Beiträge von Frl.Wegner

    Wieder einmal Journalismus auf HÖCHSTEM Niveau... schön, dass dieses Gossenmedium so offensichtlich aus der Wikipedia - aus dem von mir zu großen Teilen verfassten Artikel zur U5 - abschreibt und dabei auch noch so weit im Artikel liest...

    Wikipedia, erster Satz:
    Die U5 ist eine in Planung befindliche Linie der Hamburger U-Bahn, die bislang nur unzureichend erschlossene Stadtteile mit der Innenstadt verbinden soll.

    Bild:
    Die U5 soll die bislang nur unzureichend erschlossenen Stadtteile mit der Innenstadt verbinden.

    Wenn ich diese bresigen und selbstgefälligen Gesichter schon sehe... wobei ich mich nur frage, ob irgendjemand außer dem... nennen wir es in Ermangelung eines dümmeren Wortes einmal: Reporter der Bild von dieser Demonstration Kenntnis genommen hat...

    Der Artikel ist ja schon etwas älter, aber Teheranis Idee ist ziemlich dusselig.

    Die Stützenkonstruktion, die diese Brücke trägt, müsste aufgrund der erforderlichen Breite der Brücke und der geringen Breite der Bürgersteige auf beiden Seiten neben der Fahrbahn aufsetzen und die Brücke schwebte dann irgendwo mittig über dem Straßenzug Domplatz-Alter Fischmarkt et al. und hätte dann zu beiden Seiten eben diese superbreite Stützkonstruktion. Ist das eine städtebaulich-ästhetisch wirklich befriedigende Lösung?
    Und wie hoch müsste die Brücke sein, um die Durchfahrtshöhe für Lkw auf der Ost-West-Straße zu gewährleisten und wie schnell würde man zwischen dieser Höhe und der Höhe am Antrittspunkt auf die Brücke vermitteln können? Und wo wären diese Antrittspunkte/Zugangsbauwerke gelegen? Ich sehe dort im Umfeld keinen Ort, wo man soetwas wirklich elegant integrieren könnte. Der Domplatz scheidet auch aus, da dieser ja immer noch irgendwann in der mittleren Zukunft bebaut werden könnte...

    Und zu vergleichen mit anderen Situationen am Baumwall und am Fischmarkt ist es nicht, da die Brücken hier nur jeweils sehr kurz sind und eigentlich nur Straßen kreuzen, aber nicht dem gesamten Verlauf eines Straßenzugs folgen...

    Die ganze Geschichte ist doch nur wieder etwas, mit dem sich Teherani isn Gespräch bringen will.

    Aber Kuddel, hast du nicht verstanden? Eine ENT-WEI-HUNG! Deine mangelnde Sensibilität gegenüber den religiösen Gefühlen dieser Menschen macht mich traurig und sehr betroffen.

    Wie immer, wenn eine solche Geschichte mit Bildern von bresig-trotzig dreinblickenden Leuten mit verschränkten Armen illustriert wird, ist die ganze Angelegenheit eine Posse und es werden in der Tat alle noch so absurden Argumente vorgebracht. Ich meine: hat sich überhaupt schon mal jemand damit befasst, ob da nicht irgendwelche Ley-Linien unter dem Gebiet verlaufen?

    Aber das Gute ist ja, dass zwar jeder eine Meinung haben und diese vorbringen darf, aber nicht jede Meinung in gleicher Weise berücksichtigt werden muss. Die Hochbahn wird sich also in ihrer planerischen Abwägung hoffentlich an gewichtigigeren Aspekten orientieren.

    Und ich möchte jetzt nichts von "Arroganz des Staats/der Planung" hören. Der Sinn von Öffentlichkeitsbeteiligung ist nicht der, dass die Gruppe, die am lautesten quiekt, schmollt und greint, Recht bekommt. Leider nur engagieren sich sehr viel schneller die Leute für etwas, die sich negativ betroffen fühlen und prägen das öffentlich wahrgenommene Bild entsprechend stärker als die Leute, die einem Vorhaben positiv oder zumindest gleichgültig gegenüber stehen.

