Beiträge von le-west

    Guten Abend!

    Ich würde gerne meine eigenen Gedanken zum Thema Kanaldurchstich zum Hafen darlegen.
    Die bisher gezeigten Bilder der Planung habe ich mir angeschaut, manches finde ich gut, bestimmten Sachen stehe ich aber auch skeptisch gegenüber.
    Hoffentlich werde ich nicht dafür gesteinigt, wenn ich die Begeisterung nicht komplett teilen kann.
    Falls jemand privat mit mir darüber diskutieren möchte, bin ich keinesfalls böse über PNs oder Mail.

    Wie ich schonmal erwähnte, bin ich ganz in der Nähe aufgewachsen.
    Das Gebiet ist sozusagen "salopp gesagt" mein Hinterhof (natürlich ohne Besitzanspruch).
    Aber dadurch hat man ein sehr persönliches Verhältnis dazu.
    Das Hafengelände war für mich immer sowas wie konservierte Geschichte, da die Entwicklung ja quasi abrupt aufhörte.
    Ich erinnere mich, dass ich es schon als Kind in den Siebzigern als etwas Besonderes empfunden habe, wenn ich dort war.
    Die Ausbreitung der sogenannten "Landesbeschaffungsstelle der Polizei" (oder was auch immer das zu DDR-Zeiten war) war auch sehr unschön.

    Auf der anderen Seite kann ich auch verstehen, dass in der heutigen Zeit Ideen aufkommen, das Gebiet zu entwickeln.
    Wenn das jemand tut, der nicht (so wie ich z.B.) eine sehr persönliche Beziehung dazu hat, geht man natürlich ganz anders ran.
    Würde mir wohl nicht anders gehen, wenn ich von woanders her kommen würde.
    Ich habe nur die Befürchtung, dass das Ganze zu künstlich wird und die Gegend ihren Reiz verliert.
    In diesem Zusammenhang würde ich mir wünschen, dass man es hinbekommt, die Ostseite massvoll zu entwickeln und die Westseite so weit es geht, naturbelassen und vorsichtig (Rad- und Fusswege) zu gestalten.
    Eine Bebauung auf dieser Seite würde ich für einen grossen Fehler halten. Ist halt meine Meinung dazu.

    An der Plautstrasse, die ja an einigen Stellen Verbindungen zum Hafenareal erhalten soll, wird es auch interessant.
    Ich hoffe, dass man es für die Anlieger verträglich gestalten kann. Immerhin haben sich an dieser Strasse auch einige Firmen eine Existenz aufgebaut.
    Ja, auch solche Gedanken gehen mir durch den Kopf bei diesem Thema.
    Grundsätzlich finde ich es richtig, dass die Demmeringstrasse, die Dunckerstrasse (oder beide) mit dem Hafen verbunden werden sollen.
    Ist sicher auch notwendig, wenn man einen sinnvoll nutzbaren Zugang zum Gelände herstellen will.
    Allein über die Lützner Strasse wird das kaum gehen.

    Als letztes möchte ich noch etwas zur Luisenbrücke sagen - diese wird sicher auch nicht so bleiben wie sie heute ist und sie hätte es wirklich verdient, zu einer neuen Schönheit zu werden.
    Im Zuge der Strassenbahnverlängerung nach Grünau (und damit der Strassenverbreiterung) hat sie ja damals schon auf der einen Seite ihren Fussweg eingebüsst. Desolat ist sie wohl ausserdem.

    Bei der Rekonstruktion von Brücken werden heutzutage schöne Sachen realisiert, ich wünsche mir sehr, dass es auch für die Luisenbrücke Wirklichkeit werden möge.

    Das war jetzt einiges an Text. Ob man mich und meine Einstellung versteht, weiss ich nicht.
    Ob es den Gepflogenheiten hier im Forum entspricht, darüber zu diskutieren - bin ich mir noch nicht sicher.
    Falls der eine oder andere privat Lust hat (per PN bzw. Mail) darüber zu diskutieren, ich würde mich sehr darüber freuen.
    Die Thematik Hafen, und "Leipzigs neue Ufer" allgemein liegt mir sehr am Herzen.

    Edit: Schreibfehler korrigiert

    Guten Abend!
    Ich möchte heute mit einer kleinen Bilderserie einen hoffentlich guten Einstand geben.
    Es werden vielleicht nicht alle Fotos zum Thema "Leipzigs neue Ufer" passen, aber die Serie entstand nunmal hintereinander.
    Ich bitte um Nachsicht deswegen.

    Keine Ruhe liess mir, ob es nun tatsächlich eine Rohrverbindung zwischen dem Karl-Heine-Kanal und dem Hafen gibt, oder nicht.
    Man sehe mir meine kecke Behauptung, es gäbe keine, bitte nach. ;)
    Da die noch spärliche Vegetation momentan gute Einblicke gewährt, sind mir Fotos möglich gewesen, die das Gegenteil vermuten lassen.

