Beiträge von philmo1

    Das P&C Weltstadthaus soll aufgestockt werden. Das zurückspringende oberste Staffelgeschoss soll einen Veranstaltungs- oder Konferenzraum („Event Space“) beinhalten und die vorgelagerte Terrasse nutzen. Das Gebäude wächst um fünf Meter in die Höhe.

    Foto: RP

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    Foto: Paul Raphael Schägner PlanungsgmbH


    Die Debatte um das Baden im Rhein bekommt in Düsseldorf eine spannende architektonische Wendung: Der Architekt Paul Raphael Schägner hat einen neuen Vorschlag für schwimmende Badeinseln im Medienhafen vorgelegt.


    Sein Entwurf sieht modulare, floßähnliche Strukturen im ersten Hafenbecken vor (zwischen Hyatt-Brücke und Lido), die Badebecken, Aufenthaltsflächen, Sprungtürme, Begrünung und saisonale Nutzungen (z. B. Saunafloß im Winter) kombinieren. Das System wäre flexibel auf- und abbaubar, könnte bei Bedarf erweitert werden und würde sich automatisch an wechselnde Wasserstände anpassen.


    Die gestalterische Idee ist inspiriert von Badeschiffen in Berlin und Zürich, verfolgt aber einen eigenständigen Zugang: Statt eines einzigen Großschiffs entsteht eine Serie von Inseln, die nicht nur Baden ermöglichen, sondern den Hafen insgesamt neu aktivieren sollen.


    Schägner betont, dass der Medienhafen zwar architektonisch stark ist, aber freizeitkulturell unterversorgt sei. Ziel sei ein niederschwelliger Ort mit hoher Aufenthaltsqualität – auch als Erinnerung an das frühere „Monkey’s Island“, das einst als Sommer-Hotspot am Hafen galt.


    Parallel bringt die FDP im Stadtrat erneut die Idee eines klassischen Badeschiffs im Rhein ein, wie es Düsseldorf zuletzt in der Vorkriegszeit hatte. Auch hier gibt es mittlerweile Beispiele mit starker städtebaulicher und wirtschaftlicher Wirkung, etwa in Berlin.


    Die Stadtverwaltung reagiert offen auf beide Ideen – lobt insbesondere die Flexibilität und sieht Potenzial, wenn sich wirtschaftlich tragfähige Betriebskonzepte finden lassen. Voraussetzung bleibt die Klärung von wasserrechtlichen, denkmalpflegerischen und infrastrukturellen Fragen (Zugang über die Brücke etc.).


    Fazit:

    Düsseldorf denkt endlich wieder groß in Sachen Wasserstadt – ob mit schwimmenden Inseln oder einem urbanen Badeschiff. Beide Konzepte könnten das Freizeitangebot im zentralen Stadtraum neu definieren – und wären auch aus touristischer Sicht ein starkes Statement für die Stadt am Rhein.

    Das ist tatsächlich ganz einfach. Hamburg ist ganz einfach kein besonders relevanter Standort im internationalen Vergleich. Hamburg ist nicht Berlin, München oder Frankfurt sondern in der zweiten Riege – und das ist auch völlig i.O.
    Dass der Elbtower unter normalen Marktbedingungen (ohne öffentliche und politische arrangierte Ankermieter) nicht profitabel ist, liegt nahe.

    Ich kenne den Hamburger Minderwertigkeitskomplex ziemlich gut.

    Damit triffst du den Nagel auf den Kopf.
    Im Kern ist die hamburgische Identität extrem wackelig – sie baut u.a. auf Hafen-Folklore (aus den Zeiten alter Relevanz und vor der Containerisierung, die den Häfen auf einen Schlag ihre soziokulturelle Bedeutung entzogen hat), auf dessen Fundament letztendlich auch der 'Mythos Reeperbahn' gebaut ist.

    Der soziokulturelle Tod des Hafens ist sicherlich ein stadtsoziologischer Schock, der noch lange nicht verarbeitet ist. R. O'Condore s Forderung nach Erneuerung wäre ein Weg nach vorne – die Antworten hier im Forum zeigen aber gut auf, dass im beschaulichen Örtchen an der Elbe der Boden noch nicht reif für die Saat zu sein scheint…

    Hamburg mit Berlin, Paris oder Wien zu vergleichen ist absolut absurd. Selbst Frankfurt ist wahrscheinlich ein hinkender Vergleich.


    Hamburg ist sicher eine ganz tolle Stadt - der Stolz sollte keinem genommen werden. Und auch ich selbst, der ich jahrelang in Hamburg wohnte, würde mich über die Fertigstellung des Elbtowers freuen.


