Beiträge von Wunderknabe

    Interessant wie hier im Forum die Wahrnehmung verschoben ist. Das ist doch ne kleine Hütte die sich super von der Kubatur in die Umgebung einfügt?

    Von der S-Bahn aus fällt es mir bis dato auch nicht negativ auf. Aber nun ja, ist ja auch noch nicht fertig..

    Ich habe mal visualisiert, wie es aussähe, wenn es wirklich den Rahmen sprengen würde und dies eine beliebige andere Stadt, z.B. in Asien wäre, wo sowas gang und gäbe ist.

    Ach und wo ich schon dabei war, ist mir noch aufgefallen dass die rot markierte Stelle doch wirklich gut wäre für das richtige van-der-Roh'sche Spreedreieck :)

    Naja, die Kollhofftürme in Den Haag finde ich ehrlich gesagt etwas enttäuschend. So sehr ich auch Fan bin von Kollhoff.
    Die sind nur eine relativ einfallslose Quadratur des Kollhoff-Turmes vom Potsdamer Platz in meinen Augen.
    Ganz zweifellos hätte/wird es das nicht in Berlin geben, dass der gleiche Architekt zweimal etwas derart ähnliches baut
    in der gleichen Stadt.

    Es geistert doch dieser Glasturm entwurf für das Hines-Areal rum. Sicher, so wahnsinnig besonders wäre das nicht.
    Aber das muss es auch nicht unbedingt sein. Hochwertig und Stilvoll nicht exzentrisch sind für mich die Schlagworte
    nach denen Wolkenkratzer dort gestaltet werden sollen.

    Was Mieter betrifft: viele aufsteigende Firmen wie Zalando zeigen rasant wachsenden Platzbedarf. Ich arbeite selbst
    in einer schon ziemlich großen Firma die weiterhin wächst. Bald, wenn nicht schon jetzt existieren durchaus Firmen
    mit entsprechendem Platzbedarf. Naja, bezahlbar muss es natürlich auch bleiben, was am ehesten das Problem wäre eines Neubaus
    angesichts der noch immer relativ niedrigen Mieten in Berlin.

    Ansonsten ist Wohnraum ja auch ein wachsender Markt in Berlin. Alleine das müsste schon für 1-2 Türme reichen ^^

    Wird das Gebäude nun abgerissen oder umgebaut+aufgestockt?

    Und sehr sehr schade dass der Sockel so bleiben soll. Den fand ich immer am Schlimmsten am ganzen Komplex, weil er sich optisch nicht einfügt und wie ein großer, strukturloser Koloss wirkt der wenig sowohl mit dem Hochhaus als auch der Umgebung zu tun hat.

    Schade, dass es wohl so bleibt.

    Kann mich dem nur anschließen. Für diesen Ort hätte ich zumindest was den optischen Aspekt angeht, mehr erwartet.

    Es mögen ja durchdachte und sehr gute Entwürfe sein die bis in die Details funktionieren und clever sind, aber der normale Betrachter kommt ja meist garnicht bis zu so einer Bewertungsstufe, wenn die Optik schon so ein banaler Griff ins Klo wird.

    Naja, andererseits urteilt der normale Betrachter halt auch nur basierend auf tollen (oder nicht so tollen) Renderings und nicht auf Basis von Plänen und Modellen wie der Fachmann..

    Dekoratives Anführungszeichen

    Dass man weder Fernsehturm noch Karl-Liebknecht-Str. umverlegen wird, muss man wohl nicht wirklich noch erwähnen? Primär geht es um die heutige Freifläche zwischen Marienkirche, Rathaus und Spree. Reicht ja eigentlich auch erstmal für den Anfang. Soviel zum Thema Kleinkindniveau.

    Scheinbar muss man es für etwas langsamere Leute doch erwähnen, denn ja, richtig, diese Dinge stehen garnicht zur Debatte, was meine These, der ursprüngliche Zustand könne garnicht wiederhergestellt werden nur stützt.

    Das Gebiet um das es hier geht endet auch nicht vor dem Rathaus, wie auch immer du darauf kommst. Aber vielleicht ist da eine unsichtbare Grenze die mir garnicht aufgefallen ist?

    Dekoratives Anführungszeichen

    Auf dem fraglichen Areal stehen keine Gebäude.


