Beiträge von KrauseGlucke

    Könnten wir bitte aufhören, uns hier über die Architektur aus den Renderings zu streiten? Darum geht es doch bei dieser Städtebaulichen Machbarkeitsstudie überhaupt nicht! Vielmehr geht es um die erwähnten Prinzipien, wie Höhenakzente, Verdichtung zur Hofseite, die Autofreiheit, vielleicht wird sogar der Arkadengang an der Landsberger Allee als Prinzip festgelegt.


    Alle dieser Vorschläge erscheinen mir sinnvoll. Die aktiven Erdgeschosse, die gewerbliche Nutzung in der Tiefe der Gebäude. Der Arkadengang ist ein nettes Gimmick, aber meiner Meinung nach kein Muss. Traditionalistin Kahlfeldt wirds aber sicher freuen.

    Durch die tiefe Bebauung in die Höfe hinein wird maximal verdichtet und im Rahmen der Berliner Traufe alles mögliche an Volumen rausgeholt. Die 6 Gebäudeflügel in den Höfen formen kleine halböffentliche Nachbarschaftsplätze und sind höchstwahrscheinlich durch Durchgänge von außen zugänglich.

    Sicherlich wird es irgendwo auch einen kleinen Mobilityhub geben. Allerdings gehe ich davon aus, dass der Stellplatzschlüssel, wenn überhaupt, bei der Lage sehr niedrig sein wird. Autofreiheit macht in dieser Lage absolut Sinn und ist einfach zeitgemäß. Vor der Haustür fahren zig Trams, die S-Bahn ist in 5 Minuten zu Fuß erreichbar. Der Alex innerhalb von 10 Minuten mit dem Rad.


    Einzig die Stehlen vom SEZ in dem Park hätte man sich sparen können. Ich hätte mich gefreut, man wäre mutig gewesen und ein Teil des SEZ's in das Konzept integriert. Beispielsweise für die Schule oder für eine gewerbliche Nutzung. Sowas kostet, hätte der Ort aber verdient. Vielleicht ist hier auch noch nicht das letzte Wort gesprochen.


    Insgesamt finde ich es schade, dass das SEZ in seiner Einzigartigkeit so vernachlässigt wurde und kein tragfähiges Konzept gefunden werden konnte. Ich habe viele Kindheitserinnerungen an den Ort. Die Architektur hat mich immer beeindruckt.

    Allerdings freut es mich auch, dass hier endlich etwas passiert und dass man sich auf landeseigenen Wohnungsbau in einem zeitgemäßen Rahmen einigen konnte!


    An die Mods: kann man hierzu nicht einen eigenen Thread eröffnen?

    Danke Merlin. Ich hatte dieses riesige zentrale Areal schon wieder ganz vergessen. 27 Hektar sind schon ne Hausnummer.


    Das Städtebauliche Modell scheint auf den ersten Blick solide zu wirken. Nen Park als Quartiersmitte, der an vorhandene Grünstrukturen anknüpft. Flankiert von verspringenden, aufgelockerten Blockrändern im Berliner Maßstab von durchschnittlich 5 oder 6 Geschossen. Höhenakzente an prominenten Kanten. Auch scheint es größeren, durchgrünten Abstand zu den Gewerbenutzungen im Osten zu geben. Das Nebeneinander von Wohnen und Arbeiten geht in die richtige Richtung.


    Ich bin gespannt auf den Rahmenplan und die entwurfserläuternden Piktogramme.

    Das Jahr 2030 als ersten Einzugstermin scheint mir allerdings auch ohne einen Fund der Kreuzkröte etwas zu ambitioniert zu sein.

    Es ist sollte doch klar sein, dass es im Rahmen des Gesetzes nicht beim ausschließlichen Pflanzen von neuen Bäumen bleibt, die sich am Ende selbst überlassen werden. Wenn man die veranschlagten Kosten (Rund 3,2 Milliarden Euro) für eine mio Bäume hochrechnet, sind hier umgerechnet über 3.000 Euro pro Baum verfügbar. Das ist weitaus mehr, als solch ein Gehölz aus einer Baumschule kostet.

    Es wird im Zuge des Gesetzes auch um die bauliche Entsiegelung von Flächen für Pflanzungen gehen, die dem Schwammstadtprinzip entsprechen. Zusätzlich werden mit Sicherheit auch Überlaufflächen für Regenwasser geschaffen, die die Gehölze, ergänzend zu Rigolensystemen, bewässern können (und somit die Weiterleitung in Vorfluter unterbinden).

