurdische Stadt Diyarbakır.
Bildnachweis: wikimedia creative commons. -
Das Wort "Nahversorgungszentrum" beschreibt nur einen kleinen Teil seiner Nutzung. Mit dem, was vor 50 Jahren unter diesen Begriff fiel, hat der Entwurf nichts gemein. Daran ändern auch empörte Ausrufezeichen nichts, Snitch.
ey, ich habe nur ein einziges Ausrufezeichen verwendet... nicht elf!

Ich verstehe das übrigens anders: Dieses Gebäude IST das Nahversorgungszentrum für das GESAMTE Quartier. Und das wiederrum, ist sehrwohl typische Nachkriegsstadtplanung. Stadtrand, Neubauviertel in nähe eines Gewerbegebietes und irgendwo zwischen den endlosen Wohnblöcken gibt es ein Nahversorgungszentrum.
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da ist es wieder.. dieses wörtchen: "Nahversorgungszentrum"
Das ist Stadtplanung der 60er Jahre! -
Bin ja wirklich mal gespannt wie sich das auf Moabit auswirken wird.
Zwängen sich dann 500 gut situierte Neumoabiter in die 2 Kneipen die es dort gibt oder fahren die zum saufen lieber nach Mitte?Bekommt Ostmoabit dann vielleicht endlich einen Bäcker?
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Mehr Visus vom Rieck II Entwurf gibt es nun auch auf der Website der Architekten.
Endlich bekommt Moabit auch so ein schönes, großes Quartier wo man immer nur durch, aber niemals hin will.
Die Eigentumswohnungen in dieser Architekturdystopie werden natürlich trotzdem weggehen wie die warmen Semmeln.
Ich bin übrigens auch für eine Umbenennung. Europa-Gewerbegebiet Süd-West. Das "City" im Namen kann man bedenkenlos streichen.