Beiträge von KrauseGlucke

    Also sind sie auch mit der jetzigen Brücke zufrieden.

    Nun ja, sie erfüllt ihren Zweck. Sie implizieren die Gleichartigkeit des Entwurfs mit dem Ist-Zustand. Wir warten mal auf weitere Informationen zu diesem Beitrag und dann vergleichen wir auf ein neues. Interessant wäre auch zu wissen, wieviel Budget für den Neubau zur Verfügung stand. So etwas beeinflusst nämlich die gestalterische Ausformulierung enorm und kann hier eine elementare Rolle gespielt haben.


    Nach Frau Günthers Ankündigungen dachte man doch es bricht jetzt verkehrstechnisch das neue Jahrtausend an. Und da steht dieser Brückenneubau schon als eine gewisse Feuertaufe da.

    Ich verstehe leider immer noch nicht, was Frau Günther mit der Architektur einer Brücke am Hut hat. Zu den Fakten: Wir haben hier 4 statt 8 Spuren, keinen Parkstreifen in der Mitte, ein Gleisbett für die Tram, breite Radwege und einen weiten Gehsteig. Ich persönlich empfinde das schon als gewichtigen verkehrlichen Fortschritt im Vergleich zum heutigen Zustand. Verstehen Sie mich nicht falsch, am liebsten wären mir auch zwei Spuren oder gar kein MIV.


    Georges Henri, ich habe eigentlich keinen Bock mich auf dein Niveau herabzulassen. In einem Architekturforum gehe ich auch davon aus, dass man sich mit Architekten der Gegenwart selbst beschäftigt. Hier mal ein Link zu zweien meiner Lieblingsprojekte von Cobe: https://cobe.dk/place/israels-plads

    https://cobe.dk/place/norreport-station


    Im Wesentlichen gefällt mir bei den genannten Architekten eine akribische Analyse und ein freier Entwurfsansatz, dessen bauliche Ausführung überdurchschnittliche Qualität aufweist. Und das schönste ist, dass die Orte zumeist sehr gut funktionieren und angenommen werden.

    Ich kann Ihnen sagen, was ich daran gut finde. Diese Brücke ist ein Funktionsbau und wird auch als solches behandelt. Ohne irgendwelche Kolonaden, die an diesem Ort sowieso keiner nutzt, ohne irgendwelche verkitschten Stuckatur Orgien, die die guten alten Zeiten wiederauferstehen lassen wollen. Es ist (leider) eine große, breite Straße, die eine Uferkante mit der anderen über einen nicht einmal 70 Meter breiten Wasserlauf vermitteln soll. Das ist keine Öresund Brücke, keine Golden Gate oder Rialto Brücke.

    Auch erstaunlich, wie Sie Frau Günther hierfür persönlich verantwortlich machen, gar ihren Rücktritt verlangen. Ich gehe nämlich nicht davon aus, dass die Verkehrssenatorin in der Gutachtersitzung eine Entscheidungsbefugnis hatte, gar daran teilgenommen hat.

    Die Unterstellung von Architektur-Fan, dass ein Büro wie Cobe den Begriff "Genius loci" nicht kennt, interpretiere ich als reine Polemik.

    Jimmy, Hard facts interessieren hier aber keinen weil man sich wieder ausschließlich auf die Gestaltung stürzt. Und die muss wohl mal wieder historisierend sein. Dass Cobe nen ziemlich guter Laden ist und in der Praxis tolle gebaute Projekte vorweisen kann ist egal. Mir persönlich gefällt der Entwurf ganz gut.

    Die Berliner Allee in Weißensee wird in den nächsten Jahren grundhaft umgebaut werden. Die Greifswalder Straße wird auch dran sein. Wenn sich die Grüne Welle für die Tram irgendwann durchsetzt sehe ich hier kein Problem für eine schnelle Anbindung von Weißensee an den Alex. Für die Kohle, die hier beim U-Bahn Bau gespart wird, kann man 10 neue Tram Strecken bauen. Die U10 bis Buch zu buddeln halte ich für verrückt. Mit einem Regionalbahn-Halt am S Bahnhof Buch wäre es auch getan.

