Das nennst du Feiern? Ich habe nur positiv hervorgehoben, dass sich nach vielen Jahren des Beinahe-Stillstands zur Zeit wenigstens ein bisschen was tut. Und das passiert leider in einer zumeist fragwürdigen Qualität, darüber habe ich meinen Unmut bereits oft genug kundgetan. Ich sehe die Entwicklung also weiterhin kritisch, finde aber dass man zwischendurch auch mal was gut finden darf und nicht alles in Schwarzmalerei versinken muss.
Beiträge von Jai-C
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^^
Vergleich die Liste mal mit Wien! 4-mal so viel Einträge und im Schnitt doppelt so hoch.
Also...
1. Hatte Wien ein Bürgerbegehren gegen Hochhäuser? Nein
2. Gibt es in Wien eine Anti-Hochhaus Stimmung wie in München? Nein
3. Werden in Wien Hochhäuser planlos über die Stadt verteilt? Nein
Sind also deutlich bessere Voraussetzungen und die weiß man dort sinnvoll zu nutzen.Daneben hast du uns mittlerweile ausreichend darüber informiert, dass Wien die mit Abstand geilste Stadt der Welt ist und München sich freuen könnte wenn wir nur einen Bruchteil der Geilheit von Wien erreichen würden. Botschaft ist angekommen, es gebetsmühlenartig zu wiederholen nervt irgendwann.
Übrigens, ich mag Wien (also bitte nicht falsch verstehen).
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Das sind gute Nachrichten, das Grundstück wird damit ziemlich sicher bebaut, die Stadt ist schließlich kein Investor der spekuliert und sich je nach Marktentwicklung verhält.
Der Baubeginn wird wohl etwas auf sich warten lassen, aber egal, Hauptsache es geht hier weiter und wir haben in einigen Jahren einen tollen Stadteingang im Münchner Osten.
Insgesamt finde ich es schön wie sich derzeit in München die Projektpipeline für Hochhäuser füllt. Es ist zwar schade, dass man weiter unter den 100m bleibt, aber zumindest werden nicht mehr nur 50-60m Stumpen gebaut:
- Knorr Bremse Areal: um 100m
- BVK: um 100m
- Bavaria Towers, 5. Turm: 88m
- Bayernkaserne mehrere Türme: bis 88m
- Hochhaus am Knie: 70mSo kann es weitergehen...
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Aus der Ferne gehen die kleinen, gedrungenen Gebäude völlig unter, hier wurde einfach der falsche Maßstab zum Stadtgefüge gewählt.
Das war jedoch genau so beabsichtigt. Die Stadt hat im Vorfeld des damaligen Architekturwettbewerbs Studien zur Prüfung von Sichtachsenbeziehungen anfertigen lassen. Dadurch wollte man ermitteln, welche Höhe möglich wäre ohne relevante Sichtachsen zu beeinträchtigen. Man wollte so möglichem Widerstand durch Hochhausgegner bewusst entgegenwirken. Es ist also kein Zufall dass dieses Ensemble eine schlechte Sichtbarkeit hat und auch nicht die Schuld der Architekten. Nein, das war eine klare Vorgabe der Stadt.Aus genau diesem Grund taugen die BVT auch nicht zum Wahrzeichen. Denn ein Wahrzeichen muss sich nicht verstecken.
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Mit diesem neuen Entwurf und dem 5. Turm der BVT (wenn er denn kommt, bislang ist es da sehr ruhig) könnte das eine schöne Torsituation werden. Für sich alleine genommen finde ich den Entwurf zu plump. Henn würde zwar nicht hoch bauen, aber dafür elegant - gefällt mir.
Wie die Stadt dann mit der Studie umgeht, wußte der nette Herr Architekt auch nicht. Durch die Blume war nur rauszukitzeln, daß Büschl mit H&dM die Studie abwarten will, da sich Büschl nicht von seinen 100m+ Plänen abbringen lassen will.
Das ist klug von Büschl. Für das Postareal drängt die Zeit nicht und da ist es besser erstmal die Studie abzuwarten.Aber ob das Postareal in der Studie überhaupt für eine Bebauung jenseits der 100m vorgesehen ist? Ich habe da so meine Zweifel, denn diese Ecke hätte wieder das "Problem" der Sichtbarkeit vom Nymphenburger Schloss aus.
