Beiträge von Abyssalon

    neue möglichkeiten werden ja nicht angewandt. auch wenn es ein ort der ruhe sein soll hätte es wesentlich bessere lösungen geben können...und wenn die architektur hier für die kirche sprechen soll, dann vermittelt sie wohl eher hiobs kahl geschorenen kopf als Jesu Botschaft.

    @ archLE: Wird bei dieser Form nicht das Gegenteil von Einordnung erreicht? Es wird sich zeigen, wie es wirkt, wenn es steht, aber mein Ersteindruck ist "unfreundlich" und nicht zurückhaltend. Ist es nicht ein wenig einfach, alle Entwürfe, die nicht in diese Richtung gehen, als "protzig" abzutun? Gerade eine solche Problemstellung des Zusammenspiels mit der umgebenden Bebauung sollte doch zu kreativeren Lösungen führen können (die es ja auch gab...aber die Kirche hat sich schon oft in der Geschichte als Bremser erwiesen). (Richtig) modern muss auch in Leipzig funktionieren können, dann eben mit weniger Glas. Das eine schließt das andere doch nicht aus.

    Was nützen denn Fassadenänderungen, wenn die Form kalt ist?
    ...allein diese Floskeln: "nüchtern", "homogen", "understatement"...allein das spricht aus meiner Sicht die Ideenlosigkeit und Kälte dieser Art von Architektur.
    Kirchtürme anderer Epochen sind schlicht und ergreifend beeindruckend, fantasieanregend und mit Liebe zum Detail ausgearbeitet. Das sich so viele allein in diesem Forum dagegen aussprechen zeigt doch, dass der Entwurf schlecht ist. Architektur wird für Menschen gemacht, und wir alle müssen damit klarkommen und nicht nur ein kleiner Kreis von angeblich besser Informierten oder die zukünftigen Nutzer (von denen sicherlich die Mehrheit ebenfalls nicht begeistert ist). Wenn mir eine bestimmte Musikrichtung nicht gefällt, gehe ich schlicht und einfach nicht zu solchen Konzerten, aber Architektur ist permanent vorhanden und deswegen wird keiner aus der Stadt ziehen oder Riesenumwege fahren, um sich das nicht antun zu müssen. Wenn so gebaut wird ist es kein Wunder, dass allenthalben die Sehnsucht nach Rekos wächst. Was soll man angesichts der Stagnation in der Architektur auch tun?
    Offenbar handelt es sich bei solcherlei Architektur um eine Art Paradigma, und dessen Vertreter sind nicht in der Lage sich auf Neues einzulassen. Da aber die konservative katholische Kirche nun "modern" baut, kann, wer optimistisch ist, hoffen, dass die veraltete Moderne mittelfristig überwunden wird. Vieleicht startet ein mündiger Bürger ein Volksbegehren für bessere Architektur...
    Das Merkurhaus erinnert mich immer an einen Bau aus dem dritten Reich. Aber sicherlich hat man sich dabei noch Mühe gegeben.

    Wenn bescheiden gebaut werden sollte, frage ich mich 1. warum an diesem Standort und 2. was an Platz 2 oder 3 bescheiden sei soll? Der Vergleich hinkt zwar, aber die Unikirche zeigt doch, was heute möglich ist. Und warum bedeutet bescheiden automatisch Bauklötzchenformgebung? Ich glaube nicht, dass jemand, der nicht katholisch ist, solcherlei "Bescheidenheit" von der Minderheit der Katholiken wünscht. Und gerade an diesem Standort, wo so gut wie alle Einwohner egal welcher Konfession (der Stadtstruktur seis gedankt) mehrmals in der Woche vorbeikommen, muss Architektur für alle sein. Aber so wie es aussieht entsteht ein weiteres Objekt, für das man sich als Leipziger fremdschämen muss.

    @Dase: eher am Gebäude. Wenns wie Keramik aussieht, kann ich auch nichts dafür. Ich finde halt, man kann ruhig mal etwas interessanter bauen, so dass man das Gebäude gerne ansieht und vllt auch mal davor stehen bleibt und sich Zeit nimmt, es zu betrachten. Schön und gut, wenn es sich einfügt, aber was bleibt sonst? Es hätte großartigere Lösungen geben können, ohne dass es übermäßig teurer geworden wäre.
    Ranger: Hast ja recht...=)

    Danke Dave. Obwohl meine Kritik ein wenig spät kommt:
    Das preisbeschwerte Ding empfängt mich weder "mit einladender Geste" noch hat es eine "lebendige Außenwirkung" auf mich - möglicherweise fehlt dafür der typische Algenbewuchs auf der Keramik. Und natürlich fallen Phrasen wie "präzise Fassadengestaltung" oder "klare Fassungen". Womit wieder dargestellt wäre, dass das Zeichnen rechter Winkel allein offensichtlich die höchste Kunst darstellt.
    Meine Meinung...

    @ phoenix: Ich habe interessanterweise genau die gegenteilige Erfahrung gemacht und höre auch aus meinem Umfeld (natürlich nicht repräsentativ) sehr oft die Ansicht, Leipzig sei wesentlich attraktiver und lebenswerter als Berlin, wobei es darauf ankommt, welche Gesichtspunkte man zugrunde legt. Aber das ist wohl Geschmackssache.
    dj tinitus: dazu passt das E+E-Vorhaben "Urbane Wälder", in dem Leipzig Modellstadt ist. Dabei sollen Brachflächen im innerstädtischen Bereich bewaldet werden. Laut BfN und Stadtämtern wären das ca. 580 Flächen mit einer Gesamtfläche von 1850 ha. Erste Modellfläche ist meines Wissens nach die ehemalige Stadtgärtnerei in Mölkau.

    Richtig, natürlich ist es (leider) Wunschdenken, das an der Realität vorbei geht. Die MuKo ist allerdings städtisch. Die Fläche liegt brach oder nicht?. Was sieht denn der Flächennutzungsplan vor? Einen Aufschwung erwarte ich bei Aufmerksamkeit der Menschen, denn die bedingt Interesse, und das im Idealfall Zulauf, sowohl von Rezipenten als auch von Künstlern. Vermutlich ist aber das Kulturangebot in dieser statt ohnehin übersättigt (allerdings Betrug die Einwohnerzahl um 1900 etwa 450.000). Mir ist im Übrigen die Existenz des Krystallpalastvarietés durchaus mehr als bewusst. Deshalb ist mir auch schleierhaft, wieso die jetzt aus der Kongresshalle vertrieben werden sollen, wo sie sie gerade belebt haben...am Ende zieht man dort eine Zwischendecke ein, und der Denkmalschutz bleibt auf der Strecke. Aber das ist ein anderes Thema. Wenn man die Fläche nicht für Mist verplant, würde man sich die Möglichkeit zumindest offenhalten.