    @ LukaTonio
    Bauvorhaben sollten sich ja idealerweise mit ihrem Umfeld auseinandersetzen. Und so wie die bauliche Gestalt der Reeperbahn Heterogenität und Kleinteiligkeit vorgibt, die beim Entwurf für die Neuentwicklung des Esso-Areals aufgenommen wurde, ist das Kontorhausviertel durch vergleichsweise große und in ihrer jeweiligen Baumasse vergleichbare und in Materialität und Farbigkeit einheitliche Gebäude geprägt. Hier die gleiche Kleinteiligkeit wie auf der Reeperbahn herbeiführen zu wollen, ist daher nicht zwingend die beste Antwort für diesen Ort.
    Beim Kontorhausviertel stört man sich ja auch nicht an der Größe der einzelnen Gebäude, vielmehr gibt dieser Faktor den Gebäuden überhaupt ihre Wirkung.

    Häuser
    Entspann dich, Schwesterherz. Es nehmen insgesamt 30 Büros teil, von denen wir bislang nur den deutlich kleineren Teil kennen. Blauraum finde ich persönlich auch nicht scharf, aber Störmer Murpy ist doch schon mal ein toller Teilnehmer.
    Und dass sich das Abendblatt vor Begeisterung über Libeskind überschlägt, sagt auch erstmal nichts aus. Wenn ich mir die Arbeiten von Libeskind auf seiner Website ansehe, sehe ich natürlich viel Besonderes, aber auch teilweise ziemliche Konfektionsware bzw. die Variation weniger Motive. Das Büro scheint vor allem dann zur Hochform aufzulaufen, wenn es Gebäude entwerfen kann, die sich weitgehend von ihrem baulichen Umfeld lösen bzw. sich diesem gegenüber sehr eigenständig verhalten. Und gerade das ist beim vorliegenden Vorhaben keine Tugend, im Gegenteil wird es darum gehen, trotz Eigenständigkeit einen geschmeidigen Übergang zur Umgebung zu finden. Und die bei Libeskind häufig zu findenen kristallinen Formen, kecken Spitzen etc. sind nicht unbedingt das, was ich im Kontorhausviertel sehe.

    Abgesehen davon müssen sich die Büros vor der Architektur ja erstmal städtebaulich durchsetzen, und gerade dabei könnte Libeskind - aufgrund der o.g. Tendenz zur Extravaganz bzw. zu Libeskinds bestimmter Art der Extravaganz - Probleme gegenüber anderen Büros mit mehr Lokalkenntnis und mehr Erfahrungen bei Projekten in einem Bestandsumfeld haben.

    Es bleibt dennoch sehr spannend, ui-ui!

    Der Bürger ist der Feind - zumindest, wenn er sich so geriert.

    Ich bin mir sicher, dass sich die lieben und guten Menschen vom Hartzloh bei ihren Alternativvorschlägen für den Stationsstandort intensiv mit den Anwohnern an den einzelnen Standorten beschäftigt und von ihnen eine uneingeschränkte Freigabe erhalten haben.

    Ansonsten könnte man am Ende glatt noch den Eindruck gewinnen, dass die Initiative einfach nur die Bauarbeiten bei sich verhindern will, es ihr aber ansonsten egal ist, wer von den Bauarbeiten möglicherweise belastet werden könnte.

    Ein Schelm, wer Blödes dabei denkt.

    Ich möchte den Austausch von Gedanken - gerade in diesem öffentlichen Forum - nicht unterbinden und kann dies auch nicht, aber ich habe nicht das Gefühl, dass wir uns argumentativ weiter bewegen. Vielmehr habe ich den Eindruck, dass es jetzt vor allem ums Rechthaben geht und man sich deswegen vielleicht auf allen Seiten auf extreme Positionen versteift - nur das eine oder das andere kann richtig sein - und Argumente der Gegenseite aus reinem Trotz nicht mehr anerkennt.