    Am längeren Ende des Hafens sieht man dieses Rohr. Sieht allerdings ziemlich trocken aus.
    Dort scheint nichts zu fliessen.

    Ein Stück weiter auf der südwestlichen Seite fand ich dieses Rohr, aus dem munter Wasser in den Hafen fliesst.
    Wird wohl von irgendeiner Quelle dieser doch recht wasserreichen Gegend gespeist (vielleicht die, die ich schon mal erwähnte).

    An der Luisenbrücke (Lützner Strasse) sah ich dann dieses Rohr. Es fliesst Wasser heraus in den Karl-Heine-Kanal.
    Es gibt also offenbar Rohrverbindungen - nur woher, wohin, ist mir schleierhaft.
    Nach dem Durchstich wird alles sowieso Geschichte sein.

    Dieser Hügel entstand, als das Haus Lützner Strasse/Ecke Plautstrasse gebaut wurde. Es war der Aushub der Baugrube.
    An der Stelle des Hauses stand übrigens früher eine Aluminium-Giesserei.
    Wenn im Zuge des Kanaldurchstichs die Arbeiten beginnen, wird er verschwinden.
    So gesehen sind meine Bilder (und auch die weiteren) Momentaufnahmen, die so bald nicht mehr zu sehen sein werden.

    Eine weitere Sache, die ich mir heute unbedingt anschauen wollte, war die Kanalbrücke Karl-Heine-Strasse, die momentan saniert wird.

    Diese Aufnahme macht neugierig, wie die neue Brücke wohl angelegt sein wird. Vermutlich um einiges robuster.

    Die beiden Häuser in der Aurelienstrasse, um die schon heiss diskutiert wurde.
    Der Zustand scheint unverändert...

    Ich bin ehrlich gesagt froh, dass dieses Haus saniert wurde. Es wäre schade drum gewesen.

    Was dieses Bauwerk wohl mal für eine Funktion gehabt hat? Stammt doch bestimmt aus der Zeit, als der KHK angelegt wurde...

    Bemerkenswert finde ich die Konstruktion des Behelfsradwegs, den man am Stelzenhaus angelegt hat.
    Das erinnert schon fast an eine Achterbahn. Auch hier ist es eine temporäre Sache, die bald so nicht mehr zu sehen sein wird.

    Nochmal von der anderen Seite - sieht schon imposant aus.
    Ich frage mich allerdings, warum man dort den Radweg nicht auch wie ein Stück vorher mit diesem grünen Teppich ausgelegt hat.
    Für Leute mit Höhenphobie ist es nix, man kann wie bei Gitterrosten runter schauen.
    Und es ist eine irre Geräuschkulisse, wenn dort Radfahrer runter oder hoch fahren.
    Die Anwohner sehnen garantiert den Zeitpunkt der "Normalität" herbei.

    Das Stelzenhaus. Immer wieder schön, dieses Gebäude der früheren Verzinkerei "Grohmann&Frosch".

    Auch wenn es jetzt nicht mehr direkt an Leipzigs Ufern steht, ansehenswert ist es allemal:
    das Haus der Konsumzentrale

    Die (Rad-)Wege davor waren ehemals Gleise, die vom Plagwitzer Bahnhof zu etlichen Firmen abzweigten.
    Ein Erbe Karl Heines, der massgeblich an der Entwicklung dieses Stadtteils von Leipzig beteiligt war.

    So, ich habe den halben Abend aufgewendet, um diesen Beitrag für's Forum schön zu machen.
    Bitte seid nicht zu hart mit mir, sollte ich irgendwas falsch gemacht oder irgendwelche Konventionen nicht eingehalten haben.
    Ich hoffe, es hat Spass gemacht, die Bilder anzuschauen!

    Edit: Bild 12 war leider doppelt vorhanden, hab es korrigiert sowie 2-3 kleine Textkorrekturen erledigt.

    Ist doch ein klasse Beitrag. Vielen Dank, Cowboy

    Es wär mir neu, dass der Karl-Heine-Kanal mit dem Hafen durch ein Rohr verbunden ist.

    Andererseits war es früher so (und heute sicher immer noch), dass der Hafen über ein Rohr mit dem Elster-Saale-Kanal verbunden ist. Inwieweit das zur Wasserversorgung des ESK ausreicht, kann ich nicht beurteilen.

