Beiträge von KrauseGlucke

    Aber davon können sich die Betroffenen leider im wahrsten Sinne des Wortes auch nichts kaufen.

    Vielleicht nicht im materiellen Sinne. Im Sinne des Bewusstseins über die Prekarität des gesamten Wohnungsmarktes haben Mieter*innen jedoch gewonnen, da sich die hiesige Bundespolitik mal endlich mit ihnen auseinandersetzen muss. Und das schärft die Fronten zwischen konservativen und nicht-konservativen Parteien. Auch im Hinblick auf die bevorstehende Wahl.

    Die Grünen fordern zumindest schon eine Mietendeckel Regelung auf Bundesebene. Die SPD und die Linke sowieso werden sich auch für etwaige Konzepte aussprechen.

    Ja der Berliner Mietendeckel wird wohl in die Geschichte eingehen als das handwerklich schlechteste und kontraproduktivste Gesetz der Bundesrepublik. Jetzt müssten die Politiker doch mal Anstand zeigen, und persönlich die Mietrückforderungen aus eigener privater Tasche bezahlen. Mein Gott, armes Berlin, womit hast du diesen Zirkus verdient.

    Kontraproduktivste Gesetz? Nun ja, es wurde in seiner jetzigen Form offiziell abgelehnt.


    Ich sehe dieses ganze Vorhaben eher als einen eigenmächtigen Versuch ein Zeichen gegen eine Politik der Ignoranz auf Bundesebene bezüglich städtischen Wohnens zu setzen. Die Ausgangssituation hat die Bundesregierung zu verantworten, die das ganze "Der-Markt-Regelt" Treiben in der Wohnungspolitik über Jahrzehnte angefeuert hat. Dieser Gesetzesvorschag war jetzt zwar ein Griff ins Klo, leitet aber eine bundesweite Debatte über dieses Thema ein. Das war lange überfällig und dafür bin ich persönlich dankbar.

    Ich glaube du hast nicht ganz verstanden worauf ich hinaus will. Die Ausgestaltung der Architekturen ist bis dato nicht definiert. Es ist lediglich eine städtebauliche Studie als Vorstufe zur Erstellung eines BPlans erstellt worden.


    1. Der Bezirk und Senat entscheiden sich aus verschiedensten Gründen gegen einen Abriss vom Ensemble

    2. Ein städtebauliches Werkstattverfahren wird ausgelobt, auf dessen Grundlage ein Leitbild entwickelt wird

    3. Erste Zwischennutzungen auf dem Areal etablieren sich

    4. Im Rahmen dieses Gutachterverfahrens erarbeiten Planungsteams in aufeinanderfolgenden partizipativ ausgestalteten Phasen (Gutachtergremium besetzt aus Fachplaner der Architektur, Landschaftsarchitektur, Stadtplanung, Bürger*innen, Eigentümer e) ein Städtebauliches Leitbild

    5. Eine Vorzugsvariante wird gewählt (Entwürfe von Teleinternetcafe & Treibhaus) und auf dessen Grundlage ein Rahmenplan mit allen beteiligten Akteuren (Bezirk, Senat, WBM, BIM) entwickelt (In dieser Phase sind wir gerade!)

    6. In der Rahmenplanung werden die Grundfeste für den neuen B-Plan definiert (Parzellierung, Erschließung, Abstandsflächen, Rettungswege, Nutzungen der Einheiten etc.)

    7. Der BPlan wird festgesetzt

    8. Die Realisierung auf den unterschiedlich parzellierten Flächen wird in Auftrag gegeben. Hierfür werden Architekten beauftragt, die individuell auf das Grundstück bezogene Entwürfe erarbeiten.


    Wir befinden uns wie bereits oben erwähnt in Phase 5. Es gibt eine Städtebauliche Vision, welche als Grundlage für ein BPlan steht. In einer Vision gibt es ebenfalls atmosphärische Darstellungen (z.B. Visualisierungen) für die mögliche Ausgestaltung des Areals. Die Ausgestaltung der Gebäude, Fassaden, Plätze der Neubauten im Ergänzungsbereich zu den bestehenden Gebäuden wird erst ab Phase 8, der Realisierungsphase, definiert. Hierbei zeigen die Visus aus dem Werkstattverfahren lediglich eine möglich Perspektive auf.


    Bezüglich deines mangelnden Respekts beziehe ich mich auf deine hier häufig zu beobachtende Brechstangenrhetorik komplexe Prozesse in der gegenwärtigen Stadtentwicklung zu simplifizieren. Du hättest dich als Bürger im Rahmen der Werkstatt beteiligen können um deinen Unmut zu äußern. Vielleicht hättest du ja dem Visualisierer die Maschendrahtzaun Fassaden ausreden können.