    Abgesehen vom Fernsehturm+Sockel und dem im Bau befindlichen Alea 101, sowie der Spandauer Str die leicht anders verläuft. Ach und noch die Riegelbauten entlang der Karl-Liebknecht-Str nebst der STraße selbst.
    Ist eigentlich Kleinkindniveau, dass ich das alles noch aufzählen muss: ein blick auf die überlagerte Karte weiter oben hätte genügt ;)


    Dekoratives Anführungszeichen


    Und genau das ist der Punkt hier: Wir reden keineswegs über ein geschichtsloses Niemandsland, sondern um ein für diese Stadt elementar prägendes Areal - nämlich ihrer alten Mitte. Diese Mitte ist mutwillig zerstört bzw. planiert und nicht etwa planvoll abgerissen worden. Es ist ein Gebot unserer historischen Verantwortung diesen Zustand zu korrigieren.
    Im Übrigen ist das alte Straßenraster selbstverständlich immer noch vorhanden. Es zeigt sich bei jeder Grabung überall in diesem Gebiet.


    Gleiches trifft auf viele andere Gebiete innerhalb der Stadt zu, z.B. direkt am Alexanderplatz, oder am Potsdamer Platz.
    Dort hat es doch auch geklappt mit der Neuinterpretation des Ursprunglichen Zustandes (Potsdamer P.), bzw. sogar mit einer freieren weiterentwicklung (Kollhoffscher Plan für den Alex und die Umgebung). Warum nicht auch hier?

    Ich sage (nochmal) nicht, dass man die alten Grundrisse komplett vergessen sollte, sondern sich daran orientieren soll. Das heißt nicht dass sie 100% wiederhergestellt werden. Das ist im übrigen (wie schon mehrfach gesagt) auch garnicht möglich. Eben wie im letzten Absatz beschrieben, aber z.B. auch weil 2 m breite Gassen heutzutage kaum machbar wären (Baurechtlich) vermute ich.

    Dekoratives Anführungszeichen

    Also um den Kostenunterschied geht es hier sicher nicht. Es geht darum ob oder ob nicht wiederbebaut werden soll und - wenn ja - was und wieviel.


    Eben. Nichts anderes sage ich. Das mit den Kosten war wie gesagt nur ein Nebenaspekt (der hier zugegeben nicht so sehr zum tragen kommen würde, sind ja doch überwiegend recht gleichmäßige Grundstücke).

    Dekoratives Anführungszeichen

    Von viel größerer, da stadtbildprägender Bedeutung sind Straßen, Plätze und Sichtachsen - das schließt ein Raster auch mit gekrümmten Straßen natürlich ein.


    Das alte Straßenraster ist aber von der Karte getilgt worden und kann garnicht wiederhergestellt werden.
    Einige nicht zur Disposition stehende Gebäude und Straßen verhindern dies ;)

    Abgesehen davon finde ich nicht, dass Straßen eine höhere Darseinsberechtigung als Gebäude oder andere Elemente der Stadt haben.
    Einzig die Tatsache dass sie eben oft über Jahrhunderte konstant in Benutzung bleiben, erhält ihre Form.
    Dies ist ja nun hier nicht so. Also gibt es einen Grund weniger wieder exakt die alten gekrümmten Straßen wiederherrichten zu müssen.

    Dekoratives Anführungszeichen

    Welche Form? Du glaubst ja wohl hoffentlich nicht, dass man früher keine geraden Wände mauern konnte, weil die Straße krumm war? :D


    Äh nein. Aber ein Nicht-Rechteckiges Grundstück dass man halt bis zu den Grenzen ausnutzen will (Ertragsfrage) erfordert
    ein Gebäude das - wen wunderts - auch nicht-rechteckig ist. Und das kostet ganz einfach mehr.
    Seitens der Stadt so einen B-Plan anzubieten heißt, es Investoren ein wenig weniger Schmackhaft zu machen.
    Wie gesagt, es ist nur ein Nebenaspekt und ich glaube auch nicht dass sowas ausschlaggebend wäre.
    Aber es kommt dazu.

    Brandschutz?
    Wie beeinflusst eine außen angebrachte Schicht Brände von innen ?

    Ökologisch?
    Ja, die herstellung/entsorgung ist nicht gerade Umweltfreundlich. Aber es gibt ja noch ne menge alternativer Dämmmaterialien.
    Häuser anständig zu dämmen ist aber der Weg der Zukunft, und indiskutabel. Das Energieeinsparungspotential von Gebäuden ist gewaltig.

    Schimmel?
    Wer sein Haus und seine Wohnung anständig pflegt und lüftet wird keine Probleme mit Schimmel bekommen.

    Die gekrümmten Straßen der alten Altstadt waren ja nicht so entstanden weils schön ist, sondern weil sie sich der Form der Stadtgrenzen/befestigung anpassen mussten.