    Am Ende ist dies meiner Meinung nach endlich mal ein richtiger Schritt zu einer dringend benötigten Schwammstadt. Natürlich müssen hierauf weitere Maßnahmen folgen. Wie zum Beispiel eine punktuelle, aber konsequente Entsiegelung von straßenbegleitenden Parkplätzen im Öffentlichen Raum oder die Entnahme von überflüssigen Verkehrsflächen.

    Eine ernsthafte, überfällige Mobilitätswende kann dann meinetwegen auch gern folgen. Wenn auch nicht mit diesem Senat..

    ^ Es geht hier nicht um Architektur. Es handelt sich um eine städtebauliche Machbarkeitsstudie. Hier wird es um Massenstudien, sprich Lage, Bruttogeschossflächen, Nutzungen von Gebäuden, gehen, die einen Rahmen für Wettbewerbe oder Vergabeverfahren setzen. Wenn Stefan Forster Architekten Glück haben, können sie aber sicher auch an einem der Hochbauwettbewerbe teilnehmen.

    Um mal hier mal eine Lanze zu brechen - wer sich mit dem Entwurf näher auseinandersetzt, wird erkennen, dass hier kein einziges Einfamilienhaus platziert ist. Das Quartier besteht ausschliesslich aus durchschnittlich 4-6 geschossigen Geschosswohnungsbau, mit einigen Akzenten, in aufgelockerter Bauweise von Solitären bis Blockrand, die sich der örtlichen Körnung anpasst, wenn auch mit erhöhter GFZ. 2700 Wohneinheiten für diesen Footprint ist schon eine recht hohe Dichte. Löblich ist meines Erachtens die Integration und der Umbau des bestehenden Krankenhauses inklusive einiger Nebengebäude.

    Warum man heute noch in bester Citylage einen Flachbau mit nur zwei Stockwerken errichtet ist mir unbegreiflich.

    Das liegt hier höchstwahrscheinlich im Baurecht begründet. Das Zauberwort nennt sich Abstandsflächen. Städtebaulich ist an diesem Ort mit seinen hohen Umgebungsgebäuden leider nicht viel auszurichten.

    Interessant. Das Ding wird aber vom Tisch sein. Der Städtebauliche Wettbewerb hat auch dieses Areal im Zuge einer gesamtstädtischen Betrachtung der Gemeinde Schönefeld in einem Rahmenplan neubewertet. Sicherlich werden hier Nutzerbelange berücksichtigt und die erwähnten "innovativen Tech-, Finanz- und Hotelunternehmen" in dem neuen, gemischten Stadtquartier unterkommen. Meiner Ansicht nach auch ein Gewinn, die Aufmachung dieses ganzen Projektes könnte auch aus den 90ern stammen. Zumal es in Flughafennähe auch Höhenrestriktionen gibt, die solch ein 110m hohes Gebäude an dieser Stelle unrealistisch machen.

    ^^ Das ist nicht ganz korrekt. Es handelt sich um ein städtebauliches Verfahren und um kein architektonisches Objektplanungsverfahren. In der Werkstatt wurden die städtebaulichen Ziele für einen Rahmenplan festgesetzt, der dann Grundlage für den B-Plan ist. Der ist wiederum Grundlage für die Objektplanungen auf den Grundstücken und im Freiraum. Alle Fassaden sind reine Platzhalter.

    Vorsicht: Die Rahmenplanung des ULAP-Quartiers wird durch ISSS Research durchgeführt. Das verlinkte 3D Modell ist allerdings durch Mandaworks erstellt und ist lediglich eines der Beiträge aus der (ausgeschiedenen) Teilnehmerschaft des Gutachterverfahrens und somit nicht der finale Entwurf.

    Und warum zum Teufel muss jeder ob er will oder nicht will ein Kiezleben vor seiner Haustür haben. Wenn ich im 20gsten Stock in einer derartigen Wohlfühloase wohne, brauche ich das vielleicht nicht unbedingt jeden Tag oder es kann auch ein paar weiter Ecken der Bär steppen. Viele Menschen legen darauf keinen absoluten Wert.

    Genau, wir brauchen mehr Schlafstädte und keine lebendigen Nachbarschaften in unseren zentralen Stadtlagen. Darauf legen die Leute keinen Wert. Wer braucht schon Nachbarschaftsplätze oder wohnortnahe Einrichtungen für die öffentliche Daseinsvorsorge.