    Danke für die Info HarrySeidler. Endlich kommt hier etwas hin.

    Jeglicher Neubau an dieser Ecke ist ein Gewinn. Auch wenn es Berlintypisch durchgerastert ist.

    Die aktive Erdgeschosszone an dem Ort bewerte ich als positiv. Über den Kopfbau kann man aber streiten. Schön, dass der Bau im Baukollegium diskutiert wird.

    KrauseGlucke Sie sind ein ewig Linker. Grandios politisch gescheitert und fatale Folgen in der Realwelt verursacht (wie zuvor beschrieben), aber solange man einen politischen Kamp führen kann ist es ja toll. Deutschland hat die besten Mieterrechte weltweit und Berlin ist eine der günstigsten Metropolen, das einzige was zählt ist Neubau, Neubau, Neubau bzw hier in diesem Forum Neubau + Architektur. Wer soll denn die schöne Architektur bezahlen, wenn nicht die Investoren durch rentable Mieten? Der Staat mit seinen Plattenbauten so wie es in der Geschichte vor wenigen Jahren war

    Wenn Sie mich als ewig Linker bezeichnen möchten, dann darf ich mir erlauben Sie ewig Gestrigen zu nennen.


    Berlin mag im internationalen Vergleich eine günstige Metropole sein. Mieterschutzrechte mögen hier fortschrittlicher sein als anderswo. Das Medianeinkommen der Berliner*innen liegt aber auch im Durchschnitt niedriger als in Vergleichsmetropolen. Zudem hat Berlin die am schnellsten steigenden Immobilienpreise der Welt: 12 monatiges Wachstum Q4 2016 - Q4 - 2017: 20,5%.

    >> https://content.knightfrank.co…es-index-q4-2017-5413.pdf


    Gundsätzlich gilt doch: Wenn hier keine, mitunter auch radikale Mechanismen, wie z.B. Mietpreisbremsen, greifen, sind wir ganz schnell auf dem Niveau London, Paris oder New York. Mit toten Innenstädten, weil sich keine Sau mehr die Preise in Zentrallagen leisten kann und soziale Gruppen in andere Bezirke segregiert wurden. Die allgemeinen Folgekosten für den Fiskus sollte Einigen im Kontext vom Begriff "Ghettorisierung" bekannt sein. Da hilft dann auch kein "Neubau, Neubau, Neubau" mehr. Es geht darum historisch gewachsene, vitale Städte und deren Stadtgesellschaften zu bewahren. Und diese von Außen beäugte Attraktivität der Stadt liegt einzig und allein an der vergangenen Bestrebung die nachbarschaftliche Koexistenz unterschiedlicher sozialer Gruppen zu ermöglichen. Das ist keine linksromantische Schmonzette, sondern simple Stadtsoziologie.


    Es gibt Dinge, die gehen über das Thema "Schöne Architektur" hinaus. Das kapieren hier einige wenige im Forum aber nicht, weil man zu sehr damit beschäftigt ist die Wiederauferstehung des Klassizismus zu beschwören und dabei urbane Kontexte vermeintlich zu pauschalisieren oder gänzlich auszublenden.

    Aber davon können sich die Betroffenen leider im wahrsten Sinne des Wortes auch nichts kaufen.

    Vielleicht nicht im materiellen Sinne. Im Sinne des Bewusstseins über die Prekarität des gesamten Wohnungsmarktes haben Mieter*innen jedoch gewonnen, da sich die hiesige Bundespolitik mal endlich mit ihnen auseinandersetzen muss. Und das schärft die Fronten zwischen konservativen und nicht-konservativen Parteien. Auch im Hinblick auf die bevorstehende Wahl.

    Die Grünen fordern zumindest schon eine Mietendeckel Regelung auf Bundesebene. Die SPD und die Linke sowieso werden sich auch für etwaige Konzepte aussprechen.

    Ja der Berliner Mietendeckel wird wohl in die Geschichte eingehen als das handwerklich schlechteste und kontraproduktivste Gesetz der Bundesrepublik. Jetzt müssten die Politiker doch mal Anstand zeigen, und persönlich die Mietrückforderungen aus eigener privater Tasche bezahlen. Mein Gott, armes Berlin, womit hast du diesen Zirkus verdient.