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Danke für das schöne Update. Ich finde das Viertel sehr gelungen. Es zeigt gut dass wir uns von unseren ausländischen Nachbarn gerne eine Scheibe abschneiden können - Architektur muss nicht immer quadratisch, praktisch, gut sein. Noch schöner wäre es wenn dieses Türmchen etwas näher am SZ-Verlagsgebäude stehen würde...
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Ich wäre für mehr Bürgermitbestimmung anstatt ausschließlich hinter verschlossenen Türen stattfindender Auswahlprozesse, mit deren Ergebnis die Bürger dann leben müssen. Denn was nutzt die gesamte Fachexpertise, wenn nachher leblose, menschenfeindliche Architektur herauskommt?
Dito! In meinen Augen hat sich in Deutschland eine architektonische Pseudo-Elite gebildet, die glaubt dass solche extrem schlichten, langweiligen Entwürfen im Geiste des Bauhauses seien. Diese Fraktion ist in München leider inzwischen besonders stark vertreten. Das liegt womöglich daran dass man in München ein sehr starkes Geschichtsbewusstsein hat und darum will man neuen Hochhäusern nicht erlauben sich davon zu emanzipieren. Stattdessen muss sich alles der Historie unterordnen und soll maximal unspektakulär sein.Ich halte die Bewohner der Stadt aber nicht für so rückwärtsgewandt. Ich glaube viele würden mutige Architektur begrüßen und es toll finden wenn die Stadt sich zu einem gewissen Teil (an dafür geeigneten Orten) neu erfindet.
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Das kann man so unterschreiben. Wer interessante Hochhausarchitektur mag, der sollte sich lieber in Asien umsehen... da wird in anderen Dimensionen gebaut und das auch sehr gewagt. Die Architektur in München ist und bleibt dagegen maximal zurückhaltend, unauffällig und wie in diesem Fall schlichtweg langweilig. Traurig ist dass München in dieser Hinsicht sogar im unspektakulären deutschlandweiten Vergleich negativ hervorsticht.
Für mich persönlich verliert die Stadt zunehmend ihren Reiz. Es wird weder herausragende neue Architektur geschaffen, noch entsteht Architektur die an die Historie würdig anknüpft (der FC Bayern Neubau mit seinem Spar-Historismus ist da mein persönlicher Tiefpunkt). Dafür bekommen wir zuhauf unförmiges Architekturgemurkse, wie: Königshof, Pschorrhaus, Konzertsaal, Gasteig, neues Arabellahaus usw.
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Aber es GIBT doch tatsächlich keine Höhenbegrenzung.
Wie wir erfahren mussten, gibt es aber eine DE FACTO Höhenbegrenzung. Auch wenn auf dem Papier keine Begrenzung mehr existiert, wurde es bei zwei Projekten verworfen über 100m zu bauen. Dies ist umso mehr beachtlich, da dies geschah nachdem entsprechende Absichten öffentlich bekannt wurden.Das heißt übersetzt: hinter verschlossenen Türen gibt es im Stadtrat große Vorbehalte bzgl. Bauvorhaben >100m. Dieser Widerstand muss derart groß sein, dass er genügt um entsprechende Entwürfe zu Fall zu bringen. Offenbar gibt es also einflussreiche Stadträte, die hier aktiv blockieren.
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Den Rückschluss verstehe ich nicht ganz: Entwürfe wie der von Chipperfield entsprechen den Vorgaben durch das Bürgerbegehren doch zu 100%. Das Festhalten an dieser freiwilligen Selbstbeschränkung würde weitere Hochhäuser dieser Art überhaupt nicht verhindern, sondern eher fördern. Es geht schließlich nicht darum, OB man überhaupt Hochhäuser baut, sondern nur wie hoch diese sein dürfen.
Ich vermute die größere Zustimmung zu Hochhäusern >100m hat eher folgende Hintergründe:
1. Man will lieber in die Höhe bauen (verdichten) als die Stadt immer mehr in die Breite wuchern zu lassen, siehe SEM-Diskussionen.