    Man rekonstruiert doch nicht nur um dem Auge was bieten zu können, sondern auch weils einen Zweck erfüllen muss. An eine Stadtgrenze muss man sich nicht mehr halten, heute ginge es um die wiederherstellung von Straßenfluchten.
    Und glaube mir, auch rein aus Kostengründen wird man kaum viele gekrümmte Straßen zulassen. Mag weit hergeholt klingen, aber der Kostendruck bei jedem neuen Gebäude ist enorm. Da einen Entwurf zu haben der alleine schon wegen der Form 10-20% teurer werden muss könnte schon viele Investoren abschrecken.

    Aber dies ist nur ein Nebengrund. Ich bin auch der Meinung, dass rechte Winkel und ein Raster durchaus gut zu der Gegend passen. Wie gesagt bildet sich das bereits jetzt im Plan der Stadt ab (siehe Lageplan mit blauen Systemlinien).


    Eine Rekonstruktion gleich auf welcher Ebene, ob einfach die Blockgrenzen wiederbelebt und Straßen wiederhergestellt oder die Vollkonstruktion als historische Kopie kann doch immer nur ein gestalterischer Bonus sein, aber nicht der Hauptzweck.

    Hm? Es orientiert sich an den alten Grundrissen. Nur dass die Blockgröße halbiert wurde.
    (was übrigens garnicht so wichtig wäre - es könnte auch weniger kleinteilige Blockstrukturen geben)
    Klar, so ganz gerade waren die Straßen damals nicht, aber prinzipiell liefen sie entlang
    der selben Strecken (oder sehr ähnlich)


    (c), Senatsverw f. Stadtentwicklung/Vermessungsbüro Zech und Ruth


    Abgesehen davon sollte man sich von der Vorstellung lösen, dass man ein "Altstadt"-Viertel
    baut. Es gibt keine Altstadt (mehr) und sie wird auch nicht wiederkommen. Dort plant
    man ein neues Viertel nach heutigen (und hoffentlich nachhaltigen) Gesichtspunkten.
    Das heißt nicht, dass die Gestaltung der Blöcke und der Kubaturen die "alte" Altstadt
    vergessen sollte. Ganz im Gegenteil.

    Aber die gekrümmten Straßen wie 1943 wird es ohnehin nicht mehr geben. Es geht
    schließlich auch schlicht darum die nörliche mit der südlichen Seite zu verbinden
    bei der Planung der Straßenverläufe. Wäre gespannt wie das gehen (und erklärt werden) sollte bei einem Einsatz von gekrümmten Straßen strikt nach historischem vorbild.

    Naja, ich fahre fast täglich eben diese Strecke. Morgens um 9 von west nach ost, abends um halb 7 umgekehrt. Ab der Kreuzung Breite Straße/Mühlendamm (und alles östlich) fliest der Verkehr in der Regel recht flüssig. Teilweise gehts da richtig flott vorran. Dass du angeblich ne halbe Stunde für die kurze Strecke brauchst kann ich kaum glauben.

    Wofür man lange braucht, ist der Part zwischen Fischerinsel und Potsdamer Platz; leider auch wenn man Ausweichstrecken fährt über die Französische/Behrenstr.

    Das ist z.Z. aber vermutlich auch aus der Baustelle am Lpz. PLatz begründet, die die Straße dort noch deutlich einengt auf je eine Spur pro Fahrrichtung.

    Jedenfalls wäre es fatal den Verkehsfluss ost-west durch Mitte einzuschränken. Es zwängt sich eben schon jetzt durch Nadelöhre.
    Vielleicht sollte man sogar versuchen z.B. den Tunnel der den Alex unterquert zu verlängern, bis zur Mühlendammbrücke. So zweigt man den großteil des Verkehres ab, der eben nur die Gegend durchqueren will und kann trotzdem seine verengten Straßen oberhalb bekommen.

    Eine ähnliche Lösung wäre für die Strecke zwischen Leipziger Str/Charlottenstr und Leipz. Platz auch nicht verkehrt. Das ist eigentlich das wahre Nadelöhr, das Zeit frisst auf der Strecke.

    Dekoratives Anführungszeichen

    Ich muß allerdings sagen, daß ich mir sowas nur als Übergang vorstellen kann. Das wäre sozusagen ideal als Promotion für eine zukünftige Bebauung. Man sollte dort für zehn Jahre oder mehr ein Freilichtmuseum einrichten. Das könnte man schön garnieren, sodaß auch tatsächlich ein neuer "Ort" entsteht.