    Das soll kein Apeasement sein im Sinne, dass wir grundsätzlich alle Meinungen als gleichwertig anerkennen müssen. Gerade ich bin kein Freund davon, aus mangelnder Konfliktbereitschaft auch undurchdachte Meinungen als gleichwertig gelten zu lassen und sie somit indirekt zu legitimieren. Aber wir sollten hier doch die Kirche im Dorf lassen und vor allem daran denken, dass diese gesamte Diskussion für die Realität fruchtlos ist und wir uns gerade deswegen nicht aufregen brauchen.

    nairobi
    Die Änderung des Querschnitts zugunsten von Fußgängern und Busverkehr wäre nur unter erheblicher Reduzierung der Leistungsfähigkeit für den MIV möglich. Abgesehen von der politischen Dimension dieser Frage gibt es auch die konkrete verkehrsplanerische Seite, also wohin die Verkehre abgedrängt bzw. wie sie alternativ geführt werden.

    Ich habe mir gerade auf Streetview nochmal vergegenwärtigt, wie die straßenbegleitende Bebauung insbesondere in Bezug auf die innenstadtrelevanten Gewerbenutzungen aussieht.
    Und selbst wenn wir davon ausgehen, dass man die Straße umgestalten kann, muss man sehen, dass Flächen und Deckenhöhen der Gewerbeeinheiten, insbesondere bezogen auf die in den Straßenraum wirkenden Höhen, im Großteil der Südbebauung der Steinstraße sehr begrenzt sind. Es entsteht für mich hier baulich sehr stark der Eindruck einer Nebenlage und ich käme mir ziemlich auf den Arm genommen vor, wenn ich mit dem Bus dorthin gefahren würde und gleichzeitig wüsste, dass die Musik eigentlich in einer anderen Straße spielt.

    Und mit Blick auf denkmalschutzrechtliche Beschränkungen sehe ich nicht, dass man in der Steinstraße in großem Umfang die Gewerbeeinheiten à jour bringen kann, also etwa doppelt hohe EGs einbauen kann oder ähnliches. Hinzu kommt das Finanzamt, das ebenfalls eine ziemlich lange, aber weitgehend geschlossene Fassade hat und das wohl bis auf weiteres an diesem Standort verbleiben wird, und das architektonisch-gestalterisch hochproblematisch Parkhaus an der Ecke Steinstraße/Lange Mühren - kein gelungener Auftakt für die Innenstadt.

    Was ich sagen will: Nicht allein auf die Verkehrsbeziehungen für Fußgänger achten, sondern auch anderen entwurfsbestimmende Faktoren bei der Diskussion berücksichtigen.

    Diese bescheidene Bauassessorin möchte bei der Diskussion um die Verlegung des Busverkehrs in die Steinstraße auf einen sehr praktischen Aspekt hinweisen; der Querschnitt der Straße ist sehr vorwiegend auf den Kfz-Verkehr ausgerichtet und die Bürgersteige sind in den meisten Bereichen entsprechend schmal. Das bereits heute hohe Verkehrsaufkommen dürfte kaum Spielräume für eine Neuordnung lassen, die allerdings für eine Belebung und Attraktivierung - oder noch grundsätzlicher: für eine gefahrlose Nutzung durch höhere Fußgängeraufkommen - erforderlich wären. Und in diese Straße jetzt auch noch den Busverkehr zu legen, der - worauf Midas treffend hinweist - eigentlich beschleunigt werden soll, finde ich da äußerst schwierig. Also: ÖPNV und MIV würden beide benachteiligt und für Fußgänger ließe sich insbesondere bei Verlagerung des Busverkehrs keine Verbesserung in der Steinstraße erzielen.