    Sorry, aber solche Aussagen klingen für mich wie eine Totalabsage an zeitgemäße und nachhaltige Stadtplanung und wirken in einem Architekturforum irgendwie befremdend.

    Danke für den Link living2050.


    Bin irgendwie zwiegespalten. Zum einen erinnert mich die städtebauliche Geste und die Gestalt der Gebäude sehr an die Berliner Moderne. Allerdings hätte man sich seinerzeit in der Regel nicht einem riesigen Parkplatz als zentrales "Freiraumelement" zugewandt und den Raum dahinter noch mit einer seltsamen Zeile zugestellt. Die schmalen Durchgänge an den Seiten nach Lenkung des Fußgängers über ebenjenen Parkplatz zum dahinter liegenden Freiraum empfinde ich als städtebauliche Fehlplanung.


    Ich mag die 20er und 30er sehr, kann mir auch vorstellen, dass das Büro Baumeister Dietzsch in Bezug auf die auf der Website gezeigten realisierten Projekte eine vernünftige Ausführung hat, finde die Komposition und die Begründung einer solchen Geste an diesem Ort aber kitschig und zu historisch angeeignet. Auf die Qualität der Visus würde ich jetzt erstmal nichts geben.

    Ich stehe zwar nicht sehr auf solche OT Grundsatzdiskussionen, melde mich aber mal klarstellend zu Wort. Ich bin in Berlin aufgewachsen und höre hier zum ersten mal überhaupt die Bezeichnung "Bimmel-Bahn" für die Berliner Tram. Ich fahre fast täglich bimmelnd durch Berlin und erlebe hier eine ähnliche Auslastung wie in der S-Bahn oder U-Bahn.

    Ich habe zunehmend den Eindruck, dass die Tram nur bei denjenigen einen "schlechten Ruf" hat, die dem ÖPNV grundsätzlich nicht sonderlich zugewandt gegenüberstehen.

    Also sind sie auch mit der jetzigen Brücke zufrieden.

    Nun ja, sie erfüllt ihren Zweck. Sie implizieren die Gleichartigkeit des Entwurfs mit dem Ist-Zustand. Wir warten mal auf weitere Informationen zu diesem Beitrag und dann vergleichen wir auf ein neues. Interessant wäre auch zu wissen, wieviel Budget für den Neubau zur Verfügung stand. So etwas beeinflusst nämlich die gestalterische Ausformulierung enorm und kann hier eine elementare Rolle gespielt haben.


    Nach Frau Günthers Ankündigungen dachte man doch es bricht jetzt verkehrstechnisch das neue Jahrtausend an. Und da steht dieser Brückenneubau schon als eine gewisse Feuertaufe da.

    Ich verstehe leider immer noch nicht, was Frau Günther mit der Architektur einer Brücke am Hut hat. Zu den Fakten: Wir haben hier 4 statt 8 Spuren, keinen Parkstreifen in der Mitte, ein Gleisbett für die Tram, breite Radwege und einen weiten Gehsteig. Ich persönlich empfinde das schon als gewichtigen verkehrlichen Fortschritt im Vergleich zum heutigen Zustand. Verstehen Sie mich nicht falsch, am liebsten wären mir auch zwei Spuren oder gar kein MIV.


    Georges Henri, ich habe eigentlich keinen Bock mich auf dein Niveau herabzulassen. In einem Architekturforum gehe ich auch davon aus, dass man sich mit Architekten der Gegenwart selbst beschäftigt. Hier mal ein Link zu zweien meiner Lieblingsprojekte von Cobe: https://cobe.dk/place/israels-plads

    https://cobe.dk/place/norreport-station


    Im Wesentlichen gefällt mir bei den genannten Architekten eine akribische Analyse und ein freier Entwurfsansatz, dessen bauliche Ausführung überdurchschnittliche Qualität aufweist. Und das schönste ist, dass die Orte zumeist sehr gut funktionieren und angenommen werden.

    Ich kann Ihnen sagen, was ich daran gut finde. Diese Brücke ist ein Funktionsbau und wird auch als solches behandelt. Ohne irgendwelche Kolonaden, die an diesem Ort sowieso keiner nutzt, ohne irgendwelche verkitschten Stuckatur Orgien, die die guten alten Zeiten wiederauferstehen lassen wollen. Es ist (leider) eine große, breite Straße, die eine Uferkante mit der anderen über einen nicht einmal 70 Meter breiten Wasserlauf vermitteln soll. Das ist keine Öresund Brücke, keine Golden Gate oder Rialto Brücke.

