Beiträge von münchner

    Man sollte bei all der Aufregung um den Abriss nicht vergessen, dass der Großteil des Geländes ein plumper Nachkriegsbau war. Der Türmchenbau war wirklich nichts besonderes, eher eine schlechte Nachkriegs-Reko. Viel schöner war dagegen der Bereich an der Nymphenburger Straße. Beim Abriss wurde da einige alte Gewölbekeller frei gelegt, deren Beseitigung mir eher die Tränen in die Augen schießen ließ.


    Der Verlust der alten Bebauung ist nicht wirklich groß, aber die mittelprächtige "Neubau-Einheitsbrei-Pfui-Deifi" Lösung ist schon ziemlich bitter. Der Löwnbräukeller wird ziemlich in die Mangel genommen. Von der Luftigkeit des Platzes, die einst bezeichnend war für die ganze Ecke, ist nichts mehr übrig. Dazu haben auch die Bürobunker an der südlichen Seite der Nymphenburger Straße beigetragen, die den alten Spatenkomplex völlig versperren.


    münchner.

    @ pflo777


    Vielen Dank für den link. In dem Papier ist eine äußerst aufschlussreiche Karte mit den zusätzlichen Flugbewegungen. An- und Abflug bei der dritten Startbahn werden sehr zu Lasten der Anwohner des Amper-Tals gehen, die bisher nur wenig gehört wurden. Es unterstreicht, dass es eben nicht nur um das direkte Flughafen-Umfeld geht, sondern auch um die Gemeinden im größeren Umkreis.


    Als Beispiel seien hier Haag an der Amper und Zolling im Norden genannt, sowie Fahrenzhausen im Westen. Auch Markt Indersdorf dürfte einen erheblichen Zuwachs beim Fluglärm abbekommen.


    münchner.

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    Tja, und genau das ist auch das Problem beim Hauptbahnhof: Möglichst billig soll es werden, und so sieht er dann auch aus!! Ich verstehe nicht warum heutzutage kaum ein Investor und kaum ein Stadtrat mehr dafür zu gewinnen ist mal etwas mehr Geld für ein besser als Durchschnitt Ergebnis hinzublättern. Sollen unsere Städte alle gleich besch... aussehen??


    münchner.

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    Die Beseitigung der Wohnungsnot sollte nur dann angegangen werden wenn man auch ein verträgliches Konzept vorlegen kann. Der Wohnungsbau der letzten Jahre jedenfalls ist einfach nur grausam, sei es Riem, Parkstadt Schwabing oder Arnulfpark!! Keine zehn Pferde würden mich derzeit dazu bringen in diese Retortenanlagen zu ziehen!


    münchner

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    Vielen Dank für das Foto. Eine Rekonstruktion würde sich hier definitiv lohnen. Vielleicht sollte man diesen Thread verlinken an die email-Adresse, die beim Beck-pdf unten angeführt ist, damit moderme Manager mal etweas von schöner Architektur sehen anstatt der Leere und dem Mittelmaßstandard ihrer eigenen Worthülsen ("frisches und neues Äußeres") zu verfallen.


    münchner.

    Das von Lugpaj angeführte Gebäude an der Sonnenstraße ist das ehemalige Gebährhaus der Ludwig-Maximilians-Universität. Erbaut nach den Plänen von Bürklein mit der für ihn typischen Spitzbogenarchitektur. Ähnliches sieht man noch in der Maximilianstraße, wobei dort die ursprüngliche Terracotta-Fassade heut nur noch aufgeputzt ist.


    "Backstein" war in München eher selten. Es gibt aus der Zeit um 1900 noch einge herrschaftliche Bauten in der Innenstadt, die das preussische Element einer Klinkerfassade in Verbindung mit Säulen und Erkern aufgreifen. Ein Beispiel befindet sich in der Nähe des Isartors, andere Belege finden sich am westlichen Isarufer südlich der Corneliusbrücke. Sollte ich mal wieder mit Kamera dort sein mache ich gerne ein paar Aufnahmen.


    münchner.

    Ich lese da im pdf-Text zum Beck-Umbau etwas von "frischer neuer Erscheinung". Beim Blick auf das darunterstehende Bild frage ich mich aber worauf diese Medlung sich beziehen soll. Bei dieser Lage un der Nachbarschaft muss es doch möglich sein etwas besseres hinzubekommen als Fassade. Potentielle Stelle für eine rekonstruierte Fassade?


    münchner.