    Der Hafen selber hat mindestens einen Zufluss auf der Westseite, wo das kleine Wäldchen ist. Als Kinder nannten wir diese Ecke die Berg-und-Tal-Bahn und sind da mit den Fahrrädern bis hinter an die Quelle am westlichen Ende gedüst.
    Auch zwischen diesem Bereich und dem (ehemaligen?) Polizeigelände habe ich vor zwei, drei Jahren mal eine relativ kräftige Quelle beobachtet, weiss aber nicht, ob die ständig Wasser führt.
    Beim Hafenbecken stelle ich mir auch unterirdische Wasserzuläufe vor, da das ganze Gebiet eh recht feucht ist.
    Ausserdem gibt es am Westrand des Polizeigeländes noch ein Stück eines früheren Flusslaufes, den ich aber nie einordnen konnte (woher, wohin). Zumindest könnte die kaum noch erkennbare ehemalige Brücke an der Einmündung Brünner Str./Lützner Str. auch was damit zu tun haben.

    Thema Polizeigelände am Hafen (dass ja schon fleissig "beräumt" wird), weiss da jemand mehr darüber? Ich kann mich erinnern, dass (ich glaub in der LVZ) es mal einen Bericht gab, dass dieses Gelände (zumindest teilweise) vor der Wende als Internierungslager für Andersdenkende geplant war.

    Vielleicht sollte sich der Herr Tobias Hollitzer mal damit beschäftigen, bevor alles weg ist.

    Danke für den Hinweis! Der enthaltene Link ist höchst interessant!

    Ich hoffe irgendwie, dass die Gedankenspiele zur "Neuen Paußnitz" Gestalt annehmen mögen.
    Wenn ich es richtig verstanden habe, dann wird einerseits das Höhenniveau des geplanten Grabens für die Realisierbarkeit eine Rolle spielen. Der Abzweig bereits vor dem Bösdorfer Wehr könnte aber eine gute Voraussetzung sein.
    Andererseits wird es natürlich davon abhängen, ob für ein solches Vorhaben finanzielle Mittel gefunden/aufgebracht werden (können). Ich hoffe es sehr.

    Weil wir grade beim Thema sind und ich mich schon längere Zeit damit beschäftigt hatte - der Name "Bösdorfer Luppe" lässt Interessierte aufhorchen.
    "Bösdorfer Luppe"? Wie jetzt? Die Luppe existiert doch erst im nördlichen Bereich von Leipzig?

    Ich wollte schon seit einer Weile wissen, woher die Luppe eigentlich kommt. Wenn schon ein Fluss mit diesem Namen existiert, dann muss er doch auch einen Ursprung haben.
    Schwierig wird die Erforschung auch dadurch gemacht, dass seit Jahrhunderten die Flussläufe Leipzigs von Menschenhand massiv verändert wurden.

    Im Internet etwas zur Luppe-Quelle zu finden, ist beinahe unmöglich. Dennoch habe ich vor einer Weile (mithilfe alter Landkartenausschnitte) herausgefunden, dass die Luppe westlich von Großschkorlopp entsprungen sein muss, durch Knautnaundorf floss und bei Hartmannsdorf in die Elster mündete. Ursprünglich mag sie noch einen ganz anderen Lauf gehabt haben, wer weiss.

    Noch etwas anderes zum Schluss - ich habe Anfang der Neunziger im Zeitungsladen einen Nachdruck eines alten Leipziger Stadtplans gekauft - den "Pharus-Plan".
    Sehr interessant, nur ist es mir nicht gelungen, den Stadtplan zeitlich einzuordnen und er gibt keinen Hinweis her, wann er original gedruckt wurde.
    Ich würde ihn vage zwischen 1920 und 1935 einordnen, bin mir aber nicht sicher.
    Weiss jemand, aus welchem Jahr der Pharus-Plan stammt?

    So, das war jetzt viel Text. Ich hoffe, ich hab Euch nicht gelangweilt.

    P.S. Ich möchte bestimmt keinen Chat hier machen.
    Ich bin wirklich an ernsthaftem Informationsaustausch interessiert.

    Mal eine andere Frage - Stichwort Stausee.

    Bekannt sind ja die Probleme am Stausee wegen Wassermangel. Wie zu hören war, hat sich am Ostufer eine unterirdische Wasserader gebildet, durch die der Stausee Wasser hin zum Cospudener verliert.

    Wie stellt sich denn im Moment die Situation dar, was nun wirklich gemacht werden wird und kann?

    Dr.Faust, auf den ersten Blick hab ich gedacht, das wären Aufnahmen aus dem Duncker-Viertel.
    Wie viele Wohnviertel in diesem 50er-Jahre-Stil gibt es eigentlich in Leipzig?

    Sogar in Dresden (Nähe Elbepark) hab ich schon sowas gesehen. Steckt da überall der selbe Architekt dahinter... ?

    Übrigens - ein Hallo an alle Anwesenden!
    Nachdem ich in der Vergangenheit hin und wieder hier reingeschaut hatte, hab ich mich gestern mal spontan angemeldet.