    Auch erstaunlich, wie Sie Frau Günther hierfür persönlich verantwortlich machen, gar ihren Rücktritt verlangen. Ich gehe nämlich nicht davon aus, dass die Verkehrssenatorin in der Gutachtersitzung eine Entscheidungsbefugnis hatte, gar daran teilgenommen hat.

    Die Unterstellung von Architektur-Fan, dass ein Büro wie Cobe den Begriff "Genius loci" nicht kennt, interpretiere ich als reine Polemik.

    Jimmy, Hard facts interessieren hier aber keinen weil man sich wieder ausschließlich auf die Gestaltung stürzt. Und die muss wohl mal wieder historisierend sein. Dass Cobe nen ziemlich guter Laden ist und in der Praxis tolle gebaute Projekte vorweisen kann ist egal. Mir persönlich gefällt der Entwurf ganz gut.

    Die Berliner Allee in Weißensee wird in den nächsten Jahren grundhaft umgebaut werden. Die Greifswalder Straße wird auch dran sein. Wenn sich die Grüne Welle für die Tram irgendwann durchsetzt sehe ich hier kein Problem für eine schnelle Anbindung von Weißensee an den Alex. Für die Kohle, die hier beim U-Bahn Bau gespart wird, kann man 10 neue Tram Strecken bauen. Die U10 bis Buch zu buddeln halte ich für verrückt. Mit einem Regionalbahn-Halt am S Bahnhof Buch wäre es auch getan.

    KrauseGlucke Sie sind ein ewig Linker. Grandios politisch gescheitert und fatale Folgen in der Realwelt verursacht (wie zuvor beschrieben), aber solange man einen politischen Kamp führen kann ist es ja toll. Deutschland hat die besten Mieterrechte weltweit und Berlin ist eine der günstigsten Metropolen, das einzige was zählt ist Neubau, Neubau, Neubau bzw hier in diesem Forum Neubau + Architektur. Wer soll denn die schöne Architektur bezahlen, wenn nicht die Investoren durch rentable Mieten? Der Staat mit seinen Plattenbauten so wie es in der Geschichte vor wenigen Jahren war

    Wenn Sie mich als ewig Linker bezeichnen möchten, dann darf ich mir erlauben Sie ewig Gestrigen zu nennen.


    Berlin mag im internationalen Vergleich eine günstige Metropole sein. Mieterschutzrechte mögen hier fortschrittlicher sein als anderswo. Das Medianeinkommen der Berliner*innen liegt aber auch im Durchschnitt niedriger als in Vergleichsmetropolen. Zudem hat Berlin die am schnellsten steigenden Immobilienpreise der Welt: 12 monatiges Wachstum Q4 2016 - Q4 - 2017: 20,5%.

    >> https://content.knightfrank.co…es-index-q4-2017-5413.pdf


    Gundsätzlich gilt doch: Wenn hier keine, mitunter auch radikale Mechanismen, wie z.B. Mietpreisbremsen, greifen, sind wir ganz schnell auf dem Niveau London, Paris oder New York. Mit toten Innenstädten, weil sich keine Sau mehr die Preise in Zentrallagen leisten kann und soziale Gruppen in andere Bezirke segregiert wurden. Die allgemeinen Folgekosten für den Fiskus sollte Einigen im Kontext vom Begriff "Ghettorisierung" bekannt sein. Da hilft dann auch kein "Neubau, Neubau, Neubau" mehr. Es geht darum historisch gewachsene, vitale Städte und deren Stadtgesellschaften zu bewahren. Und diese von Außen beäugte Attraktivität der Stadt liegt einzig und allein an der vergangenen Bestrebung die nachbarschaftliche Koexistenz unterschiedlicher sozialer Gruppen zu ermöglichen. Das ist keine linksromantische Schmonzette, sondern simple Stadtsoziologie.


    Es gibt Dinge, die gehen über das Thema "Schöne Architektur" hinaus. Das kapieren hier einige wenige im Forum aber nicht, weil man zu sehr damit beschäftigt ist die Wiederauferstehung des Klassizismus zu beschwören und dabei urbane Kontexte vermeintlich zu pauschalisieren oder gänzlich auszublenden.