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    Vielen Dank für die Bilder. Ich bin letztens an der Ecke vorbeigekommen und war positiv überrascht. Einzige Ausnahme stelt die zu glatte Oberkante dar. Ich glaube, dass zwei Rundkuppeln auf den äußeren Rundbauten des Hotels dem Gesamteindruck sehr gut getan hätten. Ansonsten wirklich ein gelungenes Projekt. Jetzt hoffe ich nur noch, dass der Platz gegenüber der Basilika wirklich als Platz zu erkennen sein wird, und nicht nur als kleine eingeengte Hinterhofecke, wie es die bisherigen Bilder vermuten lassen.

    münchner.

    Grausam, grausam, das tut richtig weh. Was mir nicht einleuchten will: An ziemlich vielen Ecken in München entsteht derzeit dieser "Retro-Schrott", obwohl man doch weiß, dass in wenigen Jahren die meisten einen Abriss dieser Bunker fordern werden.


    Hat die Stadt keinen Einfluss auf die Architektur, oder sind Ude und Co. einfach blind?


    münchner.

    @ pflo777


    Danke für die sehr konstruktive Antwort. Ich denke, dass wir hier die beiden Seiten der sachlichen Debatte abdecken.


    Ich stimme Dir zu, dass sich heute Regionen in einem immer dynamischeren Prozess der Entwicklung, des ständigen Auf und Ab befinden, jedoch bin ich kein Freund der eher fatalistischen Herangehensweise "Is halt so, drum müssen wir schneller Laufen".


    Man sollte schon wissen für was man sich die Mühe macht die Belastungen auf sich zu nehmen. Ich erkenne derzeit nicht den Sinn einer beständigen Rekordjagd wenn die Begleiterscheinungen den Lebensraum und das Individuum dermaßen negativ beeinflussen. Flexibilität und Mobilität im Übermaß zerstören kulturelle Wurzeln und Traditionen. Wirtschaftswachstum um jeden Preis drängt den Einzelnen in den Hintergrund. Im schlimmsten Fall steht am Ende eine überlebensfähige (da wirtschaftsstarke) aber nicht lebenswerte Gemeinschaft.


    Ich sage nicht, dass die 3. S/L-Bahn ein Einstieg in den diabolischen Untergang ist, aber ich denke dass sich hier eine Gelegenheit auftut sich über das Für und Wider moderner Wirtschaftsgeilheit Gedanken zu machen. Ich möchte hier nicht zu weit abschweifen, aber es hat viel mit dem persönlichen Lebensstil zu tun: Gesundheit, Ernährung, Stressbewältigung, kulturelle Bindung. Ich verlange von niemandem, dass er meine Einstellung übernehmen MUSS, aber dass er sie respektiert. Und dazu zählt auch, dass andere nicht Ihre Lebensphilosphie den vom Modernisierungs-Hype Betroffenen als gott-gegebnen Wahrheit AUFDRÄNGEN. Einige Befürworter der 3. S/L-Bahn tun dies hier im Forum aber...Du gehörst im übrigen nicht dazu ;)


    Schönen Tag noch,
    münchner

    Was sind denn genau die Nachteile? Hauptargument Fluglärm. Wie jeder eingagierte Diskutant weiß, wird sich der Lärm von Flugzeugen in den kommenden 15 jahren durch technische mittel halberen.


    Fluglärm ist nur ein Nachteil, aber bleiben wir doch mal dabei.


    1.Ich finde es immer wieder irritierend wenn ausgerechnet diejenigen das Problem Fluglärm so gering reden, die nicht davon betroffen sind. Eine dritte Bahn würde erhebliche Änderungen in den An- und Abflugschneisen mit sich bringen. Zusätzliche Gemeinden werden belastet, und bereits belastete Gemeinden mit noch mehr Fluglärm zugemüllt.


    2. Dass der Fluglärm sich um 50% verringert mag ja eine nette Zukunftsvision sein, aber das ändert nichts an den "nächsten 15 Jahren". Auch werden nicht alle Maschinen auf einem technischen Stand einer 787 sein, ganz im Gegenteil. Der Anteil an Turboprops nimmt stetig zu. Zudem ist die Lärmbelästigung beim Start immer noch groß genug, und das Pfeifkonzert beim Landen ebenfalls.


