Beiträge von Batō

    #987:

    Wow! Das sehe ich zum ersten Mal. Die Ostfassade funktioniert nicht nur gut, sondern meiner Meinung nach wesentlich besser als die Seite gegenüber des Neuen Museums mit ihrer Unbegrochenheit und der seltsam nebensächlich wirkenden Kuppel.

    Da du laut deinen Avatar-Angaben nicht aus Berlin kommst ein paar Anmerkungen zum verlinkten Foto:


    1. Es wurde ein Telezoom verwendet und stark gezoomt. Dadurch wird die räumliche Wirkung enorm gestaucht und die Ostfassade optisch stark ans Rathausforum herangeholt. Tatsächlich liegen zwischen Neptunbrunnen und Ostfassade rund 350m. Dazwischen befinden sich das MEF, die breite Spandauer Straße und die Spree. Die räumliche Wirkung ist somit bei weitem nicht so wie es auf dem Foto erscheint.
    2. Aus näherer Position (etwa direkt am Spreeufer) wirkt die Ostfassade wesentlich breiter, kantiger und farbloser.
    3. Das Foto ist stark nachbearbeitet worden (Tilt-Shift, Kontrast, Farben...) und spiegelt kaum die Wirklichkeit ab.

    Ein paar neue/laufende Projekte aus Alt-Hohenschönhausen.


    In der Simon-Bolivar-Strasse 3-7 realisiert die Ten Brinke Group 12.000m² Wohnfläche:


    vize_171101_2200_nw_0cmjul.jpg

    (C) Ten Brinke Group B.V.


    Dem letzten Update nach dürfte das Projekt schon fast abgeschlossen sein.




    Direkt gegenüber auf der Nr. 48 entsteht bis Ende QIII 2021 das Projekt Hildas Garten mit 31 ETW:


    tilelbild_-_hildas_gaupk9t.jpg

    (C) Arvand Immobilien GmbH | Kny & Weber




    Optisch etwas gediegener ist dagegen das Projekt von Stephan Höhe Konrad-Wolf-Straße 101. Dort sollen vrs bis Ende 2021 12 Wohneinheiten entstehen:


    143_strae6zkwx.jpg


    143_garten6yjyo.jpg

    (C) Haschtmann Gruppe | Stephan Höhne Architekten

    Sellerstraße 17, hinter/neben dem Umspannwerk

    ...

    2019 müsste es demnach dort dann losgehen..

    So schnell ging es dann doch nicht. Immerhin ist man aber auf einen guten Weg das B-Planverfahren in Bälde abzuschließen.

    Das Projekt wurde Ende Mai im Bauausschuss Mitte besprochen. Dort wurde entschieden die Vorlage zur B-Plan-Beschlussfassung der BVV im August 2020 vorzulegen.

    So soll der Neubau mal aussehen:


    seller17_01qlkqi.jpg


    seller17_03arkdn.jpg


    seller17_0271jsq.jpg

    (C) Cells Property Investors GmbH

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    So richtig konkrete Maßnahmen lassen sich da jetzt aber auch nicht herauslesen was zum spekulieren einlädt.


    Meine Vermutung ist, dass keine einzelnen Gebäude abgerissen werden (und mglw. durch Neubauten ersetzt werden).
    Warum auch? Die Bestandsbauten sehen immer noch modern aus, sind strukturell in guter Verfassung, können aber durch gezielte Änderung der Grundrisse und Modernisierung der Innenausstattung erheblich aufgewertet werden.

    Ich kann mir sehr gut vorstellen, dass ähnlich wie beim jüngst vorgestellten Revitalisierungsprojekt Cule der trendige Campus-Gedanke Einzug hält. Und somit weg vom Fokus auf Flächenmietern hin zu kleinteiligen Crowdworking Spaces mit flexibel gestaltbaren Grundrissen. Der ganze EG-Bereich wird vermutlich wesentlich öffentlicher gemacht werden. Zudem sind auch Fassadenneugestaltungen und ein neues Begrünungskonzept (siehe Beitrag von TwistedRoad) denkbar.


    Der Abriss von Bestandsbauten macht m.E. nur Sinn wenn dadurch mehr neue BGF gebaut werden darf. Ein Hochhaus wie es Berliner vorschlägt (orange) wäre jedoch teuer im Bau, langwierig in der Planung (neuer B-Plan) und brächte nicht mehr Fläche. Ingesamt also ein sehr ungünstiges Kosten-Nutzen-Verhältnis.


    Auch der Abriss des gelbmarkierten Gebäudeteils erscheint mir nicht sinnvoll. Wozu sollte man einen großzügigen Zugang zum Kulturforum schaffen? Potsdamer Platz und Kulturforum sind zwei komplett unterschiedliche Stadtquartiere. Im Bereich zwischen Tiergartenstraße, Ben-Gurion- und Potsdamer Straße stehen sich das Sony Center und das Musikinstrumenten-Museum geteilt durch eine sechsspurige Straße mit Mittelstreifen gegenüber. Was will man da verbinden? Irgendwelche interessanten Sichtachsen gibt es auch nicht die hiervon profitieren würden.