    Abgesehen davon denke ich ähnlich wie Midas, dass es einer Stadt der Größe Hamburgs durchaus gut zu Gesicht steht, ihren Oberflächen-ÖPNV durchaus durch die Innenstadt zu führen. Ich denke sogar, dass gerade das Abfahren der Mönckebergstraße mit dem Bus einen gewissen Erlebnisfaktor hat.
    Und dass die Busse dort so sehr stören, nehme ich auch nicht wahr. Die Passanten kreuzen die Mönckebergstraße ziemlich frei und es gibt ein insgesamt durchaus funktionierendes Miteinander der Verkehrsarten, bei dem in meiner Wahrnehmung der Busverkehr in seinem Gewicht hinter dem Fußgängerverkehr zurücksteht.

    Ein Klassiker ist immer modern und die Grundidee der Gegenfinanzierung durch die Vermarktung der Flächen auch erstmal interessant.

    Wie jedoch bereits die Renderings/Montagen der HK zeigen, entstünden nach diesen Plänen eine in vielen Bereichen sehr kritische Dichte, vor alle bezogen auf die Belichtungssituation der Bestandsbauten. Problematisch erscheint mir die Planung auch in Bezug auf die raumbildende und ästhetische Wirkung der Bestandbauten, die sich ja in der Regel auf ihre Lage an der Ost-West-Straße eingelassen haben und nach dieser Planung ziemlich verstellt würden.

    Die Ost-West-Straße ist zwar breit, aber nicht so breit und eine hochbauliche Entwicklung der Flächen bedürfte etwas mehr Feingefühl als der Montage zugrunde gelegt wurde. Andererseits sollte man wohl in eine solche Visualisierung nicht zu viel hineinlesen, da sie ja nur der Illustration der grundsätzlichen Idee dient.

    Die Planungen für die Verlegung in den Tunnel könnten jedoch tatsächlich zum Anlass einer weiterreichenden Neuordnung des Umfeldes genommen werden, wie ja auch von der HK bei den Bestandsflächen teilweise angedeutet wird, sodass zumindest eine teilweise hochbauliche Nutzung möglich wird und neben der Straßenplanung auch gleich weitere städtebauliche Defizite aufgelöst werden könnnen.

    Ebenfalls kritisch sehe ich die Frage der Tunnelmünder bzw. der Rampen... die Straße ist zwar eine Barriere, aber wenigstens ebenerdig. Ich bin mir nicht sicher, ob die Rampen nicht vielleicht punktuell ein größeres städtebauliches Übel sind, von denen neben der tatsächlich auch eine subjektiv höhere Barrierewirkung ausgeht.

    Häuser

    Ich denke, es handelt sich bei der helleren Gestaltung des Staffelgeschosses um einen quasi barocken Kunstgriff, um das optische Gewicht des Geschosses unterstützend zur Rückstaffelung zu reduzieren, damit es vom Straßenraum aus weniger auffällt und sich besser in die baulich niedrigere Umgebung einpasst.

    Ansonten kann uch mir vorstellen, dass falls die Staffel auch auf der Dachfläche weiß ist, sich vielleicht um eine Maßnahme zur Reflektion der Sonne handelt, von wegen Albedoeffekt und so.

    Grundsätzlich ist es sehr zu begrüßen, dass es eine private Initiative zur Nutzungsdurchmischung in diesem Teil Hamms gibt. Die im AB-Artikel angesprochene Rücksichtnahme auf die bestehenden Betriebe ist rechtlich natürlich erforderlich, der Konflitk weist jedoch auf die Notwendigkeit hin, im Rahmen der ganzen Stromaufwärts-Geschichte mal darüber nachzudenken, wie die Nutzungsstruktur in den betroffenen Stadtteilen langfristig aussehen soll und entsprechendes Planungsrecht zu schaffen. Ist vermutlich ohnehin schon im Gange bzw. in Vorbereitung, aber hier wird die Frage greifbar.