    Kontraproduktivste Gesetz? Nun ja, es wurde in seiner jetzigen Form offiziell abgelehnt.


    Ich sehe dieses ganze Vorhaben eher als einen eigenmächtigen Versuch ein Zeichen gegen eine Politik der Ignoranz auf Bundesebene bezüglich städtischen Wohnens zu setzen. Die Ausgangssituation hat die Bundesregierung zu verantworten, die das ganze "Der-Markt-Regelt" Treiben in der Wohnungspolitik über Jahrzehnte angefeuert hat. Dieser Gesetzesvorschag war jetzt zwar ein Griff ins Klo, leitet aber eine bundesweite Debatte über dieses Thema ein. Das war lange überfällig und dafür bin ich persönlich dankbar.

    Ich glaube du hast nicht ganz verstanden worauf ich hinaus will. Die Ausgestaltung der Architekturen ist bis dato nicht definiert. Es ist lediglich eine städtebauliche Studie als Vorstufe zur Erstellung eines BPlans erstellt worden.


    1. Der Bezirk und Senat entscheiden sich aus verschiedensten Gründen gegen einen Abriss vom Ensemble

    2. Ein städtebauliches Werkstattverfahren wird ausgelobt, auf dessen Grundlage ein Leitbild entwickelt wird

    3. Erste Zwischennutzungen auf dem Areal etablieren sich

    4. Im Rahmen dieses Gutachterverfahrens erarbeiten Planungsteams in aufeinanderfolgenden partizipativ ausgestalteten Phasen (Gutachtergremium besetzt aus Fachplaner der Architektur, Landschaftsarchitektur, Stadtplanung, Bürger*innen, Eigentümer e) ein Städtebauliches Leitbild

    5. Eine Vorzugsvariante wird gewählt (Entwürfe von Teleinternetcafe & Treibhaus) und auf dessen Grundlage ein Rahmenplan mit allen beteiligten Akteuren (Bezirk, Senat, WBM, BIM) entwickelt (In dieser Phase sind wir gerade!)

    6. In der Rahmenplanung werden die Grundfeste für den neuen B-Plan definiert (Parzellierung, Erschließung, Abstandsflächen, Rettungswege, Nutzungen der Einheiten etc.)

    7. Der BPlan wird festgesetzt

    8. Die Realisierung auf den unterschiedlich parzellierten Flächen wird in Auftrag gegeben. Hierfür werden Architekten beauftragt, die individuell auf das Grundstück bezogene Entwürfe erarbeiten.


    Wir befinden uns wie bereits oben erwähnt in Phase 5. Es gibt eine Städtebauliche Vision, welche als Grundlage für ein BPlan steht. In einer Vision gibt es ebenfalls atmosphärische Darstellungen (z.B. Visualisierungen) für die mögliche Ausgestaltung des Areals. Die Ausgestaltung der Gebäude, Fassaden, Plätze der Neubauten im Ergänzungsbereich zu den bestehenden Gebäuden wird erst ab Phase 8, der Realisierungsphase, definiert. Hierbei zeigen die Visus aus dem Werkstattverfahren lediglich eine möglich Perspektive auf.


    Bezüglich deines mangelnden Respekts beziehe ich mich auf deine hier häufig zu beobachtende Brechstangenrhetorik komplexe Prozesse in der gegenwärtigen Stadtentwicklung zu simplifizieren. Du hättest dich als Bürger im Rahmen der Werkstatt beteiligen können um deinen Unmut zu äußern. Vielleicht hättest du ja dem Visualisierer die Maschendrahtzaun Fassaden ausreden können.


    Dir sollte bewusst sein, dass hier keine Idioten im Gremium sitzen, sondern Fachplaner, Professoren, Bürger und politische Vertreter. Der jetzige Entwurf ist in einem öffentlichen und langwierigen Diskurs dieser Akteure erarbeitet worden. Und dies empfinde ich als vorbildliche Errungenschaft in der Stadtentwicklung, wenn man auf Topdown Planungen der 70er Jahre zurückblickt.