    Allerdings spielt Hamburg in der zweiten Liga in Deutschland - und in Europa erst recht. Und zwar in jeder Hinsicht: von Infrastruktur, über Wirtschaft bis hin zu Bildung. Nicht weit abgeschlagen und abstiegsgefährdet aber eben nicht oben mit dabei.


    Natürlich liegt der Bauplatz im engeren Sinne nicht am Stadtrand. Aber es ist weder A-Lage noch gibt es erwähnenswertes östliches Entwicklungspotenzial.


    Beim aktuellen Zinsumfeld sind das in Summe zu starke Gegenwinde.

    Ja, in der wilden Niedrigzinszeit konnten Schweine fliegen. Aber jetzt muss man auch in Hamburg aufwachen.

    Danke für die Aufklärung ;)


    Berlin als Deutschlands einzige Metropole und München als deutlich stärkeres Wirtschaftszentrum haben doch offensichtlich eine andere Bedeutung als Hamburg mit seiner schwachen Großregion.

    Und der Bauplatz liegt (baurechtlich) am Stadtrand. Im Südosten schließen sich Elbinsel & Naturschutzgebiete an – bis zur Stadtgrenze.


    Ich weiß, mit den deutschen muss man ernst und ohne polemischen Witz umgehen… Vielleicht hilft die nüchternere Formulierung dabei, Gehör zu finden ;)

    Verstehe das Forum nicht als Ort der guten Laune und des fröhlich-romantischen Lokalstolzes sondern als Ort für Diskussion und Austausch in der Sache. Und genau so ist mein Beitrag zu deuten.



    [mod]Bitte keine sinnlosen Vollzitate des vorstehenden Beitrags. Der Bezug versteht sich von selbst.[/mod]

    Ich rechne schon lange mit diesem Schritt. Nur mit einer erheblichen architektonischen Aufwertung/Neuentwicklung (ob nah am historischen Vorbild oder nicht) und Positionierung im oberen Segment (Lafayette, KaDeWe, Harrods, Selfridges), sind solche Warenhaus-Flächen heute noch zu bespielen.


    Das Objekt und die Mikro- und Makro-Lage sind dafür prädestiniert.

    Hamburg ist weder Berlin noch München – die internationalen Konzerne geben sich in der norddeutschen Tiefebene nicht die Klinke in die Hand. Es handelt sich um eine Randlage grenzend an ein innerstädtisches Gewerbegebiet ('Hafen'). Das Projekt ist hochspekulativ.

    An der Tuchtinsel hat man die Chance vertan mit dem Calatrava-Vorschlag ein einzigartiges Ensemble zu komplettieren. Neben kubischen Dreischeibenhaus und der durchaus eindrücklichen Dreiecksfläche wäre der organisch-zylindrische Calatrava-Turm eine passende Ergänzung gewesen.

    Quadrat, Dreieck und Kreis endlich vereint.


    Aber gut. In der BV1 denkt man in kleineren Dimensionen.

    So ein Spruch kann einem natürlich nur in Deutschland begegnen. Ich weiß den unternehmerischen Mut zu schätzen – wer wagt, der muss leider auch manchmal einen Rückschlag hinnehmen.
    Die globale Lage an den Finanzmärkten ist aktuell nicht besonders einfach für ein Fremdkapital-intensives Geschäft wie das eines Immobilienentwicklers…

    Demokratische Architektur setzt nicht zwingend eine Nutzung durch 'eine Mehrheit' voraus. Eine Oper ist kein Hauptbahnhof.

    Dieser Argumentation folgend können morgen alle Theater, Museen und Opernhäuser ("für die oberen 2% der Bevölkerung") geschlossen werden – die freiwerdenden Mittel können wir dann in Glasfaser-Infrastruktur für noch schnelleres Netflixen und TikToken investieren.


    Schöne neue Welt.

    Sir Moc scheint ein sehr eigenes Verständnis von Stadtentwicklung zu haben.


    Das Projekt ist sehr spannend, weil es erlebbaren Raum herstellt (vermeintlich anspruchsvolle Architektur, öffenbares Glasdach, hochwertige Gastronomie- und Handelsflächen, begrünte Innenräume etc..).

    Die einzige Strategie um als Standort im Rahmen der gesellschaftlichen Offline-zu-Online-Transition zu bestehen ist es, genau solche – gut in den Stadtkontext eingebettete – 'Fokalpunkte' zu schafffen. Der vorgeschlagene Boulevard nutzt bislang nicht optimal genutzen Raum aus (Nachverdichtung), ist von allen Seiten 'permeabel' und bietet außerdem das Potential zwischen Kö und Luther-Platz/Schadowstraße vermittelnd wirken zu können.


    Mit diesem (und den weiteren Projekten rund um Kö und Schadowstraße) ist Düsseldorf meiner Meinung nach auf sehr gutem Weg langfristig einen gesunden CBD bieten zu können und sich als Standort weiter abzusetzen.