    Was das konkrete Vorhaben angeht muss ich jedoch sagen, dass das geplante Ensemble bzw. dieser weniger als ambitionierte Neubau den vom Investoren vertretenen Anspruch kaum abzubilden vermag...

    Auch wenn ich an sich der Meinung bin, dass sich die Qualität eines Entwurfs auch für den interessierten Laien aus der Anschauung ergeben sollte, möchte ich mich in meiner späteren Funktion als Führungskraft üben und mich für Erklärungen offen zeigen.

    Möchte der Vertreter des Architekturbüros vielleicht den Entwurfsgedanken dieser sehr eigenständigen Arbeit erläutern, bevor wir zu einer weitergehenden Einschätzung kommen?

    Zwar schon außerhalb der Wallanlagen, aber direkt daneben.

    Das Abendblatt weiß zu berichten:

    Investor baut 1300 luxuriöse Studentenwohnungen in Innenstadt

    Der bereits durch das The Fizz Hamburg an der Kieler Straße bekannte Investor Campus International plant auf Grundstücken am Hosltenwall, Rödingsmarkt und an der Adenauerallee/Ecke Steindamm insgesamt 1.300 Kleinstwohnungen für Studenten, Auszubildende und Absolventen. Die Grundstücke werden zurzeit nach Aussage des Investors zu großen Teilen von "nicht mehr zeitgemäßen" Büro- und EZH-Nutzungen belegt, Baubeginn wird in ein bis zwei Jahren erwartet.

    Ich vermute und hoffe, dass mit dem Objekt an der Adenauerallee/Ecke Steindamm
    diese beiden Schätzchen gemeint sind - auf andere trifft die Beschreibung aber auch kaum zu. Endlich weg mit dem Mist.

    Am Rödingsmarkt vielleicht das hier?

    Aber wo denn am Holstenwall?

    Aber man erkennt, meiner Meinung nach, auch, dass es sich bei der Überbauung nur um ein Brückenbauwerk handelt und es einen Durchgang am Ende gibt. Wäre jetzt die Frage, ob eine Sichtbeziehung zwischen den Blöcken hindurch so wichtig gewesen wäre, aber die Durchwegung scheint allemal gegeben. War vermutlich praktischer und flexibler, die beiden Gebäudeteile zusammenzubinden.

    Oder wir beruhigen uns und wittern keine kulturimperialistische Verschwörung.

    Die nordamerikanische Namensthema ist nur im südlichen Überseequartier und im angrenzenden Bereich des Strandkais vorhanden, im nördlichen Überseequartier und östlich des Magdeburger Hafens sind es dafür ostastiatische Hafenstädte, also keine wirklich einseitige Begünstigung einer einzelnen Region.

    Allerdings hätte man natürlich auch Rotterdam, Amsterdam, Antwerpen und Brügge als große und ausreichend positiv besetzte europäische Namenspaten innerhalb des Hafenstadtmotivs wählen können, was mir auch sehr gut gefallen hätte. Es gäbe dann natürlich noch etwas abwegigere Städte wie Klaipeda oder Porto, zu denen die Assoziationen - meiner Wahrnehmung nach - schwächer sind und die nicht den gleichen Schmelz haben wie die vorgenannten.

    Abgesehen davon ist mir gerade nicht ganz klar, worin sich ein besonderer Hang der Hamburger zu Anglizismen zeigt.

    Ich glaube, das Thema, wie sinnig oder unsinning oder geschmackvoll der Name HafenCity ist, wurde hier bereits umfassend besprochen. Ich verstehe den Begriff immer in Bezug auf City in seiner spezifisch deutschen Benutzung als Innenstadt - unabhängig davon, wie gebräuchlich der Begriff im Alltag ist.
    Schlimmer ist die Binnenmajuskel, die affig-zeitgeschmäcklerisch ist.