2. Trotz des Bürgerbegehrens sind in den letzten 15 Jahren viele neue Hochhäuser gebaut worden. Es waren sogar mehr als in den 15 Jahren vor dem Bürgerbegehren, verursacht unter anderem durch die Höhenbegrenzung (z.B. am Hirschgarten).
3. München hat ein massives Platzproblem, es fehlt an Flächen aller Nutzungstypen. Das war 2004 anders, da gab es noch große Leerstände (v.a. Büros).
4. Die Stadt ist trotz neuer Hochhäuser nicht untergegangen. Das Stadtbild innerhalb des Rings wird von Ihnen kaum beeinflusst. Dazu haben auch besondere Maßnahmen wie Überprüfung von Sichtachsen beigetragen (z.B. bei den Bavaria Towers). Man gewöhnt sich also dran.
5. Hochhäuser erfahren überall (auch in Deutschland) zunehmende Akzeptanz. Selbst mittelgroße Städte bauen immer mehr Hochhäuser.
6. Die oft gedrungen wirkenden Münchner Hochhäuser zeigen mittlerweile sehr klar dass eine Höhenbegrenzung eben auch Nachteile hat. -
Dieser Entwurf von Chipperfield ist wirklich etwas besonderes. In all den Jahren hier im Forum kann ich mich an keinen anderen Entwurf erinnern, der auch nur ansatzweise auf so eine breite Ablehnung stieß. Das gilt insbesondere für Gewinnerentwürfe von Architekturwettbewerben, deren Ziel (nach meinem Verständnis) die Prämierung des besten Entwurfs ist. Ein Novum ist, dass sich die Ablehnung nicht nur durch das Forum, sondern auch die komplette Presse zieht. Bei anderen fragwürdigen Entwürfen haben sich zumindest einzelne Fürsprecher gefunden. Hier dagegen scheinen die wenigen existierenden Menschen, denen der Entwurf zusagt, ausgerechnet in der Wettbewerbsjury gesessen zu haben.
Ich freue mich trotzdem auf dieses Projekt und sage auch warum: durch den massigen 50m Riegel wird er deutlich zur Verdichtung des Arabellaparks beitragen. Daneben passt eine solche Bebauung mit stark horizontaler Betonung in ihrer Formensprache und Ausrichtung sehr gut zu dem vorhandenen Arabellahaus und dem Sheraton daneben. Das macht den Entwurf nicht besser, aber zumindest wird er sich recht gut in ein Hochhausviertel einfügen, das die Horizontale ebenso betont wie die Entwicklung nach oben. Ich hätte mir einen echten Aufbruch in der Entwicklung des Arabellaparks gewünscht. So wird es eher eine Verlängerung des bestehenden Stils nach Süden.
Was die 100m-Grenze angeht: der Immobilienreport verweist auf eine Umfrage des RIM aus dem März 2019 in der 59 Prozent der Befragten Hochhäuser über 100m innerhalb des Mittleren Rings in München ablehnen (30 Prozent sind dafür). Außerhalb des Mittleren Rings liegt die Ablehnung bei nur noch 42 Prozent, die Zustimmung beläuft sich auf 37 Prozent. Im Jahresvergleich hat die Anzahl der Befürworter deutlich zugenommen.
Quelle: https://rim-marktforschung.de/bevoelkerung-w…stadt-muenchen/
Vor diesem Hintergrund wage ich folgende Prognose: in wenigen Jahren wird sich eine klare Mehrheit für Hochhäuser über 100m außerhalb des Mittleren Rings ergeben. Das wäre dann der ideale Zeitpunkt um einen Hochhausrahmenplan in Kraft zu setzen. Bis dahin ist die Stadt aber gut beraten sich mit der Höhenentwicklung zurückzuhalten. Solange es weder eine Mehrheit der Befürworter noch eine vorzeigbare Hochhausstudie gibt, wäre alles andere aus meiner Sicht sehr riskant (vor allem für die Investoren solcher Projekte).
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Sowas nennt man „den Schwanz einziehen“. Die BVK will lieber bescheiden bauen als gar nicht. Mal sehen ob der Plan aufgeht.