    Man sollte sich eher Gedanken über den Bereich zwischen Stabi und Stage Theater machen. Dort lässt sich noch am ehesten eine bessere Anbindung der beiden Quartiere erreichen.

    In der Berliner Allee 94 wird außerdem diese einstige "Villa" abgerissen. Meine bisherigen Recherchen zu möglichen Planungen auf dem Grundstück haben leider nichts ergeben:


    abriss_alleemfse7.jpg

    Die Straßenfront wird geschlossen und im Hinterhof entstehen 6 Townhouses. Von der Straße aus soll es mal so aussehen:


    imagez6jht.jpg

    (C) Peters und Wormuth Architekten


    Im Frühjahr 2022 soll das Projekt fertiggestellt sein.




    Daneben gibt es weitere aktuelle Projekte im Komponistenviertel.


    In der Bizetstraße 16-18 wird eine Baulücke durch ein gediegenes Wohnprojekt ersetzt:


    bizet1601vok16.jpg


    bizet1602w5kvr.jpg

    © 2020 LIKE architecture


    Die Fertigstellung soll wohl noch in diesem Jahr erfolgen.




    In der Meyerbeerstraße 61-63 wird derzeit das Wohnprojekt "Duett" (Projektseite) mit 21 ETW realisiert:


    duett-meyerbeerstrassncjot.jpg


    duett-meyerbeerstrass96kpx.jpg

    (C) Zvi Hecker


    Fertigstellung Ende 2021.

    Also zwischen Europaplatz und dem fehlerhaft verlinkten Projekt liegen dann doch ein paar Meter inkl. zwei breiter Straßen.

    Dort ein Hochhaus zu bauen fände ich aber generell gut. Gerne auch mal über 100m und ein leicht abgestuftes Cluster schaffen.

    Der B-Plan sieht an der Stelle m.W. kein Hochhaus vor. Insofern wird es interessant inwieweit und in welcher Geschwindigkeit unter Anwendung des Hochhausleitbildes eine Planänderung herbeigeführt werden kann.

    In Weißensee gibt es noch einige kleinere und größere Baulücken oder Gewerbegrundstücke die geschlossen werden können.


    Häufig sind es Baugruppen die hier noch günstiges Bauland finden und ihre Projekte verwirklichen.


    Ein BG-Projekt soll demnächst auf dem Grundstück Langhansstraße 24 entstehen:


    lh24_180316_straew5j43.jpg

    (C) SmartHoming GmbH


    Das Projekt nennt sich Langhans24. 47 Wohnungen werden auf dem Grundstück entstehen. Die Planungen gibt es seit 2018. Ob bereits mit Abriss und Bau begonnen wurde kann ich nicht sagen.




    Ein weiteres BG-Projekt ist auf dem Grundstück Jacobsohnstraße 14 geplant:


    j14zzkbw.jpg

    (C) pfeifer architekten | BG Jacobsohn-4-zehn


    Realisierung der 11 Wohnungen bis QIII 2021.




    Etwas weniger ambitioniert ist das Projekt Urban Homes Roelckestraße 13:


    urban-homes-696x45782j4d.jpg

    (C) Project Immobilien Wohnen AG


    Im ersten Bauabschnitt entstehen 24 Reihenhäuser im Innenhof. Der Verkauf für die 6 ETW im Vorderhaus startete im April.

    Fertigstellung dürfte vrs QI 2022 sein.


    Für das Vorderhaus muss leider der vorhandene Altbau weichen.

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    Mich stört das Wörtchen grundsätzlich. Das trifft vielleicht auf einer sehr groben Ebene zu. Im Detail sind die beiden Projekte aber doch sehr unterschiedlich. Aber das Beispiel Osnabrück zeigt wie es besser geht. Ich könnte noch zig weitere nennen. Das wird nur leider irgendwann redundant.

    Zur Abwechselung mal 2 kleine Projekte aus Tempelhof.


    Ein gewisser Gestaltungsanspruch lässt sich dem Projekt Cubus 156, für das eine Flachbebauung am Tempelhofer Damm 156 weichen muss, wohl nicht abstreiten:


    thd_bg_1900o9k6p.jpg

    © 2020 PROJECT Immobilien Gewerbe AG


    Die Fertigstellung ist für Ende 2021 vorgesehen.




    Nicht weite entfernt Alt-Tempelhof 1-3 wurde dieses Projekt realisiert:


    teaserimagevisualisiep3jgi.jpg

    © Vonovia SE 2020


    Die in Modulbauweise errichteten 24 Wohnungen sind barrierefrei. Das Projekt war im Herbst letzten Jahres sogar der Bezirksbürgermeisterin einen Besuch wert. Naja, optisch ist es leider wenig ansprechend. Ein Fotoupdate dürfte sich kaum lohnen.

    Vielleicht sollte man noch die Fertigstellung des Otto-Weidt-Platz, der noch in Bau befindlichen Projekte und den Abzug des ganzen Baugeräts abwarten bevor man sich zu einem vernichtenden Urteil hinreißen lässt.

    Zudem werden die Grundrisse und Wohnungsausstattungen wohl auch nicht so schlecht sein als dass es sich dort nicht gut leben ließe.