    Dir sollte bewusst sein, dass hier keine Idioten im Gremium sitzen, sondern Fachplaner, Professoren, Bürger und politische Vertreter. Der jetzige Entwurf ist in einem öffentlichen und langwierigen Diskurs dieser Akteure erarbeitet worden. Und dies empfinde ich als vorbildliche Errungenschaft in der Stadtentwicklung, wenn man auf Topdown Planungen der 70er Jahre zurückblickt.

    Danke Berlinier für dein abermals wiederholtes Pamphlet über deine Ablehnung gegenüber der kommunistischen Brutaloarchitektur.


    Ich war gestern Abend mal wieder vor Ort und finde das Nutzungskonzept für das Areal samt städtebaulicher Verdichtung vorbildlich. Unsere sensible Demokratie versteht es zum Glück, identitätsprägende Orte in der Stadt nicht einfach auszuradieren und durch Neubauten zu ersetzen, sondern sich mit ihnen kritisch auseinander zu setzen und sie behutsam mit der Stadtgesellschaft zu entwickeln. Man muss solche Orte nicht mögen, sollte ihnen dennoch mit Demut begegnen. Genau das wird hier getan. Im Gegensatz zu dir wäre ich, insbesondere durch den vergangenen partizipativen Diskurs rund um das Haus der Statistik und aller derzeitigen Zwischennutzungen, dankbar, wenn das Projekt ambitioniert weiter verfolgt wird. Daran hege ich auch keinen Zweifel.


    Deine Ausführungen zur städtebaulichen Qualität und in deinen Augen vermeintlich gesetzten Gestaltungsprinzipien der Architekturen auf dem Areal zeugen von deiner Unwissenheit über jene Planungsprozesse. Ich finde es zumindest interessant, wie du anhand einer Studie zu einer Städtebaulichen Verdichtung "billigste Ausführungen", "sinnlos kombinierte und schattige Kleinplätze", "Pastellputzwände" und sogar "Maschendrahtzaun Fassaden" ausmachen kannst. Du solltest dich in Zukunft weniger auf die Visualisierungen von solchen Städtebaulichen Konzepten stürzen, sondern dich mehr mit dem kompositorischen Grundverständnis im Städtebau auseinandersetzen bevor du pauschal vorverurteilst. Und somit auch ein bisschen mehr Respekt gegenüber den beteiligten Akteure dieser Planungswerkstatt beweisen. Das sollte doch zumindest dein Anspruch sein, wenn du dich in einem Fachforum dazu äußern magst.

    Mal davon abgesehen, dass diese Batterie jetzt keine Vorzeigearchitektur ist finde ich die Entwicklung städtebaulich vorbildlich. Ein eingeschossiger Flachbau in Form eines Supermarktes wird abgerissen und an dieser Stelle entstehen über 200 Wohnung mit aktiver Erdgeschosszone in dem der zurückgebaute Supermarkt wieder platz findet. Von mir aus kann so etwas bei jedem monolithischen Nahversorger mit Großparkplatz passieren.

    es gibt leider weltweit Städte die uns 10-15 Jahre im Design voraus sind

    Das hängt dann aber weniger an den Städten, als an den ausführenden Büros und die Besetzung der Juries beispielsweise in Wettbewerben. Ich finde den Domino Park übrigens nicht sonderlich vorausschauender im Vergleich zu anderen Projekten im Bereich Landschaftsarchitektur in Deutschland (z.B. Baakenpark Hamburg) und ja, auch Berlin (Südgelände, Park Gleisdreieck). Sicherlich ist in einigen Ländern der "Mut" und die Bereitschaft der Auftraggeber zur Innovation und Gestaltung allgemein ausgeprägter. Besonders in Skandinavien kann man das beobachten. Diese werden aber oftmals nicht so in "Szene" gesetzt, wie die (ehrlicherweise wenigen) gelungenen Projekte in den USA, sondern verschwinden wie auch deutsche Projekte gern unter dem Radar.

    Ich finde den Entwurf bedauerlich primitiv und renditegerecht. Dieses Teil könnte auch gut in einem Gewerbegebiet stehen. Schade, dass man es in dieser Lage versäumt hat, auf den Ort zu reagieren und beispielsweise den Flair eines alten Industriehafens in prominenter Lage an der Spree architektonisch und städtebaulich zu vitalisieren. Da bringen die Schirmchen und das "Fassadengrün" im Rendering auch nichts. Grundsätzlich fehlt doch auf dem gesamten Abschnitt zwischen Oberbaumbrücke und Stralau ein städtebauliches Gesamtkonzept.