    Oh je, eine riesige Fläche wertvollstes Bauland im Zentrum des Zentrums einer der angeblich wichtigsten Städte der Welt die eher aus Konzeptlosigkeit für Jahrzehnte freigeblieben ist und halt irgendwie zu soner Art Park geworden ist. Aber auch nicht so richtig.
    Und anstatt jetzt, da man den Mangel quasi erkannt hat, zügig voranzuschreiten und was-auch-immer daraus zu machen will man es ruhig noch ein paar Jahrzehnte verschleppen? Das ist echt nur in Deutschland und speziell in Berlin vorstellbar habe ich den Eindruck.

    Das soll nicht unbedingt gegen dich gehen, echter Berliner, aber das ist halt so ein typischer Ausdruck von dieser "schaun wir mal" Mentalität. Eine Stadt und zumal eben so ein Gebiet im Zentrum des Zentrums ist kein Fluss wo man sich treiben lassen sollte und mal guckt was dabei rauskommt, sondern die man aktiv und forsch gestalten sollte und muss, finde ich.

    Vor 20 Jahren gab es auch Stimmen die der Meinung waren man solle das grüne Band des Mauerstreifens einfach so lassen und mal schauen was daraus wird. Eine ebenso absurde Vorstellung, die zum Glück nie ernsthaft zur Debatte stand, sondern die man zügig angegangen und teilweise fantastisch gelöst hat.
    Wer so denkt soll sich ein Stückchen Acker kaufen und kann dann ja mal gucken was daraus wird mit der Zeit.


    However, ich möchte auch mal meinen Entwurf für das Gebiet vorstellen.
    Ich bin der Meinung, dass man das Gebiet zwischen Spree und Stadtbahn dicht bebauen kann ohne eine zwanghaft kitschige Altstadtatmosphäre schaffen zu müssen. Angelehnt ans historische Vorbild was die Grundrisse betrifft, aber angepasst an die aktuellen Verhältnisse.
    Gleichzeitig ist es durchaus möglich die aktuellen Aufenthaltsqualitäten zu erhalten.

    Alles bewusst kleinteilig. Der Sockelbau vom Fernsehturm müsste im ersten Entwurf etwas angepasst werden.

    So ein Umbau würde aber auch erfordern einige Blöcke beiderseitig (nördl/südl) des Platzes neu zu gestalten. Sonst verpufft die erwünschte Wirkung, einen zusammenhängenden Stadtteil zu erschaffen.


    (eigenes Bild)

    Andererseits muss ich zugeben, dass ich in letzter Zeit durchaus von der Aufenthaltsqualität des Gebietes vorm Fernsehturm/Rotes Rathaus bis zur Spandauer Straße überzeugt wurde. Es ist angenehm und durchdacht gestaltet, die großzügige Offenheit passt gut sowohl zum Fernsehturm als auch zum Rathaus.
    Man könnte das durchaus so lassen und nur das M-E-Forum bebauen.
    Einziges Manko bleiben aber die großen abschottenden Riegel beiderseitig
    des Platzes. An sich garnicht mal die schlechteste Architektur, aber trotzdem
    unpassend schon jetzt in ihrer Wirkung.

    Ich denke man könnte dieses Problem sehr gut lösen, indem man das Rathaus
    als Ursprungspunkt einer Staffelung von Türmen (mit niedrigerem Sockelbau) im bereich von 75 m Höhe annimmt, die sich beiderseitig des Platzes halt Staffeln und so zwischen der Vertikalität von Rathausturm, Fernsehturm und (zukünftigen) Hochhäusern am Alex als auch den niedrigeren Gebäuden drumrum (Nikolaiviertel, zu bebauendes M-E-Forum etc.) vermitteln, ohne wie die bisherigen Bauten die eine Seite von der anderen abzuriegeln.

    Ich denke dies verleit auch dem Rathaus mehr Wirkung, da es als Defacto
    wichtigstes Gebäude eigentlich zu wenig Inszeniert wird finde ich. Zwar wäre der Rathausturm dann ein Turm neben 8 gleichhohen, aber es wäre angesichts der zu erwartenden architektonischen Unterschiede klar was zuerst da war und worauf sich die anderen 7 beziehen:


    (eigenes Bild)

    Dekoratives Anführungszeichen

    Ich muß allerdings sagen, daß ich mir sowas nur als Übergang vorstellen kann. Das wäre sozusagen ideal als Promotion für eine zukünftige Bebauung. Man sollte dort für zehn Jahre oder mehr ein Freilichtmuseum einrichten. Das könnte man schön garnieren, sodaß auch tatsächlich ein neuer "Ort" entsteht.