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Ich habe das Gefühl, dass man sich hier vom „Ruhm“ eines vermeintlichen Stararchitekten hat blenden lassen. Unter den teilnehmenden Architekturbüros hat das Büro wohl den größten Namen. Da kann man so gesehen ja „nix falsch machen“ und wer die großartige Formensprache von Chipperfield nicht versteht, der ist sowieso eine Banause.
Meine persönliche Meinung zu diesem Büro ist, dass die meisten ihrer Bauten schlichtweg überbewertet sind. Von einzelnen guten Entwürfen abgesehen, ist das meiste banaler Durchschnitt bis ziemlicher Mist.
Wenn die BVK unbedingt in Münchens hässlichstem Hochhaus residieren will: schön, sollen sie haben. Aber für die Stadt ist es ein Offenbarungseid - die neue Hochhauspolitik, 15 Jahre nach dem Bürgerbegehren, ist krachend gescheitert. Ein ums andere mal beweist die architektonische Deutungshoheit dass sie nicht anders kann als die schöne Stadt München immer weiter zu verschandeln.
Dann lasst uns lieber weiter flach bauen, da fällt ein vermurkstes Gebäude nicht auf, versinkt im Häusermeer und ist nicht kilometerweit sichtbar.
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In der SZ ist ein interessanter Kommentar zu finden:
https://www.sueddeutsche.de/muenchen/hochh…weile-1.4395703Einen schöneren Verriss habe ich selten gelesen. Ich mag die Rhetorik des Autors, stellenweise entsteht der Eindruck als ob er sich argumentativ vorher hier im Forum aufmunitioniert hat

Ich hoffe die übrige Presse schwenkt auf diese Linie mit ein und gemeinsam bringen wir diesen Hochhaus-Alptraum zu Fall.
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Danke für die Bilder der Ausstellung. Als Ex-Münchner kann ich nur sagen das mir alle anderen Entwürfe der nicht Plazierten besser gefallen als die 3 ersten Plätze. Ich verstehe es nicht.
Das wäre mein Lieblingsentwurf:
Dem schließe ich mich an, daneben gefällt mir Henning Larsen auch sehr gut. Insgesamt zeigen die nicht platzierten Entwürfe welchen Unterschied es macht, wenn man einen Sockelbau nutzt um die Fläche nicht nur in den Turm zu pressen. Von daher muss ich meine Aussage dass bei diesen Vorgaben etwas gedrungenes herauskommen musste etwas relativieren. Die Architekten hatten genug Spielräume und es sind auch ansprechende Ergebnisse dabei.Weshalb man ausgerechnet den MIT ABSTAND HÄSSLICHSTEN UND UNFÖRMIGSTEN ENTWURF prämiert hat, ist mir schleierhaft. Mich lässt das doch stark am Beurteilungsvermögen der Jury zweifeln. Auch wenn bei Architektur einiges mehr betrachtet werden muss also die äußere Form - das hätte nicht passieren dürfen. Für mich hat sich dieses Auswahlgremium total disqualifiziert. Eine Stadt, die Ihre zukünftige architektonische Entwicklung in die Hände derart unfähiger Menschen legt, steuert auf den Abgrund zu

Ich denke man kann nur hoffen dass die Überarbeitung noch ein anderes Ergebnis bringt. Dieses Projekt wird sonst zum Tiefpunkt der Münchner Hochhauskultur.
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Grund: Holzkonstruktionen sind nach der hiesigen Bauvorschrift nicht erlaubt.
Ich habe vermutet dass man in der Fassade Holz verwendet. Das wäre für mich einer der wenigen Pluspunkte gewesen. Wenn nur dieses Detail überarbeitet wird und sonst Chipperfield gesetzt ist, dann sieht es wirklich ganz finster aus
Jetzt bleibt uns nur noch die Option selbst ein Bürgerbegehren zu initiieren und so das Projekt zu stoppen

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Nicht so einfach heißt es, da viele qualifizierte Mitarbeiter nicht mitziehen wollen, und oft Alternativen finden.
