^ ich stimme dir in soweit zu, dass ich deine subjektive Einschätzung, wie Städte in Deutschland gesehen werden, ebenso teile wie deine Meinung, dass dort ein Hochhaus gebaut werden muss.
Zu 1.
Ich vermute, dass diese Einstellung z.T. auch daher kommt, dass viele Neubauten einfach keine Bereicherung für diejenigen darstellt, die dort nicht drin wohnen und sich auch nur im großen nur marginal von einander unterscheiden.
Mir fällt es in den meisten Fällen auch sehr schwer, mich über einen Neubau zu freuen. Natürlich gibt es ab und an auch Ausnahmen, aber meist stoßen mir die selben Punkte dabei negativ auf:
- Fassaden sind wenig interessant und detailreich gestaltet, meist als WDV mit Rauputz in Grau/Beige/Weiß
- Vorhandener Blockrand wird durchbrochen und manchmal sogar in Zeilenbebauung vorgesehen
- Es werden keine einzelnen Gebäude sondern oft Areale entwickelt, sodass eine abwechslungsreiche Architektur ausbleibt.
- Gewerbliche Nutzung im EG fehlt (Büdchen, Café, Bäcker, Schuhmacher, Reinung etc.)
- Dachlandschaften werden zu Flachdachwüsten
- etc. ...
Ergänzend dazu vertut man meiner Meinung nach auch bei größeren Entwicklungsarealen oftmals eine Chance, da diese einfach zu provinziell angesehen werden.
Natürlich sind Entwicklungsareale am Stadtrand keine Innenstadt, aber die großen Stadtentwicklungen im 19. Jahrhundert wurden auch nicht mit maximal 2 geschossigen MFH und sonst nur EFH durchgeführt, sondern eben in einer entsprechenden Dichte, Höhe und geschlossener Blockrandstruktur, was diese Viertel heutzutage immer noch extrem begehrt macht.
Verwunderlich ist es dann eben, dass man dieses augenscheinlich erfolgreiche Vorgehen nicht nur nicht weitergeführt hat, sondern die Dichte, Höhe, und den geschlossenen Blockrand reduziert.
Zu 2.
Neben dem vorangegangene Absatz zeichnet sich diese Lage doch dadurch aus, dass angrenzend bereits höhere Gebäude (Colonius, Herkulshochhaus, Telekomgebäude) vorhanden sind, ich die Problematik des erwähnten Schattenwurfes hier überhaupt nicht erkennen kann und dies eben die beste Möglichkeit ist, auf geringstmöglicher Fläche, an einer sehr stark befahrenen Straße, möglichst viele Menschen unter zu bekommen.
Darüber hinaus bietet sich hier auch eigentlich keine andere Gebäudestruktur an, da es keinen geschlossenen Blockrand gibt und der Colonius, als Solitär, direkt angrenzt.
Was ich von dem Nutzungskonzept halten soll, weiß ich gegenwärtig noch nicht. Sollte es dafür aber eine ausreichend große Nachfrage geben, dann zeigt es sich doch, dass dafür ein Bedarf vorhanden gewesen ist, was z.T. auch dazu führen kann, dass die dortigen Mieter anderweitig für Entlastung sorgen.
Sollte das Konzept wiederum nicht aufgehen, ist dies das Problem des Investors. Er wird dann versuchen den Verlust so gering wie möglich zu halten, was ggf. durch eine unmöblierte Wohnung und demnach einen günstigeren Mietpreis zu erzielen sein könnte.
So oder so. Es werden Wohnungen geschaffen, es werden, in welcher Wohnform auch immer, dort Menschen wohnen und dies wird zu einer Entlastung führen.