    3. Neben dem Fluglärm gibt es auch das Problem der Verkehrsanbindung. Einge Gemeinden ersticken bereits jetzt am Zubringerverkehr.


    4. Ich habe es bereits angesprochen, aber ich kann es gerne nochmals erwähnen. Die Beeinträchtigung der Region Freising und der Isarauen nördlich der geplanten Startbahn wird enorm zunehmen.


    5. Diese Wirtschaftswachstums-Motor-Spitzeplatz-Region Argumentation zieht bei mir nicht mehr. Wo ist denn da das Ende? Wenn wir irgendwann 7 oder 8 Start- und Landebahnen haben? Bis jetzt konnte noch niemand darlegen, wieso eine dritte Startbahn ohne vorheriger Ausnutzung der vorhandenen Möglichkeiten mehr Jobs bringen soll.



    Ergo: Bei allen verständlichen Vorteilen, jedoch ÜBERWIEGEN aus meiner Sicht die hier angeführten Nachteile, zu denen noch einige hinzukommen dürften. Und selbtsverständlich ist es ein Abwegen von Pro und Contra. Wenn die Nachteile (Direkt wie indirekt Betroffene) zu groß sind ist das Projekt gescheitert, ganz einfach.


    münchner.

    Ob der Flächenverbrauch nun geringer ist oder nicht ist eigentlich egal. Nachdem ich viele Diskussionen zum Ausbau geführt habe bin ich mittlerweile der Überzeugung, dass eine dritte Start- und Landebahn zu viele Nachteile mit sich bringt, sowohl für die direkten Anwohner als auch für die Gemeinden, die den zusätzlichen An- und Abflug über sich ergehen lassen müssen. UND ICH BIN KEIN ÖKO, also lasst endlich diese einseitigen und völlig unpassenden Seitenhiebe gegen die Ausbaugegner.


    münchner.

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    Ich kann mich meinem Vorredner nur anschließen. Bei alle den Bauvorhaben sind sehr gut aber auch sehr schlechte Projekte dabei. Was alle jedoch verbindet ist die Tatsache, dass sie bei ihrer Fertigstellung den vorherigen Bestand definitiv übertreffen.


    Dennoch: Viele Projekte bestec hen nicht gerade durch gelungen Architektur, es ist viel Mittelprächtiges dabei. Ich bin positiv überrascht vom Laimer Würfel, nachdem ich ihn anfangs völlig deplatziert fand.


    münchner.

    Furchtbar banaler Einheitsbrei. Am schlimmsten ist auf den Renderings der Innnenhof mit den auf der linken Bildseite angedeuteten Balkonen. Sieht schlimmer aus als 60er Jahre Wohnungsbau. Wie kann sowas genehmigt werden? Nunja, damit verkommt der Stiglmaierplatz endgültig zum Tristess-Eck der Moderne. Einziger Lichtblick bleibt da der Löwenbräukeller. Von der Brauerei (südliche Seite) sieht man ja dank des deplatzierten Riegelbaus an der Nymphenburgerstraße nichts mehr.


    Eine Schande für München wie hier mit alten Ensembles und dem direkten Umfeld von traditionsbildenden Gebäuden umgegangen wird, aber typisch für diesen völlig geschichts- und hirnlosen Stadtrat.


    münchner.

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    Ja, ich war auch erstaunt, dass nach so langer Zeit nun doch der Abriss kam. Mit Ausnhame dreier Büsten an Erkener an der Nordseite hatte der Bau aber nichts schönes an sich. Beim Abriss ist mir zudem aufgefallen, dass das Gurndgerüst wohl aus den 50er oder 60er Jahren stammen muss, d.h. hier eine alte Fassade aus den 30er Jahren nach dem Krieg wieder aufgepeppelt wurde. Balkonträger und Fensteraussparungen auf der Innehofseite haben auch einen 50er Jahre Eindruck hinterlassen.


    Münchner.

    Ich verstehe die harte Kritik an dem Bau nicht! Nachdem die Verkleidungen am oberen Dachrand montiert wurden hat das ganze eine sehr gute Wednung genommen. Ich finde den Bau höchst interessant, sehr gelungen, und eine echte Bereicherung.


    münchner.

    Das neue NATO-Hauptquartier sieht Klasse aus, ein definitiver Fortschritt zum jetzigen Bau, der aus allen Nähten platzt und im Inneren das Ambiente der frühen 80er Jahre versprüht.


    münchner.