Beiträge von Gestalt

    ^ Vermutlich bist du als Ortsfremder mit den örtlichen Gegebenheiten nicht sehr vertraut: Der „Klotz“ entsteht nicht entlang irgendeiner Straße, sondern im Hinterhof des Justizministeriums bzw. im kleinteilig mindergenutzten Innenhof des Kö-Blocks. Man wird ihn vom Straßenraum also kaum als „Klotz“ wahrnehmen.

    An der Kö bleibt die kleinteilige Fassadenstruktur bewusst erhalten.

    An der Steinstraße verschwindet eine einzelne Fassade.

    Am Martin Luther Platz bleibt mit dem Justizministerium weitgehend alles wie es ist.

    An der Königstraße verschwindet in der Tat kleinteilige Bebauung. Nun, man hätte hier die Fassade natürlich kleinteilig strukturieren können. Allerdings ist das, was von der Königstraße aus sichtbar sein wird, für unsere Stadt und diese Lage keinesfalls überdimensioniert. Ein bisschen muss solch ein Gebäude ja auch auf sich aufmerksam machen.

    Und das Argument, dass es für einen selbst zu hochpreisig sein könnte… . Wenn man das zum Maßstab macht, würde vieles nicht gebaut werden.

    ^^ Dasselbe habe mir auch schon oft gedacht. Wer zum Teufel soll sich da hinsetzen?

    Man darf aber fairerweise nicht vergessen, dass die jetzige Planung ja gerade das Ergebnis des Zerredens seitens der Politik ist:

    1. Zunächst war eine großzügige "Frei"treppe ins Untergeschoss geplant. Das wollte die Politik nicht.

    2. Dann kam der Vorschlag des Lochs - allerdings zunächst in einer größeren Version. Das war der Politik zu groß.

    3. Das Loch wurde auf die jetzige Größe verkleinert.

    Eine sinnvolle Nutzung etwa durch Gastronomie kann ich mir ehrlich gesagt hier nicht mehr vorstellen. Wenn das denn je sinnvoll gewesen wäre; s.o.

    Meines Erachtens hat hier die Politik versäumt, den Prozess sinnvoll zu moderieren. Und dazu gehört auch, ein sinnfreies Loch zu verhindern, wenn man an dieser Stelle kein Loch will. So deutlich hat das aber niemand gesagt und verhindert wurde es erst recht nicht.

    Der Hammer ist aber: In der letzten Sitzung verlangte die Bezirksvertretung doch tatsächlich einen Baustop. Mit zwei Argumenten:

    1. Gegen den Ultimate Shareholder der Signa Gruppe läuft ja bekanntlich in Österreich ein Ermittlungsverfahren wegen Korruption. Die BV1 glaubt daher, die Verträge mit der Tochtergesellschaft Signa Deutschland seien anfechtbar. Das ist natürlich Quatsch, wenn der Korruptionsfall nicht gerade dieses Projekt betrifft. Außerdem wird es Jahre dauern, bis ein Gericht hier zu einem rechtskräftigen, d.h. letztinstanzlichen Urteil kommt (was bei Punkt 2 relevant ist).

    2. Man wolle wegen möglicher finanzieller Schwierigkeiten von Signa (aufgrund der Ermittlungen in Österreich) einen Baustop erwirken, um an dieser Stelle eine Bauruine zu verhindern. Da muss man erst einmal drauf kommen: Um einen Stillstand der Aktivitäten zu verhindern, will man ihn durch politischen Beschluss aktiv herbeizuführen.

    Die Homepage https://ando-campus.com/#/ wurde ebenfalls aktualisiert (Visualisierungen zeigen noch den höheren Entwurf aber in Bezug auf das Nutzungskonzept gab es eine Aktualisierung). Wenn das alles so umgesetzt wird wie geplant, darf man sich auf ein wirklich bereicherndes Gebäude freuen. Vielfältige Nutzung statt Büromonokultur - quasi ein vertikales Stadtviertel (nur Wohnungen fehlen). Ich bin gespannt, ob es bei Ankündigungen bleibt oder ob das Projekt hält, was es verspricht.

    ^^ Wir leben halt in einem Rechtsstaat, in dem die öffentliche Hand an Regeln gebunden ist und einzelne Bürger Rechte haben, die es zu beachten gilt. Und wenn der Preis dafür teilweise langwierige Prozesse sind, kann ich im Ergebnis damit leben.