Dahinter steckt auch einer der Hauptgründe für den zunehmenden Trend wieder in die Städte zu ziehen: Die moderne Berufswelt wird immer spezialisierter und man braucht hochqualifizierte Kräfte, die es auf dem Land schlichtweg nicht in ausreichender Menge gibt.Es bilden sich darum zunehmend Cluster heraus, also Räume in denen sich Branchen konzentrieren. Dadurch kann an diesen Orten ein eigener Arbeitsmarkt für solche hochqualifizierten Spezialisten entstehen, es können die zugehörigen Bildungseinrichtungen entwickelt werden usw... diese Entwicklung ist aufgrund der dafür erforderlichen Größe zumeist nur in städtischen Räumen möglich. München hat hier in den letzten Jahrzehnten sehr gute Arbeit geleistet und mehrere Cluster etabliert. Genau aus diesem Grund wird der Zuzug nach München auch nicht abreißen.
Die Bürger, die heute den Zuzug reduzieren wollen, werden es mittels gezielter Verknappung allerhöchstens schaffen den Verteilungskampf um Wohnraum weiter anzuheizen. Diesen Kampf werden aber mitnichten die Einheimischen gewinnen, sondern die Einkommensstärksten - und das sind oftmals eben jene hochbezahlten Spezialisten, die oft von außerhalb zuziehen und nicht die ansässige Bevölkerung.
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Sorry aber ich verstehe immer noch nicht, warum du und Jai-C die Architekten hier quasi indirekt in Schutz nehmt.
Was hätte denn z.B. bei Chipperfield dagegen gesprochen, die Höhenverhältnisse vom niedrigeren Turm und dem Verbindungsbau anders zu gestalten?
Also zunächst kann ein Architekt, der eine Chance auf den Gewinn eines Wettbewerbs haben möchte, sich nur innerhalb der vom Auslober gesteckten Vorgaben bewegen. Diese Vorgaben sehen eine massive Bebauung vor (das zeigen alle bisher bekannten Entwürfe eindeutig), daran kann der Architekt nichts ändern. Auch so genannten "Stararchitekten" kochen nur mit Wasser.Das heißt im Umkehrschluss aber nicht, dass die Architekten deswegen keine Verantwortung tragen und ihre Entwürfe automatisch gutzuheißen sind. Ich persönlich finde den Chipperfield-Entwurf langweilig und zu funktional. Daneben hat er sehr unvorteilhafte Dimensionen für ein Gebäude dieser Größe, insbesondere der Verbindungsbau.
Nach allem was ich bisher gesehen habe, finde ich den Steidle-Entwurf am wenigsten schlecht. Durch die Aufteilung auf drei Türme sind diese in ihren Proportionen noch erträglich. Der Teherani-Entwurf ist aktuell zu massig, hat aber das Potential mit einer Überarbeitung noch deutlich zuzulegen, dem traue ich auch zu am Ende doch zu gewinnen.
Chipperfield kann dagegen nur noch Schadensbegrenzung betreiben (indem er den Verbindungsbau deutlich in der Höhe reduziert). Aus ästhetischer Sicht hätte dieser Entwurf nicht gewinnen dürfen, ich hätte ihn (ohne die meisten anderen Entwürfe zu kennen) überhaupt nicht prämiert. -
Ich behaupte mal, dass im Tokyo der 70er Jahre bereits Vollbeschäftigung herrschte. Trotzdem wuchs es nochmal um 20 Millionen Einwohner auf aktuell 40 Millionen und beherbergt hunderte Weltmarkt- und Technologieführer. Dabei ist sie bei den Japanern immer noch die beliebteste Stadt und wächst, obwohl das Land schrumpft.
Und das obwohl man in Tokyo astronomische Mieten zahlt und auf winziger Fläche wohnt. Die Fokussierung auf die Städte ist ein Megatrend, der sich in den nächsten Jahrzehnten fortsetzen wird, das werden Politiker auch nicht mit einer Zuzug-Verhinderungspolitik ändern können. Aber dafür können sie erreichen, dass die Attraktivität Münchens im Vergleich zu anderen Städten sinkt. Schon heute ist die Stadt für Zuzügler, die nicht für hochbezahlte Akademikerjobs herkommen, nur noch bedingt attraktiv.