    ^ Ahh ja, es geht in Berlin um Gefühle, nicht um Rationalität. Ist es jetzt also rational korrekt, Dachgeschosse NICHT öffentlich zu machen oder ist es nicht auch eine emotionalisierte Ideologie? Ist es rational, in verdichteten Innenstädten Hochhäuser bauen zu müssen? Du bestimmst jetzt also was rational korrekt ist oder nicht. Das mag ja deine Perspektive auf die zeitgenössische neoliberale Stadtentwicklung zu sein, kann aber aus fachlicher Perspektive auch anders interpretiert werden. Das hängt von der politischen und historischen Konstellation des Ortes ab. Deutschland ist und war immer polyzentrisch. Man sollte doch auch mal in Betracht ziehen, dass Berlin doch einem völlig anderen sozioökonomischen Hintergrund entspringt als Städte in der Rhein-Main-Region. Und im Pott siehts auch wieder anders aus. Und in Hamburg auch. Wenn du dir ein Hochhausleitbild à la Bankenmetropole Frankfurt am Main wünscht, dann zieh doch dort hin und erfreu dich an den 42 Türmen. Sorry, aber deine chauvinistische Art hier die vermeintliche Rationalität universell erklären zu wollen, empfinde ich als das eigentlich Emotionalisierte.

    ^Genau so abwegig ist doch das kritiklose Schmachten nach Profanbauten mit 5 Stockwerken, die den Platz in der Innenstadt verschwenden, keine Orientierungspunkte schaffen und letztendlich wertvolle Fläche verschwenden. Noch schlimmer: Die Einfamilienhauswüste in den Vorstädten, die massiv Infrastrukturkosten verursachen und eine Zersiedelung des Umlands die letztendlich der Ökologie sowie der Ökonomie im Land schaden zufügen.

    Du vergleichst jetzt tatsächlich in einer Diskussion über Hochpunkte in Innenstadtquartieren das Hochhaus mit dem Einfamilienhaus? Wir sprechen hier von Innenstadtlagen mit einer GFZ >3 und nicht von einer Stadtrandlage von einer GFZ <1. Das ist ein klassischer Äpfel und Birnen Vergleich.

    Zum Apfel-Apfel Vergleich, der Innenstadtlage: Diese "angeschmachteten Profanbauten mit 5 Stockwerken" haben sich nicht umsonst über Jahrhunderte in der europäischen Stadt in Form des Blockrandes etabliert. Sie schaffen vielerorts sehr wohl in Kreuzungsbereichen Orientierungspunkte und verschwenden auch keine wertvolle Fläche, da der Blockrand das Potential hat in der Innenstadtlage durch seine Dichte und Kompaktheit sehr viel Infrastruktur auf kleinem Raum unterzubringen. Dazu sind diese "fünfstöckigen Profanbauten" in einem dem 'Human Scale' verträglichen Maße (wie z.B. dem Verhältnis Straßenraum - Gebäudekubatur- und Höhe) dimensioniert.

    Was meinst du überhaupt mit wertvoller Fläche?

    Einige Fotos vom heutigen Tag.


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    Wenn man sich an diesem Blickpunkt um 180 Grad dreht, sieht man genau in der selben Achse den Turm Moritz. Macht was her.


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    Die Kubatur ist ja ganz spannend. Die Fassade fand ich etwas dröge. Aber warten wir mal das fertige Gesamtbild ab.


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    Nochmal der Blick von der Warschauer Brücke aus. Ich freue mich auf den Edge Tower, der das ganze Ensemble vervollständigt :)


    Bildrechte liegen bei mir.

    Ein Hauch von New York wehte heute durch die Mediaspree.


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    Blick vom Mercedes Benz Platz in Richtung Westen. Moritz steht wohltuend proportioniert in der Blickachse.


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    Die Höhenstaffelung der Hochhäuser wirkt stimmig. Insgesamt ein angenehmes Maß an Urbanität.


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    Ich freue mich auf die Fassaden.


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    Entlang der Bahntrasse machen Max und Moritz schon etwas her.


    Insgesamt war ich positiv überrascht. Diese beiden Türme sind ein kleiner Lichtblick im Vergleich zum generischen Rest des Quartiers.


    Bildrechte liegen bei mir.