    Danke Berlinier für dein abermals wiederholtes Pamphlet über deine Ablehnung gegenüber der kommunistischen Brutaloarchitektur.


    Ich war gestern Abend mal wieder vor Ort und finde das Nutzungskonzept für das Areal samt städtebaulicher Verdichtung vorbildlich. Unsere sensible Demokratie versteht es zum Glück, identitätsprägende Orte in der Stadt nicht einfach auszuradieren und durch Neubauten zu ersetzen, sondern sich mit ihnen kritisch auseinander zu setzen und sie behutsam mit der Stadtgesellschaft zu entwickeln. Man muss solche Orte nicht mögen, sollte ihnen dennoch mit Demut begegnen. Genau das wird hier getan. Im Gegensatz zu dir wäre ich, insbesondere durch den vergangenen partizipativen Diskurs rund um das Haus der Statistik und aller derzeitigen Zwischennutzungen, dankbar, wenn das Projekt ambitioniert weiter verfolgt wird. Daran hege ich auch keinen Zweifel.


    Deine Ausführungen zur städtebaulichen Qualität und in deinen Augen vermeintlich gesetzten Gestaltungsprinzipien der Architekturen auf dem Areal zeugen von deiner Unwissenheit über jene Planungsprozesse. Ich finde es zumindest interessant, wie du anhand einer Studie zu einer Städtebaulichen Verdichtung "billigste Ausführungen", "sinnlos kombinierte und schattige Kleinplätze", "Pastellputzwände" und sogar "Maschendrahtzaun Fassaden" ausmachen kannst. Du solltest dich in Zukunft weniger auf die Visualisierungen von solchen Städtebaulichen Konzepten stürzen, sondern dich mehr mit dem kompositorischen Grundverständnis im Städtebau auseinandersetzen bevor du pauschal vorverurteilst. Und somit auch ein bisschen mehr Respekt gegenüber den beteiligten Akteure dieser Planungswerkstatt beweisen. Das sollte doch zumindest dein Anspruch sein, wenn du dich in einem Fachforum dazu äußern magst.

    Mal davon abgesehen, dass diese Batterie jetzt keine Vorzeigearchitektur ist finde ich die Entwicklung städtebaulich vorbildlich. Ein eingeschossiger Flachbau in Form eines Supermarktes wird abgerissen und an dieser Stelle entstehen über 200 Wohnung mit aktiver Erdgeschosszone in dem der zurückgebaute Supermarkt wieder platz findet. Von mir aus kann so etwas bei jedem monolithischen Nahversorger mit Großparkplatz passieren.

    es gibt leider weltweit Städte die uns 10-15 Jahre im Design voraus sind

    Das hängt dann aber weniger an den Städten, als an den ausführenden Büros und die Besetzung der Juries beispielsweise in Wettbewerben. Ich finde den Domino Park übrigens nicht sonderlich vorausschauender im Vergleich zu anderen Projekten im Bereich Landschaftsarchitektur in Deutschland (z.B. Baakenpark Hamburg) und ja, auch Berlin (Südgelände, Park Gleisdreieck). Sicherlich ist in einigen Ländern der "Mut" und die Bereitschaft der Auftraggeber zur Innovation und Gestaltung allgemein ausgeprägter. Besonders in Skandinavien kann man das beobachten. Diese werden aber oftmals nicht so in "Szene" gesetzt, wie die (ehrlicherweise wenigen) gelungenen Projekte in den USA, sondern verschwinden wie auch deutsche Projekte gern unter dem Radar.

    Ich finde den Entwurf bedauerlich primitiv und renditegerecht. Dieses Teil könnte auch gut in einem Gewerbegebiet stehen. Schade, dass man es in dieser Lage versäumt hat, auf den Ort zu reagieren und beispielsweise den Flair eines alten Industriehafens in prominenter Lage an der Spree architektonisch und städtebaulich zu vitalisieren. Da bringen die Schirmchen und das "Fassadengrün" im Rendering auch nichts. Grundsätzlich fehlt doch auf dem gesamten Abschnitt zwischen Oberbaumbrücke und Stralau ein städtebauliches Gesamtkonzept.