    Oh je, eine riesige Fläche wertvollstes Bauland im Zentrum des Zentrums einer der angeblich wichtigsten Städte der Welt die eher aus Konzeptlosigkeit für Jahrzehnte freigeblieben ist und halt irgendwie zu soner Art Park geworden ist. Aber auch nicht so richtig.
    Und anstatt jetzt, da man den Mangel quasi erkannt hat, zügig voranzuschreiten und was-auch-immer daraus zu machen will man es ruhig noch ein paar Jahrzehnte verschleppen? Das ist echt nur in Deutschland und speziell in Berlin vorstellbar habe ich den Eindruck.

    Das soll nicht unbedingt gegen dich gehen, echter Berliner, aber das ist halt so ein typischer Ausdruck von dieser "schaun wir mal" Mentalität. Eine Stadt und zumal eben so ein Gebiet im Zentrum des Zentrums ist kein Fluss wo man sich treiben lassen sollte und mal guckt was dabei rauskommt, sondern die man aktiv und forsch gestalten sollte und muss, finde ich.

    Vor 20 Jahren gab es auch Stimmen die der Meinung waren man solle das grüne Band des Mauerstreifens einfach so lassen und mal schauen was daraus wird. Eine ebenso absurde Vorstellung, die zum Glück nie ernsthaft zur Debatte stand, sondern die man zügig angegangen und teilweise fantastisch gelöst hat.
    Wer so denkt soll sich ein Stückchen Acker kaufen und kann dann ja mal gucken was daraus wird mit der Zeit.


    However, ich möchte auch mal meinen Entwurf für das Gebiet vorstellen.
    Ich bin der Meinung, dass man das Gebiet zwischen Spree und Stadtbahn dicht bebauen kann ohne eine zwanghaft kitschige Altstadtatmosphäre schaffen zu müssen. Angelehnt ans historische Vorbild was die Grundrisse betrifft, aber angepasst an die aktuellen Verhältnisse.
    Gleichzeitig ist es durchaus möglich die aktuellen Aufenthaltsqualitäten zu erhalten.

    Alles bewusst kleinteilig. Der Sockelbau vom Fernsehturm müsste im ersten Entwurf etwas angepasst werden.

    So ein Umbau würde aber auch erfordern einige Blöcke beiderseitig (nördl/südl) des Platzes neu zu gestalten. Sonst verpufft die erwünschte Wirkung, einen zusammenhängenden Stadtteil zu erschaffen.


    (eigenes Bild)

    Andererseits muss ich zugeben, dass ich in letzter Zeit durchaus von der Aufenthaltsqualität des Gebietes vorm Fernsehturm/Rotes Rathaus bis zur Spandauer Straße überzeugt wurde. Es ist angenehm und durchdacht gestaltet, die großzügige Offenheit passt gut sowohl zum Fernsehturm als auch zum Rathaus.
    Man könnte das durchaus so lassen und nur das M-E-Forum bebauen.
    Einziges Manko bleiben aber die großen abschottenden Riegel beiderseitig
    des Platzes. An sich garnicht mal die schlechteste Architektur, aber trotzdem
    unpassend schon jetzt in ihrer Wirkung.

    Ich denke man könnte dieses Problem sehr gut lösen, indem man das Rathaus
    als Ursprungspunkt einer Staffelung von Türmen (mit niedrigerem Sockelbau) im bereich von 75 m Höhe annimmt, die sich beiderseitig des Platzes halt Staffeln und so zwischen der Vertikalität von Rathausturm, Fernsehturm und (zukünftigen) Hochhäusern am Alex als auch den niedrigeren Gebäuden drumrum (Nikolaiviertel, zu bebauendes M-E-Forum etc.) vermitteln, ohne wie die bisherigen Bauten die eine Seite von der anderen abzuriegeln.

    Ich denke dies verleit auch dem Rathaus mehr Wirkung, da es als Defacto
    wichtigstes Gebäude eigentlich zu wenig Inszeniert wird finde ich. Zwar wäre der Rathausturm dann ein Turm neben 8 gleichhohen, aber es wäre angesichts der zu erwartenden architektonischen Unterschiede klar was zuerst da war und worauf sich die anderen 7 beziehen:


    (eigenes Bild)

    Dekoratives Anführungszeichen

    Vielleicht sollte man in diesem Fall etwas langfristiger planen und die 20-30 Jahre bis Ende des Haltbarkeitsdatums der Stadtbiliothek einfach abwarten (viel länger kann das doch nicht mehr sein, oder?)


    Gebäude haben kein Haltbarkeitsdatum. Sie können bei entsprechender Pflege ewig währen. 80 oder 100 Jahre Nutzungszeit gibt man in der Regel höchstens für kleinere Bauten an, die spätestens dann eine große Sanierung brauchen - oder eben abgerissen werden müssten.