    @ Häuser
    Der Entwurf wurde auch kurz vorgestellt, es wurde jedoch nichts substanziell Neues erwähnt. Auf jeden Fall ist der Entwurf gesetzt, der auf der Veranstaltung gezeigte Arbeitsstand entsprach dem, der im Forum schon bekannt ist. Es wurde allerdings nicht gesagt, ob es sich tatsächlich um einen Arbeitsstand oder den endgültigen Entwurf handelt.

    Michael Mathe erläuterte zum Entwurf, dass es der Stadt bei der Findung der Architektur wichtig war, respektvoll und angemessen mit dem Mahnmal St. Nikolai umzugehen.

    Ich finde den Entwurf grundsätzlich gar nicht so schlecht, finde allerdings das in der Visualisierung angedeutete Material (blassgelber Klinker?) problematisch und kann nicht erkennen, worin der Bezug des Gebäudes zum Mahnmal besteht. Der Entwurf nimmt zwar Traufe und Geschossigkeit der umgebenden, historischen Bebauung auf und gibt der Kirche so einen Teil ihrer historischen städtebaulichen Einfassung zurück, aber die Farbigkeit, die Fassadengliederung mit den markant ablesbaren Doppelgeschossen und die Sägezahnstellung der Fenster sind doch sehr eigenständig...

    Ein Detail am Rande: Michael Osterburg, stadtentwicklungspolitischer Sprecher der Grünen-Fraktion, war wohl ein ausgesprochener Freund des wesentlich eleganteren Entwurfs für das Baufeld, auf dem jetzt der Entwurf von Georg Scheel Wetzel realisiert wird. Ich glaube, der Entwurf wurde nur in unseren Wolkenkratzerstradt-Schwesterforum gepostet...

    Michael Mathe erklärte hierzu, dass der Entwurf für eine Büronutzung erfolgte und daher hinfällig wäre - wobei ich mir nicht vorstellen kann, dass er nicht auch für eine Wohnnutzung hätte umgearbeitet werden können. Die Außenmaße der Gebäude sind gleich, ebenso die Deckenhöhen. Frage wäre dann vielleicht gewesen, ob dieser aufwendigere Entwurf für Mietwohnungen hätte vermarktet werden können...

    Diese süße, kleine Lady war heute auf der Diskussionsveranstaltung im Rahmen der frühzeitigen Öffentlichkeitsbeteiligung für den B-Plan Hamburg-Altstadt 46, der sich mit dem Bereich zwischen Gr. Burstah, Ostseite Hopfenmarkt, Willy-Brandt-Straße und Fleet beschäftigt.

    Insgesamt wenig Neues für Leser des Forums, nur soviel:

    Der nördliche Anbau des Globus-Hofs, hier das Gebäude mit dem Kupferdach, das sich halb auf das Allianz-Gebäude lehnt, nebst Nachbar wird durch einen Neubau ersetzt, der allerdings nicht direkt an den Bau von Caruso St. John auf dem Allianz-Areal anschließen wird, sondern eine Fuge zu ihm bilden wird, die von der Mühlenbrücke aus eine großzügigere Ansicht von St. Nikolai erlauben wird. Das Baufeld war nicht Teil der großen Ausschreibung, der architektonische Entwurf wird von Störmer Murphy entwickelt. Es gab hierzu keine Visualisierungen, aber bei dem, was man von Störmer Murphy kennt, darf man sehr beruhigt sein.

    Die Abrissanträge für Allianz und EKD wurden bereits gestellt und werden zurzeit geprüft. Die Planung des Abrisses ist relativ aufwendig, da die Tiefgarage unter dem Allianzgebäude erhalten werden soll und die wegfallende Masse des Gebäudes ausgeglichen werden muss, weil die Garage sonst auftreibt, ferner gibt es wohl Abhängigkeiten zur Standfestigkeit/Fundamentierung von St. Nikolai. Die Vorweggenhmigungsreife für die Neubauten wird im dritten Quartal 2017 erwartet, der Baubeginn soll weiterhin 2018 erfolgen.