    Was ich viel bedenklicher finde, ist der zunehmende Einfluss angeblicher "Experten*"gremien (ZB Hochhausbeirat).

    * Bei der Besetzung gilt das alte Motto "Wer scheinbar mehr als andere weiß, zählt schon zum Expertenkreis".

    ^ Es gäbe 2 Alternativen:

    1. Echter, d.h. optisch und taktil von der Fußgängerzone getrennter Radstreifen in der Mitte. Man würde also quasi die Fahrbahn wieder herstellen, aber ausschließlich für den Radverkehr nutzen. Die Radfahrer könnten sich dann dort ungestört genau so verhalten wie sie sich meiner Beobachtung nach die Nutzung des neuen Radstreifens vorstellen. Der Vorteil der Verbannung von Bahn und Auto unter die Erde wäre damit aber dahin.

    2. Schadowstraße als reine Fußgängerzone. Schaffung eines parallelen Radwegs auf der Goltsteinstraße oder im Hofgarten. Die Schadowstraße wäre endlich frei von Verkehr (was ja auch ursprüngliches Ziel der Planung war) und die Radfahrer müssten nicht durch Menschenmasse manövrieren.

    Ich bin übrigens selbst Radfahrer. Aber eben auch Fußgänger, Bahn- und Autofahrer. Und in keiner dieser Rollen finde ich es erstrebenswert, mir Verkehrsflächen mit Menschen zu teilen, die in einer der jeweils anderen Rollen unterwegs sind. Sonst bremst man im besten Falle alles auf das Tempo des Fußgängers aus; im schlechtesten Fall gibt es Konflikte oder Verletzte.

    ^ Ein wirklich rundum gelungenes Konzept und ein sehr schöner Entwurf. Spektakulär aber irgendwie doch ohne sich aufzudrängen. Fügt sich in Gegend und Landschaft ein, sticht aber auch auf eine gewisse Art heraus. Genial.

    Ich stand dem Konzept des Radwegs auf der Schadowstraße während der Planung entschieden ablehnend gegenüber. Nach Fertigstellung entschloss ich mich, die tatsächliche Umsetzung eine Weile lang zu beobachten und dann möglichst neutral zu bewerten. Ich zwang mich selbst zu Neutralität, streifte alte Vorurteile ab und versuchte dem Konzept sogar mit etwas Wohlwollen zu begegnen.

    Nach dieser Phase der Beobachtung muss ich sagen: das Konzept ist gescheitert. Krachend. Wirklich niemand der Nutzer hat Spaß daran. Mit etwas Übertreibung könnte man sagen: der Radweg teilt nicht nur die Schadowstraße, er spaltet eine Gesellschaft. Leider fehlen in der derzeitigen Ratskoalition die Realpolitiker, die das einsehen werden.

    Bezüglich der Neugestaltung der Straße: die Qualität der Planung und Umsetzung (Asphalt statt Pflaster, sic!) fällt deutlich hinter die übrigen Bauabschnitte der neuen Innenstadt zurück. Sicher ist es sehr viel besser als der alte Zustand, aber Entwurf und Umsetzung bleiben weit hinter den Möglichkeiten, die durch Wegfall von Auto- und Bahnverkehr eröffnet wurden. insgesamt hat man das Gefühl, dass hier, um 20% Kosten zu sparen, 40% an Potenzial eingebüßt wurde (bevor mich jemand auf die Zahlen festnagelt; diese sind ein reines Bauchgefühl).

    Die Politiker der Bezirksvertretung 6 lehnen in ihrer letzten Sitzung den Plan der Verwaltung und der CENTRUM-Gruppe ab, einen Wettbewerb für ein Hochhaus auf dem Grundstück des ehemaligen Renaissance Hotels durchzuführen. Sie fordern

    - die Begrenzung der Höhe auf den Kirchturm der St Franziskus Kirche,

    - die Prüfung einer Wohnnutzung.

    Wer zum Teufel will denn da wohnen?! Zwischen zwei Autobahnzubringern, neben einer der größten niveaugleichen Straßenkreuzungen Deutschlands?!

    Wo ist denn bitte das Problem bei der Höhe in unmittelbarer (!) Nachbarschaft zu ARAG-Turm, Uppernord Tower, Tadao Ando Tower, ARAG 2. Bauabschnitt und Yrds?!