    Für die Gestaltung des Hopfenmarkts gibt es noch keine weiteren Überlegungen, ein Konflikt offenbarte sich hier in der Vergangenheit im Protest der Anwohner gegen die für den Bau der unter dem Hopfenmarkt geplanten Tiefgarage erforderlichen Baumfällungen.
    Allerdings wurde die Frage ja ohnehin nicht akut, da sich hierfür kein privater Investor fand... Michael Mathe meinte allerdings, er wolle das Thema der Qualifizierung des Hopfenmarkts nochmal zu den Freiraumplanern tragen...

    Auch wenn es ein anderes Thema ist, finde ich es grundsätzlich amüsant, dass sich jemand aus Köln, einer fast schon als fahrlässig hässlich zu bezeichnenden Stadt, über die Stadtgestalt Hamburgs echauffiert.

    Ansonsten stimme ich Midas darin zu, dass sich die Kritik weder durch Hintergrundkenntnisse noch durch eine gelungene Beobachtung vor Ort auszeichnet. Die HafenCity hat eine insgesamt sehr klare, der Bebauung der Innenstadt und der Speicherstadt entliehene Höhengliederung und auch das Muster der Baukörpervolumetrierung ist an sich klar erkennbar. Im Zweifelsfalle hülfe auch ein Besuch am Modell im Kesselhaus oder Einsicht in die ja nun wirklich in Hülle udn Fülle vorhandenen Informationsmaterialien.
    Dass es architektonisch-gestalterisch eine große Bandbreite gibt, ist ein altbekanntes Thema, bei dem ich der Meinung bin, dass der Städtebau genug Zusammenhalt zwischen den einzelnen Entwürfen stiftet. Ansonsten ist natürlich nicht jeder Entwurf brillant, im Durchschnitt aber absolut zufriedenstellend. Auch wenn ich mir bei einzelnen Entwürfen etwas mehr Wagemut wünsche oder gewünscht hätte, insgesamt hat man hier deutlich mehr erreicht als in den meisten anderen deutschen Städten in den letzten Jahren.

    Den Kritikpunkt, dass die HC an eine Stadtrandentwicklung erinnere, sehe ich insbesondere durch die Quantität und Qualität der öffentlichen Räume, insbesondere im Zusammenspiel mit der Elbe und dem Hafenpanorama, sowie die Bemühung um die Installation publikumswirksamer Nutzungen entkräftet.

    Aber wenn man aus einer Stadt kommt, die exakt eine sehenswerte Ansicht in der Totalen hat und die ansonsten davon profitiert, lieber nicht zu nah an einzelne Gebäude ranzugehen, mag ich verstehen, dass man über die fehlende Ikonenhaftigkeit des Projekts verschnupft ist.

    Also...

    Die Stadt ist gerade dabei, die Planungen für das nähere und weitere Bahnhofsumfeld voranzutreiben, womit auch eine Neuordnung der Flächen vor allem im östlichen Umfeld vom Diebsteich verbunden ist. Das heißt zum einen, dass der Bahnhof wird seine Vorderseite in Richtung Eimsbüttel entwickeln wird, und zum anderen, dass hier ein ausreichend großer Spielraum für die großräumigere Verkehrserschließung geschaffen wird. Dass dort zurzeit kein Bus hinfährt, sollte nicht unbedingt so verstanden werden, dass dort auch in Zukunft keine Busse fahren werden...

    Abgesehen davon sieht die aktuell geplante Südtrasse der U5 vor, über den neuen Fernbahnhof zu laufen.

    Anstatt herauszustellen, dass dort zurzeit nicht viel ist, sollte man eher das Potential sehen, dass die Ansiedlung des Bahnhofs für den Diebsteich und das westliche Eimsbüttel darstellt. Und die Stadt sieht dieses Potential.